Erfolge der Linken, "Linksrutsch" in Deutschland ?

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keshkau, du hast das Talent, bestimmte Dinge klar und deutlich auf den Punkt zu bringen. Die wenigsten können das. Ich verstehe einfach nicht, wieso solche Argumente von dir (aber auch z.B. von Mustis) von überzeugten Linken wie extasy einfach ignoriert werden. Ich finde das nicht fair, denn es ist Arbeit, einen sauberen Beitrag abzuliefern, der flüssig zu lesen ist. Statt einer äquivalenten Antwort, bekommt man entweder gar keine Antwort oder derjenige sucht sich eine bestimmte Phrase und kloppt dazu seine Propaganda raus. Das ist doch nicht pug.

Korrigiert mich bitte, wenn ich mich irre, aber bislang schien mir die logische Argumentationskette gegen Links plausibler und nachvollziehbarer als für links.
Links erscheint mir oft wie eine kleine Traumwelt, in der alles ein wenig gerechter, überschaubarer und sozialer zugeht. Ich würde so gerne glauben, dass man diese Politik verwirklichen könnte, aber ich kann nicht.
Auch eine Diskussion mit einem Linken geht sehr sehr schnell vom Konkreten ins Pauschale oder Visionäre (wird das groß geschrieben? :-/ ). Zu oft habe ich (auch hier im Forum) erlebt, dass ein Linker, wenn er durch Zahlen und empirische Argumente in die Ecke gedrückt wird, sich durch einen rhetorischen Befreiungsschlag a la "Ihr seid vom Kapital viel zu sehr vereinnahmt" wehrt.

Ich finde diese Art der Kommunikation einerseits frustrierend, weil ergebnislos. Andererseits prallen hier noch völlig unterschiedliche Ansätze von Politik aufeinander, die es so zwischen CDU, SPD und FDP nicht gibt.
Dennoch bleibe ich bei meiner Aussage: Linke Politik ist scheinheilig. Sie besteht zu gefühlten 50% aus Forderungen, was man besser machen kann (Mindestlohn, Sicherung der Sozialstandards, höhere Löhne hier, stärkere Besteuerung der Reichen da, et cetera) und 50% Kritik am bestehenden System. Doch da Deutschland weiterhin überschuldet ist und ich beim besten Willen nicht finden konnte, wie all diese schöne Traumwelt je gegenfinanziert werden soll, ist diese Partei absolut unglaubwürdig.
In meinen Augen richtet sie sich weiterhin an gering gebildete Menschen, die zwar über ein Gefühl für Gerechtigkeit verfügen, doch nicht nachvollziehen können und wollen, wie diese linke Welt je nachhaltig entstehen soll. Mit Schulden sicherlich nicht, mit mir jedenfalls nicht.
 
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Der Unterschied, z. B. zwischen mir und th3o, besteht darin, dass ich – aus seiner Sicht – systemimmanent argumentiere, was ja auch stimmt, während er die Fundamente des Systems kritisiert, etwa weil sie auf der bereits beschriebenen Ausbeutung beruhen und damit im Kern ungerecht sind. Wenn man die Sache so angeht, dann ist es wie Schattenboxen, wenn man über die Arbeitslosenquote diskutiert, über Kinderbetreuung und Steuersätze, über Gewerkschaften, die Gesetzgebung usw. Denn all diese Instrumente denen letzten Endes dazu, das bestehende System am Leben zu erhalten, ohne das Kernproblem anzugehen.

Andere Linke, dazu zähle ich jetzt mal extasy, sehen das wiederum etwas pragmatischer. Da stehen möglicherweise die kleinen und realpolitischen Schritte im Vordergrund, meinetwegen Hartz IV, betriebliche Mitbestimmung usw. – Das Fernziel mag ein anderes sein, aber man arbeitet durchaus parlamentarisch, wodurch man sich natürlich der Kritik aussetzt, zu einem Teil des zu bekämpfenden Systems zu werden.

Ich persönlich fahre mit dem bestehenden System ganz gut und sehe für mich persönlich wenig Veränderungsbedarf. Daher mache ich auch nicht so ein Geschrei. Einige Linke mögen daran verzweifeln, weil ich in deren Augen keinen Blick für das Wesentliche habe und mich freiwillig ausbeuten lasse. So hat jeder seine Meinung.

