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Was ist an unseren (Haupt-)Schulen los?
- Ersteller keshkau
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Relict
Admiral
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Nee war auch nicht auf Dich bezogen, eher allgemein. Habe nur ein paar Aussagen als Einstieg für meinen Beitrag gemopst. Sprich deinen ersten Satz nochmal ausführlicher verdeutlicht, nicht das er gar von anderen falsch verstanden wird.
War nicht alles in/ aus der DDR falsch und schlecht. Doch ausser das grüne Ampelmännchen und den Abbiegerpfeil wurde uns ja alles vom Westen komplett ohne Widerrede und Nachzudenken übergestülpt. Zu dieser Wendezeit hatte auch die damalige BRD alle Chancen der Welt, auch ihr System zu überdenken und für den neu entstandenen Einheitsstaat zu reformieren.
War nicht alles in/ aus der DDR falsch und schlecht. Doch ausser das grüne Ampelmännchen und den Abbiegerpfeil wurde uns ja alles vom Westen komplett ohne Widerrede und Nachzudenken übergestülpt. Zu dieser Wendezeit hatte auch die damalige BRD alle Chancen der Welt, auch ihr System zu überdenken und für den neu entstandenen Einheitsstaat zu reformieren.

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Da habe ich aber ganz schön viel verpasst! Ich fange mal mit einem Aspekt an, der recht früh in die Diskussion eingebracht wurde: Schuluniformen
Eine Schuluniform, die auf Länder- oder Bundesebene für alle Schüler identisch ist, würde ich als langweilig empfinden. Aus Sicht der primär betroffenen Jugendlichen sehe ich einerseits den Wunsch nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe, wozu Uniformen einen Beitrag leisten könnten. Andererseits entwickelt sich gerade während der Pubertät ein Streben nach Abgrenzung und Individualität, was beispielsweise zur Cliquenbildung führt (Gothic-Anhänger, Hip-Hopper, Junghexen, Raver usw.). In diesen Cliquen wiederum spielt gruppenspezifische Kleidung eine wichtige Rolle.
Wenn die Schule mittags schließt und die Schüler nach Hause gehen, um zu essen und um Hausaufgaben zu machen, dann beginnt ihre Freizeit, in der sie ihre Uniformen mitunter ablegen. Sollte es jedoch zum flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen kommen, dann stecken die Kids von morgens bis abends in ihren Schulklamotten. Für die oben genannten Cliquen wäre das weniger attraktiv, was die Akzeptanz der Uniformen beeinträchtigen könnte.
Wenn überhaupt, könnte ich mir die Einführung von Schulkleidung vorstellen. Das wäre eine breitere Kollektion mit dem Logo der Schule in bestimmten Grundfarben, bestehend aus Shirts, Pullis und mitunter auch Hosen und Jacken. Interessant sind die Vorteile, die auf www.schulkleidung.de genannt werden:
Vorteile für Schüler:
- Schulkleidung fördert den Zusammenhalt der Klasse
- Man fühlt sich sicher im Team
- Es gibt keinen Neid und keine Missgunst
- Viel oder wenig Geld spielt keine Rolle
- Man muss morgens nicht lange im Schrank wühlen
- Man braucht keine Angst haben beklaut zu werden
Vorteile für Eltern:
- Schulkleidung ist wesentlich günstiger, als teure Markenkleidung
- Das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit wird gestärkt
- Ausgrenzungen durch Markenzwang fallen weg
- Das Sozialverhalten, auch außerhalb der Schule, bessert sich
Vorteile für Lehrer:
- Zu aufreizende Kleidung der Schüler lenkt Lehrer nicht vom Unterrichten ab
- Neuzugänge werden schneller in die Klasse integriert
- Das Zusammengehörigkeitsgefühl dr Schüler wird gestärkt
- Die Erziehung zu Konsumbewusstsein wird Teil des Schulprogramms
Ich blicke etwas überrascht auf die positiven Erfahrungen, die man in Deutschland teilweise schon mit Schulkleidung gemacht hat. Die Effekte der besseren Identifikation mit der Schule und das stärkere Gefühl der Zusammengehörigkeit will ich gar nicht bestreiten. Allerdings glaube ich nicht, dass sich Probleme wie Neid oder soziale Ausgrenzung damit beseitigen lassen. Denn anders als bei kompletten Uniformen (vgl. Soldaten) beschränkt sich die Schulkleidung auf wenige Aspekte der Gesamtbekleidung. Die Schüler tragen ihren Markenkult deshalb einfach auf einem anderen Niveau aus, entweder über die nicht standardisierte Jeans oder über Jacken. Und wenn diese ebenfalls zur Schulkleidung gehören, dann bleiben immer noch Schuhe, Halstücher, Gürtel, Uhren, Schmuck und Schultaschen. – Das ist wie im Job, wo der Abteilungsleiter auf den ersten Blick auch nur ein Büro hat wie jeder andere auch. Doch seines ist etwas größer, es hat die schönere Aussicht, das hochwertigere Mobiliar, die größeren Pflanzen und ein Originalgemälde an der Wand.
Eine Schuluniform, die auf Länder- oder Bundesebene für alle Schüler identisch ist, würde ich als langweilig empfinden. Aus Sicht der primär betroffenen Jugendlichen sehe ich einerseits den Wunsch nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe, wozu Uniformen einen Beitrag leisten könnten. Andererseits entwickelt sich gerade während der Pubertät ein Streben nach Abgrenzung und Individualität, was beispielsweise zur Cliquenbildung führt (Gothic-Anhänger, Hip-Hopper, Junghexen, Raver usw.). In diesen Cliquen wiederum spielt gruppenspezifische Kleidung eine wichtige Rolle.
Wenn die Schule mittags schließt und die Schüler nach Hause gehen, um zu essen und um Hausaufgaben zu machen, dann beginnt ihre Freizeit, in der sie ihre Uniformen mitunter ablegen. Sollte es jedoch zum flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen kommen, dann stecken die Kids von morgens bis abends in ihren Schulklamotten. Für die oben genannten Cliquen wäre das weniger attraktiv, was die Akzeptanz der Uniformen beeinträchtigen könnte.
