Gesetz gegen Gaffer

Lübke schrieb:
@hallo7: was würdest du vorschlagen? oder alles so lassen und weiter eskalieren und menschen sterben lassen? kanns doch auch nicht sein, oder?

Mehr Polizeibeamte? Würde auch bei anderen Problemen helfen.
 
einverstanden. ich denke auch dass es da an so mancher stelle mangelt, und das nicht nur zu sylvester in köln.
dennoch bin ich der meinung dass auch die rechte der polizisten in solchen extremsituationen gestärkt werden müssen. handys einkassieren, im nachgang den eigentümer ermitteln und bestrafen.
wer sein handy wiederhaben will muss eben die 100 € bußgeld auf dem revier bezahlen und bei der gelegenheit seine personalien fürs vorstrafenregister bekanntgeben, sonst is das handy halt weg. is zwar nich viel, aber dürfte doch schon den einen oder anderen gaffer abschrecken den beamten zu nahe zu kommen.
 
Zunächst mal meine persönliche, vom deutschen Gesetz aber ganz bestimmt nicht abgesicherte Meinung dazu, wie man mit aufdringlichen und behindernden Gaffern verfahren sollte. Wenn der Betreffende nach der ERSTEN Aufforderung nicht weicht: KNÜPPEL AUS DEM SACK!!!
Mit dem Rettungswagen Platt fahren, wenn der Gaffer in der Rettungsgasse rumlungert, finde ich da durchaus gerechtfertigt (man kann ja vorher mit Blaulicht und Martinshorn deutlich darauf hinweisen). Wenn erstmal klar ist, dass Notarzt und Rettungswagen erst am Unfallort zum Bremsen verpflichtet sind (und sie ansonsten am Unfäll auf dem Weg zum Einsatz KEINE Schuld trifft), dann werden die Leute schon Platz machen ... keiner lässt sich gerne platt fahren, nichtmal für ein "total supi-geiles YT-Action-Video".

Nun aber etwas realistischer (weil die Klagen, die oberes Vorgehen provozieren würde, kann niemand ein echtes Interesse haben, auch wenn sie alle abgeschmettert werden könnten)

Mir wurde im Ersthelferlehrgang (anlässlich meines Zivildienstes), noch beigebracht, dass man vor den Erstmaßnahmen jemanden persönlich ansprechen soll: "Du rufst jetzt 110 an". Denn genau DIESER Anruf kann die entscheidenden Sekunden kosten.
Bei den Berichten habe ich jedoch so meine Zweifel, ob das heute überhaupt noch was bringt ... wahrscheinlich kommt da nur zurück "mach doch selber, du Diktator", und nach einer Wiederholung dann "ey Halloooo ... ob ich wohl grad' filme".

Im Rettungseinsatz kann es um Minuten oder sogar Sekunden gehen, die über bleibende Schäden entscheiden ODER sogar über Leben oder Tod.
Dass es überhaupt Leute gibt, die bei sowas seelenruhig im Weg stehend zusehen, finde ich absolut ekelhaft ... gleiches gilt für die Leute, die bei gewalttätigen Übergriffen nicht eingreifen, sondern lieber ein Video machen, wo dann die Tonspur zeigt, was für Leute da gedreht haben "Ey krass alter, hast du das gesehen ... üüüübel ... und wie viele Leute da einfach nur zusehen ... echt zu krass mann".
Teilweise fällt das den Vollidioten scheinbar nichtmal auf.

Mehr Polizei könnte es bringen ... allerdings bringt das auch ganz sicher wieder Kritik á la Polizeistaat und so weiter.
Größere Befugnisse im Sonderfall "Rettungseinsatz" könnten da eine wetaus bessere Lösung sein, aber ohne mehr Polizei vor Ort ist das eben nicht gut durchsetzbar.

Wie wäre es denn mit einer technischen Lösung? Zum Beispiel ein "Auto-Hack" der vom Rettungswagen aus alle Smartphone-Kameras im Umkreis von N Metern temporär deaktiviert. So nach dem Motto "wenn du ein Martinshorn hörst, dann tut deine Cam eh nicht". Das fände ich eine kreative Lösung für dieses Problem ... leider habe ich keine Ahnung, ob das technisch machbar wäre.
Allerdings wäre hier dann auch ein Filmen weiterhin möglich, die Kamera wäre ja erst aus, sobald der erste Einsatzwagen vor Ort eintrifft. Und damit wäre es gegen das Hauptproblem (Meiner Meinung nach) wirkungslos, denn das besteht wohl darin, dass die Leute sowas überhaupt filmen müssen, statt im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen.
 