Für die Diskussion wäre es aber schon vorteilhaft, wenn mit einem gewissen Anspruch argumentiert werden würde. Als abschreckendes Beispiel verweise ich auf die Debatte um den EU-Reformvertrag, wo plötzlich behauptet wird, die Einführung der Todesstrafe stünde bevor. Das mag ja ein beliebtes Thema auf „Radio Utopie“ oder in der „Linken Zeitung“ sein. Dadurch wird es aber nicht richtiger. Man sollte sich schon die Mühe machen und sauber argumentieren. Dazu gehört auch, sich auf vorherige Beiträge zu beziehen. Man muss ja nicht immer nur hingehen und sich die schwächsten Passagen heraussuchen, um sie zu widerlegen. Vielleicht lenkt man den Blick auch einmal auf Punkte, in denen man übereinstimmt oder durch man sich zumindest in Detailfragen hat überzeugen lassen.

Im Forum läuft es meist aber ab. Ich schreibe meinetwegen über vier Punkte. In zwei Punkten wird mir widersprochen, einmal berechtigt und einmal unberechtigt. Der dritte Punkt von mir wird vielleicht stillschweigend toleriert und der vierte Punkt findet Zustimmung. Aber im Forum tauchen im weiteren Verlauf nur die ersten beiden Punkte in der Diskussion auf. Und von den beiden auch nur der, bei dem ich die Kritik widerlege.
 
@theo

...warum immer größer, schneller besser usw....

Na ja. Es scheint wohl doch ein immanentes streben des Menschen zu sein sich immer zu verbessern und sich dabei mit anderen zu messen.
Sicher führt dieses sich messen dazu, dass langsamere, schwächer usw. auf der Strecke bleiben.
Dieses (meiner Meinung nach, wieder immanente) Verhalten des Menschen kann man bei kleinen Kindern schon beobachrten (Raufereien im Kindergarten usw...).
Das ganze Gipfelt dann im "survival of the fittest"

Man muss doch aber auch zur Kenntniss nehmen, dass die Staaten die sich selbst von diesem Wettbewerb ausgeschlossen haben, alle nicht mehr existieren.

Naja, aber eigentlich bin ich kein guter Psychologe. Ich beschrenke mich besser auf die Wirkungsweisen (wie du richtig angedeutet hast) unseres marktwirtschaftlichen Systems
 
Bei Ballack verhält es sich ähnlich. Seine Aussage, man könne nur reich werden, indem man anderen etwas wegnimmt, halte ich für untragbar

Kennst du das Teufesldreieck von Sneed?
Erweitert man dieses Konzept, so dass jeder Punkt (also jede Ecke) einen Menschen darstellt, bzw. sein Vermögen, dann tritt folgender Effekt ein, wenn das Geld plötzlich auf einem Punkt konzentriert werden: Alle anderen oder ein Teil der anderen Punkte, verliert Geld: Das ist eine Zwangsläufigkeit, die wenn man das Geld freiwillig ausgibt, noch ok ist, aber wenn man Geld ausgeben muss, und wenn die Preise willkürlich festgelegt werden, dann spreche ich persönlich von Diebstahl: Nenn es Wucher wenn dir das besser gefällt.
DER KUNDE KANN SICH NICHT WÄHREN! ER MUSS ZAHLEN!

Ich sage nicht, dass es auf alle Bereiche des Lebens zutrifft, aber die Beispiele die ich genannt habe sind zunächst nicht falsch, ebensowenig wie dein witziges Ballackbeispiel.

Es ist natüprlich eine freiwillige Ausgabe, die jeder Depp tätigen kann oder aber eben nicht und stattdessen zu Hasue am Daumen nuckelt und in die Röhre glotzt, und in der rechten Hand einen Tetrapack mit Rotwein hält.

Dein Argument, dass jeder Bauer sich sein Schicksal ja quasi selbst ausgesucht hat, ist schlichtweg falsch, ignorant und assozial!
Meist führen die Kinder den Hof der Eltern weiter.
Genau dierse Tradition ist heute am aussterben, genauso wie viele Bauernhöfe.
(zunächst ist das noch keine Tragödie, aber es widerspricht schon mal deiner Aussage erheblich)
Die letzte Milchpreiserhöhung (z.B. für Butter) wurde so argumentiert, dass die Milchproduktion nicht mehr ausreicht, weil gleichzeitig in China die Nachfrage massiv angestiegen ist.

