Was ist an unseren (Haupt-)Schulen los?

Tequila sunrise schrieb:
Wenn ich später Kinder haben würde (konjunktiv irrealis) dann würden sie entweder so gut und motiviert sein, dass der Lehrer sie aufs Gymnasium schickt oder sie würden einen guten Realschulabschluss machen. Hätte ich kein Problem mit!

Muhahaha, klar kannst du schon sehen wie deine Kinder später mal sein werden :D Wer weiß in welcher Stadt/Gegend du mal leben wirst (Verdienst-/Jobabhängig) und welchen schulischen Kontakt deine Kinder mal haben werden (nicht un unterschätzen) und wie die Lehrer motiviert sein werden. Das alles kannst du jetzt noch nicht wissen. Genau deshalb muss die Entwicklung jetzt gelenkt werden. Du kannst alleine später wenig tun. ODer die Kids an Privatschulen schicken und den guten Abschluss "kaufen".

Tequila sunrise schrieb:
Wie gesagt, wenn alle zusammen 10 Jahre lang zusammenhocken, dann hält das nur auf. Ganztagsschulen sind nur dann notwendig für Kinder, die es selber nicht auf die Reihe bringen.

Totale Fehleinschätzung. Der 10. Jahre-Klassenverband ist das beste was einem an der Schule passieren kann. Und Ganztagesschulen sind unabh. davon, ob jemand gut lernen kann oder nicht, immer sinnvoll. Es geht ja auch nicht nur ums lernen, sondern um die Aufsicht. Warum trotteln denn so viele Kids ab Mittag in der Stadt herum?
Und das zu Hause lernen wird ja nicht abgeschafft.


Tequila sunrise schrieb:
btw: ab der 10./11. klasse hat man sowieso meistens bis 15.15 Unterricht, die halbe Stunde Betreuung danach würde es auch nicht mehr bringen!...

Wer spricht denn von Ganztagesbetreung in der 10./11.? Es geht um die Klassen von 1. bis 4. und am besten bis 10. Das am Gymnasium wenig Zeit bleibt ist klar.
Mitdenken bitte, du Gymnasiast ;).

Relict schrieb:
...Zu hart? Nunja. Gestreichelt genug haben wir bisher -> Erfolg = 0
Überall will der Staat die Grundrechte einschneiden, sich einmischen, bestimmen.
Und da wo es mal wirklich drauf ankäme gerade nicht? Sehr merkwürdig.

Ich will dir nicht dauernd zustimmen müssen :)
 
Fu Manchu schrieb:
ODer die Kids an Privatschulen schicken und den guten Abschluss "kaufen".

Einen Abschluss kann man dort nicht kaufen, man kann aber zumindest davon ausgehen, dass es dort noch gesittet zugeht, das soziale Umfeld intakt ist und die Eltern dafür sorgen, dass ihr Kind sich auch anstrengt, wenn sie schon dafür bezahlen.
 
würde ich auch mal sagen, außerdem finde ich, dass es jeder selbst bestimmen sollte, ob er nachmittags ind er Schule betreut (lernen/werden) will. Wer es nicht tut und auch zuhause nicht arbeitet, wird mit schlechten Noten bestraft!

Außerdem werde ich immer so hingestellt, als hätte ich weder Ahnung noch würde ich mitdenken! Ich gehe selber noch zur Schule und sehe die Situationen jeden Tag, erinnere mich auch noch an Situationen in der Grundschule und wohne (zu meinem Leidwesen) sehr nah an einer Hauptschule, also etwas Ahnung habe ich schon!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Fullquote des Vorposters entfernt)
Razor23 schrieb:
Einen Abschluss kann man dort nicht kaufen,...

Was glaubst du warum kaufen in " " steht?

Klar kann ma nden guten Abschluss nicht direkt kaufen, aber man kann die günstigen und passenden Rahmenbedingungen kaufen, diegute Lernumgebung, die guten Lehrer, die Ausstattung und die Materialien. All das kann man mit der Wahl einer Privatschule beeinflussen.