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DerOlf schrieb:
Wie wäre es denn mit einer technischen Lösung? Zum Beispiel ein "Auto-Hack" der vom Rettungswagen aus alle Smartphone-Kameras im Umkreis von N Metern temporär deaktiviert. So nach dem Motto "wenn du ein Martinshorn hörst, dann tut deine Cam eh nicht". Das fände ich eine kreative Lösung für dieses Problem ... leider habe ich keine Ahnung, ob das technisch machbar wäre.

Technisch möglich schon, nennt sich EMP, allerdings funktioniert dann auch der Defi (und alle anderen elektronischen Geräte) im Krankenwagen nicht mehr. Einen Software-Hack schnell genug einspielen geht nicht, der müsste schon auf den Smartphones sein und sozusagen auf den Ort reagieren, aber auch das gibt Probleme etc.

Lange Rede, gar kein Sinn - sowas würde auch nützliche Anrufe etc. behindern (auch Polizisten nutzen tlw. Smartphones für die Einsatzkoordination, Rettungskräfte, Feuerwehr sowieso)

Übrigens ist rumstehen und nicht helfen auch jetzt schon strafbar, wobei sich helfen je nach Fall auf die Verständigung des Notdienstes beschränken kann.

Was ihr alle mit dem Überfahren habt versteh ich nicht, der Notarzt muss genauso schauen, dass er heil ankommt. Ich habe selbst schon erlebt wie ein Notarzt bei einem Einsatz mit seinem Wagen von der Straße abgekommen ist, weil er zu schnell war und der Fahrer dabei umgekommen ist. (und da war absolut kein Verkehr). Ein Krankenwagen kann nicht einfach 100 in einer 50er Zone fahren, die Straßen sind darauf nicht immer ausgelegt. (selbiges gilt für bundestraßen/autobahnen)
 
Du hast das mit dem Überfahren nicht richtig verstanden glaube ich.

Wir sind auf der Autobahn und da ist in der Mitte ne Rettungsgasse. Der Krankenwagen wird sicherlich keine 100 fahren, aber er wird so schnell fahren, wie er kann, und das können gut und gerne 50km/h sein.Das Martinshorn ist an und das Blaulicht auch. In der Mitte tümmeln sich dann anstatt nen leerer Streifen Idioten mit Kameras herum, die Polizei ist am Unfallort und schirmt dort ab, hat evtl. erste Hilfe geleistet. Eine Autoschlange von 1km und schon stehen da mindestens 100 Autos, und einige der Fahrer/Beifahrer/Rückbänkler steigen aus und gehen IN die Rettungsgasse um zu filmen oder weiss-der-Teufel-was zu tun.

Und DA hat der nach Olfs und meiner Meinung nach einfach drüberzufahren. Die haben da nichts verloren, die behindern und Sekunden machen hier schon ein Menschenleben unter den Opfern aus. Wer so rücksichtslos ist, der sollte auch mit Rücksichtslosigkeit rechnen.

In der Stadt ist das nicht so einfach, aber vom Prinzip her dasselbe. Dort haben Autofahrer, Fahrräder und Fußgänger Platz zu machen. Wenn da zufällig jemand taubes vorbeigeht und das Horn nicht hört, gleichzeitig blind ist und daher das Blaulicht nicht sieht, du magst entschuldigen, Kollateralschaden. Den Kranken/Rettungswagen aber ausbremsen und Leben zu gefährden (möglicherweise nicht nur eins, man stelle sich nen Brand von nem Haus vor, kann ja auch nen Feuerwehrwagen sein) ist fahrlässig und wie Lübke schrieb, fast totschlag.
 
hallo7 schrieb:
Technisch möglich schon, nennt sich EMP
Ich dachte da definitiv an etwas weniger drastisches ... dass EMP funktioniert, weiß ich auch, aber danach will nichtmal mehr der Motor vom Rettungswagen, und der Heli schmiert u.U. einfach ab. Alles für die Opfer wenig wünschenswert.

Aber eine Software-Lösung ist wohl tatsächlich etwas unpraktikabel ... obwohl man ja den Einsatzkräften durchaus Dienst-Telefone zur Verfügung stellen könnte, bei denen der Hack deaktiviert ist. Aber wie bekommt man Smartphone-Hersteller dazu, sowas zu implementieren, und Kunden dazu es auch zu kaufen (wenn es nicht geheim gehalten wird)?
Da tun sich ganz schnell Abgründe Marke NSA-Affäre auf.

Der Notarzt soll ja auch nicht mit Vollgas über Igel, Kinder, Hasen drüberballern, sondern eben in sicherem Fahrtempo ... dass die Einsatzkräfte sich und andere durch Heizerei gefährden, kann keiner wollen, jeder Rettungswagen, der NICHT am Einsatzort eintrifft (oder zu spät) ist einer zu viel. Und da ist es auch egal, ob der von der Strasse abgekommen ist, oder in einer Menge von Schaulustigen steckengeblieben.