Haben LIDL Aldi und Co. gelogen?
Nach deiner Argumentation: JA, denn es gibt ja eine Überproduktion!
Heist es dann im gegenzug, dass es hier Preiasabsprachen gab, gegen die der Kunde und der Staat nichts machen konnten?
Das würde wiederum dazu führen, dass wir hier quasi Kartelle haben.
Und das würde ebenfalls deiner Argumentation widersprechen.


Und mir ist auch klar, dass man nach der Hauptschule nicht direkt studieren gehen kann (ich bin selbst den Realschulsweg bis zum Gymmi und Studium gegangen), aber ich dachte ich rede hier mit halbwegs intelligenten Menschen, die in der Lage sind einen einfach dargestellten Sachverhalt, auf die realen Umstände zu abstrahieren, ohne mir dies als Denkfehler anzukreiden: Daher nochmals zu meiner Frage: Warum gibt es so wenige HU Absolventen, die anschließend die freiwillige 10te und anschließend ihr Abi machen um dann zu studieren?

Warum gibt es dieses Gefälle zwischen Arm und Reich im Studium?


Was die Beschäftigung, bzw die Vollbeschäftigung in Bayern abetrifft.
Nun, hast du auch mitbekommen, dass der Mittelstand in ganz Deutschland um 5000000 geschrumpft ist?
Und nicht nach oben in der Hierarchie der Schichten.
Diese Leute sind ärmer geworden, und haben zugleich auch noch geringere Chancen aufzusteigen.
Vollbeschäftigung ist kein Maßstaab für Wohlstand, das sollte inzwischen jedem einleuchten. Erstrecht wnn man nur einen Blick gen Übersee wirft.
Viele haben 2-3 Jobs und kommen dabei trotzdem nicht über die 1100 Euro Netto heraus.

Fakt ist, dass es eine neue Qualität der Armut in Deustchland gibt, und wie mein Vorredner (leider kann ich mich jetzt nicht an seinen Nick erinnern) gesagt hat: Für diese Armut gibt nur eine bedingte Begründung.
Mit einbisschen Vernunft, Moral und Verantwortung wäre das nicht notwendig oder aber Abfangbar.
Auch finde ich seine Argumentation bezüglich Linke Linke und Rechte Rechte absolut richtig.
Beide liefern keine Antworten auf diese Probleme.
Die soziale Marktwirtschaft mit einem guten Mittelstand sowie einigen Eliten ist das war man schützen und ausbauen muss.
Aber sowohl der Mittelstand als auch diese Eliten haben eine andere Verantwortung als die Unterschichten.
Durch die Steuerflucht, wird aber zu min. die Elite dieser Pflicht nicht gerecht!


Nochmals ein Wort zu Schumacher und co.
Solche Leute bekommen ihr Geld in erster Linie von wohlhabenden Ländern mit großer Bevölkerung, also von uns.
Welches Land hat ihm überhaupt die Möglichkeit gegeben, dahin zu kommen wo er ist?

Dennoch verlagert er sein Kapitel, um einpaar Prozent Steuzern zu sparen.
Das ist assozial und verantwortungslos, genauso wie die Produktionsverlagerung mit dem Ziele einer Gewinnmaximierung.

EIGENTUM VERPFLICHTET!


@keshkau
Für die Diskussion wäre es aber schon vorteilhaft, wenn mit einem gewissen Anspruch argumentiert werden würde
Nun aus dem Blickwinkel anderer hier ist deine Argumentation nicht besser. Aber wir sind halt so;also der Mensch: ICH HABE RECHT ;)
Was ich damit sagen will: Wo sind deine absoluten und unerschütterlichen Beweise? Da du diese selbst nicht lieferst heul auch bitte nicht rum, wenn andere das nicht tun ;)
Auch wenn ich zugeben muss, dass das Beipiel mit der Todesstrafe sehr witzig ist
:)


@odium
Linke Politik ist scheinheilig.
Darf ich dich frgen, welche Politik ist es nicht?
Auch die 4 etablierten Parteien versprechen JEDEM Reichtum, besseres EInkommen und niedrigere Steuern.
Wo siehst du denn einen Unterschied zwischen der Linken und der SPD?
Oder CDU und FDP?