Tequila sunrise schrieb:
...also etwas Ahnung habe ich schon!!!

Das ist auch richtig, aber deine Bemerkungen zeigten aber auch, das dir alles halbwegs egal ist sobald du raus aus dem System bist. Und ist das nicht ein Fehler? Wer sonst als die junge Generation soll sich darum kümmern das ihre eigenen Zukunft und ihrer Kinder gesichert und stabil ist?
Zu sagen "...kann es mir sowieso egal sein, da ich 2010 mein Abi mache und danach nichts mehr mit schulischen Themen zutun haben werde..." ist der völlig falsche Weg.
Du machst also in 3 Jahren Abi, heißt, du bist jetzt 15 oder 16?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
16 bin ich, wir haben noch kein G8! Ja ich bin zwar in 3 Jahren raus, aber deshalb ist es mir jetzt nicht völlig egal. Aber das bisherige System muss eine Evolution, keine Revolution erfahren!
 
Ein anderer interessanter Gedanke wäre vielleicht das Freizeitangebot, Arbeitsgruppen und ähnliches von Seiten der Schulen massiv aufzustocken. In Frankreich und den USA gibt es davon reichlich und so holt man die Kinder relativ gut von der Straße weg und unterstützt so auch Eltern mit Arbeit.

Man muss den Staat ja auch mal für den Bürger attracktiv machen und nicht nur für Investoren, dann bleiben die Akademiker auch mal im eigenen Land und würden sich vielleicht auch dazu hingeben Kinder in die Welt zu setzen.

Tequila sunrise schrieb:
überflüssiges Zitat entfernt.

Wenn du mal nach dem Abi an Uni denkst oder ne Ausbildung suchst wirst du bereits dann durchaus anders denken. Wenn man sich nurmal TV Total Umfragen anschaut, wo keiner weiß wer Kanzler ist, man aber alles über Autos und Komasaufen weis, und viele kaum einen Satz ohne Fehler sprechen oder gar schreiben können, fragt man sich schon was mit der Jugend los ist.

Wir sollten wohl mal ne Umfrage anhängen, aber ich würde schätzen 8 zu 2 wären für eine Revolution, allein schon dem Förderalismus wegen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Fullquote des vorhergehenden Beitrags; bitte Regeln beachten!)
Tequila sunrise schrieb:
...Aber das bisherige System muss eine Evolution, keine Revolution erfahren!

meine Vorschläge:

- eine (1) Schulbehörde in Deutschland, nicht mehr Ländersache und 16 Behörden
- ein (1) Rahmen-Lehrplan für alle Bundesländer >> regionale/relegiöse Interessen in Wahlfächern
- ein Abitur-/Realabschluss für alle Bundesländer >> Vergleichbarkeit und gleiche Chancen
- Gesamtschule 1. - 10. Klasse
- Gymnasium 11. - 12. (oder 13. egal)

Ich würde eher eine Revolution bevorzugen, um auch der aktuellen und der jetzt nachkommenden Generation eine Chance zu bieten. Vor allem könnte man das rel. schnell umsetzen wenn es denn wirklich gewollt wäre.
Die Evolution die bisher lief hat ja nichts gebracht.
 
die vergangene Evolution war einfach schlecht! schlecht geplant und schlecht durchgeführt. Früher hatten wir Freistunden, wenn etwas ausgefallen ist, wir konnten nahc Hause gehen oder uns irgendwo entspannen (z.B. bei der Pizzeria um die Ecke). Jetzt haben wir die Unterrichtsgarantie +, Freistunden werden zu Arbeitsstunden. Dort kommt ein lehrer, der uns betreuen soll (!), die meisten machen das so, ein Satz am Anfang der Stunde: "Seid ruhig und macht was sinnvolles", das war's.