Wenn überhaupt, könnte ich mir die Einführung von Schulkleidung vorstellen. Das wäre eine breitere Kollektion mit dem Logo der Schule in bestimmten Grundfarben, bestehend aus Shirts, Pullis und mitunter auch Hosen und Jacken. Interessant sind die Vorteile, die auf www.schulkleidung.de genannt werden:
Vorteile für Schüler:
- Schulkleidung fördert den Zusammenhalt der Klasse
- Man fühlt sich sicher im Team
- Es gibt keinen Neid und keine Missgunst
- Viel oder wenig Geld spielt keine Rolle
- Man muss morgens nicht lange im Schrank wühlen
- Man braucht keine Angst haben beklaut zu werden
Vorteile für Eltern:
- Schulkleidung ist wesentlich günstiger, als teure Markenkleidung
- Das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit wird gestärkt
- Ausgrenzungen durch Markenzwang fallen weg
- Das Sozialverhalten, auch außerhalb der Schule, bessert sich
Vorteile für Lehrer:
- Zu aufreizende Kleidung der Schüler lenkt Lehrer nicht vom Unterrichten ab
- Neuzugänge werden schneller in die Klasse integriert
- Das Zusammengehörigkeitsgefühl dr Schüler wird gestärkt
- Die Erziehung zu Konsumbewusstsein wird Teil des Schulprogramms
Ich blicke etwas überrascht auf die positiven Erfahrungen, die man in Deutschland teilweise schon mit Schulkleidung gemacht hat. Die Effekte der besseren Identifikation mit der Schule und das stärkere Gefühl der Zusammengehörigkeit will ich gar nicht bestreiten. Allerdings glaube ich nicht, dass sich Probleme wie Neid oder soziale Ausgrenzung damit beseitigen lassen. Denn anders als bei kompletten Uniformen (vgl. Soldaten) beschränkt sich die Schulkleidung auf wenige Aspekte der Gesamtbekleidung. Die Schüler tragen ihren Markenkult deshalb einfach auf einem anderen Niveau aus, entweder über die nicht standardisierte Jeans oder über Jacken. Und wenn diese ebenfalls zur Schulkleidung gehören, dann bleiben immer noch Schuhe, Halstücher, Gürtel, Uhren, Schmuck und Schultaschen. – Das ist wie im Job, wo der Abteilungsleiter auf den ersten Blick auch nur ein Büro hat wie jeder andere auch. Doch seines ist etwas größer, es hat die schönere Aussicht, das hochwertigere Mobiliar, die größeren Pflanzen und ein Originalgemälde an der Wand.
Relict
Admiral
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Ich frage mich jetzt zwar bisserl, wie Du jetzt bei deisem Thema auf Kleidung kommst, aber ok.
Also Schulkleidung, nicht Uniform würde ich auch begrüßen. Es sollte ein guter Kompromiss ggü. der Ganztags-/ Ganzkörperuniform sein.
Obwohl es mich ein bisschen an die gelegentlich zu tragenden Pionier- und FDJ-Hemden der DDR erinnert, wenn auch beim aktuellen Vorschlag nur auf die Schule selber und nicht hinterstehende übergeordnete Organisation. ^^
Und an alle Nörgler: Auch Schuljahre sind keine Herrenjahre.
Nur sowas wie Schulkleidung kann immer nur einen weiteren Aspekt zur Verbesserung in den Schulen darstellen. Es kann hilfreich unterstützen. Die Grundprobleme und wirklichen Ursachen löst es jedoch keinesfalls. Die liegen weitaus tiefer.
Also Schulkleidung, nicht Uniform würde ich auch begrüßen. Es sollte ein guter Kompromiss ggü. der Ganztags-/ Ganzkörperuniform sein.
Obwohl es mich ein bisschen an die gelegentlich zu tragenden Pionier- und FDJ-Hemden der DDR erinnert, wenn auch beim aktuellen Vorschlag nur auf die Schule selber und nicht hinterstehende übergeordnete Organisation. ^^
Und an alle Nörgler: Auch Schuljahre sind keine Herrenjahre.
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Nur sowas wie Schulkleidung kann immer nur einen weiteren Aspekt zur Verbesserung in den Schulen darstellen. Es kann hilfreich unterstützen. Die Grundprobleme und wirklichen Ursachen löst es jedoch keinesfalls. Die liegen weitaus tiefer.
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@Relict
Ich habe den Thread unmittelbar vor meinem Urlaub gestartet. Und Damocles' Sword hat in seinem ersten Beitrag dann u. a. die Schulkleidung angesprochen. Nun muss ich mich erst einmal langsam durch den Thread arbeiten.
Wie bereits angesprochen wurde, können die Lehrer nichts dafür, wenn die Kinder ohne Lust, Respekt, Motivation, Hausaufgaben und Frühstück zur Schule kommen. Trotzdem genügt es nicht, mit den Achseln zu zucken. Selbst an der Rütli-Schule, die ich eingangs absichtlich nicht erwähnt hatte, konnte innerhalb eines Jahres viel erreicht werden. Allerdings geschah das zuvor nicht ohne den öffentlichen Druck. Die drei Sozialarbeiter arbeiten dort erst seit Mai 2006: http://www.ruetli-oberschule.de/downloads/schulprogrammentwurf.pdf
Ich habe den Thread unmittelbar vor meinem Urlaub gestartet. Und Damocles' Sword hat in seinem ersten Beitrag dann u. a. die Schulkleidung angesprochen. Nun muss ich mich erst einmal langsam durch den Thread arbeiten.
Wie bereits angesprochen wurde, können die Lehrer nichts dafür, wenn die Kinder ohne Lust, Respekt, Motivation, Hausaufgaben und Frühstück zur Schule kommen. Trotzdem genügt es nicht, mit den Achseln zu zucken. Selbst an der Rütli-Schule, die ich eingangs absichtlich nicht erwähnt hatte, konnte innerhalb eines Jahres viel erreicht werden. Allerdings geschah das zuvor nicht ohne den öffentlichen Druck. Die drei Sozialarbeiter arbeiten dort erst seit Mai 2006: http://www.ruetli-oberschule.de/downloads/schulprogrammentwurf.pdf
Relict
Admiral
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@Keshkau
Nein das Lehrer persönlich was dafür könnten sagte ich ja auch nicht, aber die Kleidung kann auch nichts dafür.
