Für Hartz4 etwas tun

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CyberdyneSystem schrieb:
Richtig, nur findet genau dies nicht statt!
Ein Problem der Umsetzung, nicht des Konzeptes selbst. Überhaupt wollte ich damit nicht insinuieren, dass in Deutschland Neoliberalismus praktiziert wird. Neoliberalismus wurde hier nur wie üblich als Synonym für ein unsoziales System verwendet, und das kann ich nicht einfach so stehen lassen.

CyberdyneSystem schrieb:
Sorry, aber Stammtischparolen betreibst du bislang
Meine überspitzte Formulierung ist weit entfernt von dem verbalen Rundumschlag, dem ich Stammtischniveau zugeschrieben habe.
 
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zu exoplanet #220:

Da fehlt dazu nur ein Satz: Weil dem deutschen Volk die Argumentation der Politiker völlig einleuchtet.

Etwa 60 Jahre unter der Macht und Sachzwänge des Kapital- und Geldvermehrung (abgesehen von ziemlich viel Propaganda und blöden Gedanken von der Politik bis Medien!) und das Volk sieht es ein: anders läuft dieser Laden nicht!
 
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SheepShaver schrieb:
Nein, damit meinte ich vornehmlich, dass sich ein Großteil der Arbeitssuchenden...

... zitiertes Zitat ist nicht von mir. Da kam was durcheinander.

@barista,

... alteernativlos bzw. es gibt keine Alternative. Auch ein politischer Sprachgebrauch der wie "Schuldenbremse" (eigentlich eine Investitionsbremse) oder Lohnnebenkostensenkung (eigentlich ein Beschneiden des Arbeitgeberanteils zu den Sozialkassen) natürlich überzeugend wirkt.
 
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andiac schrieb:
Das Problem Arbeitslosigkeit löst man auch nicht dadurch, dass man den Arbeitslosen fast alles vorenthält, was zum Leben teilweise sogar notwendig ist.

Was redest du denn hier? Lebensmittel, Wohnung+Heizung, medizinische Versorgung etc. werden zu jeder Zeit gesichert. Das ist mehr als ca. 5,5 Milliarden Menschen dieser Welt haben. Dazu kommen noch Luxusgüter wie TV, Computer, Handys, Alkohol, Zigaretten, teilweise PKW etc.
Alles notwendige wird im Überfluss bereitgestellt.

edit:
Ein Mindestlohn führt übrigens zwangsläufig zu einer höheren Arbeitslosenquote, übrigens genau so wie höhere Löhne. Also düfte für die Hartzer ein Mindeslohn nicht unbedingt erstrebenswert sein, genau so für die meisten deren Einkommen im Moment zwischen Hartz4 und dem jeweiligen Mindestlohn liegt.
SheepShaver hat übrigens Recht großteils Recht. Dümmliche Stammtischparolen und viel Meinung, aber wenig Ahnung. Aber das ist ja normal bei diesem Thema^^.
 
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@bex1

komisch das keine Massenabwanderung in H4 stattfindet, bei den Verhältnissen die du beschreibst.
 
Ja ist schon schlimm das es den Leuten besser geht wenn sie arbeiten. Das willst du doch damit sagen, oder? Übrigens fand eine Masseneinwanderung in die deutschen Sozialsysteme statt ;)
So schlecht können sie also nicht sein.
 
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@sheepshaver

Der Neoliberalismus soll also Chancengleichheit in einem System schaffen, das bereits zehnjährige in Gewinner und Verlierer unterteilt? Wie das? Indem staatliche Eingriffe, mit denen die schwachen zumindest noch etwas gestützt werden, noch weiter oder ganz zurückgefahren werden? Das Kernstück der neoliberalen Ideologie ist der freie Marktwettbewerb und individuelle Freiheiten ohne staatliche Interventionen. Ist es das, was du als Chancengleichheit empfindest? Dass sich jeder frei von staatlichen Eingriffen entwickeln kann und damit quasi die gleichen Voraussetzungen hat?

