Glasfaser Saarland: Telekom will über 120.000 Haushalte mit FTTH versorgen

bender_ schrieb:
Wie hoch ist denn aktuell der mittlere Überbuchungsfaktor bei Kabelnetzen?
Ich lese dazu jeden Tag andere Märchen aber niemand nennt jemals belastbare Quellen dazu...
es gibt da einfach keine offiziellen Zahlen, da es Betriebsgeheimnis ist. Man erfährt nur Einzelfälle wo mal ein techniker in die Datenbank schaute und aus Freundlichkeit die Zahl nannte, oder weil einzelne, technisch versierte Nutzer mittels "reinlauschen" die ungefähre Anzahl an aktiven Modems im Segment auslesen konnten. Und die Zahlen variieren halt total. Es gibt richtig gut durchsegmentierte Regionen in denen pro Segment eine hohe zweitellige oder sehr niedrig dreistellige Anzahl von Modems aktiv ist und es gibt noch Extremfälle wo ~1000 Modems in einem Segment aktiv sind.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: brainDotExe
bender_ schrieb:
Nein, die Frage ist, wieso Du das "bald 10G" Argument bei Glas gelten lässt, bei DOCSIS aber anscheinend nicht.
Ich lasse "bald 10G" auch für DOCSIS 4.0 gelten. Allerdings glaube ich, dass die Kabelanbieter (also insbesondere Vodafone) noch deutlich von Segmentgrößen von maximal 32 Kunden (wie bei PON der Telekom) entfernt sind, so dass die Kapazität pro potentiellem Kunde trotzdem schlechter ist.

Und ich glaube dass PON auch jenseits von 10G mehr Entwicklungsmöglichkeiten hat. 25G PON wird ja z.B. schon genutzt. Deswegen sehe ich PON als zukunftsfähiger.

Zur Segmentgröße kenne ich auch keine konkreten Zahlen. Bei 10 Gbit/s Kapazität und 1 Gbit/s-Anschlüssen wäre ein DOCSIS Segment bei 320 Kunden genauso überbuchbar wie ein XGS-PON Segment mit 32 Kunden und 10G-Tarifen. Soweit ich weiß ist einige hundert Anschlüsse pro Segment normal (früher war das eher vierstellig). Deswegen sagte ich ein Faktor 32 ist nicht besonders extrem. Aber belastbare Zahlen habe ich da auch nicht, und im Einzelfall gibt es da Fischer große Schwankungen.
 
T1984 schrieb:
ch lasse "bald 10G" auch für DOCSIS 4.0 gelten. Allerdings glaube ich, dass die Kabelanbieter (also insbesondere Vodafone) noch deutlich von Segmentgrößen von maximal 32 Kunden (wie bei PON der Telekom) entfernt sind, so dass die Kapazität pro potentiellem Kunde trotzdem schlechter ist.
Zumal man beim Glas noch andere technische Dinge nutzen kann um die Kapazität zu erhöhen. Gibt ja diverse Dinge über die schon berichtet wurden. Bei Coax sehe ich es auch als begrenzt an. Im Moment können die Netze viel leisten aber vom Preis mal abgesehen, wer einen Glasfaser haben kann, sollte Kabel warum doch gleich nehmen? Wie gesagt, der Preis kann der Punkt sein, technisch aber nicht. Die Coax Netze sehe ich auch im Vergleich zum Glasfaser als veraltet an und die gehen den gleichen Weg wie die TAE Anschlussleitung.

Aus meiner Sicht hat Vodafone Kabel viel zu spät und viel zu teuer gekauft. Im Moment sind die massiv mit sich selbst beschäftigt, um das Netz zu stabilisieren. Die Ausbaupläne, die große Giga Strategie wurde ja auch schon vorzeitig beendet und man beendet nur noch laufende Projekte. In die Fläche baut Vodafone aber auch nicht und pumpen vorhandenes auf aber so wirklich neu erschließen, sehe ich da nicht, sich einen Ort vornehmen, welcher massiv an Minderleistung grenzt und dort ausbauen, klar aber sicher nicht mit Vodafone
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: chartmix und T1984
Iwwazwersch schrieb:
Wenn du mit Schwesterfirma Inexio meinst, stimmt das ja schonmal nicht. Alle Orte bei denen jetzt eine Nachfragebündelung durchgeführt wird sind nämlich diese in denen es kein Inexio gibt.