Ich bin da aber eh sehr hart, denn ich würde das (nicht so heftig, weils da nur um ein bisschen Zeit geht, nicht um Personenschäden) auch auf den ÖPNV übertragen.
Nein, die sollen nicht Fußgänger plattfahren, aber es sollte keine versicherungstechnischen oder juristischen Konsequenzen für das ÖPNV-Unternehmen ODER den Bus/Bahn-Fahrer haben, wenn er ein Fahrzeug, das so geparkt ist, dass Bus und Bahn nicht mehr genug Platz haben, einfach beiseite schiebt. Wer Schäden an seinem Wagen vermeiden will, der soll verdammt nochmal so parken, dass er den übrigen Verkehr nicht behindert.
Als ÖPNV Kunde werde ich immer wieder wuschig (weil ich Termine nicht einhalten kann) wenn die Bahn solche "Falschparker" nur anbimmeln darf ... und teilweise bis zu 15 Minuten vergehen, bevor der Besitzer des Wagens das mitbekommt (wenn überhaupt).
Verantwortung lernen die Leute halt doch nur, wenn Verantwortungslosigkeit oder gar -verweigerung ihnen selbst wehtut.

Natürlich neige ich da zu etwas "schwarzer" Pädagogik ... anders wäre es mir in jedem Falle lieber - ich bin mir nur unsicher, ob das auch klappt.
 
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Onkelhitman schrieb:
Wenn da zufällig jemand taubes vorbeigeht und das Horn nicht hört, gleichzeitig blind ist und daher das Blaulicht nicht sieht, du magst entschuldigen, Kollateralschaden.

Mit welcher Ethik begründest du das? (Übrigens auch das Leib und Leben anderer zu riskieren, wenn sie auch behindern) um ein anderes zu retten?

Mit der Ethik eines Arztes sollte das unvereinbar sein, aber vielleicht hast du eine Idee dazu ;)

DerOlf schrieb:
Nein, die sollen nicht Fußgänger plattfahren, [...] wenn die Bahn solche "Falschparker" nur anbimmeln darf...

Ich könnte schwören manche ÖPNV Fahrer versuchen Fußgänger platt zu fahren. Ich werd immer wuschig wenn mich die Straßenbahn auf dem Zebrastreifen anbimmelt weil sie nicht bremsen möchte. Einmal konnte ich dem Straßenbahnfahrer schon fast ins Gesicht spucken (ich hab das nicht versucht, nur um die Entfernung zu zeigen) und das obwohl wir mittem auf dem Zebrastreifen waren.
Das ganze geht also auch in die andere Richtung und vor allem als Fußgänger tun sich da tlw. Abgründe auf.
 
hallo7 schrieb:
Ich könnte schwören manche ÖPNV Fahrer versuchen Fußgänger platt zu fahren. Ich werd immer wuschig wenn mich die Straßenbahn auf dem Zebrastreifen anbimmelt weil sie nicht bremsen möchte. Einmal konnte ich dem Straßenbahnfahrer schon fast ins Gesicht spucken (ich hab das nicht versucht, nur um die Entfernung zu zeigen) und das obwohl wir mittem auf dem Zebrastreifen waren.
Das ganze geht also auch in die andere Richtung und vor allem als Fußgänger tun sich da tlw. Abgründe auf.
Ich persönlich fühle mich da eher von ganz normalen Autofahrern gefährdet, denn ich musste schon einigen aus dem Weg springen, weil ich über eine grüne Fußgänger-Ampel wollte, und denen wohl nicht schnell genug war (bin halt nicht gejoggt).
Dem Bahnfahrer kannst du daraus nur schlecht nen Vorwurf basteln, der hat viele Tonnen Stahl unterm Hintern und KANN in solchen Situationen oft auch einfach nicht bremsen ... die Fahrgäste purzeln bei ner Vollbremsung zwar wild durcheinander, aber auf 10-20m Strecke bekommst du so'n Teil trotzdem nicht gut zum Stehen. Das ist mit PKW einfach nicht zu vergleichen.
Zebrastreifen gelten nebenbei vor allem für den Autoverkehr - ich bin mir grade nicht sicher, ob das für S-Bahnen ähnlich geregelt ist.

Ich fühle mich im Straßenverkehr als Fußgänger oder Radfahrer immer selbst für meine Sicherheit verantwortlich, einfach weil ich mich nicht drauf verlassen will, dass andere Wissen und Fähigkeiten besitzen, mir diese Verantwortung abzunehmen ... ich will auch nicht, dass der aufgemotzte 3er BMW in den Aussengastronomiebereich eines Cafès schlittert, nur weil er mir ausweichen musste (die meisten die solche Schüsseln haben, können damit nämlich eigentlich garnicht wirklich umgehen).