Das Problem: Menschen sind nicht gleich - es gibt stärkere und schwächere - und in einem System, das einen staatlich koordinierten solidarischen Ausgleich ablehnt, werden gewiss nicht weniger Verlierer hervorgebracht. Man schaue sich doch nur an, wie der Neoliberalismus in aller Welt die Ungleichheiten wie Armut und Superreichtum fördert und manifestiert. Das als System der Chancengleichheit zu bezeichnen grenzt schon an Realitätsverweigerung. Mit der gleichen hanebüchenen Logik könnte man sich übrigens auch den Kommunismus schönreden, so wie es die Linken gerade öffentlich getan haben.

@bex1
Herrlich, wie du dich als Konsument minderwertiger Erzeugnisse der Springerpresse outest :D
 
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@bex1

Du machst das schon fast so professionell wie die Politiker, wie du Arbeitslose und Arbeitnehmer gegeneinander ausspielst.
Hast deinen Text brav aufgesagt; reflexartig hast du auch gleich gewusst was ich damit verbinde; und Menschen aus anderen Ländern hast du gleich auch noch mit rein geworfen, und dann einmal ordentlich umgerührt.

Guten Appetitt :)
 
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@bex1

schau dir diese Zahlen mal an, das sind die Arbeitlosenquoten der Jahre 2005/10, da wirst du erkennen, dass die EU Länder mit einem Mindestlohn, keine signifikant höheren Zahlen aufweisen als wir.

http://www.wko.at/statistik/eu/europa-arbeitslosenquoten.pdf




Studie
Mindestlöhne vernichten keine Arbeitsplätze
11.01.2011 - Ein Mindestlohn führt zwangsläufig zu Beschäftigungsverlusten, so die Meinung vieler Arbeitgeberverbände. Das stimmt nicht, belegt eine US-Studie.
Der Zusammenhang zwischen Mindestlöhnen und Beschäftigungsentwicklung sei längst nicht so klar, schreibt das Handelsblatt – und berichtet über eine Untersuchung des Arbeitsmarkt-Forschungszentrums der US-Eliteuniversität Berkeley, nach der höhere Mindestlöhne in den letzten 16 Jahren keine Arbeitsplätze vernichtet haben.



Keine negativen Beschäftigungseffekte entdeckt
Das Fazit der Studien-Autoren: "Wir finden keine negativen Beschäftigungseffekte." Die Forscher stellten demnach fest: Höhere Mindestlöhne haben die politisch gewünschten Folgen – die Arbeitgeber kamen nicht um höhere Löhne herum.

Jedoch hätten die Arbeitgeber auf die höheren Lohnkosten nicht mit Entlassungen reagiert, was sich im Fachjargon so lese: "Unsere Schätzergebnisse für die lokalen Beschäftigungseffekte sind nicht unterscheidbar von null."

Andere Arbeitsmarktfaktoren würden die Effekte des Mindestlohns auf die Beschäftigungsentwicklung der untersuchten Regionen überstrahlen.

Länger und genauer hingeschaut
Die Studie sei ein Meilenstein, so renommierte Arbeitsmarktforscher: Niemand zuvor habe die Wirkung von Mindestlöhnen so detailliert und gründlich untersucht wie das dreiköpfige Forscherteam aus Berkeley.

Beobachtungszeitraum sei 1990 bis 2006 – eine enorm lange Zeitspanne im Gegensatz zu vielen ähnlichen Fallstudien.

Ähnliche Regionen miteinander verglichen
Außerdem betrachteten die Forscher laut Handelsblatt die Beschäftigungsentwicklung auf der Ebene einzelner Landkreise ("Counties").

Sie hätten nur Counties miteinander verglichen, die direkte Nachbarn sind, aber in unterschiedlichen Bundesstaaten mit unterschiedlich hohen Mindestlöhnen liegen.

Die Differenzen bei den Mindestlöhnen in diesen Regionen seien enorm: Sie klafften um sieben bis 20 Prozent auseinander.