Zitat: Mit der SPD wird es höchstens eine 1% Mehrwertsteuer Ehöhung geben. Nun geworden sind es 3%.
Diese Liste der Diskrepnazen könnte ich stunden lang erweitern, wenn du magst.


Eine Hälfte der SPD ist auch für Mndestlöhne, aber dennoch sind sie nicht scheinheilig, zu mindest nach deiner Argumentation.
Ein erheblicher Teil der europäischen Länder haben einen Mindestlohn, aber nicht in jedem dieser Länder ist eine Linke Partei an der Macht.
Wie erklärst du dir das?

Ich sage es nochmals: Ich bin kein LINKE Wähler, ich bin gar kein Wähler; nur für den Fall, dass dieverse Seitenhiebe in meine Richtung gehen sollten.
 
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Zur Milch: Der originäre Milchmarkt dürfte eher lokaler Natur sein. Niemand melkt eine Kuh, um die Milch dann nach Asien zu verschiffen. Deshalb liegen die derzeitigen Probleme in Deutschland in den Vertragsbedingungen zwischen Lieferanten und Abnehmern begründet.

Die gestiegene Nachfrage in Asien wird es geben. Allerdings kommt mir da ein Stichwort in den Sinn, das sich Laktose-Intoleranz oder so nennt (Milchzucker-Unverträglichkeit). In Mitteleuropa betrifft das lediglich 10-20 Prozent der Erwachsenen, in Asien dagegen über 95 Prozent.

Diesem Problem begegnet man mit Milchpulver. Die Chinesen sind traditionell keine großen Milchverzehrer. Morgen trinken sie her Sofamilch. Im Landesdurchschnitt liegt ihr jährlichen Konsum von Milchprodukten bei unter 7 kg (Deutschland: 130 kg). Dennoch gibt es einen deutlichen Trend, weil sich die Nachfrage in den chinesischen Metropolen aufgrund von Modeeinflüssen verändert hat. In den Großstädten werden mittlerweile 25 kg Milchprodukte pro Jahr und Nase verbraucht, wobei allerdings auch die inländische Produktion gestiegen ist.


Die Preiserhöhung für Butter im Sommer 2007 kam zustande, weil die bis Ende Juli geltende Preisbindung zwischen den Herstellern und dem Handel auslief.

Die Molkereien können derzeit höhere Preise durchsetzen, weil die Nachfrage nach Milch auf dem Weltmarkt steigt. Beobachter gehen davon aus, dass die Gewinnspannen der Supermärkte inzwischen so gering sind, dass sie die hohen Einkaufspreise weitergeben müssen. In den vergangenen Jahren waren die Preise in einem extrem harten Preiskampf in der Branche immer weiter gefallen.

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article1021962/Butter_wird_fast_40_Prozent_teurer.html


Dein Argument, dass jeder Bauer sich sein Schicksal ja quasi selbst ausgesucht hat, ist schlichtweg falsch, ignorant und asozial! Meist führen die Kinder den Hof der Eltern weiter.
Die Frage der Fortführung eines Betriebes (einer Arztpraxis, einer Anwaltskanzlei, eines mittelständischen Unternehmens usw.) ist kein rein bäuerliches Problem. Die Existenz des Problems zeigt doch schon, dass es hier keinen Automatismus gibt. Die Kinder sind frei in ihrer Berufswahl und entscheiden sich deshalb eben nicht immer für den elterlichen Betrieb. Wer sich trotzdem dafür entscheidet, einen Bauernhof fortzuführen, macht dies aus freien Stücken. Das ist der Punkt, an dem ich vom unternehmerischen Risiko rede, von der Chance und der realistischen Möglichkeit, mit seinem Konzept eine Bruchlandung zu erleben, von der Gefahr, an der Nachfrage und damit am Markt vorbei zu produzieren oder sich auf Bereiche zu konzentrieren, die nicht rentabel sind.