Das Schulprogramm ist angesichts der dort aufgeführten extremen Probleme sicher positiv zu bewerten und auch dringend angebracht. Schlimm genug, dass es überhaupt soweit kommen kann, Schüler sogar schon Psychologen und Sozialarbeiter brauchen. Erschreckende Dimensionen tuen sich da auf.
Die sozialen und bildungspolitischen Probleme und Defizite wird/ kann es aber auch nicht lösen. Aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Nun sollten noch die Kompetenzen und folglich Zuständigkeiten des Lehrpersonals erweitert werden.
Das alleine bringt aber auch nichts, wenn die gesetzlichen Grundlagen dafür nicht geschaffen/ freigegeben werden. Und jetzt kommt der Hauptpunkt wo es bislang hapert/ scheitert.
Nein das Lehrer persönlich was dafür könnten sagte ich ja auch nicht, aber die Kleidung kann auch nichts dafür.

Das Schulprogramm ist angesichts der dort aufgeführten extremen Probleme sicher positiv zu bewerten und auch dringend angebracht. Schlimm genug, dass es überhaupt soweit kommen kann, Schüler sogar schon Psychologen und Sozialarbeiter brauchen. Erschreckende Dimensionen tuen sich da auf.
Die sozialen und bildungspolitischen Probleme und Defizite wird/ kann es aber auch nicht lösen. Aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Nun sollten noch die Kompetenzen und folglich Zuständigkeiten des Lehrpersonals erweitert werden.
Das alleine bringt aber auch nichts, wenn die gesetzlichen Grundlagen dafür nicht geschaffen/ freigegeben werden. Und jetzt kommt der Hauptpunkt wo es bislang hapert/ scheitert.
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Da sind wir schon beim Kern der Sache. Der Staat erwartet von den Bürgern, dass sie mehr Kinder in die Welt setzen, um der sich abzeichnenden Vergreisung in Deutschland mit all ihren negativen Folgen vorzubeugen. Im Gegenzug sollten die Bürger erwarten dürfen, dass der Staat durch die Schulen die Erziehung begleitet.
Ganz düster sieht es in den Problembezirken unserer Republik aus: hoher Anteil an Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern, teilweise extrem hoher Anteil an Migranten, übermäßige Kriminalität, zahllose zerrüttete Familienverhältnisse, Drogenkonsum, Perspektivlosigkeit, Gewalt usw.
Jetzt stelle ich mir eine (deutsche) Mutter vor, die mit ihrem Kind in so einem Bezirk wohnt, entweder weil sie schon dort geboren wurde oder weil sie aus finanziellen Gründen dorthin gezogen ist. Wenn sie ihr etwas unterdurchschnittlich begabtes Kind nicht auf die entfernt gelegene Real-/Gesamtschule schickt, sondern auf die dortige Hauptschule, dann sind dem Kind de facto doch alle Entwicklungsmöglichkeiten genommen. Denn es gibt nur wenig Aussicht auf guten Unterricht und damit keine Perspektive, z. B. später einen höheren Schulabschluss nachzuholen, weil das Leistungsgefälle einfach zu hoch ist.
In ländlichen Gebieten und privilegierten Vorort-Gemeinden mag die Situation völlig anders sein. Dort machen einige Hauptschüler ihren qualifizierten Abschluss und besuchen anschließend die Höhere Handelsschule oder machen Abitur. Diese Option sollte theoretisch allen Hauptschülern offenstehen, die sich in der Schule ins Zeug legen. Nur sind wir leider davon meilenweit entfernt.
Ein relativ neues Steckenpferd ist die Sprachprüfung für Vierjährige im Kindergarten, die aber nur diejenigen erreicht, die einen Kindergarten besuchen, was natürlich ein Problem ist. Und selbst im Kindergarten setzt die Auslese sein, wenn man so will. In den sozialen Brennpunkten besuchen die Kinder die städtischen Kindergärten, die jedes Kind aufnehmen müssen. Entsprechend hoch ist z. B. der Anteil der Migrantenkinder mit schlechten Deutschkenntnissen. Die Strategie der deutschen Eltern besteht darin, ihre Kinder in einem evangelischen oder katholischen Kindergarten anzumelden. Pech für alle Eltern, deren Kind nicht getauft ist. So bleibt man schön unter sich.
Ganz düster sieht es in den Problembezirken unserer Republik aus: hoher Anteil an Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern, teilweise extrem hoher Anteil an Migranten, übermäßige Kriminalität, zahllose zerrüttete Familienverhältnisse, Drogenkonsum, Perspektivlosigkeit, Gewalt usw.
Jetzt stelle ich mir eine (deutsche) Mutter vor, die mit ihrem Kind in so einem Bezirk wohnt, entweder weil sie schon dort geboren wurde oder weil sie aus finanziellen Gründen dorthin gezogen ist. Wenn sie ihr etwas unterdurchschnittlich begabtes Kind nicht auf die entfernt gelegene Real-/Gesamtschule schickt, sondern auf die dortige Hauptschule, dann sind dem Kind de facto doch alle Entwicklungsmöglichkeiten genommen. Denn es gibt nur wenig Aussicht auf guten Unterricht und damit keine Perspektive, z. B. später einen höheren Schulabschluss nachzuholen, weil das Leistungsgefälle einfach zu hoch ist.
In ländlichen Gebieten und privilegierten Vorort-Gemeinden mag die Situation völlig anders sein. Dort machen einige Hauptschüler ihren qualifizierten Abschluss und besuchen anschließend die Höhere Handelsschule oder machen Abitur. Diese Option sollte theoretisch allen Hauptschülern offenstehen, die sich in der Schule ins Zeug legen. Nur sind wir leider davon meilenweit entfernt.