Die Gebiete in denen Inexio bereits Verfügbar ist, sollen im Nachgang ausgebaut werden.

Ich finde das die Rosinenpickerei von deiner Seite kommt.

Gewerbegebiete sind 5 und nicht dutzende.
Dorf, Tholey, Lebach, 3-4 Vororte von Lebach, Beckingen, Schmelz, Oberthal, Namborn, Otzenhausen, Nohfelden. Sind jetzt nicht gerade die Fancy Citys
Lebach, Schmelz und Umgebung besitzt sehr viel Industrie, mit den 3-4 Orten hatte ich auch eher Otzenhausen, Nohfelden, Namborn und Oberthal gemeint.

Gut, es sind aber trotzdem keine wirklich unterversorgten Gebiete, da gibt es Weitere (z.B. sämtliche Ortschaften hinter St. Barbara Richtung französische Grenze). Meine Intention war es auch eher, einen realistischen Blickwinkel auf die Auswahl der Ausbauorte durch die DG zu geben, das sind nicht immer die dargestellten Breitbandhelden die sie vorgeben zu sein. Das ist genaustens durchkalkuliert, wie @DeusoftheWired bereits geschrieben hat.

Nebenbei gibt es immer noch keine Kooperation zwischen DG/Inexio und anderen Netzbetreibern, abseits von Pilotprojekten.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Mister79
kingpin42 schrieb:
Das ist genaustens durchkalkuliert, wie @DeusoftheWired bereits geschrieben hat.

Genau so ist es und darum hat DG auch ein Projekt aufgegeben und überlässt es jetzt komplett der TK. Ohne Quote läuft bei denen gar nicht. Städtisch können die nicht, weil die dort einfach die Quote nicht schaffen. Daher sieht man die überwiegend auch nur ländlich. Die DG hat gutes Marketing und hat sich den Ruf als der Retter schwer erarbeitet aber retten wollen und tun die nichts. Quote und gut, keine Quote und das Büro vor Ort ist schneller geschlossen als du gucken kannst.
 
kingpin42 schrieb:
Lebach, Schmelz und Umgebung besitzt sehr viel Industrie,
Wenn ich aus dem Fenster schaue sehe ich eher Wald als Industrie.
kingpin42 schrieb:
Meine Intention war es auch eher, einen realistischen Blickwinkel auf die Auswahl der Ausbauorte durch die DG zu geben, das sind nicht immer die dargestellten Breitbandhelden die sie vorgeben zu sein. Das ist genaustens durchkalkuliert, wie @DeusoftheWired bereits geschrieben hat.
Irgendwo muss man ja auch anfangen und das sind dann vielleicht eher Gebiete wo man seine x-Millionen Investition vielleicht auch mal wieder sieht. Sonst kann man in ein paar Jahren gleich zusperren und dann gibts kein Glasfaser mehr.

Und die Telekom ist jetzt nicht gerade der Heilsbringer der die letzten Ecken der Republik ausbaut. Für das Rosinenpicken ist die letzten 20 Jahre eigentlich die Telekom zuständig gewesen.
kingpin42 schrieb:
Nebenbei gibt es immer noch keine Kooperation zwischen DG/Inexio und anderen Netzbetreibern, abseits von Pilotprojekten.
Wie meinst du mit Kooperation?
Nach deinen 2 Jahren Vertrag bei DG kannst du z.B. auch zur Telekom mit Glasfaser wechseln. Die Leitung wird dann an die Telekom vermietet.

Aber Hauptsache ist es tut sich was. Wer auch immer spielt hier keine Rolle.
 
T1984 schrieb:
Und ich glaube dass PON auch jenseits von 10G mehr Entwicklungsmöglichkeiten hat. 25G PON wird ja z.B. schon genutzt. Deswegen sehe ich PON als zukunftsfähiger.