Und von "aber der kann doch nicht! ... das ist doch nicht erlaubt/gehört eigentlich verboten! ... hat der seinen Führerschein auf der Rolltreppe gemacht/aufm Rummel geschossen?" kann ich mir im Krankenhaus/Sarg auch nix mehr kaufen. Und das bedeutet, dass ich oft erst dann über die Strasse gehe (Ampel hin oder her), wenn mich selbst bei Vollgas kein Auto mehr rechtzeitig erreichen kann.
Wenn es überhaupt geht, dann meide ich Strassen ... denn ich teile mir nur ungern meinen Lebensraum mit diesen "tollkühnen Männern in ihren stinkenden Kisten" (auch wenn die eher die Ausnahme sind ... um mein Leben zu zerstören, reicht im Zweifel schon EINER).

Aber das ist schon wieder ganz schön OT. Denn hier gehts um Gaffer und die Behinderung von Rettungseinsätzen.
Eine technische Lösung fände ich zwar schön, aber ich sehe natürlich auch die massiven Probleme, die das mit sich brächte.
 
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@hallo7
Also weil du von Ethik sprichst. Wir gehen in diesem Beispiel von folgendem aus:
1. Ein Unfall ist passiert
2. Eine Rettungsgasse oder ähnliches wurde auf der Straße hergestellt, damit der Krankenwagen/Notfallwagen durchkann
3. Jetzt geht eine Person, welche blind und taub ist über die Straße in die Rettungsgasse
4. keiner von den Personen in den Autos oder Fußgänger/Radfahrer helfen dem Taubblindem
5. Der Wagen fährt nun einfach drüber

Ich will keine wirkliche Prognose stellen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für genau SOLCH einen Zustand besteht. Ebenso wird es mit Sicherheit auch Kinder erwischen, die auf die Straße rennen. Kinder können aber auch so auf die Straße rennen. Es müsste also eine Kombination von unwahrscheinlichen Faktoren zusammentreffen.

Was ist nun wahrscheinlicher. Dass ein Gaffer sich mit der Kamera in die Gasse bewegt, oder dass ein Taub-Blinder/Kind in diese Gasse geht?

Außerdem, das Problem mit dem ÖPNV hätte sich durch eine ganz einfach Regelung erledigt: ÖPNV bekommt Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmern.
 
Also auf die Ethikfrage hast du jetzt nicht geantwortet, nur auf die Auftrittswahrscheinlichkeit. Keine Ahnung, wie oft laufen den Gaffer in der Rettungsgasse vor Rettungswagen herum? Ich bin erst 2 mal in so einer gestanden und die meisten steigen aus um zu Rauchen/telefonieren/beine vertreten, die stellen sich aber nicht in die Fahrbahnmitte... Wie es direkt vor dem Unfall aussieht weiß ich nicht, so weit vorn hab ich noch nicht gestanden.

Onkelhitman schrieb:
Außerdem, das Problem mit dem ÖPNV hätte sich durch eine ganz einfach Regelung erledigt: ÖPNV bekommt Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmern.

Warum? Seh ich überhaupt nicht ein, vor allem gegenüber Fußgängern. Warum Sicherheit gegen Zeitgewinn tauschen? Das ergibt für mich keinerlei Sinn. Wenn du keine 10 Minuten Verspätung, egal mit welchem Verkehrsmittel, eingeplant hast, dann liegt der Fehler bei dir.
 
Und wer sich gut sicht- und hörbaren 20T Stahl in den weg stellt, soll nicht selbst Schuld sein?

Da das ÖPNV-Problem ja von mir kommt, versuche ich mal, das am konkreten Beispiel zu erklären.
Wenn es in diesem Bezug überhaupt in meiner Heimatstadt zu Problemen kommt, dann betrifft das nur 1 S-Bahnlinie, und sogar bei der nur auf ca. 2km Trasse (insgesamt). Im ganzen übrigen Schienennetz ist entweder genug Platz, oder S-Bahn und Individualverkehr sind ohnehin getrennt.
Die Schienen dieser Linien verlaufen auf diesen 2 km durch das ehemalige Industriegebiet in Zentrumsnähe (Anker-Stammwerk, Dürkopp-Stammwerk etc.). Die Gebäude in diesem Viertel stehen größtenteils unter Denkmalschutz (Industriedenkmäler) und dementsprechend sind die Strassen dort noch immer so breit, wie sie um ca. 1890 waren. Durch den Denkmalschutz ist es auch nicht möglich Strassen zu verbreitern oder die S-Bahn "tieferzulegen", wie im restlichen Innenstadtbereich ... parken wollen die Leute da aber trotzdem (ein flächendeckendes Parkverbot in diesem Viertel könnte das lösen, aber da läuft dann z.B. KPMG wahrscheinlich Amok, von den Anwohnern ganz zu schweigen. Es wäre auch doof, die Innenhofbegrünung in diesem Viertel Parkplätzen zu Opfern (denn da wehren sich dann die Vermieter ... Innenhofbegrünung steigert nämlich ganz kräftig die nach Mietspiegel "gerechhtfertigten" Mieten).
Das ist die Ausgangslage, an der in Bielefeld dieses Probem hängt.