Ein relativ neues Steckenpferd ist die Sprachprüfung für Vierjährige im Kindergarten, die aber nur diejenigen erreicht, die einen Kindergarten besuchen, was natürlich ein Problem ist. Und selbst im Kindergarten setzt die Auslese sein, wenn man so will. In den sozialen Brennpunkten besuchen die Kinder die städtischen Kindergärten, die jedes Kind aufnehmen müssen. Entsprechend hoch ist z. B. der Anteil der Migrantenkinder mit schlechten Deutschkenntnissen. Die Strategie der deutschen Eltern besteht darin, ihre Kinder in einem evangelischen oder katholischen Kindergarten anzumelden. Pech für alle Eltern, deren Kind nicht getauft ist. So bleibt man schön unter sich.
Relict
Admiral
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Und genau hier stelle ich mehr eben etwas mehr "gesetzliche Pflichtveranstaltung" vor.keshkau schrieb:...die aber nur diejenigen erreicht, die einen Kindergarten besuchen
Nicht den Kindergartenbesuch, aber eine intervallartige staatliche Kontrolle bei denjenigen, die dies eben nicht tun und ggf. natürlich auch eine daraus folgende Konsequenz für Pflichtnachhilfe. Auch das Jugendamt könnte viel konsequenter agieren.
Das ganze könnte man auch auf die Schule erweitern. Bereitstellen von ausserunterrichtlichen Freizeit-, Betreuungs-, und Bildungsangeboten und ständiges Bitten an Eltern und Kinder diese auch wahrzunehmen sind ja gut und schön.
Aber wir sehen doch, dass sie nichts bewirken bzw. kaum wahrgenommen werden. Klar, der Druck fehlt. Zu überzeugen ist sowieso kaum einer., da haben meist andere familiäre Probleme Vorrang.
Das diese Einrichtungen nur unzureichend vorhanden sind, ist ein weiterer grosser Missstand, aber damit allein ists eben auch lange nicht getan.
Der nächste Punkt ist Kosten der Eltern: Es kann nicht sein, das zb. Kinder von Hartz-IV Familien vom Schulessen ausgeschlossen sind, weil es sich die Eltern nicht leisten können bzw. dadurch eine - irgendwo auch nachvollziehbare - Sparmöglichkeit sehen.
Genauso bei finanzieller Belastung für Klassenfahrten und Freizeitaktivitäten. Diesen Kindern schadet dieser soziale Ausschluss/ das zunehmende Schichtgefälle extrem.
Jedes Kind sollte auch an Aktivitäten seiner Klasse gleichermaßen teilnehmen können, ja müssen, auch zb. muslimische Mädchen. Wir leben hier schliesslich in Deutschland und da gibt es eben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten!
Das ist mir alles noch viel zu stark auf "Wünsch-Dir-Was" ausgelegt. Die Eltern bestimmen so gut wie alles was und wie läuft. Doch wenn sie etwas nicht interessiert, fühlt sich folglich auch kein anderer zuständig.
Und so geht eins ins andere. Nur unsere aktuelle Gesetzeslage, diese unvorteilhaften Länderkompetenzen im Bildungssektor, veraltetes Schulsystem, Lobbyismus und Sozialabbau an jeder Ecke be- und verhindern nunmal spürbare Reformen. Die Probleme, aber auch Vorschläge für Lösungen sind schliesslich nicht neu, sondern seit langem bekannt.
Die derzeitige Lage ist aufgrund dieser Misstände weiterhin nur elende Flickschusterei zum Trost. Halbheiten als Almosen, auf das es zwar anders, aber doch genauso weitergeht. ^^
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Tequila sunrise
Cadet 4th Year
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also wir sind 27 in unserer Klasse, das ist - im vergleich zu anderen Klassen - einigermaßen wenig. Ich bin aber auf jeden Fall für die Trennung nach der 4. Klasse und dafür, dass der Lehrer und nicht die Eltern bestimmen, wo die Leute hinmüssen.
Wir haben bei uns ein paar Leute mit einer 0bock Einstellung und die halten die Klasse auf, diese Leute wären auf der Realschule um einiges besser aufgehoben. Gymnasium sollte schon eine gewisse Motivation und Bereitschaft zum selbstständigen Arbeiten vorraussetzen.
Die Hauptschule ist bestimmt nicht mehr zeitgemäß, aber gibt es gute Alternativen? Man kann schließlich nicht alle Leute auf eine Schule stecken, das gäbe Konflikte, da sich einige langweilen und andere nicht mitkommen.
Aber falls da etwas geändert wird, kann es mir sowieso egal sein, da ich 2010 mein Abi mache und danach nichts mehr mit schulischen Themen zutun haben werde
Wir haben bei uns ein paar Leute mit einer 0bock Einstellung und die halten die Klasse auf, diese Leute wären auf der Realschule um einiges besser aufgehoben. Gymnasium sollte schon eine gewisse Motivation und Bereitschaft zum selbstständigen Arbeiten vorraussetzen.
Die Hauptschule ist bestimmt nicht mehr zeitgemäß, aber gibt es gute Alternativen? Man kann schließlich nicht alle Leute auf eine Schule stecken, das gäbe Konflikte, da sich einige langweilen und andere nicht mitkommen.
Aber falls da etwas geändert wird, kann es mir sowieso egal sein, da ich 2010 mein Abi mache und danach nichts mehr mit schulischen Themen zutun haben werde
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Relict
Admiral
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Tequila sunrise schrieb:Man kann schließlich nicht alle Leute auf eine Schule stecken, das gäbe Konflikte, da sich einige langweilen und andere nicht mitkommen.
Komisch, dass es in der DDR ohne Konflikte, Hauptschule und 4.Klassen-Trennung 40 Jahre wunderbar ging. 99,9% haben die Realschule letztendlich bestanden. Wer nicht mitkam oder zu faul war ist sitzengeblieben, wurde im schlimmsten Falle versetzt und wurde nebenschulisch gefördert. Aufgehalten wurde niemand, langweilig wurde es selten. Teils sogar nicht nur von den Pädagogen, sondern oft auch von den "besseren" Schülern. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass selbst ich noch vor der Abschlussprüfung 10. Klasse Nachhilfeunterricht gegeben habe, aber auch in früheren Klassenstufen.
