Tiu schrieb:
Das was uns beide trennt Relict, scheint im wesentlichen zu sein, dass wir versuchen das Pferd von der jeweils anderen Seite aufzuzäumen.
Hmm naja fast. Denn in etlichen Dingen sind wir ja grundsätzlich einer Meinung, es muss sich was ändern an unseren Schulen. Ich will halt nur noch nen Schritt weiter gehen, das Schulsystem völlig überarbeiten - Hauptschulen und Realschulen zu einer "Realschule" zusammenlegen, die aktuelle Regelung in der Grundschule abschaffen.
Damit wären sogar 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Willkür von Eltern und Lehrern in der Entscheidungsgewalt für die Schulzuteilung, zb. bzgl. sozialer Herkunft und momentaner Situation usw..
Und natürlich schnellere und verbesserte Bildungschancen für alle und folglich bessere Perspektiven für Person, aber auch Arbeitsmarkt und Wirtschaft, indem die Schulzeit eben auch durch ausserunterrichtliche Maßnahmen wesentlich effizienter ausgeschöpft wird und sich spätere Schadensbegrenzung (zb. BVJ) erübrigt. Es darf einfach nicht mehr passieren, dass Schulabgänger "fehlgebildet" bzw. nicht viel gebildeter die Schule verlassen, als sie hineingekommen sind.
Das Schulsystem sollte deutschlandweit vereinheitlicht werden und der Lernstoff praxisnäher am späteren Werdegang liegen. Es nützt weder dem Schüler, noch der Gesellschaft und Wirtschaft, wenn der Abgänger zwar die Antike und anderen praxisfernen theoretischen Stoff hoch und runterbeten kann, aber stattdessen die einfachsten Grundlagen wie zb. schon Rechnen, Sprache in Wort und Schrift, logisches Denkvermögen und Allgemeinbildung nur unzulänglich beherrscht.
Zudem sollte man den Pädagogen endlich (wieder) mehr Rechte bzw. Einflussnahme zubilligen, gewisse Entscheidungsgewalten sogar über die der Eltern stellen, den Lehrer nicht weiterhin nur als quasi Rezitator und Moderator von Lernstoff abstellen, sondern eine erzieherische Funktion (wie eben die der Eltern) hinzufügen, die Schulen quasi auf mindestens Jugendamtniveau (-"gewalt") heben.
Zudem die freie Selbstbestimmung von Studienfächern etwas einschränken, so dass eben nicht jedermann alles studieren kann wie er ausdauernd genug, liquid und lustig ist, sondern die Anzahl der Teilnehmer fachübergreifend nicht nur nach einer Art "numerus clausus", sondern auch je nach Auslastung schlicht begrenzt ist.
Studiengebühren gehören stattdessen wieder abgeschaft. Denn sie sind der völlig falsche Ansatz diese Ziele zu erreichen, staatliche Bildung muss leistungsabhängig und zweckdienlich sein, nicht kapitalabhängig.
Leider würde das alles ab einem gewissen Grad schnell mit bestimmten Grundrechten kollidieren. Deshalb glaube ich weniger, das sich hier diesbezg. da gross was ändern wird.
In den Schulen werden auch weiterhin nur zusätzliche Angebote offeriert werden, wer diese allerdings - aus welchen Gründen oder Grundrechten auch immer - nicht annehmen will, hat auch weiterhin nichts zu befürchten, ausser seinen entsprechenden Abschluss. Nur schadet man damit nicht nur sich selber, sondern auch der Gesellschaft.
Die Hauptlast an Kontrolle und Erziehung wird weiterhin den Eltern überlassen. Solange wie diese nicht gerade straffällig werden, wird es auch kein Jugendamt scheren und die Kinder verkommen im ungünstigen Falle eben weiterhin. Wayne.
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Die Sozialkassen werden später belastet, der Arbeitsmarkt schreit einerseits weiterhin nach qualifizierten Fachkräften (nun schon aus dem Ausland) und andereseits kann er sich vor Überangebot nicht retten. Folge: Lohndumping, Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Abwanderung.