Die Situation, die ich als problematisch empfinde, ist dann nicht eine, wo jemand aus Baseligkeit die Bahn behindert, WÄHREND er im Auto sitzt (das gibts auch oft, aber die Leute wollen ja meist doch irgendwo hin, also ist das kein bleibender Zustand), sondern ein SUV (als Beispiel, manche Leute kriegen das sogar mit nem Golf 1 hin), das mit dem Heck so weit auf die Fahrbahn ragt, dass 1.) alle Autofahrer einen Bogen bis in den Gegenverkehr fahren MÜSSEN und 2.) die S-Bahn (die kann ja nicht ausweichen) nicht ohne Schaden am SUV vorbeikäme. Da steht die Bahn dann, und es ist nicht nur einmal passiert, dass dann ein "Schlipsträger" bei KPMG rauskam, die Nase in Akten oder Smartphone vergraben und erst direkt beim Anblick der stehenden und seit 5 Minuten bimmelnden Bahn seinen Schritt etwas beschhleunigt.

Und da denke ich mir immer: "einfach wegrammen die Kiste". Denn die Leute, die da so scheiße parken sind oft genug gerade solche, die das nur machen weil für sie gilt "Zeit ist Geld" ... z.B. Kunden und Mitarbeiter bei KPMG (die Anwohner wissen alle, wie beschissen wenig Platz da ist, die parken auch nicht 50cm vom Bürgersteig entfernt, oder so, dass sie rückwärts schnell wieder rauskmmen) ...
Da fehlt mir eben das Verständnis, die sparen maximal 1 Minute, weil sie nicht ordentlich parken, und eine ganze oft vollbesetzte Bahn kann nicht weiter und blockiert dann dafür die ganze Strasse (wenn da ne Bahn steht, dann ist da kein Platz mehr, um mit dem Auto dran vorbeizukommen).

Meiner Meinung nach, müssten die Ansässigen Firmen und Geschäfte für jede Minute ÖPNV-Wartezeit durch "Idioten-Parken" mit minimum €1.000,- zur Kasse gebeten werden, oder ihren Kunden sagen müssen, dass ihr teurer X5 zu klump gefahren wird, wenn er so schief geparkt wird, dass der S-Bahnbetrieb nicht mehr gewährleistet ist. Das Parkverhalten dieser speziellen Klientel behindert massiv den Verkehrsfluß. Und auch die ohnehin bescheidene Parksituation wird durch die Einstellung "ich muss ja eh nur kurz was abgeben (da kann ich auch in der Mitte einer 10m Lücke stehenbleiben)" nicht besser.
Ich fände es gut, wenn die Leute das wenige Geld, was sie durch dieses Verhalten mehr einnehmen können, gleich wieder für Reparaturen am Auto ausgeben müssten .. daher meine Einstellung zu diesem, doch sehr speziellen Thema, welches mch im übrigen auch nur so aufregt, weil ich gerade auf DIESE Bahnlinie angewiesen bin UND in entsprechendem Stadtviertel wohne ... mit nur 10-Minuten Verspätung in meinem Plan, könnte es sein, dass ich IMMER zu spät komme ... daher sinds bei mir ca. 30 min. pro weg (egal wie lang der auch sein mag) solange ich durch die Innenstadt muss. Und das nur wegen Leuten, die nicht ordentlich einparken können?
Stell dir vor, in Berlin wären die Bus-Spuren regelmäßig zugeparkt, weil die Leute keine Zeit/Lust hätten, nen besseren Parkplatz zu suchen ... in der Nikolaus-Dürkopp-Strasse in Bielefeld ist genau DAS Standard. Und dadurch kann man auf der ganzen Trasse der Linie 3 erst dann sagen, ob die Bahn pünktlich oder überhaupt kommt, wenn man sie schon sieht ... einfach weil die durch dieses Nadelöhr durch muss (im Grunde sind soga nur knapp 500m echt problematisch eng).
Tolle Verhältnisse mit denen in der bielefelder KPMG-Niederlassung Geld verdient wird (ich hab nix gegen KPMG, aber das ist einfach das bekannteste dort ansässige Unternehmen).

Und jetzt BTT bitte.
 