ALLE kamen durch. Klassenstärke war durchschnittlich (eher höchstens) 25 Schüler. Waren es mehr, wurde irgendwann gesplittet, wie bei mir. (zum Schluss ~14 auf 3 Klassen) Auch brauchten wir sehr selten durch die Botanik in andere Schulen zu reisen, um bestimmte Fächer besuchen zu können.
Genügend Lehrpersonal vorausgesetzt. Wo wir wieder bei den Kernproblemen sind.
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F
Fu Manchu
Gast
Tequila sunrise schrieb:also wir sind 27 in unserer Klasse, das ist - im vergleich zu anderen Klassen - einigermaßen wenig. ...
Wenig? Wir waren in der DDR-Gesamtschule max. 25 Leute.
Tequila sunrise schrieb:...Wir haben bei uns ein paar Leute mit einer 0bock Einstellung und die halten die Klasse auf, diese Leute wären auf der Realschule um einiges besser aufgehoben. Gymnasium sollte schon eine gewisse Motivation und Bereitschaft zum selbstständigen Arbeiten vorraussetzen.
Es geht ja auch nicht darum wer auf das Gymnasium kommt, sondern ab wann getrennt wird. Die Trennung Gymnasium-Gesamtschule sollte nach der10. Klasse erfolgen, aber nicht nach der 5. Das ist das Thema (und nat. Hauptschule).
Und es klappte wunderbar bei uns in der Schule. Die schlechten haben die guten Schüler keineswegs aufgehalten - die standen nur sich selber im Weg. Das ist ein Märchen das schlechte Schüler die guten aufhalten. Was aufhält sind störende Schüler, aber die gibt es auch unter den guten Leuten.
Tequila sunrise schrieb:...Die Hauptschule ist bestimmt nicht mehr zeitgemäß, aber gibt es gute Alternativen? Man kann schließlich nicht alle Leute auf eine Schule stecken, das gäbe Konflikte, da sich einige langweilen und andere nicht mitkommen.
Doch, es gibt eine gute Alternative. Die Gesamtschule, am besten als Ganztagesschule aufgebaut, so das die Kinder z.B. bis 16 Uhr in der Schule unter Aufsicht stehen, Hausarbeiten machen und nicht vorm TV hängen.
Tequila sunrise schrieb:...Aber falls da etwas geändert wird, kann es mir sowieso egal sein, da ich 2010 mein Abi mache und danach nichts mehr mit schulischen Themen zutun haben werde![]()
Soweit zum Thema Null-Bock und Gymnaisum. Du denkst zu kurzfristig. Oder was sollen deine Kinder später machen? Was ist wenn sie in der 4. Klasse nicht so gut sind und der Lehrer entscheidet? Wirst du dann nicht kämpfen? Soll im Kindesalter schon über das ges. Leben entschieden werden? Oder wärst du dann für eine faire Chance um zu sehen wie das Kind in der 10. Klasse lernt? Denkst du nicht auch so weit als das es hier um die gesamte Gesellschaft geht und um das gesamte Land? Willst du später für die entstandenen Schäden arbeiten müssen?
Als Gymnasiast solltest du weiter denken als nur bis zu deiner eigenen Nasenspitze.
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Relict
Admiral
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Fu Manchu schrieb:Als Gymnasiast solltest du weiter denken als nur bis zu deiner eigenen Nasenspitze.
Das kann man sogar schon von einem Hauptschüler erwarten.

Meiner Ansicht nach gehen sowieso zu viele aufs Gymnasium. Scheinbar ist der Lernstoff noch zu lasch bzw. der Weg zu einfach.

Abi ist doch schon zum Massenprodukt verkommen.
Nee bin auf jedenfall für Gesamtschule bis zur 10. Hat nicht nur für die Kinder Vorteile.
Zuletzt bearbeitet:
OMaOle
Lt. Commander
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Und noch was geht derzeit langsam unter und zwar die Anzahl der Schulen. So was gab s zu unserer Zeit nicht, wenn ich nur sehe wie viele Kinder heute mit dem Bus zur Schule fahren müssen und wie lange sie dann am Tag noch unterwegs sind wird mir schlecht. Da haben s ja manche Pendler besser und die stöhnen schon.
Bei uns im Ort (ca.2000 E) wurde die Grundschule geschlossen(zu wenig Erstklässler) und gleichzeitig die Kindertagesstätte erweitert weil sie aus allen Nähten platzt. Ist aber auch kein Wunder bei zwei verschiedenen Entscheidungsträgern die beide nur Ihren Bereich sehen und nicht in der Lage sind über den Tellerrand zu blicken.
OMaOle
Bei uns im Ort (ca.2000 E) wurde die Grundschule geschlossen(zu wenig Erstklässler) und gleichzeitig die Kindertagesstätte erweitert weil sie aus allen Nähten platzt. Ist aber auch kein Wunder bei zwei verschiedenen Entscheidungsträgern die beide nur Ihren Bereich sehen und nicht in der Lage sind über den Tellerrand zu blicken.
OMaOle
Relict
Admiral
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Ja klar im Bildungssektor wird sich ja auch totgespart und Kosten auf die andere Seite abgewälzt. Auch in der Grossstadt schliessen zig Schulen.
Das Schulen schliessen liegt nicht nur an Nachwuchsproblemen, sondern auch am Lehrkräftemangel (besser gesagt "Einstellungsstopp"). Dann werden eben mal 30 und mehr Kinder wie Schlachtvieh in 1 Klasse gepfercht, nur um Personal und Betriebskosten zu sparen. Bildung im Bann der Finanzökonomen. Kein Wunder das die Qualität darunter leidet, wenn Kostensenkung Priorität gewinnt.
Sollten sie lieber mal die Bildungshoheit auf Bundesebene verlegen. Das spart sicher viel mehr Kosten und noch dazu Bürokratie. Das bereitgestellte und gesparte Geld wäre bei den ausübenden Bildungsstätten sicher besser angelegt.