Also brauchen wir eine gut gepante, durchdachte Revolution/Evolution.
 
Tequila sunrise schrieb:
...Früher hatten wir Freistunden, wenn etwas ausgefallen ist, wir konnten nahc Hause gehen oder uns irgendwo entspannen (z.B. bei der Pizzeria um die Ecke). Jetzt haben wir die Unterrichtsgarantie +, Freistunden werden zu Arbeitsstunden. ....ein Satz am Anfang der Stunde: "Seid ruhig und macht was sinnvolles", das war's.

Ich finde das eigentlich gut. Früher konnten die Schüler in die Pizzeria (oder auf der Straße herumhängen), heute müssen sie in der Schule bleiben. Da sehe ich eigentlich einen Fortschritt.

Und "Seit ruhig und macht was sinnvolles" - ist doch ok. Das sollte bei Gymnasiasten auch ohne Aufsicht klappen.
 
"Seid ruhig und macht was sinnvolles"
Wenn ich von manchen hören muss, dass sie sogar im Unterricht ungestraft essen und ungefragt quatschen oder sonst was unterrichtsfernes dürfen, dann frage ich mich, ob die am Stammtisch in der Kneipe sitzen oder in einer Schule. :freak:
Viel zu locker und lasch alles. Es müssten wohl doch wieder Noten für Disziplin, Mitarbeit, Ordnung und Fleiss eingeführt werden, welche in den Zeugnisdurchschnitt gleichermaßen einfliessen und somit Versetzungsgefahr bedeuten können.
Überspitzt gesagt braucht keiner ne zwar intelligente, aber kriminelle und faule Schlampe. :p

PS:
Nee ganz so ernst meinte ich das nicht. Nur die Richtung. Sprich zb. ne 5 oder 6 in diesen Punkten müssten schon ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Ich denke sowas animiert, spätestens nach der Zwangsversetzung in andere Schulen oder Wiederholen des Schuljahres. ;)
Schule sollte nicht nur reine Bildung sein, sondern auch Erziehung. Für mich gehört beides untrennbar zusammen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Relict schrieb:
...Es müssten wohl doch wieder Noten für Disziplin, Mitarbeit, Ordnung und Fleiss eingeführt werden, welche in den Zeugnisdurchschnitt gleichermaßen einfliessen und somit Versetzungsgefahr bedeuten können. ....

Man, die habe ich schon früher gehasst :D.

Das halte ich persönlich aber für falsch, weil zu viel subjektiver Einfluss der Lehrer in die Noten einfliessen kann, es gibt ja keine für außenstehende nachvollziehbare Bewertungsgrundlage. Klausuren kann man ggf. prüfen, aber diese Noten stehen einfach so im Raum und werden aus dem Bauch heraus von Lehrern vergeben.
 
@Fu
Ja ich sehs ja grundsätzlich ähnlich. Doch man kann dies ja nach gewissen verankerten Richtlinien vergeben, eben um Willkür auszuschliessen -> Natürlich auch eine Widerspruchsmöglichkeit.
Ich meine in der Realität war es auch in der DDR damit kein wirklich grosses Ding.
Wer da zb. ne 5 in Disziplin bekommen hat, hatte schon einiges auf dem Kerbholz, Rumprügeln, Lehrer beleidigen, Unterricht extrem stören, ständig negatives Auffallen usw. usf. -> Folge nach zahlreichen Klassen-/Fachlehrertadeln nun das höchste, Direktorentadel mit anschliessendem Flug von der Schule. :) Das hat bei vielen bereits gewirkt, andernfalls ab in eine Sonderschule/ Boot Camp.