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DerOlf schrieb:
Und wer sich gut sicht- und hörbaren 20T Stahl in den weg stellt, soll nicht selbst Schuld sein?

Das widerspricht dem Grundsatz der StVO, welcher "gegenseitige Rücksichtnahme" lautet und in dem Sinne auch immer "der Stärkere gibt nach" bedeutet. Also ja, der soll nicht selber Schuld sein, zumindest wenn er nicht gerade unabsehbar vor die 20T springt...

Ich kanns immer noch nicht verstehen, wo ist das Problem bei 5 Minuten Zeitverlust? Außerdem darfst du den Autofahrer gerne anzeigen, mit dem Straßenbahnfahrer als Zeugen und einem Foto geht das sicherlich durch (in dem Sinne hast du nicht weniger Rechte als Ordungsbeamte).
Das rechtfertigt aber sicherlich nicht, dass du die Straßenbahn mit deinem "Wunsch" gefährdest, denn die springt durchauch schnell aus ihrer Spur, also ein X5 als Gegengewicht reicht da sicherlich aus um das Fahrwerk entsprechend zu beanspruchen, dass es entweder rausspringt oder beschädigt wird.

Jetzt sind wir aber schon sehr weit vom Thema entfernt muss man sagen.
 
An jedem mir bekannten Bahnübergang oder Fußgängerweg über die Schienen steht deutlich zu lesen "Gleisbereich bitte frehihalten" ... und damit handelt jemand, der dort im Vertrauen auf die von dir genannten Grundsätze einfach rumgammelt grob fahrlässig ... und gehört mindestens angebimmelt.

Ich achte allerdings auch auf den Verkehr um mich herum (keine Lust durch meine eigene Unachtsamkeit zu schaden zu kommen) ... ist scheinbar aber auch nicht mehr selbstverständlich.
Gibts in der Schule eigentlich kein "Verkehrssicherheitstraining" mehr? (ich frage, wei sich nicht wenige Leute genau so benehmen, als hätten die sowas noch nie mitgemacht).

Fußgänger haben keine Knautschzonen, Sicherheitsgurte und Airbags ... die schützt im Zweifelsfall nur die eigene Aufmerksamkeit (wenn sie bei anderen Verkehrsteilnehmern denn mal fehlt).
Und auch "der stärkere gibt nach" hat gewisse Grenzen (z.B. gibt es da sowas wie einen gewichtsspezifischen Bremsweg für Fahrzeuge und eine gut bekannte menschliche Reaktionszeit), und wenn ich innerhalb des Bereiches, wo das Fahrzeug nicht früh genug anhalten KANN auf die Schienen springe, dann ist das entweder Dummheit, Verpeilung oder eine klare Suizidabsicht.

Den Fahrer trifft in diesem Fall keine direkte Schuld ... aber ein Bekannter von mir, dem sowas passiert ist (ihm ist ein Mensch DIREKT vor die Bahn gesprungen), kann heute seinen Beruf nicht mehr ausüben (er war S-Bahn-Fahrer), weil er in permanenter psychologischer Behandlung ist, und schon beim Einsteigen in die Bahn das große Zittern kriegt ... Beim Blick ins Cockpit wird dann ein handfester Nervenzusammenbruch draus.
Natürlich gibt es Arschlöcher, die schon aus Prinzip einfach mal draufhalten ... aber das sind mMn seltene Ausnahmen.

"Der Stärkere gibt nach" ist ein wichtger Verkehrsjuristscher Grundsatz, gegenseitige Rücksichtnahme auch, aber in Extremsituationen kann beides mal versagen ... und dann bleibt eben der physikalische Grundsatz "Der Schwächere ist platt". Und das verpflichtet den Schwächeren (in dem Fall mich als Fussgänger oder Radfahrer) einfach schon aus Selbstschutz zu größter Aufmerksamkeit ... einfach weil ich da fast immer der Schwächere bin.
Und dass dem Anderen 70, 80 oder 100% der Schuld zugesprochen wird, davon kannst du dir im Grab auch nix mehr kaufen.

Und dieses bisschen Verantwortung für das eigene Leben, möchte ich auch nicht in noch so guten juristischen Grundsätzen aufgelöst wissen. Da bin ich lieber der böse (W)Olf der sagt "Was? Du kannst nicht (auf dich selbst) aufpassen ... MATSCH ... dann lernst du's auch nicht mehr!".
Wer nicht zu Schaden kommen will, der weicht mMn aus, statt sich auf juristische Grundsätze zu verlassen.
 