Das Schulen schliessen liegt nicht nur an Nachwuchsproblemen, sondern auch am Lehrkräftemangel (besser gesagt "Einstellungsstopp"). Dann werden eben mal 30 und mehr Kinder wie Schlachtvieh in 1 Klasse gepfercht, nur um Personal und Betriebskosten zu sparen. Bildung im Bann der Finanzökonomen. Kein Wunder das die Qualität darunter leidet, wenn Kostensenkung Priorität gewinnt.
Sollten sie lieber mal die Bildungshoheit auf Bundesebene verlegen. Das spart sicher viel mehr Kosten und noch dazu Bürokratie. Das bereitgestellte und gesparte Geld wäre bei den ausübenden Bildungsstätten sicher besser angelegt.
F
Fu Manchu
Gast
Relict schrieb:Das kann man sogar schon von einem Hauptschüler erwarten.
....
Völlig korrekt. Umso unverständlicher solche Sichtweisen von Abiturienten

Tequila sunrise
Cadet 4th Year
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Fu Manchu schrieb:zum Thema Null-Bock und Gymnaisum. Du denkst zu kurzfristig. Oder was sollen deine Kinder später machen? Was ist wenn sie in der 4. Klasse nicht so gut sind und der Lehrer entscheidet? Wirst du dann nicht kämpfen? Soll im Kindesalter schon über das ges. Leben entschieden werden? Oder wärst du dann für eine faire Chance um zu sehen wie das Kind in der 10. Klasse lernt? Denkst du nicht auch so weit als das es hier um die gesamte Gesellschaft geht und um das gesamte Land? Willst du später für die entstandenen Schäden arbeiten müssen?
Als Gymnasiast solltest du weiter denken als nur bis zu deiner eigenen Nasenspitze.
Wenn ich später Kinder haben würde (konjunktiv irrealis) dann würden sie entweder so gut und motiviert sein, dass der Lehrer sie aufs Gymnasium schickt oder sie würden einen guten Realschulabschluss machen. Hätte ich kein Problem mit!
Wie gesagt, wenn alle zusammen 10 Jahre lang zusammenhocken, dann hält das nur auf. Ganztagsschulen sind nur dann notwendig für Kinder, die es selber nicht auf die Reihe bringen. Ich kenne Leute, die nie Lernen (wollen/können), Andere können sich ohne Probleme zuhause hinsetzen und eine Stunde am Stück pauken!
Außerdem denke ich - im Gegensatz zu vielen Anderen Gymnasiasten - sehr weit vorraus!
btw: ab der 10./11. klasse hat man sowieso meistens bis 15.15 Unterricht, die halbe Stunde Betreuung danach würde es auch nicht mehr bringen!
Relict schrieb:Meiner Ansicht nach gehen sowieso zu viele aufs Gymnasium. Scheinbar ist der Lernstoff noch zu lasch bzw. der Weg zu einfach.
Abi ist doch schon zum Massenprodukt verkommen.
ganz deiner Meinung, 50% aller Gymnasiasten gehören nicht dorthin!
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Sentenza
Lieutenant
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Meiner Ansicht nach ist das Problem der Ruf der Hauptschule, der immer schlechter wird.Relict schrieb:Das kann man sogar schon von einem Hauptschüler erwarten.
Meiner Ansicht nach gehen sowieso zu viele aufs Gymnasium. Scheinbar ist der Lernstoff noch zu lasch bzw. der Weg zu einfach.
Abi ist doch schon zum Massenprodukt verkommen.
Vor 30 Jahren stand man mit einem Hauptschulabschluss ganz vernünftig da; die Berufsausbildung konnte beginnen.
Dadurch, dass heute der Ausländeranteil an den meisten Hauptschulen ziemlich hoch ist, setzen die Spießer dieses Landes alles daran, dass ihr holdes Einzelkind nicht auf dieser Schule landet.
Dadurch wird der Ausländeranteil noch höher, Integration wird immer schwieriger und der Ruf der Hauptschulen immer schlechter. Ich finde, man tut diesen Schulen gehörig Unrecht.
Das ganze Problem sehe ich an dieser Stelle im dreigliedrigen Schulsystem.
Es ist schon in einer gewissen Hinsicht deppert, 10-jährige Kinder beurteilen und klassifizieren zu wollen.
Diese haben aufgrund ihres Alters auch wenig Ahnung von dem, was da um sie abgeht; die Bewerbung an der Schule erledigt die Mamma, da kann ja schon nichts schiefgehen.
Und wie diese eingestellt ist, das habe ich ja schon erwähnt...
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Relict
Admiral
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Tequila sunrise schrieb:wenn alle zusammen 10 Jahre lang zusammenhocken, dann hält das nur auf.
Wieso das? Störenfriede halten auf, nicht das Zusammenhocken. Ich sehe das als Feature, nicht als Bug.
So entstehen beste Klassenkollektive und Freundschaften. Vom intervallartigem "Klassenhuschen" sicher nicht.
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1 Stunde Pauken ist ja wohl das Mindeste. Aber scheinbar ist der Lernstoff doch zu lasch.
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Wems nicht gerade zufällt, der muss halt mehr tun, klar. Und wer zu faul und widerspenstig ist, wirds am Jahresende präsentiert bekommen. Um dies vorab zu minimieren, gibt es genügend Möglichkeiten, wie ja schon zahlreich hier genannt.
Und stell Dir vor, Du bist klein und von 6:00 Uhr bis 17:00 Uhr in der Schule/ Hort, bis deine Eltern von der Arbeit kommen.
Soo außergewöhnlich und untragbar finde ich das nicht. Besser in kostenloser, pädagogisch betreuter "Vor- und Nachschule", als allein zuhaus vergammeln. Das schadet auch keinem schlauen Wunderkind. Der soziale Aspekt an der Geschichte ist essentiell.
Da würden sich sicher mehr pot. Eltern für ein Kind entscheiden. Bei der aktuellen Lage, wo man am Ende mit Kind quasi noch auf sich allein gestellt und bestraft ist, auch weiterhin eher nicht.