Mitarbeit im Unterricht und an sonstigen gemeinsamen Aktivitäten kann man auch recht gut bestimmen. Fleiss und Ordnung genauso, wer zb. dauernd keine Hausaufgaben macht, unvorbereitet zum Unterricht erscheint, nur nen verdrecktes oder verkitzeltes Pamphlet abgibt oder ständig benötigte Unterrichtsutensilien aus welchen Gründen auch immer vergisst.
Früher gabs dafür ne Ohrfeige oder den Rohrstock, heute eben Benotungen. :)
Wie gesagt, es sollte nur die grobe Richtung andeuten, die Ausgestaltung dessen lasse ich da völlig frei. Aber ohne spürbare Konsequenzen wird man solche Probleme nie beseitigen, auch nicht mit 10000 neuen Sozialarbeitern und sonst alles beim alten.

Natürlich müssen dafür grundlegende Rahmenbedingungen, nicht nur im Bildungssektor geschaffen werden.
doch da so gut wie nichts von allem hier im Thread aufgeführten Vorschlägen bereits vorhanden ist, kann es nur auf sehr grosse Reformen an vielen Stellen hinauslaufen.
Und dies bezweifle ich eben, dass es hier jemals noch nur annähernd so kommt. Viel zu festgefahren und verfahren das ganze System.
Die Flickschusterei mit Hoffnung auf Besserung (irgendwann) wird weitergehen. Hier haben eben mal wieder viel zu viele Leute Einfluss und das Sagen, dazu meist die basisfernen Falschen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Solange man den Fleiss nur so wie von dir beschrieben bewertet ist es ok, sind ja Dinge die eigentlich selbstverständlich sein sollten. Aber wenn es so wie die Mitarbeit in eine völlig abstruse Richtung geht bin ich dagegen. Ich war z.B. sehr gut in Mathe, Geo, habe mich auch für Geschichte zumindest großteils interessiert, Grammatik ging noch aber als es dann um deutsche Schriftsteller, Bücher usw. ging hab ich genauso abgeschaltet wie als mir die Ansichten meiner letzten Ethiklehrerin sehr abstrus vorkamen, oder ich in Französisch mit Lehrerwechsel von 1 auf 2-3 wohl auch wegen Methodenwechsel gefallen bin. Wenn das Interesse oder Hintergrundwissen fehlt, weil man sich lieber mit anderen Themen (in der Freizeit) beschäftigt, dann darf man das doch nicht bestrafen!
In Ethik führte das dazu das ich mich zwar immer meldete (und scheinbar mitarbeitete - hab zumindest nicht Karten gespielt), aber immer mit der begründeten Hoffnung das eh die diskussionsstarken Schüler drangenommen werden. Einzig mein Physiklehrer hatte ein vernünftiges System: Er gab jedes Halbjahr eine Note für Mitarbeit u.ä. mit limitierten 1en (ca. 5 Stk. bei 18 Schülern) und sonst 2 oder 3. Positiv flossen auch häufig falsche Versuche nach Antworten ein, ist sogar für die Klasse nützlich weil Fehler ja helfen. Der Clou aber war das wenn man der Einschätzung nicht zustimmte, man es ebenso öffentlich äußern konnte und er die Note dann dem Schüler entsprechend änderte. Passiert ist dies in über 15 Jahren nur einmal und der Schüler ließ sich von 2 auf 3 setzen.

Wichtig wäre eigentlich in allen Schulen, das einfach Fairness, Respekt und Verständnis mit einem quäntchen Hilfsbereitschaft in den Unterricht aber auch in die zwischenmenschlichen Beziehungen (zurück)fließt.
 