Nichts anderes erleben wir auf anderen Märkten, etwa beim sog. Schweine(preis)zyklus. Es sind die Viehzüchter selbst, die über ihre Angebotsmenge entscheiden. Damit haben sie es in der Hand, das Angebot auszuweiten oder zu verknappen, was sich wiederum auf die Preise auswirkt. http://de.wikipedia.org/wiki/Schweinezyklus


Und damit das hier nicht zu lang wird, trete ich nur noch einmal bei Schumacher nach. Wenn Du schon anfängst aufzurechnen, dann überlege doch einmal, wie viel der Staat in seine „Aufzucht“ gesteckt hat und wie viel er mittlerweile in Form von Steuern zurückgezahlt hat. Michael Schumacher gehört ganz sicher zu den „Nettozahlern“ gegenüber dem Staat, die mehr gegeben als genommen haben.
 
@Helios co.
in vielen was du geschrieben hast stimme ich dir zu. Warum du aber meinst das Die Linken keine Antworten auf die Proiblkeme hätten kann ich nicht nachvollziehen. Ich hoffe mal nicht das du hier nur die ewig gleichen Parolen von der "Unfinanzierbarkeit" unserer Gegner auf dem Leim gehst und du dich auch mal ernsthaft mit unseren Forderungen direkt auseinandergesetzt hast :D

Auch halte ich es für absolut Falsch nicht wählen zu gehen. Schon unsere Erfolge zeigen eine Wirkung und mit dem Nichtwählen stärkst du eigentlich nur die Gegner der sozialen Marktwirtschaft für die du ja eintrittst. Nur der starke Druck von Links hat es ja erst ermöglicht das sich die SPD nach Schröder wieder sozialen Themen annimmt. Denn auch wenn sie es nicht gerne hört ist es letztendlich uns zu verdanken das die SPD durch unsere Konkourrenz wieder die soziale Frage für sich entdeckt hat. Ich halte das zwar nochimmer für Augenwischerei und Wählertäuschung was die SPD da zur Zeit aufführt, aber immerhin steht sie nun auch für den Mindestlohn.

Aber gerade am Mindestlohn sieht man wie unehrlich die SPD hier agiert. Als die damalige PDS 2002 an der 5% Hürde gescheitert ist und unsere zwei direkt gewählten PDS Direktkandidaten Petra Pau und Gesine Lötzsch einsam und verlassen im Bundestag schon 2003 den Mindestlohn gefordert hatten, wurden sie dafür verhöhnt und verlacht von der SPD, wähnte man doch die PDS als endgültig tot. Nun aufeinmal, nach unseren Erfolgen, tut die SPD so als ob es ihre Idee gewesen ist.

Oder hast du dich mal gefragt warum wir so verachtet werden ? Der neoliberale Block im etablierten Politikbetrieb bestehend aus Grünen, SPD, CDU/CSU und FDP hat es sich recht bequem gemacht in ihrer absoluten Beliebigkeit. Sie unterschieden sich doch im Grunde nurnoch in Nuanchen voneinander. Einig waren sich alle darin in der Umverteilung von unten nach oben und die PDS wähnte man in der Bedeutungslosigkeit.

Doch totgesagte leben länger und mit der Vereinigung von PDS und WASG betritt eine Partei die Bühne die genau da eine völlig andere Politik einfordert und hat damit überraschenderweise auch noch großen Erfolg. So gesehen ist es natürlich verständlich das die Altparteien nun mit allen Mitteln versuchen uns wieder klein zu kriegen, es war doch so schön gemütlich im neoliberalen Konsens für sie. Doch zum Glück gelingt dieses nicht mehr so einfach wie früher, trotz heftigem Schwenkens der antikommunistischen Keule. Es sehen immer mehr Menschen das der sogenannten Aufschwung an ihnen vorbei geht und in Wirklichkeit haupsächlich die profitieren die schon immer viel hatten, was letztendlich auch der Politik der letzten Jahre zuzuschreiben ist.

Daher meine ich das Nichtwählen ein falscher Weg ist und nur dem neoliberalen Umbau unserer Demokratie nützt. Es bedarf einer starken Kraft in den Parlamenten die sich diesem Mainstream entgegenstellt.
 
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Mal abgesehen von der FDP, habe ich eigentlich jede Partei einmal gewählt.
Und jede Partei hat sich sprichwörtlich besch...en. (die LINKE hatte noch nicht die Gelegenheit dazu) ;)

Sie alle haben gelogen und sind aus Machtgründen von ihren Idealen abgerückt. Am schlimmsten sind da die Grünen und deren Kriegszüge.

