Auch wenn ich keine Zeit hatte alle Beiträge zu lesen will ich vllt. auch mal paar Denkanstöße geben:
Viele Leute wissen nicht, dass unsere Form der repräsentativen Demokratie nicht die einzige Herrschaftsform ist, die es gibt. (Außer der Dikatatur und Sozialismus (viele nennen es fälschlicherweise Kommunismus)).
Es gibt auch andere Herrschaftsformen, die vllt. besser funktionieren, gerechter sind usw. . Aber wie schon in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung steht, ist der Mensch eher geneigt ein Übel zu ertragen als große Veränderungen vorzunehmen. Das kommt natürlich daher, dass keiner weiß wie alternative Herrschaftsformen funktionieren (da es nur Kapitalismus und Kommunismus gibt, und die UdSSR zusammengebrochen ist, funktioniert natürlich nur unsere) und man sich deshalb nicht traut das bisher erreichte aufzugeben.
Außerdem ist vielen gar nicht klar, dass sich unsere Herrschaftsform (repräsentative Demokratie) mittlerweile in sehr vielen Dingen so gewandelt hat, dass die heutige Situation oftmals nicht mit den ursprünglichen Ideen (der heute anerkannten Staatsphilosophen auf die sich unser System beruft) zusammenpasst.
Desweiteren ist die Bildung von den meisten Leuten einfach zu schlecht. In unserem Staat sollte das wichtigste Gut unsere Bildung sein. Denn in einer Demokratie sollte es wichtig sein, dass jeder versteht was einem Staat gut tut oder nicht. Wenn man die Leserbriefe in den großen Zeitungen liest, denkt man manchmal, dass einem aus versehen die Bild-Zeitung geliefert wurde. Für mich ist ein extrem subjektiven Denken, dass jede objektive Überlegung zurückstellt ein Zeichen von mangelnder Existenz. Jeder hat heutzutage eine Meinung zu allem (ich auch), aber schlimm ist, dass jeder seine Meinung für gerechtfertigt hält, weil wir ja angeblich in einem Staat leben, in dem freie Meinungsäußerung herrscht.
Das ist meine Erklärung dafür, dass die Mehrheit der Menschen mit unserem derzeitigen System zufrieden ist, bzw. jede andere Herrschaftsform für unterlegen hält. Daraus resultiert, dass auftretende Probleme einfach hingenommen werden, da es ja keine bessere Alternative gibt.
speziell zur Sachen mit Sinn von arbeiten:
Die Menschen in einer Gesellschaft müssen arbeiten, um ihr überleben zu sichern, bzw. das gesamte Leben aufrecht zu erhalten (z.B. ohne Ärzte sterben Menschen, ohne Bauern verhungern Menschen usw.) Desweiteren müssen Menschen arbeiten um den Fortschritt zu sichern, der der Menschheit auf lange Sicht auch das Überleben sichert, aber auch das Leben verbessert (Medizin).
Manche Arbeiten machen einfach nicht genügend Menschen Spaß, sodass die momentane Gesellschaft einfach nicht existieren kann, ohne das es Menschen gibt, die keinen Spaß am Beruf haben. Erst durch (viel) Fortschritt wird man eine Änderung bekommen.
Es gibt aber zwei "Konflikte" in der heutigen Arbeitswelt: Einerseits müssen immer mehr Menschen länger Arbeiten fürs gleiche Geld. Teilweise sind in Arbeitsverträgen schon viele unbezahlte Überstunden verankert. Andererseits verlieren immer mehr Leute ihren Job, weil die Unternehmen dann effizienter Arbeiten können. Wir gelangen hier zusehends an einen Punkt, an dem man sieht, dass dieses Problem durch den Kapitalismus verursacht wird und somit unlösbar erscheint. Eine Regulierung durch den Staat ist aufgrund der Globalisierung nichtmehr möglich (deshalb weigern sich die Leute auch, dass immer mehr Kompetenzen in die EU gegeben werden^^
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).
Wie gerechtfertigt man diese Überstunden, wenn man die Arbeit theoretisch verteilen könnte?
Der andere Konflikt ist in diesem Sinne kein Konflikt, aber ich nenn es so weil hier das Argument "Nur durch die Arbeit sichern wir unseren Fortschritt" quasi total ab absurdum geführt wird:
Wie rechtfertigt ihr Jobs wie z.B. Telefonist in Marketingagenturen. Diese Jobs sind unnötig. Sie dienen nicht dazu unser überleben zu sichern oder Fortschritt zu erlangen. Sie dienen dazu den Profit von Firmen zu steigern oder besser gesagt eine Firma gegen die Konkurrenz zu verteidigen. Viele sagen, dass man mit diesen Jobs wenigstens Geld verdient, aber im Endeffekt, kann man kein Geld produzieren und auch die Firmen werden nichts tuen, dass ihren Gewinn schmälert.
Diese Arbeitssituation und die Marketingbranche sind Sachen an denen man gut sehen kann, dass es viele unnötige Sachen gibt, die aber bei den heutigen Strukturen nicht zu ändern sind. Das ist ein Anzeichen, dass unser System nicht perfekt ist und dass es durchaus Bereiche gibt, in denen eine Veränderung eine positive Wirkung haben könnte.