Die Redakteure des ARD-Magazins Panorama lesen hier offensichtlich mit und greifen am heutigen Donnerstag (21:45 Uhr) das Thema auf:

http://www.tvspielfilm.de/programm/tagesprogramm?sendungs_id=10959079

-----------------

Zur Sendung: Der Panorama-Text zum ersten Filmbeitrag: „Das ist ein Lehrer. Das ist seine Schulklasse und das soll Unterricht sein. Alle reden durcheinander, ein Schüler läuft mit einer brennenden Zigarette durch den Klassenraum. Ein Video, gefilmt an einer Berufsschule im Ruhrgebiet. Der Lehrer – geradezu teilnahmslos vor der Tafel (Anmerkung: Er sitzt auf seinem Stuhl mit dem Rücken zur Tafel, die Hände hinter dem Kopf verschränkt.). Wir haben diese Szenen der zuständigen Beamtin in der Schulbehörde vorgespielt. Es sei eine Klasse mit Problemschülern und das Ganze kurz vor der Pause, versucht Monika Appler (Regierungs-Schuldirektorin Münster) die Ausschnitte zu erklären. Sie ist geschockt. Trotzdem kann sie dem Chaos noch etwas Gutes abgewinnen:"

Was mich übrigens positiv berührt hat bei diesem Video, dass die Schüler doch noch etwas so was haben wie Respekt vor dem Lehrer. Sie sind in der Klasse geblieben, sie sind nicht weggelaufen. Sie haben durchaus ihre Plätze eingehalten. Sie haben zwar durcheinander geredet, aber sie haben sich ihm zugewandt.

Einem solchen Lehrer werfe ich Totalversagen vor. Wer so etwas einreißen lässt, hat seinen Beruf verfehlt. Der Lehrer hätte jeden Störenfried einzeln vor die Tür setzen und nicht notfalls allein eine schöne Stunde im Klassenraum machen können. Aber so wie im Film geht es wahrlich nicht.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Beiträge zusammengeführt; Doppelpost war nachträglich entstanden.)
keshkau schrieb:
...Einem solchen Lehrer werfe ich Totalversagen vor. Wer so etwas einreißen lässt, hat seinen Beruf verfehlt. Der Lehrer hätte jeden Störenfried einzeln vor die Tür setzen und nicht notfalls allein eine schöne Stunde im Klassenraum machen können. Aber so wie im Film geht es wahrlich nicht.

Halte ich für zu einfach gedacht: vor allem Problemklassen sind nicht in den Griff zu kriegen.
Und "vor die Tür setzen" ich leider nicht möglich, aus rechtlichen Gründen. Die Lehrer sind während der Unterrichtszeit aufsichtsverpflichtet. Wenn der Schüler draußen was anstellt - oder schlimmer, wenn ihm was passiert, er krank umfällt oder was raucht/trinkt und dadurch zu schaden kommt (besoffen die Treppe runterfällt), dann haftet der Lehrer wegen Verletzung der Aufsichtspflicht. Mag selten vorkommen, aber was wenn - wer wird das Risiko aufsich nehmen?

Und Beruf verfehlt, wie soll man das sagen?! - kann man sich beim Wunsch Lehrer zu werden die Schule, die Klasse oder die Umgebung aussuchen? Ich finde den Job als Lehrer eigentlich nicht übel - in der richtigen Schule mit den richtigen Leuten.

Die Lehrer sind keine Aufseher oder Drill-Seargents oder knallharte Typen die sich gegen pöbelnde, teils betrunkene/bekiffte und zum Teil bewaffnete Jugendliche durchsetzen müssen in überfüllten Klassen - das steht in keiner Lehrer-Stellenbeschreibung. Lehrer sind keine Prügelknaben die die Fehler der Eltern, Familie und der Gesellschaft ausbaden müssen. Von daher finde ich die Aussage "Einem solchen Lehrer werfe ich Totalversagen vor ... Beruf verfehlt" falsch. Lehrer sollen den Schülern Wissen und Werte vermitteln, aber nicht die Verhaltensdefizite, welche die Schüler aus ihrer Erziehung und Umgebung mitbringen, ausbügeln. Nicht umsonst hat der Lehrerberuf eine so hohe Quote an Frühpensionären.
 
Das "vor die Tür setzen" muss nicht heißen, dass man die Schüler auf den Flur stellt. Es gibt immer Lehrer mit Freistunden. Dorthin kann man die Kids auch abschieben, sodass sie beaufsichtigt sind.

