Heizungstausch in Abhängigkeit des Lebensalters?

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@Incanus

Im Winter gibt es typischerweise wenig direkten Sonnenschein, so dass eine PV Anlage mit sehr wenig Leistung läuft. (mal was zum lesen)
Weiterhin ist Deutschland eher "windarm" ... auch wenn im Winter es mehr Wind gibt es im Sommer. (wieder was zum lesen)

Wir haben ja tendenziell ein immer deutlich höheren Strombedarf und dieser Strombedarf wird die nächsten Jahre noch deutlichst anwachsen. Neben den "Wärmepumpen" kommen ja die E-Autos hinzu, die ebenfalls mit Strom versorgt werden wollen. (früher hatte ich kein E-Scooter, E-Lastenrad & Co., ist jetzt aber schon im Haushalt + irgendwann kommt noch das E-Auto dazu ...)

Der Ausbau der erneuerbaren Energien stockt leider jetzt ja schon an diversen Stellen. Wir müssen aber nicht nur den jetzigen Bedarf damit abdecken, sondern halt auch den zukünftig deutlich höher liegenden Strombedarf.

Bei den jetzigen Diskussionen in der Politik wird ja immer groß mit der Umverteilungskeule geschwungen. Hier würde ich es anders ansetzen, dass man die Investition in die neuen umweltfreundlichen Energieträger steuerlich attraktiver macht, dass wirklich Material + Arbeitskraft zu 100% in der Steuererklärung absetzbar sind. Somit bekommt der Staat zwar weniger Geld, aber die Besserverdienenden würden deutlich schneller auf erneuerbare Energieträger setzen, als man dies mit einer Umverteilungskeule machen könnte. Es ist so auch schneller umsetzbar, weil an einer Handwerkerrechnung kann man nicht mehr sooo viel drehen. Bei neuen Steuern + Umverteilung auf Niedrigeinkommen muss man deutlich mehr Behörden/Regelwerke aufbauen.
 
_killy_ schrieb:
Im Winter gibt es typischerweise wenig direkten Sonnenschein, so dass eine PV Anlage mit sehr wenig Leistung läuft.
Schon klar, alleine die Sonnenscheindauer ist kürzer. Hier wird aber leider sehr oft so getan, als lebten wir in der Nähe des Polarkreises, mit fast kompletter Dunkelheit im Winter, so schlimm sieht es aber gar nicht aus.
 
Eine PV Anlage muss man aber auch nutzen können. Dazu muss das Dach die Anforderungen erfüllen und die Richtung passen. Ich könnte die höchstens aufm Rasen packen aber darauf hab ich sowieso keine Lust.
 
Wobei Pellets auch nicht die Lösung sind. Deren Verbrennung setzt auch CO2 frei. Besser wäre es den Baum im Wald stehen zu lassen und nicht zu fällen. Und falls der Baum dann irgendwann mal von alleine umkippt wird das darin enthaltene CO2 sehr viel langsamer freigesetzt als beim verbrennen.

Vermutlich denken wir das Problem der Energie nicht global genug, sondern kümmern uns nur lokal um unser Land oder unseren Kontinent. Daher dürfte die einzige wirklich nachhaltige Lösung vermutlich der Fusionsreaktor sein falls wir irgendwann mal in der Lage sind einen zu bauen der auch funktioniert.