Die Linke hatte nur noch nicht die Möglichkeit dasselbe auf Bundeseben zu tun.

Warum wählen die Leute denn die LINKE?
1.Enttäuschung
2.Alternativlosigkeit
3.Die anderen haben über Jahre folgendes geprädigt: Ihr müsst einstecken, damit wir der Industrie etwas geben können, dann gibts Wachstum und dann gehts euch besser.
Jedes Jahr kamen dabei neue Schlagwörter: Flexibilität,Mobilität,Innovativität,Optimismus, Ihr müsst nur an den Erfolg glauben, Ihr seid Deutschland.

Und von Jahr zu Jahr gings den Leuten schlechter und schlechter.

In derselben Zeit hat die PDS geprädigt, dass die Stärkung der Binnennachfrage viele Probleme lösen würde(das ist im Übrigen wissenschaftlich erwiesen)

Und hups da kam dann doch tatsächlich ein Winter, den man als Frühling bezeichnen könnte und zudem eine Fussball WM in Deutschland.

Und schwups, plötzlich gab es einen massiven Aufschwung, der teilweise bis heute anhält, ohne dass der heilig gesprochene Aussenhandel (Export) deutlich gestiegen wäre.

Damit hat die PDS ungewollt alle ihre Behauptungen bewiesen.
Insofern gebe ich dir absolut recht!

Nur glaube ich auch, dass wenn sie ersteinmal eine Verantwortung auf Bundesebene tragen wird (und das wird kommen!), sie keinen Unterschied mehr zu den anderen Parteien darstellen dürfte.
Dabei kommt noch die innere Zerrütung der Partei erschwerend hinzu.

Aber es stimmt schon, wenigstens bennen sie die Probleme und verweisen auf andere Länder und deren Lösung derselbigen.
 
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@Helios co.
ich sehe auch die Gefahr einer sozialdemokratisierung der Linken. Das währe aber etwas was unsere Partei wieder beliebig und nicht unterscheidbar zur SPD machen würde. Also genau der falsche Weg den schon die Grünen gegangen sind.

Wenn man mal sieht was für ein Aufstand gemacht wurde als sich durch die Ablehnung des EU Vertrages das Land Berlin der Stimme im Bundsrat enthalten musste, dann weiß man direkt das sich die SPD doch nur einen handzamen und kuschenden Partner in Gestalt der Linken wünscht. Plötzlich waren die ganzen Kröten die wir in Berlin schlucken mussten vergessen und uns wurde die Regierungsfähigkeit abgesprochen.

Ich meine aber das es höchste Zeit war das sich die Linke hier endlich einmal durchgesetzt hatte. Ich wette das uns eine Zustimmung irgendwann einmal auf das Butterbrot geschmiert worden währe wenn die negativen Folgen dieses EU Vertrages (Lohn und Sozialdumping in der EU) zum Tragen kommen, frei nach dem Motto ihr habt doch damals mit zugestimmt. So macht man es ja schon heute im Hinblick auf die Politik in Berlin. Hier hat sich unsere Partei lange genug am Nasenring von der SPD vorführen lassen und heute hält man uns genau das vor.

Übrigens waren meine Beweggründe der damaligen PDS vor ca.10 Jahren beizutreten weniger in meinem persönlichen Leben (also z.B. durch Arbeitslosigkeit oder Perspektivlosgikeit) zu suchen, als vielmer in der Überzeugung das Deutschland eine starke Kraft neben der SPD nötig hat. Der demokratische Sozialismus ist für mich auch eine absolut erstrebenswerte Perspektive, wenn diese auch nach heutigen Maßstäben sehr Utopisch erscheint. Das die PDS aus der SED hervorging störte mich dabei überhaupt nicht weil ich der PDS eingestehe ihre Lehren aus dieser Vergagenheit gezogen zu haben. Auf der anderen Seite bin ich aber auch der Meinung das die Antikommunistische Propaganda der Gegner des Sozialismus der DDR nicht gerecht wird da dieser Saat als antikapitalistische Alternative zur BRD durchaus seine Berechtigung hatte. Nur leider haben wir ja gesehen was die alte Herrenriege der DDR Oberen daraus gemacht hatte. Eine Hypotek wo wir Sozialisten noch lange werden abzahlen müssen, da es damit unseren Gegnern sehr leicht gemacht wird uns zu bekämpfen.
 