Sentenza schrieb:Meiner Ansicht nach ist das Problem der Ruf der Hauptschule, der immer schlechter wird.
Es ist doch klar, dass bei einem zum Massenprodukt degradierten Abi, auch der Rattenschwanz Real- und Hauptschule degradiert wird, zumindest in den Köpfen.
Hauptschule ist überflüssig. Und ein Realschulabschluss wäre wieder mehr wert, wenn das Abitur seinen einstigen Stellenwert zurückerhalten würde. Auch die Unis wären wieder entschlackt und begehbar.
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Die verstärkte Ausländerrate an den Hauptschulen, vorallem in Brennpunkten, ist ein weiteres neuzeitliches, hausgemachtes Problem. DAS liegt vorallem an fehlender Integration, sprich Parallelgesellschaft/ Stadtteile und am Vorhandensein gewisser Kompetenzen/Rechte, welche Eltern für ihre Zwecke nutzen können, andere tuns/dürfens ja kaum. Naja die Probleme sind bekannt.
Weiterhin natürlich wie an mangelnder Vorschule und ähnlichen Betreuungseinrichtungen, welche die Grundlagen für einen erfolgreichen Schuleinstieg vermitteln müssten. Schulbegleitend natürlich auch entsprechende Einrichtungen, um das Niveau nicht weiter absinken zu lassen. Fehlen diese natürlich, wird es auch weiterhin diese Ghettoisierung - auch an den Schulen geben.
Es ist für mich sowieso ein Armutszeugnis, wenn durchschnittliche Verdiener schon freiwillig - trotz hoher Kosten - die Kinder an die Privatschule schicken. Das darf nicht das Ziel von staatlicher Bildung für alle sein.
10-jährige Kinder zu beurteilen und zu klassifizieren halte ich genauso für bedeppert.
Wenn sie bis dahin nicht schon total verblödet waren, werden sies mit 10 Jahren sicher auch nicht mehr werden/sein. Überhaupt. Lasst doch die Zeugnisse des durch ordentliche Schulausbildung gereiften Jugendlichen (10. Klässler) entscheiden und diesem auch seine eigene Entscheidung. Welche übrigens wesentlich näher am folgenden Werdegang liegt.
In der 4. Klasse wusste ich noch nicht wirklich, was ich werden wollte, außer Feuerwehrmann, Chirurg oder Polizist. Und auch nicht ob ich überhaupt Abi machen oder Studieren wollte. Umstände und Meinungen ändern sich nunmal in 6 Jahren, gerade in diesem Alter.
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Mein Problem besteht darin, dass ich mir nicht so richtig ausmalen kann, wie eine Lösung aussehen soll. Wenn man vor einer miserablen Hauptschule steht, die man für nicht reformierbar hält, dann kann man die Schule schließen und die Schüler auf eine bestehende Schule oder auf eine neue Schule verteilen. Beides ist nicht so einfach.
Im Regelfall wird in der Umgebung keine Schule mit ausreichend leeren Räumen zur Verfügung stehen. Falls doch, könnte man die Klassenverbände 1:1 umsiedeln. Aber was soll das bringen? Alternativ könnte man die Hauptschulklassen aufteilen und die Schüler grüppchenweise verteilen. Aber wohin, wenn z. B. nicht genügend Gesamtschulen vorhanden sind, welche die Schüler aufnehmen? Man kann auch nicht einfach fünf Schüler in die eine Klasse stecken und fünf weitere in eine andere, weil die Klassen im Regelfall jetzt schon voll sind. Oder man geht hin und zerschlägt die bestehenden Klassenverbände an anderen Schulen: Zehn Schüler wechseln in eine neue Schule mit den umgesiedelten Problem-Hauptschülern, dafür kommen zehn Hauptschüler in die Klasse hinein. Welche Eltern, Schüler (und Lehrer) machen da wohl mit? Was bleibt noch? Man könnte der Hauptschule einen neuen Anstrich verpassen und sie in eine Gesamtschule umdefinieren. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme darf jedoch angezweifelt werden.
Das Beispiel zeigt, dass man vermutlich viel grundlegender reformieren muss. Solange sich Schulen in Problemvierteln befinden, die fast ausschließlich von Kindern aus diesen Vierteln besucht werden, wird sich nur wenig ändern. Hier braucht man eine kräftige Durchmischung, die allerdings in Anbetracht bereits bestehender „Ghettos“ illusorisch erscheint.
Und selbst wenn es gelänge: Dann bleibt immer noch die Diskrepanz, dass im jetzigen Teilzeit-Schulsystem die einen Kinder am Nachmittag (hoffentlich) ihre Hausaufgaben machen, während andere zum Koranunterricht geschickt werden (http://www.zeit.de/2006/39/Imame_2?page=1), wo oft das genaue Gegenteil von Integration gelehrt wird.
Im Regelfall wird in der Umgebung keine Schule mit ausreichend leeren Räumen zur Verfügung stehen. Falls doch, könnte man die Klassenverbände 1:1 umsiedeln. Aber was soll das bringen? Alternativ könnte man die Hauptschulklassen aufteilen und die Schüler grüppchenweise verteilen. Aber wohin, wenn z. B. nicht genügend Gesamtschulen vorhanden sind, welche die Schüler aufnehmen? Man kann auch nicht einfach fünf Schüler in die eine Klasse stecken und fünf weitere in eine andere, weil die Klassen im Regelfall jetzt schon voll sind. Oder man geht hin und zerschlägt die bestehenden Klassenverbände an anderen Schulen: Zehn Schüler wechseln in eine neue Schule mit den umgesiedelten Problem-Hauptschülern, dafür kommen zehn Hauptschüler in die Klasse hinein. Welche Eltern, Schüler (und Lehrer) machen da wohl mit? Was bleibt noch? Man könnte der Hauptschule einen neuen Anstrich verpassen und sie in eine Gesamtschule umdefinieren. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme darf jedoch angezweifelt werden.