Alternativ könnte man auch mal gucken ob man nicht von weiter Weg Strom beziehen könnte.
Ich denke da an ein Stromnetz das sich über Europa, Asien und Afrika zieht.
In Afrika und im mittleren Osten gibt es genug wüste Gegenden mit viel Sonne. Wenn man da über tausende Kilometer Länge Solaranlagen aufstellt kann man immer irgendwo Solarstrom abgreifen. Und vielleicht wird die Gegend unter den schattenwerfenden Solaranlagen dann sogar wieder fruchtbarer.
In der Sahara Nordafrikas Solaranlagen bauen und dann Stromkabel z.b. bei Gibraltar am Meeresgrund verlegen die den Strom nach Europa leiten.
So, dann als nächstes die russische Tundra, da könnte man von Moskau bis hin zum Pazifik tausende Kilometer von Land mit Windenergieanlagen vollklatschen. So dünn wie die Gegend besiedelt ist würde das auch keinen stören. Und irgendwo ist da immer Wind.
In China hätte man die Wüste Gobi für Solar und Richtung Himalaya wieder Wind.
Und wenn man ein einziges riesiges Stromnetz hat das all das miteinander verbindet, dann hat man immer irgendwo Wind/Solar/Wasserkraft was Strom erzeugt.
Wenn man das ganze nur groß genug dimensioniert hat man nie das Problem das Wind oder Sonne mal ausfallen.
 
Incanus schrieb:
Schon klar, alleine die Sonnenscheindauer ist kürzer. Hier wird aber leider sehr oft so getan, als lebten wir in der Nähe des Polarkreises, mit fast kompletter Dunkelheit im Winter, so schlimm sieht es aber gar nicht aus.
Also im Winter bekommt man nur 9% der Jahresleistung der PV Anlage. Dass ist kein Leben in der Dunkelheit, aber damit kann man noch nicht mal den Grundbedarf des Haushalts decken und erst recht nicht zusätzlich auch noch den dann erhöhten Energiebedarf der Wärmepumpe.

Wir rüsten demnächst den Stromzähler um, um dann auch für eine PV Anlage installieren zu können. Durch Ausrichtung von Dachfläche sowie überhaupt vorhandene Dachfläche kann man ja nicht unbegrenzt Module installieren.
 
_killy_ schrieb:
Wenn wir uns schon die CO2 Bilanz der einzelnen Heizlösungen anschauen, dann bitte doch auch immer die komplette Kette.
Aber auch nicht nur im Jahr 2023 sondern auch für die Zukunft.

_killy_ schrieb:
Die Fokussierung auf Wärmepumpen finde ich allerdings sehr traurig. Es gibt ja auch andere Lösungen wie Fernwärme, die weniger Umrüstkosten für den einzelnen Haushalt bedeuten.
Da werden die Kosten überwiegend durch die Allgemeinheit getragen, indem einfach die Straßen aufgerissen und die Rohre gelegt werden. Das ganze ohne jegliche Bedarfsabfrage.

_killy_ schrieb:
Gerade für Mehrfamilienhäuser sehe ich Fernwärme deutlich besser geeignet als eine Wärmepumpe.
Ich bin eher gespannt, wie sich die Mieten extrem erhöhen werden, wenn die mind. 25% der Wohnungen, die derzeit mit Gas-Etagenheizungen ausgestattet sind, zwangssaniert werden müssen. Das hat nichts mit den üblichen, vom Vermieter zu tragenden Instandhaltungen zu tun.

Incanus schrieb:
Warum? Gibt es da keinen Wind? Kein Sonnenlicht?
Sonne in Winter und beheizten Solarpanels (damit sie Schneefrei bleiben)? Wind weht hier auch oft genug nicht (ab und zu gibt es mal Gründe, warum Bayern nicht flächendeckend mit Windrädern zugepflastert ist). Wasserkarft will auch keiner mehr ausbauen (zerstört entweder die Umwelt großflächig oder das Ökosystem in den wenigen noch naturnahenn Flüssen). Geothermie funktioniert nur lokal/regional begrenzt und (wie zu erwarten) oft unter großen Protesten der Bevölkerung (Negativbeispiele, wo sowas ungewollte Auswirkungen hatte, gibt es ja genügend).

Incanus schrieb:
Außerdem holen Wärmepumpen ja auch einen großen Teil der Energie aus der Umgebung, was sie noch mal effizienter macht.
Da sagt mir unsere Stromrechnung seit ein paar Jahren leider etwas anderes.

