Entfremdet die Arbeit den Menschen oder ist das alles nur marxistisches Gequatsche?

Na wow, eine geschickt lancierte Umfrage in einem System, das gerade davon lebt Zufriedenheit zu befehlen, soll jetzt einen Beweis darstellen. Du liebe Güte...

Ja mensch Adam, meinst du dass ein Unternehmen wie T-Online auf der Internetpräsenz eine andere Umfrage lancieren würde die nicht positiv wäre? "2/3 würden sofort ihren scheiß Job hinschmeißen" - man will doch nicht, dass der Eindruck entsteht Menschen können auch nur im entferntesten unglücklich sein :freaky:
 
@th3o:

Danke das du mir wenigstens in einem Punkt nicht widersprichst :D

Eine Interessante Frage wirfst du mit dem Verweis auf die Relativierung auf. Nun kommen wir zum Knackpunkt und der Frage nach der Grundausrichtung des "idealen" Systems.

Meiner Meinung nach kann ein System nur dann funktionieren, wenn es der Individualität des Menschen Rechnung trägt.
Ferner muss es geeignet sein jede subjetive Sicht auf die Welt zuzulassen und ihr Rechnung zu tragen.
Wie ich bereits hier und an anderer Stelle ausführte ist jede Sichtweise auf die Welt subjektiv. Der Mensch sieht sie durch seine Augen und verarbeitet die gesammelten Informationen in seinem Bewusstsein. Da jeder Mensch einmalig ist und zwei Menschen niemals exakt die selben Erfahrungen gemacht haben wird auch die resultierende Sichtweise immer differieren (du wirst auch unter marxisten niemals zwei Menschen finden die exakt die selbe Sichtweise haben.

Wenn also niemals die exakt Richtige Sichtweise existieren kann (wie gesagt: Differenzen, und seien sie noch so klein, gibt es immer) wie soll man dann definieren wie die "objektive Wahrheit" nun sein soll?
Diese Frage ist wichtig, denn nach deiner Überzeugung (sofern ich sie denn richtig verstehe) ist ja die Erkenntnis über das objektiv Richtige zwingende Voraussetzung für das funktionieren des Marxismus.

Kurzes praktisches Beispiel:

Nehmen wir an es gäbe die objektiv richtige Sichtweise.
Dann müsste es ja auch eine objektiv richtige Liste der Dinge geben, die laut Marx zu den Dingen hören die gebraucht werden (vgl. dein Beitrag zum Lösungsansatz laut Marx). Auf diese Liste bin ich gespannt ;-).

Nun ich fange gar nicht erst an die Behauptung auf zu stellen, dass es eine objektiv richtige Sichtweise geben kann. Ich gehe davon aus, dass jede Sichtweise, jeder Wunsch, jede Handlung durch subjektive Einflüsse geprägt ist.

Also muss der "Wille der Gesellschaft" dadurch definiert werden, dass die beste Schnittmenge aus den einzelnen Wünschen gebildet wird.
Es darf aber der Wille der Gesellschaft nicht so dominierend sein, dass die Menschen deren Wünsche nicht innerhalb der o.g. Schnittmenge liegen an der Erfüllung ihrer Träume / Wünsche gehindert werden.

Soweit die Theorie. In der Praxis muss dann noch berücksichtigt werden, dass die Freiheit bedeuten kann, dass die Freiheit eines anderen beschränkt wird. Dafür gibt es dann Gesetze.
Beispiel:
Mensch A wünscht sich Mensch B umzubringen. Dies würde bedeuten, dass Mensch B dauerhaft an der Erfüllung seiner Wünsche gehindert wird, daher muss diese Handlung verboten und sanktioniert werden.

So weit die grobe Theorie, kommen natürlich noch Details wie Ethik, Moral, ...

Aber du siehst folgendes:

Wir gehen von zwei unterschiedlichen Annahmen aus, welche beide nicht empirisch belegbar sind. Eine ist somit nicht schlechter als die andere, denn es gibt keinen Beleg der darauf hindeutet.
Dennoch kommen wir zu zwei vollkommen unterschiedlichen Gesellschaftssystemen. Merkst du was? Schon wieder sind wir bei der Schnittmenge ...