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Letztes Jahr ist meine Frau mit mir ca. 2000km mitm Auto gefahren. Auf dem Rückweg nach hause standen wir im Stau. Der Unfall war ca. 1km vor uns. Die Leute sind aus den Autos raus, einige standen, wie du es gesagt hast, links rechts neben ihren Autos entfernt der Rettungsgasse. Und Kategorie zwei stand drinnen. Wieviele das waren? Ich weiss es nicht. 20 Leute ca. Ist ein Einzelfall, rechne ich also gar nicht hoch auf alle Unfälle, bei dem hier hat man keine Verletzten oder irgendwas gesehen nur ne dicke, fette schwarze Rauchwolke. Die 20 gehören da aber nicht hin, wenn erst die Polizei, dann das Löschfahrzeug und dann der Krankenwagen da durchfahren. Die Gasse ist dort nicht ohne Grund.

Die Ethikfrage lässt sich nicht auf eine Person runterbrechen, sondern ebenso anwenden auf die Opfer. Das meinte ich, weil du ja explizit den Taub-Blinden zitiert hattest, der nach meiner Auffassung dann "Pech gehabt" hätte. Denn um genau DEN plattzufahren müssten mehrere Faktoren gleichzeitig mitspielen und er würde ja nicht vorsätzlich totgefahren, sondern weil er nunmal in der Gasse lief und von dieser nichts wusste. Wie eben Kinder.

Denn bei der Ethik des "Rechts auf Unversehrtheit" und dann in die Gasse rennen, "der Krankenwagen und alle anderen Fahrzeuge sollen mir meine Rechte eingestehen, ich selbst gestehe aber den Unfallopfern nicht das Recht der Versorgung zu" und dem Unfallopfer selber, gestehe ich in diesem Fall dem Unfallopfer zuerst sein Recht zu, nicht weil der besser oder schlechter wäre, sondern weil sich derjenige, der eben in die Gasse rennt freiwillig dorthinbegeben hat.....

Das mit dem ÖPNV ist ganz einfach:
Wenn der ÖPNV generell Vorrang hat, dann hat auch der Fußgänger zu warten. Du wirst doch wohl nicht sagen, dass du als Fußgänger keine 5 Sekunden Zeit hast, oder? Da kannst du deinen eigenen Satz einfügen: Wenn du als Fußgänger nicht mit 10 Minuten Verspätung einplanst, dann liegt der Fehler bei dir. ;) Hier warten aber zu einem Großteil mehr Leute als 1 auf das Passieren der Straße. Im übrigen (weiss das jetzt nicht für D-Land) haben Busse in Österreich, wenn sie aus einer Bushaltestelle fahren Vorrang. Wenn ich also als Autofahrer in die Nähe komme und der blinkt, dann fährt der auch. Wenn ich da nun reinrausche bin ich schuld und nicht er. Ich seh da auch kein Problem. Ich weiss das, und deswegen passe ich meine Fahrweise an. Wo ist da als Fußgänger das Problem, zu gucken ob nen Bus fährt?

@DerOlf
Eben. Eigenverantwortung. Das gilt als jeglicher Verkehrsteilnehmer. Da aber die Wenigsten sich daran halten (wollen), werden auch viele Unfälle provoziert. Wer am Zebrastreifen 5m davor noch anfängt zu rennen, damit er bloß vor dem blöden Auto über die Straße KRIECHEN kann, der könnte auch, wenn ein Bus kommt anhalten. Und dann KANN er gar nicht auf oder zum Zebrastreifen rennen, denn er muss in jedem Fall gucken, ob einer kommt.... Könnte ja nen Bus sein...
 
Das Thema ist doch durch den Unfall eines Mädchens und der Gaffer aktuell geworden.

Da ist es untergegangen, das das Mädchen bei Rot die Ampel überquerte und vom Auto erfasst wurde.
http://www.derwesten.de/wp/staedte/...hauptbahnhof-gegen-kotfluegel-id11731064.html

Solche Videos landen nicht als Abschreckung und Mahnung zur gesunden Verkehrserziehung im schon zensierten Fernsehen, was nicht an wahrheitsgemäßen Informationen interessiert ist.

Bei Rot läuft man nicht über die Ampel. Das zieht auch andere Menschen mit, die selbst unaufmerksam sind. Also Vorbild bleiben.

Würde ich mich rigoros an die Ampelphasen als LKW Fahrer halten, wären viele Smartphonenutzer, Eltern mit Kindern und andere rücksichtslose Menschen, denen ihr eigenen Leben anscheinend nichts wert ist mit aufgeplatzten Körpern und abgetrennten Gliedmaßen hinten wieder raus gekommen.

Gaffer ohne Hilfeleistung sind natürlich rücksichtslos und es gibt keinen Grund plötzlich Zeit aufzuwenden zum Gaffen, wenn man wie so oft vorher unter Zeitdruck sich selbst rücksichtslos verhalten hat. Gaffer sind als Menschen schlecht erzogen.

