Raketenschutzprojekt der USA

das projekt ist zuerst ein politisches projekt. und zwingt doch zu reagieren. in sofern kann man der us-administration keinen vorwurf machen: sie bleibt aktiv und zwingt den anderen die reaktive rolle auf.


evtl. sollten wir mit den russen gemeinsam den mexikanern ein raktenabwehrsystem für mittelamerika vor schlagen.


SDI wurde ja auch nie gebaut. (weil es technisch undurchführbar war. und zu teuer. und nicht mehr gebraucht wurde.)


putin reagiert überraschend klug. und politisch erfahren. und dankenswert weitsichtig. in dem punkt hoffe ich daher, dass er der russischen politik als mitwirkender erhalten bleibt:

es kann uns nämlich nicht egal sein, "was an unserer ostflanke passiert". politisches versagen unsererseits ist sicher mit im spiel: die amerikaner können in prag und warschau u.a. auch nur deshalb so erfolgreich antichambrieren, weil wir da nicht ausreichend präsent waren, dort ein mehr oder minder großes deutsche-politisches vakuum herscht(e).

natürlich wünschten wir deutschen uns zu recht ein weiteres und weiteres erstarken der EU, so dass staatsindividuelles auftreten und handeln "an ostflanken" ein für allemal der vergangenheit angehört.


hier aber heisst es die von anderen geschaffenen politischen realitäten anerkennen: warum sind wir eigentlich nicht ausdrücklich auf der seite putins in dieser frage (sind wir doch, oder?). und wenn es im nachhinein wäre.


und: bleibt zu lernen, dass für andere (teile der us-administration nämlich) (leider) weiter die prinzipien von "teile und herrsche" gelten, eben keile durch europa treiben.

und auch daher muss unsere aussenpolitik in diesem punkte in zukunft vorbereiteter, präsenter sein: weniger der hoffnung europa oder dem zufall überlassen. denn der zufall heisst dann, wie hier, us-globale-machtstrategie.


ich vermisse, dass wir uns vehement für eine gemeinsame us-russische überwachgungsstation im kaukasus einsetzen, sind wir doch erfahren im wandel durch annäherung.

gerade konservativen us-strategen scheint solche kenntnis auch am meisten not zu tun. und wäre unser vorteil.

p.
 
Zuletzt bearbeitet:
ja sicher, am effektivsten wäre dieser Gedanke nur gemeinsam umzusetzen und zwar von den USA, den Europäern und natürlich den Russen.
Ich glaube, die US amerikanischen Strategen sind sehr an der Spaltung Europas interessiert , jedenfalls tun sie alles dafür.
Es stimmt, Deutschland kommt nicht umhin klar Stellung beziehen zu müssen und zwar im Interesse Europas!
 
Derzeit verfügen die Iraner weder über nukleare Sprengköpfe noch über Raketen, die Europa erreichen können. Die Amerikaner behaupten zwar, dass sowohl das eine wie das andere innerhalb kurzer Zeit verfügbar für Iran verfügbar ist, aber mit solchen Behauptungen bin ich sehr vorsichtig (Stichwort: Massenvernichtungswaffen im Irak).

Das Problem hat meiner Ansicht nach eine Reihe von Aspekten, u.a. diese:

1. 10 amerikanische Abwehrraketen in Osteuropa würde ich "den Fuß in der Tür" nennen, denn ich glaube kaum, dass Polen oder Tschechen den Amerikanern widersprechen würden, wenn diese die Notwendigkeit sehen, das Kontingent von 10 Raketen aufzustocken. Weiterhin glaube ich nicht, dass die Amerikaner der Einrichtung einer Kontrollinstitution in ihren Basen erlauben würden, die die Bestückung der Raketen überwacht. Soll heißen, dass niemand sagen kann, ob dort nicht doch nukleare Sprengköpfe installiert werden.

2. Primäres Sicherheitsinteresse Europas ist die Verhinderung einer atomaren Bedrohung aus dem Osten. Die Stationierung amerikanischer Raketen wird dort als Bedrohung wahrgenommen, und ich glaube nicht, dass das nur Schauspielerei ist. Mit dieser Tatsache sollte man sich schon konfrontieren, wenn man die Stationierung der Raketen befürwortet. Besser wäre im Grunde ein eigenständiges europäisches System unter Einbindung Russlands und der USA.

3. Sieht man von der Tatsache ab, dass die gegenwärtigen Pläne das Verhältnis zwischen dem Westen und Europa verschlechtern, wäre die Installierung der Raketen mit Blick auf Iran sicherlich keine schlechte Sache. Sie hätte primär symbolischen Charakter und würde zeigen, dass man den iranischen Beteuerungen, das Atomprogramm ausschließlich für zivile Zwecke nutzen zu wollen, keinesfalls Glauben schenkt. Ich bin mir nicht sicher, ob das dort tatsächlich verstanden worden ist.