/edit:

Man vertraue einfach auf die Repräsentivität der Umfrage... Wenn du eine bessere unabhängigere Umfrage hast, kannst du mir die gerne vorlegen.

smacked2 würde ich dann mal bitten einen Taschenrechner zu bemühen... 2/3*X=Y (wobei X die Zahl der Arbeitnehmer und Y die Zahl der glücklichen Arbeitnehmer ist)

/edit2:

smacked2 ich seh das mit den BILD Umfragen auch so wie du. Nur was soll der Hinweis an dieser Stelle? Die Umfrage kommt nicht von der BILD ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Oh man ... Noch einmal für dich zum nachlesen ...

Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Markt- und Meinungsforschung, IFAK. Telefonisch befragt wurden 2000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Vielleicht mal die ganze Seite überblicken, das spart uns allen Arbeit.
 
Müssen wir jetzt die Grundlagen der Statistik nocheinmal mathematisch durchkauen?
Bitte schnapp dir ein Buch für höhere Mathematik oder wegen meiner Bücher wie "A. Diekmann: Empirische Sozialforschung." und akzeptiere bis dahin einfach die Aussage, dass bei einer zufälligen Umfrage bei 2000 befragten Personen die Fehlertoleranz für das angegebene Ergebnis wohl weit unter 10% liegt.

Vielleicht würde es uns aber in dieser Diskussion erheblich weiter bringen wenn man empirische Fakten akzeptiert so lange diese nicht durch andere Fakten widerlegt werden können.
Dann nämlich könnten wir jetzt zu der Frage kommen wie man auf der einen Seite denen die Arbeiten und dabei "entfremden" gerecht werden kann ohne denen die glücklich mit ihrer Arbeit sind ein System aufzuzwängen welches sie vielleicht gar nicht wollen.
 
Adam_Smith schrieb:
Müssen wir jetzt die Grundlagen der Statistik nocheinmal mathematisch durchkauen?

Nein müssen wir nich man könnte auch einfach mal akzeptieren das andere Menschen auch andere Meinungen und Ansichten haben als man selbst und man sie nicht immer mit der Brechstange überzeugen muss.

Deine tollen empirischen Fakten bin ich aber gerne bereit eher zu akzeptieren sobald sie nicht mehr von Bild/T-online kommen ;)
 
Mensch, Meier!
Das ist eine Umfrage des IFAK, deren Ergebnisse in der Bild zitiert wurden. Da Du der Bild nicht vertraust, habe ich Dir die ursprüngliche Quelle genannt. Wenn Du dieser Quelle ebenfalls nicht glauben willst, dann kann ich Dir in dieser Frage auch nicht helfen.
 
natürlich entfremdet die Arbeit den Menschen -!- was ist das überhaupt für eine Frage ?
schliesslich ist der Mensch nicht zum Arbeiten geboren sondern sich weiter zu entwickeln und nicht täglich min 8 std seiner kostbaren (Frei)Zeit dafür zu opfern dem schnöden Mamon für seinen Lebensunterhalt nachzujagen...mir reichen jedenfalls nie ~9 std mein (Privat)Leben auszukosten - Irgendwas kommt immer zu kurz !
wenn eine Arbeitszeit aus zB nur 4-6 std tägich oder halt 24-36 std die Woche umfasst könnten viele
Leute sich auch den wichtigeren Dingen des Lebens widmen wie zB >Kindern >Familie >Beziehungen
>geistigen Entwicklungen usw usf...
finde sogar das Arbeit eins der grössten Übel unserer Zeit ist denn erst dadürch wird der Drang nach >Macht->Gier->Unterdrückung und weiteren miesen Charaktereigenschaften gefördert wenn es sich nicht gerade um soziale-wissenschaftliche oder ernährunsbedingte Arbeiten handelt -
die anderen Arbeitszweige dienen doch eh meisst/ausschliesslich der Anhäufung von Geld oder Besitztümern...die Diejenigen noch weiter weg bringen sich auch geistig zu entwickeln denn sonst könnten/würden sie wahrscheinlich merken das Gier und Macht nicht gerade ein LebensZiel darstellen kann...
aber leider geht die Menscheit den falschen Weg
> es wird die Natur geopfert im Namen des ArbeitsWahns genannt Fortschritt
> es wird sich kaum geistig voranentwickelt als Opfer des ArbeitsWahns und der mikrigen Freizeit
> es wird immer noch mehr gefordert selbst ab 60J darf der Mensch nicht über mehr Freizeit verfügen
und soll gefälligst arbeiten bis er tot umfällt !
und das Alles damit es eine Mindertheit von Reichen noch mehr unnützen Mammon anhäufen kann...
und unsere Lebensumgebung zu Grunde richten kann - das ist für mich echt krank
und ich würde gern auf nen anderen Planeten/Galaxie auswandern um diesem Schwachsinn zu entgehen
Leider gibs ja auf unserem Planeten kaum noch Ausweichmöglichkeiten und die Profezeihungen
der Sintflut werden sich früher oder später wohl bewahrheiten
leider gibs auch zu wenig Leute wie den >Dalei Lama >Mahatma Ghandi >Nostrodamus und Dergleichen
die uns evtl vor so einem Schicksal bewahren könnten
DENN FRON-ARBEIT IST heutzutage LEIDER WICHTIGER ALS GEISTIGE-ARBEIT..so das musste mal raus..
 