Aber anstatt die vorhandene Infrastruktur (u.A. Gaspipelines) zu nutzen werden lieber große Stomtrassen erfolgreich vor Gericht verhindert.

D0m1n4t0r schrieb:
Alternativ könnte man auch mal gucken ob man nicht von weiter Weg Strom beziehen könnte.
Da wurde und wird auch weiterhin nach geschaut. Aber neben den lokalen/politischen Auswirkungen passt es halt nicht zum Traum der Politik, 100% des deutschen Energiebedarfes in Deutschland (oder unter großen Schmerzen in der EU) decken zu können.

Bennomatico schrieb:
Wie viel Arbeit ist das bei ner Luft/Wasser Wärmepumpe? 2 Handwerker, die jeweils 2-3 Stunden arbeiten? Den Stundenlohn hätte ich gerne xD
Da hier im Forum alle eine freistehndes EFH haben, mag sowas stimmen/passen. Und die Gebäude haben dann auch alle schon eine Heizungssystme, das (wirtschaftlich) mit sowas zu betreiben ist.
 
gymfan schrieb:
Da sagt mir unsere Stromrechnung seit ein paar Jahren leider etwas anderes.
Hast du zufällig ne Kostengegenüberstellung parat? Also was dich die WP an Strom kostet ggü. was es dich bei deinem vorherigen Energieträger kosten würde? Effizienz heißt ja nicht kostengünstig, sondern nur potenziell günstiger als die Alternativen. Daher wären hier belastbare Zahlen durchaus mal interessant.
 
Nicht mal günstiger ist streng genommen das Kriterium, sondern mit besserer Energie- oder Ökobilanz.
 
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D0m1n4t0r schrieb:
Wobei Pellets auch nicht die Lösung sind. Deren Verbrennung setzt auch CO2 frei. Besser wäre es den Baum im Wald stehen zu lassen und nicht zu fällen.
Tja, leider ist die Verstromung von "Biomasse", also Holz, ein Grundpfeiler der "Energiewende".

Nach der erfolgten Deindustrialisierung Deutschlands wird Holz neben Braunkohle die wichtigste Stromquelle sein. Konventionelle Kraftwerke sind grundlastfähig, Photovoltaik- und Windkraftanlagen sind es nicht.

D0m1n4t0r schrieb:
Alternativ könnte man auch mal gucken ob man nicht von weiter Weg Strom beziehen könnte. Ich denke da an ein Stromnetz das sich über Europa, Asien und Afrika zieht.
Das scheitert an physikalischen Gegebenheiten. Strom muss regional produziert werden.
 
Trumpf schrieb:
Das scheitert an physikalischen Gegebenheiten. Strom muss regional produziert werden.
Nein, das kommt auf den Strom an.
Beim Stromtransport über weite Strecken verliert man unterwegs Strom.
Jetzt ist es aber so, dass es da unterschiede zwischen Gleichstrom und Wechselstrom gibt.

Wir z.b. verwenden fast überall nur Wechselstrom im Alltag. Das hat seine Vorteile, aber ein Nachteil des Wechselstroms ist der relativ hohe Stromverlust beim Transport über weite Strecken.

Beim Gleichstrom hingegen ist der Verlust beim Transport über weite Strecken relativ gering. Man könnte also sehr wohl ein großes Stromnetz aufbauen in dem Strom als Gleichstrom transportiert wird, welcher dann in der Nähe des Zielorts wieder in Wechselstrom umgewandelt wird. Das wäre technisch möglich.

Man hätte dann ein Gleichstromnetz mit Knotenpunkten (Transformatoren/Wechselrichter) drin wo der Strom dann in Wechselstrom umgewandelt wird und dann von den Haushalten verbraucht wird.
 
Ein großes Problem wird übersehen, nämlich die Verteilnetze. Bei einer massiven Durchdringung mit Wärmepumpen und EV wird das vielerorts nicht funktionieren, deshalb mein Hinweis auf ein entsprechendes Papier aus Habecks Haus.

