Vorneweg ich habe mich bei dieser Initiative der Stimme enthalten und bin garantiert nicht ausländerfeindlich eingestllt.
Dazu arbeite ich in einem Deutschen Unternehmen mit Internationaler Kollegschaft gegen die ich gar nichts habe.
Und bin auch mit vielen davon gut befreundet.
Aber Fakt ist, die Schweiz ist ein sehr kleines Land mit um die 40'000 Km2,
nicht die Hälfte davon ist bewohnbar.
Die Bevölkerungsdichte ist also hoch. Nachbarland Österreich hat mit mehr als doppelter Fläche weniger Einwohner.
Fakt ist wir haben einen Ausländeranteil von fast 25% bei einer jährlichen Zuwanderung von über 1% der
Gesamtbevölkerung. Das ist jedes Jahr die Stadt St. Gallen oder Luzern bei doch arg beschränktem Raum.
Die Politiker schätzten vor der PFZ mit um die 8'000 pro Jahr. Die Realität ist mehr als 10x so hoch.
Fakt ist der Verkehr hat sich in den letzen 10 Jahren mehr als verdoppelt. Die Strassen sind übervoll.
Fakt ist die eigentlich sehr guten ÖV in der Schweiz sind auf vielen Strecken völlig überlastet.
Wenn man teilweise selbst im 1. Klasse Zugabteil stehen muss ist das höchst nervig.
Fakt ist der Reallohn der Schweizer ist in den letzen 10 Jahren gesunken->Lohndumping.
Da kann ich Beispiele nennen, es gibt aus Italien pendelnde Informatiker die arbeiten im Tessin für CHF 2'000.-
Der Frau eines Freundes wurde im Tessin als Chefsekretärin ein Lohn von CHF 1'400.- angeboten.
Bauarbeiter von EU Zeitarbeitsfirmen für CHF 1'800.-
Ich kenne lokal einen Rumänischen Informatiker, der arbeitet für CHF 2'300.- Das geht aber nur weil er 3/4
vom Jahr in Rumänien ist und von dort remote arbeitet.
Das sind absolut lächerliche Löhne, wenn man in der Schweiz leben und Rechnungen bezahlen muss.
Davon ab erklährt sich dadurch auch der hohe Anteil an Ja Stimmen in den Grenzkantonen
mit relativ niedrigem Ausländeranteil.
Fakt ist die Mieten steigen trotz rekordtiefem Leitzins ins Unermessliche, eben wegen sehr hoher Nachfrage.
Ich sag nur Zürich Stadt 2 1/2 Zimmer CHF 2'500.-, 3 1/2 CHF 4'000.-++
Genf 2 1/2 Zi CHF 3'200.- , 3 1/2 Zi CHF 5'000.-++
Agglommeration Chur, also auf dem "Land" 2 1/2 Zi 1'500.-, 3 1/2 Zi 2'500.-++
Ganz davon ab, dass für jedes Kellerloch 20-200 Bewerber ankommen.
Die Gesundheitssysteme sind, trotz des hohen Niveaus und reichlich Spitälern
beinahe überlastet. Die KK Kosten, obwohl schon hoch, steigen jedes Jahr
nicht zu knapp.
Alles in allem hat die PFZ nur den Unternehmen etwas gebracht, nämlich viele und
günstige Arbeitskräfte. Die Lebensqualität der Schweizer ist deutlich gesunken.
Ja die Wirtschaft hatte dadurch ein Wachstum, aber das ist ein kurzfristiges.
Und nur mit immer mehr Einwanderern gibt es auf die Art weiteres Wachstum.
Ist das wirklich zu begrüssen?
Die Infrastruktur ist an der Grenze angelangt und Zuwanderung wurde komplett verschlafen.
Wenn man nun als Schweizer gern hätte, dass die nächsten 20 Jahre nicht die gesamte wunderbare Natur
zubetoniert wird oder auch meine Nachkommen davon noch was haben, kann man es doch verstehen,
dass eine gewisse Beschränkung oder eigene Regulierung wünschenswert ist?
Wieso soll die USA, Australien etc. ihre Zuwanderung selbst regeln und die Schweiz nicht?
Macht die EU genauso mit allem was ausserhalb des Schengenraums ist.
Und vor der PFZ war das System der Kontingente genau dasselbe, wieso sollte das zukünftig
nicht funktionieren? Und wie gesagt wir sind kein EU Mitglied und wieso soll man
Verträge nicht neu verhandeln können?
Alles in allem war es ein mutiger Volksentscheid den es zu akzeptieren gilt.
Es ist spannend zu sehen, wie die Politiker diesen umzusetzen gedenken.
Auf der anderen Seite wäre es spannend zu sehen, wie solch eine Abstimmung
in den EU Ländern ausgegangen wäre. Ich wette in vielen mit deutlich höherem Ja-Anteil.
Ein paar Falschaussagen in diesem Thread möchte ich auch noch berichtigen.
Wer bereits eine Niederlassungsbewilligung hat, den betreffen die Kontingente keinesfalls.
Solange die Bewilligung gilt kann man bleiben. Pendler dagegen dürfte es treffen.
Wobei die Kontingente am Bedarf ausgerichter werden würden. Ich glaube nicht an eine
krasse Beschränkung.
Natürlich bekommt man Arbeitslosenentschädigung als Ausländer wenn man hier seine
Stelle verliert, solange mindestens 6 Monate in der Schweiz gearbeitet wurde und man hier niedergelassen ist.
Die Arbeitsleistung in der EU wird IMHO sogar bis zu zwei Jahren ebenso angerechnet.
Natürlich wird aber auch nicht unbegrenzt bezahlt.
Wohl auch darum sind unsere Arbeitsämter von EU Bürgern überlaufen.
Wenn man Geld auf eine Schweizer Bank bringt muss über den Betrag CHF 15'000.-
nachweisen woher es kommt und dass es versteurt wurde!
Amis werden inzwischen strikt abgelehnt. (aus gutem Grund)
Wenn ich 50'000 Steine nach Italien oder Deutschland bringe
muss ich gar nichts nachweisen und es interessiert keine Sau woher es kommt.
Ich sollte es nur vorher beim Zoll anmelden, dass ich mit soviel Bargeld rausgehe.
Bissi Doppelmoral und Vorurteile nicht?
Was Steueroasen bzw. das Bankgeheimnis angeht sollte man gerade in der
heutigen NSA Zeit doch verstehen können, dass nicht jeder fuzzi dorf Steuerbeamte
oder Gemeindebeamter wissen muss, wieviel und wo ich mein Geld hab.
Missbrauch ist dadurch Tür und Tor geöffnet.
Ob man es bei der Wegelagerei gewisser Staaten versteuern will oder nicht
sollte nicht das Problem der Schweiz sein, sondern des jeweiligen Staates und
dessen Bürger.
Aber ich akzeptiere in dem Fall auch andere Ansätze, wobei ich dabei
nicht verstehen kann, dass man auf der anderen Seite akzeptiert,
dass riesen Konzerne ihre Gewinne durch Buchhaltertricks nicht
oder nur deutlich reduziert versteuern müssen.
Aber manche sind halt gleicher als Andere.