Das Beispiel zeigt, dass man vermutlich viel grundlegender reformieren muss. Solange sich Schulen in Problemvierteln befinden, die fast ausschließlich von Kindern aus diesen Vierteln besucht werden, wird sich nur wenig ändern. Hier braucht man eine kräftige Durchmischung, die allerdings in Anbetracht bereits bestehender „Ghettos“ illusorisch erscheint.
Und selbst wenn es gelänge: Dann bleibt immer noch die Diskrepanz, dass im jetzigen Teilzeit-Schulsystem die einen Kinder am Nachmittag (hoffentlich) ihre Hausaufgaben machen, während andere zum Koranunterricht geschickt werden (http://www.zeit.de/2006/39/Imame_2?page=1), wo oft das genaue Gegenteil von Integration gelehrt wird.
Relict
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@Keshkau
Naja das Problem mit der Aufteilung, bestünde weniger, wenn genügend Personal und Kapazitäten zur Verfügung stehen würden.
Als Übergangslösung böte sich tatsächlich eine weitere neue Klasse, vorhandene in mehrere aufsplitten inkl. starker Durchmischung usw an. Langfristig würde es ja dann garnicht mehr soweit kommen mit Massenumsetzungen.
Die Schulgebäude zu schliessen ist eher Blödsinn. Die Gebäude können schliesslich nix dafür, warum neue bauen.
Nein aus mehreren Schulen auch hierhinein umverteilen oder bei aktuellem Mehrbedarf ne Kindereinrichtung draus machen. Wenn die Entscheidunggewalt für die jeweilige Schule beim Schulpersonal läge, und wenig bei den Eltern sähe ich da auch kaum Hürden. Klar werden am Anfang einige rumkeifern, sich echauffieren und Freiheitsentzug und Recht auf Selbstbestimmung schreien. Aber wenn es die Lage erfordert und keine Wahl besteht, werden auch diese sich zähneknirschend fügen oder umziehen müssen, um dann wiedre vor selben Wahl zu stehen.
Bildung auf Bundesebene wäre dafür übrigens auch von Vorteil
Ja diese Diskrepanz wird man nie ganz beseitigen können. Durchsetzungsstarke Kontrollinstanzen für die eher gehenden Kinder wären von Vorteil, der verbleibende Rest ist ja betreut und kontrolliert.
Der Koranunterricht müsste in die gleiche Schule wandern, als Wahlfach/ Alternativfach (ggf. auch nach der Schule) unter deutscher Leitung/ Aufsicht. Alles andere strafrechtlich verfolgt -> illegal.
Auch Eltern muslimischer Mädchen dürfen nicht mehr Klassenfahrten und sonstigen kollektiven Unternehmungen entgegen stehen/bestimmen können. Wer kein Geld dazu hat -> Staat, Wer kein Essensgeld für warme Mittagsmahlzeit hat -> Staat
Gleichmachung ist in diesen Fällen besser als Individualisierung und Schichtenförderung. Für religöse Extrawürste ist auch später noch Zeit.
Zu hart? Nunja. Gestreichelt genug haben wir bisher -> Erfolg = 0
Überall will der Staat die Grundrechte einschneiden, sich einmischen, bestimmen.
Und da wo es mal wirklich drauf ankäme gerade nicht? Sehr merkwürdig.
Naja das Problem mit der Aufteilung, bestünde weniger, wenn genügend Personal und Kapazitäten zur Verfügung stehen würden.
Als Übergangslösung böte sich tatsächlich eine weitere neue Klasse, vorhandene in mehrere aufsplitten inkl. starker Durchmischung usw an. Langfristig würde es ja dann garnicht mehr soweit kommen mit Massenumsetzungen.
Die Schulgebäude zu schliessen ist eher Blödsinn. Die Gebäude können schliesslich nix dafür, warum neue bauen.
Nein aus mehreren Schulen auch hierhinein umverteilen oder bei aktuellem Mehrbedarf ne Kindereinrichtung draus machen. Wenn die Entscheidunggewalt für die jeweilige Schule beim Schulpersonal läge, und wenig bei den Eltern sähe ich da auch kaum Hürden. Klar werden am Anfang einige rumkeifern, sich echauffieren und Freiheitsentzug und Recht auf Selbstbestimmung schreien. Aber wenn es die Lage erfordert und keine Wahl besteht, werden auch diese sich zähneknirschend fügen oder umziehen müssen, um dann wiedre vor selben Wahl zu stehen.
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Bildung auf Bundesebene wäre dafür übrigens auch von Vorteil
Keshkau schrieb:Dann bleibt immer noch die Diskrepanz, dass im jetzigen Teilzeit-Schulsystem die einen Kinder am Nachmittag (hoffentlich) ihre Hausaufgaben machen, während andere zum Koranunterricht geschickt werden (http://www.zeit.de/2006/39/Imame_2?page=1), wo oft das genaue Gegenteil von Integration gelehrt wird.
Ja diese Diskrepanz wird man nie ganz beseitigen können. Durchsetzungsstarke Kontrollinstanzen für die eher gehenden Kinder wären von Vorteil, der verbleibende Rest ist ja betreut und kontrolliert.

Der Koranunterricht müsste in die gleiche Schule wandern, als Wahlfach/ Alternativfach (ggf. auch nach der Schule) unter deutscher Leitung/ Aufsicht. Alles andere strafrechtlich verfolgt -> illegal.
Auch Eltern muslimischer Mädchen dürfen nicht mehr Klassenfahrten und sonstigen kollektiven Unternehmungen entgegen stehen/bestimmen können. Wer kein Geld dazu hat -> Staat, Wer kein Essensgeld für warme Mittagsmahlzeit hat -> Staat
Gleichmachung ist in diesen Fällen besser als Individualisierung und Schichtenförderung. Für religöse Extrawürste ist auch später noch Zeit.
Zu hart? Nunja. Gestreichelt genug haben wir bisher -> Erfolg = 0
Überall will der Staat die Grundrechte einschneiden, sich einmischen, bestimmen.
Und da wo es mal wirklich drauf ankäme gerade nicht? Sehr merkwürdig.
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