Adam_Smith
Lt. Commander
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Relict schrieb:Was ein Manager, was generell andere verdienen hat nicht zu interessieren, weil genauso auch der Verdienst eines Niedriglöhners hier wohl nicht zur Debatte steht. Ein Vergleich ist daher in alle Richtungen unerwünscht, oder doch nicht?
Ein Vergleich ist durchaus möglich und sinnig so lang man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Die Arbeit eines Niedriglöhners kann im Regelfall jeder machen der körperlich und geistig einigermaßen Gesund ist. Meist also auch genau die Leute die im Bundestag sitzen. Ich vage allerdings zu behaupten, dass bei weitem nicht jeder Niedriglöhner den Job eines Bundestagsabgeordneten mit eben jener Qualität erledigen könnte wie es der Abgeordnete tut.
Also so lange nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden ist ein Vergleich durchaus legitim.
Relict schrieb:Auf welcher Grundlage basierten dann diese (für mich eher zynisch zu verstehende) Rentenerhöhung und letzte Erhöhung der Sozialtransfers?
Hier werden dann Äpfel mit Birnen verglichen. Bei den Sozial- und Rentenleistungen handelt es sich in erster Linie um Transferleistungen. D.h. der der etwas bekommt tut dafür im Moment erst mal nichts (wenig) und jemand anders bezahlt ihn.
De facto sieht es so aus, dass die Steuerzahler durch ihre Abgaben eben jene Rentner und Empfänger von Sozialleistungen finanzieren.
Jetzt mag man, im Fall der Renten, behaupten, dass die Rentner ja selbst eingezahlt haben. Das haben sie auch, allerdings nicht für ihre eigene Rente sondern für die Rente der damaligen Rentner (Umlagesystem). Die Wahrung der Balance zwischen Abgaben der Arbeitnehmer und dem Einkommen der Empfänger von Transferleistungen ist dabei natürlich oberstes Gebot.
Für die heutige Rentnergeneration sieht die Bilanz sogar gar nicht so schlecht aus. Sie haben im Durchschnitt eine Rendite von über 3 %. D.h. von 100 eingezahlten Euros bekommen sie 103 € zurück. (dies ist noch um den Faktor der Inflation bereinigt).
Ein heutiger Berufsanfänger wird dem entgegen von seinen eingezahlten 100€ im Schnitt nur ca. 98,4 € zurück bekommen, er verliert also.
Dies bedeutet auch, dass wenn ich heute die Abgabenlast für die Arbeitnehmer immer mehr anhebe, werden diese später einen noch weitaus höheren Verlust haben.
Kommen wir also zu dem Schluss, dass die Transferleistungen wohl kein geeigneter Maßstab sind um die Einkommen von Politikern zu bewerten.
Relict schrieb:Und weil sie dies so perfekt und hochqualifiziert beherrschen, bezahlt der Steuerzahler die nicht selten hinzugezogenen Expertenkommissionen obendrauf. Was haben die Politker überhaupt für höheres (Lebens-) Risiko, ausser des Amtes enthoben oder weggelobt zu werden?
Genau sie können ihren Posten verlieren. Also das selbe Risiko wie so ziemlich jeder andere Arbeitnehmer in diesem Land. Ändert nichts an der Tragweite ihrer Entscheidungen die wohl die eines Niedriglöhners ums unermessliche übersteigen dürfte.
Relict schrieb:Wobei sich gleichzeitig deren Anzahl verringert hat bzw. es sich angesichts der Gesamtzahlen in Richtung unterer Mittelstand bis Niedriglohnsektor entwickelt/umverteilt, welche ja in den letzten Jahren mindestens genauso zugenommen haben. Wo kommen die nur alle auf einmal her? ^^
Das ist vollkommener Unsinn! Die Zahl der Stellen für Hochqualifizierte haben keinesfalls abgenommen. Bin gespannt auf die Statistik die mir das belegt ...
Das der Niedriglohnsektor zugenommen hat mag wohl eher daran liegen, dass viele Berufe für weniger Qualifizierte heute weitaus schlechter bezahlt werden als noch vor einigen Jahren.
Ein Beispiel gefällig:
Die Werksinterne Logistik meines Arbeitgebers wurde bis vor einigen Jahren noch von Leuten erledigt die das selbe Gehalt bekommen haben wie ein Facharbeiter (Tarifmodellen sei dank). Am Ende des Monats standen sie oft mit über 1500€ netto (Einstiegsgehalt) da. Die Tätigkeiten waren im groben und ganzen: Kisten stapeln
Durch den internationalen Druck war das Unternehmen gezwungen Kosten zu senken und so wurde die Logistik ausgegliedert und an eine Fremdfirma übergeben. Die dort Angestellten ungelernten Kräfte verdienen heute vielleicht noch 2/3 des o.g. Gehaltes.
Relict schrieb:Diese immer wiederkehrende Diskussion ist wohl in erster Linie aus der moralischen Sichtweise zu betrachten.
Sie wird von vielen wohl einer mit Missgunst geführt.
Ganz einfaches Schlusswort:
Wenn jemand meint ein Abgeordneter verdient zu viel Geld und muss dafür zu wenig tun, dann soll er doch selber Abgeordneter werden. Gilt für alle Neiddiskussionen (also auch die über Managergehälter)
Was hält euch davon ab?