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Eine Hypotek wo wir Sozialisten noch lange werden abzahlen müssen, da es damit unseren Gegnern sehr leicht gemacht wird uns zu bekämpfen.
Trefflich zusammengefasst.

Konkurrenz belebt das Geschäft und der Kapitalismus hat nun mal keinen Konkurrenten mehr.
Und schon geht alles den Bach runter.

;)
 
Nein verkehrt ist das bestimmt nicht, hat aber auch keiner hier gesagt.
Zu min. muss ich das überlesen haben.
 
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@Helios co.
du hast es sehr gut erfasst. Musste der Kapitalismus in Zeiten des Ost/West Gegensatzes noch Zugeständnisse an die Arbeitnehmer machen (hier wurde die sogenannte "soziale Marktwirtschaft" erfunden) so braucht er nun in Zeiten des ungezügelten Kapitalismus darauf keine Rücksicht mehr zu nehmen.

Daher halte ich persönlich auch die soziale Marktwirtschaft für eine Illusion. Es suggeriert das der Kapitalismus "sozial" sein kann und ist eigentlich darauf ausgelegt die Massen ruhig zu stellen. Denn alles Soziale schmälert den Profit, also das Lebenselixier des Kapitalismus und daher kann beides nie zusammengehen weil es sich gegenseitig ausschließt. Leider haben das längst nicht alle, selbst in unserer Partei, verstanden.
 
Nun ich sehe da schon noch einen Unterschied.

Da werde ich nicht müde auf die USA zu verweisen.
Reiner Rohkapitalismus: Und seine vollen Auswirkungen werden wir bzw. die Bürger der USA sehen, wenn es zu einer Rezession kommen wird.

Soziale Marktwirtschaft hat den großen Vorteil, dass es einen starken Staat gibt, teilweise auch mit Beteiligung an Schlüsselindustrien.
So sehe ich zu min. die soziale Marktwirtschaft.
 
Wie soll man jetzt deinen Beitrag verstehen? Abgesehen von den vielen Tippfehlern im ersten Satz, fällt der angegebenen Wiki-Text zugunsten Helios co.'s Meinung aus, also widerspricht deiner Meinung.
 
Eigentum verpflichtet demnach insofern, als dass es nicht unproduktiv in der Ecke liegen soll - ähnlich wie ein unbestelltes Feld, das verwildert und keinen Nutzen (für die Gesellschaft) bringt Das ins Ausland transferierte Kapital arbeitet dagegen durchaus weiter, nur eben woanders.

Deshalb halte ich Helios' Schlussfolgerung, "Kapitalflucht" sei "asozial und verantwortungslos" für falsch.
 
@keskhau
na dein Spiegelartikel ist ja wieder ein Paradebeispiel für die Gleichschaltung der neoliberalen Medien nach dem Motto: Ist doch alles nicht so schlimm, uns geht es doch noch gut und der böse Popolismus a la Lafontaine. Selbstredent muss dann natürlich auch der völlig nichtssagende und unnütze "König Fußball" dafür hinhalten das doch alles ganz toll ist hier in Deutschland. "Brot und Spiele" fällt mir dazu ein. Damit wurde das Volk schon immer ruhig gehalten und für dumm verkauft.

Kein Wunder denn die die so auf Optimismus machen sind ja kaum betroffen von den derzeitigen Verwerfungen, im gegenteil es sind Profiteure dieses Systems. Seien es Redakteure mit hohen Gehältern und bezahltem Dienstwagen oder auch die Politiker mit ihren fürstlichen Privilegien. All denen können die Sorgen der einfachen Arbeitnehmer tatsächlich am A.... vorbei gehen. Denn selbst wenn diese ihren Sprit mal selber bezahlen müssen so tun sie es bei deren Gehältern aus der Portokasse und freuen sich über die explodierenden Gewinne in ihren Aktiendepots. Höhere Lebenskosten ? Für diese nur Vokabel aus einem völlig unbekannten Universum.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was ihr immer mit eurem "Neoliberalismus" habt. Im Grunde - und da stimme ich mit Wikipedia übereiin - kann man ihn so beschreiben: "Betont wird der wechselseitige Zusammenhang von politischer und wirtschaftlicher Freiheit, sowie die Notwendigkeit einer Rechtsordnung, die den Wettbewerb fördert und das Entstehen von privaten Machtpositionen zu verhindern sucht. (...) Der Neoliberalismus gilt als wesentliche theoretische Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft[. (...) Heute dient der Begriff Neoliberalismus auch oft als polemisches Schlagwort in der politischen Auseinandersetzung."

http://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus
 
@keskhau

Ah ha, hat sich die Verharmlosung dieses Ungeistes schon bei Wikipedia breit gemacht. Hoffe das dieses dort mal jemand richtig stellt.