4. Angenommen, das Raketenabwehrsystem ist da; angenommen es funktioniert; angenommen, Iran verfügt über weitreichende Raketen; angenommen, Iran schießt diese Raketen wirklich auf Europa ab. Was dann? Annahmegemäß passiert gar nichts, die Raketen werden zerstört. Das weiß man natürlich auch im Iran und passt seine Strategie entsprechend an, d.h. man schießt mehr Raketen ab, als durch das System zerstört werden können oder man (zer-)stört das Abwehrsystem vor dem Angriff. Im ersten Fall wird dies wohl zu einem größeren Maß an Zerstörung als dies ohne die Raketen der Fall gewesen wäre, im zweiten Fall dienen die Raketen zwar als "Frühwarnsystem", allerdings ohne dass man deshalb notwendigerweise wissen müßte, aus welcher Richtung der Angriff erfolgt.
 
man kann es halt drehen und wenden wie man will. Das US amerikanische Vorhaben kann ich nicht befürworten, jedenfalls nicht ihren Alleingang!
Die Russen werden reagieren und eine extrem schlagkräftige Raketenbasis modernster Bauart an Europas Grenze postieren. Die Zielkoordinaten könnten und werden sich mit Sicherheit auf gewisse Gebiete in PL und CZ konzentrieren. Nun versteht man auch die Ängste des einfachen Volkes in den betroffenen Gebieten ... !
 
Also liebe Leute, mal kurz auf die politischen und kulturellen Hintergründe einzugehen und daraus eine Erklärung für die derzeitigen taktischen Maßnahmen auf beiden Seiten zu ziehen ist ja völlig legitim. Aber, aber es kann nicht sein, daß man hier als Hauptinhalt die deutsche Nachkriegsgeschichte erörtert ohne einen einzigen Bezug zur aktuellen Lage herzustellen. Insofern bitte ich darum hier nicht ausschließlich die vorhandenen oder angebliche Systemunterschiede zu diskutieren.
 
Ob wir nun nach der Streichorgie wieder einen Einstieg ins Thema finden bleibt abzuwarten.

@ObServer88

Der alte Glanz des russischen Militärs wird sicher nicht in dem Maße erreichbar sein wie wir uns das vorstellen, da wir seine ursprünglich Größe nicht kennen. Aber darauf kommt es gar nicht an, weil das Raketenschutzprojekt der Ami s einfach Unsinn ist und nur auf dengroßen Einfluss der Rüstungsgiganten auf die Politik in der USA hat. Dort gehts doch am Ende nur um den Profit. Ich denke auch nicht dass das noch lange gut geht mit dem Leben auf Pump das uns die USA vorleben.

Die Russen müssen in irgendeiner Weise darauf reagieren und das werden sie auch tun, nur wird man darüber nicht so viel erfahren, die gehen halt mit solchen Dingen nicht so hausieren wie die Gegenseite.

OMaOle
 
Abermals wurde der Etat für das Raketenprogramm seitens des US Kongress gekürzt.
Was sag uns das?
 
Hehe...

Langsam wird die Luft gar dünne
 
Und was soll das nun wieder heißen?:mad:

Vielleicht hab ich ja was verpasst, helft mir doch mal bitte auf die Sprünge.

OMaOle
 
Das heisst "Ich beschwöre den Untergang der USA herauf und finde das auch noch amüsant, da ich mir über die Konsequenzen nicht bewusst bin". ;)
 
Ah, jetzt dämmert es manchmal ist man eben doch im Vorteil wenn man lesen kann.

Nun das die USA deshalb gleich untergeht kann man wohl nicht hoffen, schließlich ändert der Kongress seine Meinung auch schnell mal wieder.

Vielleicht ist das ja doch der geeignete Zeitpunkt an dem sich beide Seiten an einen Tisch setzen sollte und die Albernheiten aus dem Weg räumen.

Allerdings befürchte ich das da das Ego nicht mitspielt.


OMaOle
 
na sicher und dreimal darfst du raten auf was ... ! Ich bin richtig froh, dass der selbsternannte Weltgendarm so etwas darf, oder hat da jemand etwas dagegen, lol ?
 
Ich bin dagegen, nur wird das die Ami s wohl nicht stören.

Das Dilemma an der ganzen Sache ist doch, das sie sich damit selbst das Wasser abgraben wird ja doch alles auf Pump gemacht.

Was das für Auswirkungen haben kann sieht man gegenwärtig an den Börsen, nur weils bei den Ami s Probleme mit dem Immobilienmarkt gehen weltweit die Kurse in den Keller.

Eigentlich schade das sich keiner traut den Größenwahnsinnigen überm großen Teich mal auf die Finger zu hauen.

OMaOle
 
isses doch. Wir wissen schließlich alle aus Erfahrung, wie schnell solche Waffen umgedreht sind ... !
 
Womit wir wieder beim Thema wären, warum soll sich der Russe neue Raketen vor seiner Haustür gefallen lassen, auch wenn sie jetzt noch nicht gegen ihn gerichtet sind.
 
Es geht hier natürlich auch um Machtverteilung. Die Russen haben schliesslich ihr Angebot gemacht, wollen mit im Boot sitzen. Da dies scheinbar nicht erwünscht ist, da abgelehnt, wäre ich als Russe nunmal auch ziemlich skeptisch und würde entsprechende Konsequenzen daraus ziehen. Für mich völlig nachvollziehbar. Die Russen zu übergehen ist ein fataler Fehler.
Für wie verblödet hält man eigentlich die Russen? Die hat schon manch anderer total unterschätzt. :evillol:

Und die umliegenden Staaten des Iran mit Waffen zu versorgen und sie somit aufzurüsten halte ich für einen extrem gewagten Weg, für gefährlich und somit falsch. Damit kann man in einer möglichen Konfliktsituation eher Kontrolle verlieren, als umgekehrt damit angedacht.
 
Da die Waffenindustrie gerade in den USA eine starke Lobby hat ist das auch nicht weiter verwunderlich, schon Krupp hat vor dem ersten Weltkrieg Kanonen an alle Kriegsteilnehmer geliefert, Hauptsache der Profit stimmt.
 
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