Ich stand vor einiger Zeit deswegen verwundert im zähen Stau, obwohl sich der Unfall auf der Gegenfahrbahn hinter der intakten Mittelleitplanke ereignet hatte, aber am Unfallort die sonst das Tempolimit auskostenden Autofahrer umbedingt die Schäden auf der anderen Seite in der Nacht begutachten mussten. Die Autobahn war frei, aber alle fuhren gebremst vorbei ohne eingeschränkt oder polizeilich aufgrund einer Gefahrenstelle gelotst zu werden. Ich hatte zwar auch kurz den Gedanken die Kamera zu zücken, aber die Anteilnahme im Gebet für die verunglückten Menschen und auch die sich zurückbesinnenden Gaffer war mir wichtiger. So ein Gaffer provozierter Stau kann zu unnötigen Auffahrunfällen führen.

Es mangelt schlicht an gesunder Erziehung und da helfen keine Gesetze, wenn schon Kinder rücksichtslos erzogen werden und die eigene Erziehung im Handeln als Erwachsenr Vormund zu nichts taugt.

Ich ermahne freundlich Ampelsünder mit der Rückkehr in den Kindergarten, weil sich die Menschen wie kleine Kinder benehmen und sogar hinter Autos unaufmerksam auf die Fahrbahn laufen. In Gruppen wird dann auch noch gequatscht und die Leute reagieren kaum noch auf Warnzeichen.

Der Verkehrsminister und die Familienministerin tun zu wenig als Moralapostel und predigen leider nicht den gesunden Umgang untereinander. Das ist eine der Hauptaufgaben der Politik, statt sich der politischen Debattenpolemik hinzugeben.
Die Polizei tut in der Hinsicht auch zu wenig als staatlicher Erziehungsvormund.

Viele Unfälle wären bei Selbstdisziplin und gegenseitiger Rücksichtsnahme mit Erziehungseffekt vermeidbar.
Daher hätte auch jemand mit Sachverstand im Fall des Mädchens das Kind an der Ampel zum Stehenbleiben angesprochen oder zurück gehalten und ermahnt nicht bei Rot die Straße zu überqueren. Eine 10 Jährige, die nicht gelernt hat richtig im Straßenverkehr teilzunehmen hat ein gründliches Bildungsdefizit im sozialen Verhalten und auch mangelndes Verständnis über den Wert des eigenen, zerbrechlichen Lebens.
 
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Ich hatte zwar auch kurz den Gedanken die Kamera zu zücken,...
warum eigentlich? setzt du dich abends aufs sofa und siehs dir fotos von den unfällen fremder leute an? im internet gibts genug unfallfotos von fremden. gibts noch rotten.com? da kann man sich die krasseste shice ansehn ohne dafür menschen in gefahr zu bringen.
ich kann diesen unfallvoyeurismus einfach nicht nachvollziehn (also grundsätzlich, nicht auf dich persönlich bezogen.)
 
Ich hatte mal erlebt wie jemand einen schweren Unfall hatte und erfahren das diese Personen im Anschluß im Krankenhaus gestorben ist. Wer eine vernünftige Erziehung genossen hat und noch ganz bei Trost ist, denkt auch nur im entferntesten daran, eine verletzte Person mit einer Kamera zu filmen. Wenn jemand flüchten möchte verstehe ich das zwecks Kennzeichen etc. aber sonst definitiv nicht. Jeder der oder die das macht, kann sich gleich auf die Müllhalde der Unmenschlichkeit befördern oder sich sagen das der eigene Charakter für'n Arsch ist und die Eltern schlechte Arbeit geleistet haben. *Ironie* "Ich würde sogar ein Gesetz verabschieden was nur eine bestimmte Anzahl an Personen / Helfern bis zu paar Metern um eine verletzte Person erlaubt. Wer das Gefühl von Eingeengtheit kennt, versteht sicherlich das sich sogar sowas sehr negativ auswirken kann."

Ich würde auf Menschen die Notfälle behindern, KEINE Rücksicht nehmen weil es sich gehört, in so einem Fall eben nicht zu behindern. Aber bei den spartanisch gelöffeltem Wissen, Nachsicht, Aufmerksamkeit und Erziehung vieler, sollte es niemanden wundern das man ein dickeres Fell heutzutage mitbringen muss um eben auf mögliche aufkommende Situationen passend zu reagieren.
 
scheint n deutsches problem zu sein. neulich kam in den nachrichten dass ein mensch im rhein in lebensgefahr war. 3 syrer sprangen rein um ihn unter einsatz ihres lebens zu retten (was fast schief gegangen ist), ca. 200 schaulustige deutsche standen daneben und haben die ertrinkenden gefilmt anstatt ihr handy zu nutzen und hilfe zu rufen.
 
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