Dieses Vorgehen der Forscher habe den Vorteil, dass ähnliche Regionen besser untersucht werden könnten.

Die meisten Mindestlohn-Studien seien regional stark begrenzt. Die Berkeley-Forscher hätten dagegen Daten regionaler Arbeitsmärkte in den gesamten USA sammeln können.

Zu den Mindestlöhnen
In den USA gilt laut Handelsblatt bereits seit 1938 ein landesweiter Mindestlohn. Er liege derzeit bei 7,25 Euro pro Stunde. 32 Bundesstaaten schrieben sogar höhere Mindestlöhne vor.
 
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Exar_Kun schrieb:
Das als System der Chancengleichheit zu bezeichnen grenzt schon an Realitätsverweigerung.
Wenn jedem die selben Möglichkeiten gegeben werden, dann besteht Chancengleichheit vor dem System. Wenn diese Chancen nicht genutzt werden, dann kann man dies nicht dem System anlasten. Übrigens sprechen wir hier rein hypothetisch. Echte Chancengleichheit gibt es defakto derzeit nirgendwo. Genauso wie es nirgendwo Neoliberalismus gibt. Die deutsche Soziale Marktwirtschaft kommt diesem noch am nächsten,ist aber heute Lichtjahre von Ludwig Erhards Grundidee entfernt.
 
bex1 schrieb:
...

edit:
Ein Mindestlohn führt übrigens zwangsläufig zu einer höheren Arbeitslosenquote, übrigens genau so wie höhere Löhne.


... au Backe. Vielleicht führen höhere Löhne zu mehr Konsum im Binnenmarkt und dadurch zu mehr Arbeitsplätzen. Vielleicht führen höhere Löhne zu mehr Verteilungsgerechtigkeit. Vielleicht schrumpft das Vermögen weniger durch höhere Löhne. Du kannst aber gerne den Anfang machen und deinem Arbeitgeber vorschlagen in Zukunft für die Hälfte deines Lohnes/Gehaltes zu arbeiten um deinen Arbeitsplatz zu sichern.

SheepShaver schrieb:
Wenn jedem die selben Möglichkeiten gegeben werden, dann besteht Chancengleichheit vor dem System. Wenn diese Chancen nicht genutzt werden, dann kann man dies nicht dem System anlasten. Übrigens sprechen wir hier rein hypothetisch...

... schon deswegen hypothetisch weil es den Zustand der Chancengleichheit in der Geschichte der Menscheit noch nie gab. So gesehen, kann man schwerlich davon reden, dass selbst dann Chancen nicht genutzt würden und diese dem System angelastet würden.
 
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Höhere Löhne führen zunächst mal zu Preiserhöhungen (z.B. 40% mehr für einen Friseurbesuch), daher wird der Konsum wohl kaum steigen, zumindest nicht für einheimische Produkte. Eine Folge wäre mehr Schwarzarbeit (der Friseur muss ja schließlich auch von was leben) und eine Begünstigung ausländischer Produkte.
 
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@SheeShaver,

mann könnte meinen du bist von der INSM. Bist gegen alles was wirklich gut wäre, um etwas mehr an Gerechtigkeit und Reichtum zu verteilen. Hast du dir schon mal überlegt, dass verweigerte Lohnzahlungen nur dem Arbeitgeber was bringen? Bei Dumpinlöhnen egal in welcher Branche wird doch vom Staat aufgestockt oder etwa nicht? Wer verdient daran?
Zudem schwächt das den Binnenmarkt, die Kaufkraft sinkt.
 
@ bex1

Oh mann. Du hast mich komplett missverstanden. ^^
Aber hauptsache mal dumm rumprollen, nicht?!
 
Godde schrieb:
Zu den Mindestlöhnen
In den USA gilt laut Handelsblatt bereits seit 1938 ein landesweiter Mindestlohn. Er liege derzeit bei 7,25 Euro pro Stunde.

wo leben denn die Amerikaner die 3 jobs haben um durchzukommen?

im Ernst, wenn es wirklich ~10 Dollar mindestlohn sind haben die Berichte über den newyorker mit 3 Jobs doch keine Grundlage, oder?
 