testeron schrieb:
...wenn eine Arbeitszeit aus zB nur 4-6 std tägich oder halt 24-36 std die Woche umfasst könnten viele
Leute sich auch den wichtigeren Dingen des Lebens widmen wie zB >Kindern >Familie>Beziehungen>geistigen Entwicklungen usw usf......

Wovon soll ein Mensch denn leben wenn er nicht von Arbeit? Von geistiger Weiterentwicklung?
Wir mit unseren lächerlichen 8-9 Stunden Arbeit pro Tag sind längst weit davon entfernt das zu verwirklichen was eigentlich für uns vorgesehen ist - nämlich zu Überleben durch Tätigkeiten, so wie es jedes andere Lebewesen auch tut.

Nur weil wir unsere Gesellschaft haben heißt es nicht das wir aufhören können zu arbeiten. Vor allem von Aussagen wie "mir reichen jedenfalls nie ~9 std mein (Privat)Leben auszukosten" sind völlig an der Realität vorbei, weil du ohne Arbeit (also ohne Einkommen) deine Freizeit/Privatleben nicht gestalten und so nicht auskosten kannst.

Arbeit mach den Menschen (als Gruppe bzw. Gesellschaft) nicht kaputt - auch wenn manches Individuum das anders sieht. Erst die Arbeit hat uns unsere Entwicklung ermöglicht. Unsere Vorfahren haben durch Arbeit bessere Nahrungsgrundlagen geschaffen und so einen Grundstein für unsere geistige Entwicklung gelegt.

testeron schrieb:
...DENN FRON-ARBEIT IST heutzutage LEIDER WICHTIGER ALS GEISTIGE-ARBEIT..so das musste mal raus..

Schau mal nach was Fronarbeit ist. Es bedeutet eine persönliche Dienstleistungen von Bauern für ihre Grundherren. Wer macht so was noch hier? Passt also nicht in den Kontext des Threads hinein.

testeron schrieb:
...Leute sich auch den wichtigeren Dingen des Lebens widmen wie zB >Kindern >Familie >Beziehungen...

Das hieße, Kinder arbeitsloser Eltern sind glücklich dran, weil die Eltern Zeit haben sich um sie zu kümmern und die geistige Entwicklung voranzutreiben. Wäre das deine Schlussfolgerung?

Dann schau dir mal das an.

Die Studie bringt noch ein anderes Ergebnis: Kinder von berufstätigen Eltern empfinden meistens mehr Zuwendung als Kinder in arbeitslosen Familien. Wenn beide Eltern arbeiten, bedeute das nicht, dass die Kinder sich vernachlässigt fühlten: Im Gegenteil sei bei den Söhnen und Töchtern arbeitsloser Eltern die Zufriedenheit eher niedrig, sagte Hurrelmann im ZDF. Für Kinder sei entscheidend, wie verlässlich die Zeit sei, die ihre Eltern ihnen widmeten.

Arbeit bringt die wichtigen Dinge, wie Geld, geistige Entwicklung und damit die Möglichkeit zu fördern und Aufmerksamkeit zu geben.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,513191,00.html

Ein Drittel der Kinder von Arbeitslosen fühle sich vernachlässigt, bei Berufstätigen seien es nur 17 Prozent,
Alleinerziehende Berufstätige sind schlechter dran, aber das ist eh ein großs Problem in allen Gesellschaften.