Der Neoliberalismus ist die Überbetonung einer freien Wirtschaft zu Lasten des sozialen Ausgleichs mit der vorgeschobenen Schlußfolgerung das dadurch Wohlstand für alle entstehen würde.

Dabei wird bei einer völlig freien Wirtschaft jedoch nur der Reichtum in der Hand einiger Weniger konzentriert, zu Lasten der sozialen Errungenschaften der Arbeitnehmer. In der zynischen Logik der Neoliberalen stehen Arbeitnehmerschutzgesetze einer freien Wirtschaft entgegen und müssen daher abgebaut oder gar abgeschafft werden. Der Arbeitnehmer verkommt zum willfährigen Spielball der Wirtschaft der möglichst schlecht bezahlt und flexziebel seine Arbeitskraft der Wirtschaft zur verfügung zu stellen hat. Dabei können zwar einige Wenige ein sehr hohes Gehalt gegerieren, die Massen der normal ausgebildeten Arbeitnehmer jedoch müssen sich mit immer weniger Lohn zufrieden geben der zum Teil sogar das Existenzminimum unterschreitet. Aber hier ist der Neoliberalismus dann plötzlich sehr für staatliche Eingriffe, soll doch dieser dann für den sozialen Ausgleich sorgen und aus Steuergeldern die Minilöhne aufstocken. Den Gewinn den Profiteuren, die Verlusste vergesellschaften ist das Credo was dahinter steckt.

Ein Trick des Neoliberalismus ist auch die schleichende Endsolidarisierung der Gesellschaft. Jeder soll sich selbst der Nächste sein und soziale Gesetzgebung somit als überflüssig und sogar als nachteilig für den Einzelnen diskreditiert werden.

Wie gut das funktioniert sehen wir ja hier an den Kommentaren einiger. Da wird z.B. davon gesprochen das man es nicht mehr einsehe für das nichts tun der Arbeitslosen immer mehr Sozialabgaben bezahlen zu müssen, oder für die Rentner höhere Rentenbeiträge hinzunehmen. Eine äußerst perfide, aber leider sehr wirksame Masche die Leute gegeneinander aufzubringen. Das ist gelebter Neoliberalismus.

Übrigens kam die Deutsche Rentenversicherung zum Ergebniss das wenn man alle Rentenkürzungen der letzten Jahre zurücknehmen würde eine Beitragssteigerung von nur 3,5 % nötig währen. Also eine Belastung von nur 1,75 % für die Arbeitnehmer. Jetzt mit Riester aber soll man ganze 4% vom Bruttoeinkommen in einen Riestervertrag investieren (so man sich das überhaupt leisten kann) und hätte damit gerade mal, je nach Vertrag und Verlauf, diesen Verlusst der letzten Jahre ausgeglichen. Man sieht, diese ganzen Kürzungen nützen in erster Linie nur der Wirtschaft und den Finanzdienstleistern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann mir jemand einen großen Theoretiker o.Ä. nennen, der sich selbst als Neoliberalisten bezeichnet? ;)
Die Art, wie diese Bezeichnung heutzutage benutzt wird, ist abhängig von politischer Gesinnung und geographisch beeinflusst. Schaut mal wie der Begriff in Amerika/Lateinamerika eingesetzt wird.

@Extasy:
Du streust da viele Elemente des klassischen Liberalismus des 18./19. Jh. ein. Fakt ist, dass selbst in der Wissenschaft gestritten wird, was "Neoliberalismus" denn nun überhaupt ist. Das die Linken es als verbogenes Feindbild einsetzen, macht diese Ausführungen nicht richtiger.

Zum Thema Linksruck usw.: Die Linke hat nicht mal ein Programm (wollte ich mir neulich ansehen).
 
Zuletzt bearbeitet: (Rächtschreipfäller)
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