Und die Glasfaser liegt (sofern man sich diesen Vorteil mit Micro-Trenching nicht wieder kaputt macht) in einem Rohr und kann dadurch ohne größere Baumaßnahmen ausgetauscht werden wenn man auf ein anderes Konzept oder eine neue Technologie umstellt.

Würden die Telefon- oder TV-Kabel in Rohren liegen, hätten wir längst >50% Glasfaseranschlüsse in D.
 
Iwwazwersch schrieb:
Und die Telekom ist jetzt nicht gerade der Heilsbringer der die letzten Ecken der Republik ausbaut. Für das Rosinenpicken ist die letzten 20 Jahre eigentlich die Telekom zuständig gewesen.

Eigentlich nicht. Die Telekom hat bundesweit seit 2013 mehr als 20 Mio Haushalte per FTTC ausgebaut, die meisten eigenwirtschaftlich. Insgesamt sind das jetzt etwa 34 Mio Haushalte mit FTTC/VDSL. Dass es nicht mehr geworden sind lag vor allem daran, dass in unterschiedlichen Regionen verschiedene regionale Anbieter bei einem mehr oder weniger großen Teil der Haushalte schneller waren. Das war kaum vermeidbar bei einem bundesweiten Ausbauprogramm über mehrere Jahre, und letztlich politisch auch so erwünscht.


Iwwazwersch schrieb:
Wie meinst du mit Kooperation?
Nach deinen 2 Jahren Vertrag bei DG kannst du z.B. auch zur Telekom mit Glasfaser wechseln. Die Leitung wird dann an die Telekom vermietet.

Mit der DG-Glasfaser zur Telekom wechseln kannst Du bisher in Lüdinghausen. Das ist eins der Pilotprojekte von denen kingpin42 gesprochen hat. Ich weiß jetzt nicht ob es noch Pilotprojekte mit anderen Anbietern gibt. Aber bisher gibt es ansonsten mit DG-Glasfaser generell nur DG-Tarife.

Iwwazwersch schrieb:
Aber Hauptsache ist es tut sich was. Wer auch immer spielt hier keine Rolle.
Das ist sicher richtig.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: brainDotExe
T1984 schrieb:
Mit der DG-Glasfaser zur Telekom wechseln kannst Du bisher in Lüdinghausen. Das ist eins der Pilotprojekte von denen kingpin42 gesprochen hat. Ich weiß jetzt nicht ob es noch Pilotprojekte mit anderen Anbietern gibt. Aber bisher gibt es ansonsten mit DG-Glasfaser generell nur DG-Tarife.
Ich war auf einer Veranstaltung, dort wurde dies explizit bestätigt. Veranstaltung war im Ausbaugebiet Illingen
 
T1984 schrieb:
Eigentlich nicht. Die Telekom hat bundesweit seit 2013 mehr als 20 Mio Haushalte per FTTC ausgebaut, die meisten eigenwirtschaftlich. Insgesamt sind das jetzt etwa 34 Mio Haushalte mit FTTC/VDSL.
Naja das ist jetzt keine Glanzleistung, da die Telekom damals ja gegen FTTH war und groß kommuniziert worden ist, das Vectoring die einzige Technologie ist um dies umzusetzen.

Hätte die Bundesregierung damals vielleicht 2-3 Experten gefragt und hätte nicht nach dem Willen der Telekom gehandelt würde es heute solche News nicht mehr geben ;)
Ergänzung ()

T1984 schrieb:
Dann ist das neu. Bisher scheint es da auch noch keine offiziellen Informationen zu geben jenseits des Pilotprojekts Anfang 2020. Aber schön wenn das voran geht.
https://www.deutsche-glasfaser.de/kommunen/privatwirtschaftlich/

Das hab ich jetzt noch gefunden.

"Open Access ist sicher!
Deutsche Glasfaser Netze sind grundsätzlich offene Netze und stehen weiteren Telekommunikationsanbietern offen."

Das Pilotprojekt bezieht sich wahrscheinlich auf "zum Start", kann man seinen Anbieter frei wählen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Iwwazwersch schrieb:
Naja das ist jetzt keine Glanzleistung, da die Telekom damals ja gegen FTTH war und groß kommuniziert worden ist, das Vectoring die einzige Technologie ist um dies umzusetzen.