Jemanden der sich ein bisschen mit der Materie auskennt, erkennt an der Qualität dieser angedachten Regelung, mit welcher Gleichgültigkeit gegenüber realen Problemen vorgegangen wird.

Das ist genau wie mit dem 80Jährigen Millionär, der zum Härtefall erklärt wird. "Passt schon, keine Details jetzt!"

Das kann eine gewisse Zeit lang gut gehen, aber eine derartige Schnoddrigkeit holt früher oder später jeden ein.

Bremen ist jetzt nicht unbedingt repräsentativ für den Rest der Republik, aber eventuell zeigt die Wahl Anfang Mai, ob sich die Menschen an dieser Abrissbirnenpolitik erwärmen können.

Und nach wie vor ist offen woher und wieviel Geld da "vom Staat" kommen soll.

"Es wird gefördert!" heißt es. Mit was, mit dem Steuergeld, welches der Geförderte vorher berappt hat?
 
Bei mir - Altbau um 55' bekomme ich weder eine anständige Isolierung aufs Haus, noch ohne weiteres Bodenheizung rein. Ohne vernünftige Isolierung brauch ich über 3Fach Verglasung auch nicht nachdenken.
Der Habeck muss mir das nur sagen, dann zünde ich die Hütte an, weil rechnen tut sich sowas nichtmehr.
Wie das alls jetzt mit der allgemeinen Wohnungsnot so kompatibel ist, hab ich auch noch nicht geblickt.
Hab Mittag noch ein eindringliches Gespräch mit Schornsteinfeger geführt.
Mal schauen .....

Wo kommen denn jetzt die ganzen Heizungsmonteure her? Und das Material?
 
D0m1n4t0r schrieb:
Beim Gleichstrom hingegen ist der Verlust beim Transport über weite Strecken relativ gering. Man könnte also sehr wohl ein großes Stromnetz aufbauen in dem Strom als Gleichstrom transportiert wird, welcher dann in der Nähe des Zielorts wieder in Wechselstrom umgewandelt wird. Das wäre technisch möglich.
Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung ist keine neuartige Technologie. Sie wird bereits angewendet.

Photovoltaikstrom aus Afrika zu übertragen wäre ein Multi-Billionen-Euro-Projekt und von daher überhaupt nicht rentabel. Google "Desertec" - das war ein gescheitertes Projekt zur Nutzung von Photovoltaikstrom aus der Sahara.

Wie gesagt, ein solches Vorhaben scheitert einfach an physikalischen Gegebenheiten.
 
D0m1n4t0r schrieb:
Ich denke da an ein Stromnetz das sich über Europa, Asien und Afrika zieht.
Dass ist an sich eine gute Idee, was aber nur in einer freien und vereinten Welt funktionieren würde.
Da wäre man genauso abhängig von anderen Staaten. Diese Infrastruktur wäre genauso anfällig wie das Gasnetz zu Russland, durch Abschaltung, Sabotage etc., weil man mit jemand anderem im Klinsch liegt.
 
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Joker (AC) schrieb:
[...]Wo kommen denn jetzt die ganzen Heizungsmonteure her? Und das Material?
Vermutlich aus derselben Wundertüte wie alles andere auch.

Aber Rücksichtslosigkeit ist keine Einbahnstraße.
 
Joker (AC) schrieb:
Der Habeck muss mir das nur sagen, dann zünde ich die Hütte an, weil rechnen tut sich sowas nichtmehr.
ökologisch oder finanziell?

Joker (AC) schrieb:
Wo kommen denn jetzt die ganzen Heizungsmonteure her?
Die Betriebe können ihre Monteure, die sich noch nicht mit Wärmepumpen auskennen, doch jetzt schon weiterbilden.
 
Was für Monteure genau sollen weitergebildet werden?
 
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