Und du redest von "unnützen Mammon" - aber ich denke so "Geld ist nicht alles, aber alles ist Nichts ohne Geld". Ich meine, der Mensch ist zum Arbeiten geboren, nur so kann er sich selbst und seine Angehörigen versorgen und fördern.
Viele Arbeitslose Menschen wünschen sich nichts mehr als zu arbeiten, weil sie den "unnützen Mammom" brauchen und wünschen, weil sie ohne Arbeit zu viel Freizeit haben, welche sie aber nicht gestalten können (geistige Entwicklung, Freizeit), weil das Geld dafür fehlt. Arbeit selbst ist geistige Förderung.
 
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Auch wenn ich keine Zeit hatte alle Beiträge zu lesen will ich vllt. auch mal paar Denkanstöße geben:

Viele Leute wissen nicht, dass unsere Form der repräsentativen Demokratie nicht die einzige Herrschaftsform ist, die es gibt. (Außer der Dikatatur und Sozialismus (viele nennen es fälschlicherweise Kommunismus)).

Es gibt auch andere Herrschaftsformen, die vllt. besser funktionieren, gerechter sind usw. . Aber wie schon in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung steht, ist der Mensch eher geneigt ein Übel zu ertragen als große Veränderungen vorzunehmen. Das kommt natürlich daher, dass keiner weiß wie alternative Herrschaftsformen funktionieren (da es nur Kapitalismus und Kommunismus gibt, und die UdSSR zusammengebrochen ist, funktioniert natürlich nur unsere) und man sich deshalb nicht traut das bisher erreichte aufzugeben.

Außerdem ist vielen gar nicht klar, dass sich unsere Herrschaftsform (repräsentative Demokratie) mittlerweile in sehr vielen Dingen so gewandelt hat, dass die heutige Situation oftmals nicht mit den ursprünglichen Ideen (der heute anerkannten Staatsphilosophen auf die sich unser System beruft) zusammenpasst.

Desweiteren ist die Bildung von den meisten Leuten einfach zu schlecht. In unserem Staat sollte das wichtigste Gut unsere Bildung sein. Denn in einer Demokratie sollte es wichtig sein, dass jeder versteht was einem Staat gut tut oder nicht. Wenn man die Leserbriefe in den großen Zeitungen liest, denkt man manchmal, dass einem aus versehen die Bild-Zeitung geliefert wurde. Für mich ist ein extrem subjektiven Denken, dass jede objektive Überlegung zurückstellt ein Zeichen von mangelnder Existenz. Jeder hat heutzutage eine Meinung zu allem (ich auch), aber schlimm ist, dass jeder seine Meinung für gerechtfertigt hält, weil wir ja angeblich in einem Staat leben, in dem freie Meinungsäußerung herrscht.

Das ist meine Erklärung dafür, dass die Mehrheit der Menschen mit unserem derzeitigen System zufrieden ist, bzw. jede andere Herrschaftsform für unterlegen hält. Daraus resultiert, dass auftretende Probleme einfach hingenommen werden, da es ja keine bessere Alternative gibt.