Es gibt beides :D
Auch Amis halten sich nicht alle an die Gesetze. ;)
Bei den 3 Jobs sind es halt meist welche die eben keine Vollzeit pro Job sind. Sonst könnte man auch keine3 Jobs machen. :D
Die Mär das Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet, verbreiten diejenigen, sie sich gern selbst etwas mehr gönnen, als ihr Arbeitsplatz wirklich wert ist.
Hab hier gerade ne Fachzeitung mit Geschäftsführergehältern liegen. Das Finanzamt ermittelt da ja gern Werte um eine verdeckte Gewinnausschüttung abzugrenzen.
So liegt die Grenze im Jahresbezug im Handwerk bei:
Baunebengewerbe 85.769
Bauunternehmen 70.006
Garten-/Landschaftsbau 81.456
Nahrungs-/Genussmittel 109.297
Quelle: BBE media, Neuwied Studie 2010
 
Und was ist an den Zahlen so besonderes?
 
Zitat SheepShaver: "Höhere Löhne führen zunächst mal zu Preiserhöhungen (z.B. 40% mehr für einen Friseurbesuch), daher wird der Konsum wohl kaum steigen, [...]"

Das Argument, dass höhere Löhne ihren Zweck verfehlen würden - den im 'Wohlstand' wiederspiegelnder Konsum für die Massen zu erhöhen -, ist ein richtiger Brüller. Das hält folgendes fest: Erstens, ist der 'Wohlstand' halt nicht für diese Massen vorgesehen, sie müssen ihn nur im Ganze - für die 'Nation' durch ihre Arbeit erbringen. Zweitens, es verhält sich ganz anders mit den Gewinnen der Geld- und Kapitalbesitzer genau anders herum: sie sind überhaupt zulässig und erstrebenswert, da dadurch die Macht der 'Nation' und des Staates mehrt.

Eine deutlichere Parteiname für die Unterordnung der Lohnabhängigen unter diese 'edlen' Zwecke des Geldes ist selten zu lesen.
 
... SheepShaver' s Argumente werden halt gerne von den Arbeitgebern vertreten. Leider werden diese Argumente in der Politik gerne aufgenommen. Naja, immerhin ist die Zahl der Millionäre auch während der Finanzkrise gut gestiegen (861000). Wenigstens ein paar die profitieren.
 
@barista

Als nächstes wird suggeriert, man könne durch Anhebung des eigenen Bildungsniveaus in höhere Lohngefilde vorstoßen (was an der grundsätzlichen Abhängigkeit erstmal nichts ändert) - aber der eigene Lebensstandard könne so erhöht werden.

Es ist aber so, dass es absolut nicht absehbar ist, dass diese Masse "Geringqualifizierte" "wegzubilden" wäre. Sie ist fester Bestandteil unserer Gesellschaft, weil in unserem Konkorrenzkampf eben nicht jeder erster sein kann, und weil der Jahrzehntelange Dauer - Konsens beim Thema "mehr Bildung" komischerweise keine Früchte trägt.

Ehrlicherweise müsste man sagen, dass man eine Masse von momentan ca. 10 bis 20 % (Tendenz steigend) Anteil an Schlechtverdienern, H4 Empfängern u.a. an der Bevölkerung, als Begleiterscheinung unseres Gesellschaftssystems akzeptiert - zum Teil sogar befördert.

Wers dann zufällig oder aufgrund guten Voraussetzungen "nach oben" geschafft hat, kann dann ruhigen Gewissens nach unten Blicken und vom Pöbel Bildung und Fleiß verlangen.

Nur um einen Teil der gängigen Argumente mal vorwegzunehmen.

Witzigerweise wird unsere soziale Marktwirtschaft als "DAS" Modell gegenüber dem fiesen amerikanischen TURBO Kapitalismus verkauft - wenns einem dann in die eigene Argumentation passt fordert man aber doch "Mindestlöhne" wie in den USA.
inkonsequent.
 
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