Da ich selbst einmal Schüler war, weiß ich natürlich, dass es verschiedene Lehrertypen gibt. Ich hatte z. B. ein Jahr lang einen Spanischkurs mit nur sechs Leuten. In dieser Zeit haben wir weniger gelernt als der Parallelkurs, der mit 15-20 Schülern besetzt war, weil wir ständig mit der Lehrerin diskutiert haben. - Es gibt auch Lehrer, die über eine natürliche Autorität verfügen. Wenn die zur Ruhe rufen, dann ist es still in der Klasse.

In der Sendung sprach der Berliner Schulsenator von einer "schwierigen pädagogischen Aufgabe". Aber das sind in meinen Augen Ausflüchte. Wenn ich eine ruhige und lernwillige Klasse habe, brauche ich als Lehrer kaum Pädagogik. Bei der Pädagogik geht es doch gerade darum, mit schwierigen Fällen fertigzuwerden. Stattdessen wird kapituliert.

Neben fehlenden Zukunftsperspektiven wurde als Ursache für die allgegenwärtige Unruhe auch der Mangel an Regeln genannt. Als Lehrer kann man vielleicht keine Zukunft bieten, aber ein Regelwerk, das den Umgang miteinander regelt, sollte doch drin sein.

Wenn ich einem einzelnen Lehrer schon kein Versagen vorwerfen darf, dann beschuldige ich den gesamten Schulapparat. Das Rütli-Beispiel hat nämlich deutlich gemacht, wie seit gut einem Jahr mit entsprechenden Maßnahmen eine spürbare Verbesserung der Zustände erreicht werden konnte. Wenn Lehrer an anderen Schulen nicht zu diesen Maßnahmen greifen und sich auch nicht für deren Einsatz stark machen, dann frage ich mich, was für eine Berufsauffassung sie haben und ob sie als Pädagogen überhaupt noch tragbar sind.

Wie kann ein gestandener Mann oder eine gestandene Frau im Alter von z. B. 30 Jahren und mit einem akademischen Abschluss in der Tasche sich von 25 pubertierenden Kids auf der Nase herumtanzen lassen? Schließlich soll doch vor der Klasse ein Vorbild stehen und kein Häufchen Elend, das man als Schüler bemitleidet.
 
Ich habe die Panorama Sendung auch gesehen, wie immer. :)
Ja wovon rede ich denn die ganze Zeit, rechtliche Lage, Erziehungsaspekt oder weiterhin nur Streicheleinheiten? :rolleyes: Das gesamte Lehrerkollektiv inkl. dieser Regierungs-Schuldirektorin haben total versagt bzw. versagen ja auch weiterhin, da sie es nicht einsehen.
Das schlimmste ist aber, das diese Person auch noch das ganze herunterspielt. Ich konnte diese Äusserungen garnicht fassen und wusste nicht ob ich heulen oder lachen sollte. Einfach untragbar.

Wenn man als Lehrer nicht alleine Herr der Lage wird, dann holt man sich wenigstens weitere sofortige Unterstützung und lehnt sich nicht zurück. Was ist denn das für ne Einstellung und Auffassung von Pädagogik? Kasper, Rezitator?
Hier fehlt mal ein richtiger Knall bzw. härtere Maßnahmen, desweiteren muss es drastische Konsequenzen hageln.
Soweit dürfte es niemals kommen, nichtmal annähernd, dafür gibt es keine Entschuldigung und Ausreden.