speziell zur Sachen mit Sinn von arbeiten:
Die Menschen in einer Gesellschaft müssen arbeiten, um ihr überleben zu sichern, bzw. das gesamte Leben aufrecht zu erhalten (z.B. ohne Ärzte sterben Menschen, ohne Bauern verhungern Menschen usw.) Desweiteren müssen Menschen arbeiten um den Fortschritt zu sichern, der der Menschheit auf lange Sicht auch das Überleben sichert, aber auch das Leben verbessert (Medizin).
Manche Arbeiten machen einfach nicht genügend Menschen Spaß, sodass die momentane Gesellschaft einfach nicht existieren kann, ohne das es Menschen gibt, die keinen Spaß am Beruf haben. Erst durch (viel) Fortschritt wird man eine Änderung bekommen.
Es gibt aber zwei "Konflikte" in der heutigen Arbeitswelt: Einerseits müssen immer mehr Menschen länger Arbeiten fürs gleiche Geld. Teilweise sind in Arbeitsverträgen schon viele unbezahlte Überstunden verankert. Andererseits verlieren immer mehr Leute ihren Job, weil die Unternehmen dann effizienter Arbeiten können. Wir gelangen hier zusehends an einen Punkt, an dem man sieht, dass dieses Problem durch den Kapitalismus verursacht wird und somit unlösbar erscheint. Eine Regulierung durch den Staat ist aufgrund der Globalisierung nichtmehr möglich (deshalb weigern sich die Leute auch, dass immer mehr Kompetenzen in die EU gegeben werden^^ :freak:).
Wie gerechtfertigt man diese Überstunden, wenn man die Arbeit theoretisch verteilen könnte?
Der andere Konflikt ist in diesem Sinne kein Konflikt, aber ich nenn es so weil hier das Argument "Nur durch die Arbeit sichern wir unseren Fortschritt" quasi total ab absurdum geführt wird:
Wie rechtfertigt ihr Jobs wie z.B. Telefonist in Marketingagenturen. Diese Jobs sind unnötig. Sie dienen nicht dazu unser überleben zu sichern oder Fortschritt zu erlangen. Sie dienen dazu den Profit von Firmen zu steigern oder besser gesagt eine Firma gegen die Konkurrenz zu verteidigen. Viele sagen, dass man mit diesen Jobs wenigstens Geld verdient, aber im Endeffekt, kann man kein Geld produzieren und auch die Firmen werden nichts tuen, dass ihren Gewinn schmälert.

Diese Arbeitssituation und die Marketingbranche sind Sachen an denen man gut sehen kann, dass es viele unnötige Sachen gibt, die aber bei den heutigen Strukturen nicht zu ändern sind. Das ist ein Anzeichen, dass unser System nicht perfekt ist und dass es durchaus Bereiche gibt, in denen eine Veränderung eine positive Wirkung haben könnte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke Fu Manchu, dass du das Wichtigste bereits gesagt hast.

Allein aus der Notwendigkeit zu Essen, zu Trinken und zu Atmen erschließt sich, dass Menschen arbeiten müssen. Sie müssen selbst aktiv Tätig werden um ihr eigenes Überleben zu sichern.
Durch die Organisation in einer Gesellschaft wird dieses "Naturgesetz" keinesfalls aufgehoben. Es ist lediglich so, dass Arbeiten aufgeteilt werden können und ggf. schwache Menschen, die nicht befähigt sind selbstständig für ihr Überleben zu sorgen, abgesichert werden. Dabei gilt aber auch das Grundgesetz, dass diese "Arbeit" die einem schwachen abgenommen wird, von anderen Schultern getragen wird.

Übrigens ist die Aussage, dass wir in Deutschland durchschnittlich eine Arbeitszeit von 8-9 Stunden / Tag haben falsch. Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit lag 2006 bei 38,28 Stunden (bei der Statistik wurden nur Vollzeit-Beschäftigungsverhältnisse berücksichtigt). Dies macht eine Arbeitszeit von 7,66 Stunden am Tag (5-Tage Woche). Und diese 38,28 Stunden sind gerade einmal 22,8% der Woche. Nur um das mal in Relation zu setzen.


@smacked2

smacked2 schrieb:
Nein müssen wir nich man könnte auch einfach mal akzeptieren das andere Menschen auch andere Meinungen und Ansichten haben als man selbst und man sie nicht immer mit der Brechstange überzeugen muss.

Nun wenn es um Diskussionen geht, geht es um den Austausch von Argumenten. Ich lieferte das Argument, dass in Deutschland viele Millionen Menschen zufrieden mit ihrer Arbeit sind, ja ihr sogar freiwillig nachgehen würden.
Diese Aussage hast du angezweifelt, also brachte ich als Beleg die oben diskutierte Statistik. Diese Statistik ist keine Meinung sondern ein Beleg.

Da dir dieser Beleg nicht in den Konzept passt musstest du dann noch die Richtigkeit dieser Umfrage anzweifeln, dass man mit der Befragung von 2000 Menschen durchaus die Stimmung der restlichen X-Millionen Arbeiter sehr genau abbilden kann, belegte ich dir widerrum mit dem Verweis auf die Mathematik. Hab dir sogar ein Buch zum nachlesen angegeben. Auch hier handelt es sich nicht um eine Meinung, sondern um empirische Belege.

Deine Abwehrreaktion mag ja menschlich verständlich sein. Dennoch solltest du vielleicht nicht jeden Beleg anzweifeln, wenn du keine ausreichende Argumentationsgrundlage hast. Zweifelst du, versuche ich deine Zweifel zu zerstreuen. Willst du es einfach nicht wahr haben, dann halte dich mit Aussagen zurück.

"Die Umfrage kann nicht richtig sein weil ihr Ergebnis mir nicht in den Kram passt." ... mit dieser Grundhaltung werden wir in dieser Diskussion, bzw. generell in Diskussionen hier im Board, nicht weit kommen.

/edit:

@GrambleX:

Ich scheue mich immer davor diese kurzfristige Entwicklung die du benennst (mehr Arbeiten für gleiches Geld) als Argument gegen das System an sich zu nehmen. Diese "Konflikte" die du anführst lassen sich auch recht einfach erklären (zumindest in ihrer Ursache).
Wir leben in einer Welt die sich globalisiert. Bis vor 10-20 Jahren hatten wir in Deutschland einen gewissen Ruf welcher uns viele Aufträge und somit Arbeit sicherte. Ferner waren wir als Deutsche was die Lohnkosten angeht eher im Mittelfeld angesiedelt (wenn man die Länder betrachtet die befähigt waren die selben Güter zu produzieren wie wir). In dieser Zeit gab es auch die höchsten Wachstumsraten im Bereich der Löhne, die Arbeitszeiten sanken und die Urlaubszeiten wurden länger. Im generellen verbesserte sich das Los der Arbeitnehmer imens (auch im Bereich des Arbeitsschutzes, der Mitbestimmung, ...).

Nun sind wir in eine Zeit geraten in der nationale Grenzen nicht mehr dominierend sind wenn es um die Fragen des Handels geht. Der Wegfall der Mauer und der Zusammenbruch des Ostblocks trugen ihr übriges dazu bei, dass die Welt wirtschaftlich gesehen immer mehr zusammen wächst. Viele Länder machten technologisch gesehen rasante Fortschritte (aktuell China und Indien) und rückten uns so auf die Pelle. Leider hat in diesen Ländern die Lohnentwicklung nicht mit der technischen Entwicklung mit halten können. Also haben wir heute Länder die in vielen Bereichen annähernd die selbe Qualität liefern wie wir, aber deutlich niedrigere Lohnkosten haben.

Der Druck auf unsere Wirtschaft ist somit enorm. Wer weiterhin in Deutschland produzieren will, muss die Effizienz steigern oder eben auf Technologien setzen die in Niedriglohnländern eben nicht so einfach produziert werden können. Gesteigerte Effizienz bedeutet auch immer, dass man den Lohnkostenanteil am Produkt zu reduzieren versucht... Hier ist dann "mehr Arbeit bei gleichem Gehalt" ein Weg der gegangen werden kann.

Man sollte dies aber eben immer in Relation sehen. Wir kommen im Moment aus einer Phase in der der Lebensstandart über 50 Jahre hinweg rasant gestiegen ist. Jetzt bewegen wir uns auf eine Zeit zu wo der Lebensstandart stagniert oder vielleicht sogar etwas sinken wird. Diese Entwicklung allerdings ist nicht von unendlicher Dauer, da auch die heutigen Schwellenländer irgendwann Lohnniveaus erreichen werden die eine Produktionsverlagerung in diese Länder nicht mehr sinnvoll erscheinen lassen.

So gesehen ist global betrachtet die jetztige Entwicklung sogar eine positive, da sie schlussendlich dazu führen wird, dass sich die Lebensstandarts der einzelnen Nationen immer mehr aneinander angleichen und somit vielleicht irgendwan die ungleiche Verteilung von Wohlstand auf dieser Erde nicht mehr vorhanden ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
GrambleX schrieb:
...Es gibt auch andere Herrschaftsformen, die vllt. besser funktionieren, gerechter sind usw. ...

Du hättest kurz schreiben können welche das sind.

GrambleX schrieb:
...Wie rechtfertigt ihr Jobs wie z.B. Telefonist in Marketingagenturen. Diese Jobs sind unnötig. Sie dienen nicht dazu unser überleben zu sichern oder Fortschritt zu erlangen. Sie dienen dazu den Profit von Firmen zu steigern oder besser gesagt eine Firma gegen die Konkurrenz zu verteidigen. ...