PS:
@RicmanX
Mitarbeit bedeutet auch am Unterrichtsgeschehen aufmerksam, konzentriert teilzunehmen und nicht abzuschalten oder sich währenddessen mit anderen Dingen beschäftigen. Auch wenn einem ein Fach oder Thema mal weniger liegt/ interessiert (was häufiger vorkommen kann^^), kann man sich aber doch wenigstens Mühe geben und dies auch so herüberbringen. Mitarbeit besagt nicht, das man das Thema beherrschen muss. Eher in Richtung pers. Einstellung zum prinzipiellen Unterrichtsgeschehen, Lernbereitschaft, Anstand und Respekt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Relict schrieb:
Mitarbeit bedeutet auch am Unterrichtsgeschehen aufmerksam, konzentriert teilzunehmen und nicht abzuschalten oder sich währenddessen mit anderen Dingen beschäftigen. Auch wenn einem ein Fach oder Thema mal weniger liegt/ interessiert (was häufiger vorkommen kann^^), kann man sich aber doch wenigstens Mühe geben und dies auch so herüberbringen. Mitarbeit besagt nicht, das man das Thema beherrschen muss. Eher in Richtung pers. Einstellung zum prinzipiellen Unterrichtsgeschehen, Lernbereitschaft, Anstand und Respekt.

ja das machen nur leider die wenigsten und das Schlimmste daran ist, dass die Lehrer trotzdem keine Fünfer sondern höchstens mal ne vier geben, aus irgendwelchen schleierhaften Gründen. Würden sie Fünfer geben, dann wären sie Schüler auch gezwungen engagiert mitzuarbeiten, denn keiner will sitzenbleiben.
 
@Tequila sunrise
Tja der Haken ist, so ein Modell gibt es hier nichtmal im Ansatz, im Gegenteil es wurde ja abgeschafft. (na gut in groben Zügen nach viel öffentlichem Wind an der Rütli-Schule^^)
Es zählen nur Fachnoten (sprich reine Bildung), Bildung stupide am Fliessband, als reines Mittel zum Zweck ohne Drumherum. Jeder ist (fühlt sich auch nur) für sich selbst verantwortlich. Alles andere ist hier irrelevant, was ja auch der Panorama-Bericht drastisch zeigte, wenn auch mit Extrembeispiel. Aber nur solche Beispiele scheinen hier noch irgendwo anzukommen, hoffentlich. Und selbst diese werden wieder zerredet werden, leider. Alle keifern, aber niemand fühlt sich zustandig, will die Herausforderung und Verantwortung übernehmen. Man klebt wohl zu fest am eigenen Stuhl oder hat gerade andere Interessen.
 
Damocles' Sword schrieb:
Nun, ich denke die Ursachen der Probleme liegen im privaten Bereich,die (Haupt-)Schulen sind davon nur besonders betroffen. Die Probleme im privaten Bereich sind äußerst vielschichtig,sie alle aufzuzählen dürfte hier den Platz sprengen...

Ein Lösungsansatz wäre m.E. :

1.) Maximal 15-18 pro Klasse,wobei "Problemkinder" sofort dauerhaft entfernt werden können

2.) In Härtefällen (Rütli-Schule in Berlin u.s.w.) mind. 1 Wachmann pro Klasse

3.) Totales Handyverbot (wurde teilweise schon umgesetzt)

4.) Taschenkontrolle am Schuleingang,damit meine ich bereits das Schulgelände,nicht die Eingangstür

5.) Eine richtige Pausenaufsicht. Schon zu meiner Schulzeit (war auf einem Gymnasium,wo man Schlägereien nur vom Hörensagen kannte) waren die Lehrer in den Pausen nirgends zu sehen...

6.) Ggf. Einführung von Schuluniformen,um den Neidfaktor auszuschalten. Ja,den gab's zu meiner Zeit auch schon... ;)

ich finde deine punkte sehr gut

also besonders das mit der schuluniform ist ein wichtiger punkt, der schon starke abhilfe schaffen könnte.

man sollte auch stark darüber nachdenken ob die schulform "hauptschule" überhaupt noch sinn macht.

gymnasium, realschule und gesamtschule würde völlig reichen.

die leute die dann zu dumm für die realschule sind und eine gesamtschule besuchen müssten werden dann von den anderen hoffentlich hochgezogen.
 
Zurück
Oben