Kein Job ist unnötg. Solange es jemanden gibt der für die Erledigung des Jobs/Arbeit ein Entgelt zu zahlen und für sich einen Nutzen erkennt ist jeder Job von Bedeutung.
Nur weil du von deiner Außensicht keinen Sinn erkennst heißt das nicht das der Job unnötig ist. Allein für denjenigen der ihn ausführt ist schon ein Sinn vorhanden, nämlich Geld zu verdienen.
Und in dem die Firma ihre Profite steigert wird sie überlebensfähiger und kann das Auskommen ihrer Angestellten sichern.

GrambleX schrieb:
...Diese Arbeitssituation und die Marketingbranche sind Sachen an denen man gut sehen kann, dass es viele unnötige Sachen gibt, ...

Marketing macht Dinge Bekannt, um es mal ganz einfach zu sagen. Wenn ein Unternehmen ein Produkt auf den Markt bringt muss es bekannt gemacht werden. Ich sehe darin keine unnötige Arbeit, weil Marketing den Unternehmen Märkte eröffnet.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Meiner Ansicht nach dreht ihr euch seit diversen Beiträgen im Kreis. Dazu beigetragen haben auch Beiträge von Leuten, die sich nicht mal annähernd den Thread durchgelesen haben. Bei einigen anderen Threads mag das kein Problem sein, aber hier wird die Diskussion mit jedem Post, der ungefähr wie folgt anfängt, zum Anfang zurückgeworfen

"Ich habe zwar nicht alles (oder auch mal "nichts) gelesen aber ich will trotzdem etwas sagen, und das völlig unabhängig davon ob ich weiß was Marx mit "entfremdeter Arbeit" meint oder nicht. Ich ignoriere mal bewußt den Titel des Threads"

naja, von mir aus, ist ja ein freies Board, aber ich zumindest werde vorerst mich nicht mehr an der Diskussion beteiligen auch weil ich gar keine Diskussionsgrundlage mehr sehe. Ich meine alles soweit erörtert zu haben, dass die Differenzen zwischen den Diskutanten zutage getreten sind. Anspruch auf irgendeinen verweichlichten Kompromiss erhebe ich nicht...daher bin ich raus.
 
Ich möchte übrigens auch anzweifeln, dass diese Umfrage repräsentativ ist.
Ich zweifle einmal an, dass eine Befragung von 2000 Menschen die Meinung von 82 Millionen Menschen widerspiegeln kann. (Aus reinem Menschenverstand sag ich, dass nur unter optimalsten Bedingungen die Abweichung auf jeden Fall unter 10% liegt)
Dass die Bedingungen so schlecht sind, dass die 2000 Befragten auf gar keinen Fall als repräsentativ bezeichnet werden können führe ich auf die Art der Datenerhebung zurück:
Die Telefonnummer werden generiert (restlichen Datenerhebungsmethoden dieses Unternehmens bieten noch schlechtere Ergebnisse):
- Es wird hier kein repräsentativer Schnitt durch Deutschland genommen, da nicht kontrolliert wird, wieviele Menschen einer bestimmten Gruppe befragt wurden (z.B. Geschlecht, Alter, Bildung, Wohnort, soziale Rahmenbedingungen usw.).
- Es kann nicht nachvollzogen werden wie die Befragungsbedingungen waren (man weiß, dass die Formulierung der Fragen einen erheblich Einfluss auf die Antworten hat).
- Der Zufallsfaktor ist auch bei einem Generator nicht gegeben: Wenn ich einen Job hab der mir nicht gefällt bin ich sowiso nicht in der Stimmung solche Telefonumfragen mitzumachen (dafür mich überaus gut gelaunt sein) oder bin vllt. noch auf der verdammten Arbeit, bei der ich mal wieder Überstunden hab.
- Ein Unternehmen kann so eine Studie nur verkaufen, falls sie ein unerwartetes Ergebniss hat. Es kann also davon ausgegangen werden, dass hier mindestens in einer zumutbaren Art und Weise dazu beigetragen wurde, dass diese Studie so ausfällt.
 
Fu Manchu schrieb:
Du hättest kurz schreiben können welche das sind.
gutes Argument :freak:
Ich bin kein Staatsphilosoph und kann deshalb keine vollständige Staatstheorie aufstellen. Weiterhin ist die derzeitige Herrschaftsform die für die moderne Gesellschaft die Beste, die es bisher geschafft hat verwirklicht zu werden.
Es gab zur Zeit des Unabhängigkeitskrieg übrigens viele Beführworter der (konstitutionellen) Monarchie und nochmehr gegner der Demokratie, weil einfach die meisten sich nicht vorstellen konnten, dass sowas klappt. Die Wurzeln des Kommunismus und der repräsentativen Demokratie liegen beide in der Aufklärung. Damals konnte keiner sagen, ob überhaupt eine der beiden Herrschaftsformen funktionieren würde. Nachdem sich im Laufe der Jahre zwei Herrschaftsformen aus allen Staatstheorien seit der Aufklärung herausgebildet haben und eine Ausprägung gescheitert ist, wird die andere als die einzig Wahre angesehen.
Ich kann dir jedoch einmal paar Stichwörter geben, hinter denen (in meinen Augen) intressante Ansätze stecken:
Radikaldemokratie, Politik 2.0, teilweise Neoliberalismus bzw. Anti-Lobbyismus, Politik der ersten Person (imo im Wiki zu frauenbewegungslastig dargestellt, auch wenn die Wurzeln dort liegen), teilweise Kommunitarismus


Fu Manchu schrieb:
Kein Job ist unnötg. [...]Und in dem die Firma ihre Profite steigert wird sie überlebensfähiger und kann das Auskommen ihrer Angestellten sichern.
Für die momentanen Verhältniss, Kapitalismus, ist das richtig. Aber wenn du das ganze etwas allgemeiner betrachtest, vllt. aus Sicht des Naturzustandes, kann deine Aussage einfach nicht standhalten. Es gibt unnötige Jobs. Nur im Kapitalismus kann ich einem Geld dafür geben, dass er 20 mal im Kreis springt und diese Aufgabe als sinnvoll bezeichnen. Im Endeffekt bringt das ganze der Allgemeinheit nichts.

Fu Manchu schrieb:
Wenn ein Unternehmen ein Produkt auf den Markt bringt muss es bekannt gemacht werden.
Natürlich. Saturn will mich mit lauter Geiz ist Geil Werbung nur über die Preise informieren. Sinnvoll wäre eine Auflistung, bzw. Vergleich der Produkte wo ich nachvollziehen kann, welches Produkt objektiv für mich geeignet ist. Marketing (edit: in der heutigen Art, bzw. in den stärksten Ausprägungen) ist eine sinnlose Ausprägung davon. Hier kämpfen die Unternehmen um Kunden, wobei viel Geld gelassen wird, das nachher auf die Produkte draufkommt. Nur das Unternehmen, welches erfolgreich wirbt hat einen Vorteil von dem ganzen. Andere Unternehmen und Kunden bleiben auf den massiven Nachteilen sitzen.

"Ich habe zwar nicht alles (oder auch mal "nichts) gelesen aber ich will trotzdem etwas sagen, und das völlig unabhängig davon ob ich weiß was Marx mit "entfremdeter Arbeit" meint oder nicht. Ich ignoriere mal bewußt den Titel des Threads"
Ich hab die ersten Seiten und die letzten Seiten gelesen. Es fehlen vllt. 3 Seiten. Außerdem diskutiere ich öfters über diese Themen und kenne mich mit der Materie und mit den allgemeinen Reaktionen so gut aus, dass ich mir zutraue 2-3 Seiten fallen zu lassen. Bei Gelegenheit werde ich mir diese durchlesen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wann ist eine Umfrage repräsentativ? http://www.mdr.de/mdr1-radio-thueringen/2028009.html

Deine Frage, ob 2.000 Befragungen ausweichen, lässt sich beantworten, indem man im Vorfeld statistisch den notwendigen Stichprobenumfang berechnet.

Richtig ist allerdings, dass man die gestellten Fragen und Antwortmöglichkeiten im Wortlaut kennen sollte, um die Ergebnisse besser interpretieren zu können. Allerdings wird diese Infos möglicherweise nur der zahlende Auftraggeber erhalten. Die übrigen Interessenten werden mit Zusammenfassungen abgespeist.

Marketing ist eine sinnlose Ausprägung davon.
Schicke, aber leider völlig wirkungslose Verallgemeinerung Deinerseits.
 
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