Hätte die Bundesregierung damals vielleicht 2-3 Experten gefragt und hätte nicht nach dem Willen der Telekom gehandelt würde es heute solche News nicht mehr geben ;)
Es hat bewirkt das heute prozentual weniger Haushalte in Deutschland noch mit ADSL vorlieb nehmen müssen als in vielen Länder bei denen der FTTB/H-Anteil höher ist. Was gerade in den letzten 18 Monaten durchaus wichtig war. Und eine Brückentechnologie zu pushen weil man erstmal Wert auf eine möglichst große Abdeckung legt widerspricht ja auch etwas dem Rosinenpicken-Vorwurf...
Ergänzung ()

Iwwazwersch schrieb:
Das hab ich jetzt noch gefunden.

"Open Access ist sicher!
Deutsche Glasfaser Netze sind grundsätzlich offene Netze und stehen weiteren Telekommunikationsanbietern offen."

Das Pilotprojekt bezieht sich wahrscheinlich auf "zum Start", kann man seinen Anbieter frei wählen.
Ja, sich zu Open Access zu bekennen ist eine Sache. Trotzdem braucht es konkrete entsprechende Kooperationsvereinbarungen um dann wirklich Tarife anderer Anbieter nutzen zu können.

Ist bei der Telekom nicht anders: die sagt auch schon seit Jahren dass ihr FTTH-Netz Open Access ist, bisher kann man aber nur FTTH-Tarife der Telekom buchen. Da gibt es seit einigen Monaten auch immerhin schon Vereinbarungen zwischen Telekom und Vodafone, 1&1 und Telefonica. Da sollte sich auch bald was ändern.

Bei DG kannte ich wie gesagt bisher nur das Pilotprojekt in Lüdinghausen. Aber wenn das jetzt auch für andere Gebiete beworben wird dann ist das vermutlich ein Zeichen dass es auch da vorwärts geht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: brainDotExe und chartmix
Zu Open Access: Jede Ausschreibung, die ich bisher auf dem Schreibtisch hatte, war als Open Access und technologieneutral. Trotzdem ist es bisher nie dazu gekommen, daß ein Anbieter ein Glasfaserprodukt auf der Glasfaser eines Wettbewerbers angeboten hat. Das liegt zum großen Teil daran, daß diese Dinge (noch?) nicht durch die BNetzA reguliert sind – im Gegensatz zur Miete für die Kupfer-TAL bei der Telekom. So müßte man mit dem Unternehmen in Verhandlungen gehen, das ausgebaut hat, und dessen Preisforderungen akzeptieren. Natürlich möchte das Unternehemn, das ausgebaut hat, sein Monopol so lange wie möglich schützen und es nicht der Konkurrenz zum Spottpreis verscherbeln. Dementsprechend hoch sind die Preise, wenn es denn überhaupt mal zu solchen Verhandlungen kommt.
 
Mister79 schrieb:
Wie gesagt, der Preis kann der Punkt sein, technisch aber nicht. Die Coax Netze sehe ich auch im Vergleich zum Glasfaser als veraltet an und die gehen den gleichen Weg wie die TAE Anschlussleitung.
Technisch gesehen stimme ich dir das 100% zu. Aber sieh das mal ganz praktisch: Warum soll sich jemand heute Glasfaser ins Haus legen lassen, wenn das Internet über die bestehenden Koax-Kabel fast genau so schnell reinkommt? Soll das einen wenig technikaffinen Hausbesitzer überzeugen, auf seinem Grundstück buddeln und seine Hauswand durchlöchern zu lassen? Nur weil es in Zukunft irgendwann mal Vorteile haben wird?

Wenn du neue Hausanschlüsse verkaufen willst, solltest du doch auch etwas anbieten, das den ganzen Aufwand drum herum rechtfertigt. Etwas das ohne diesen Anschluss nicht möglich ist. Nicht das gleiche wie über Kabel mit etwas mehr Upload und kürzeren Latenzen zum doppelten Preis.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Mister79
chartmix schrieb:
Und wenn der Eigentümer nicht will? Ist ja schließlich sein Eigentum und ohne Unterschrift wird das nix.
Also wie soll das funktionieren?
Der Eigentümer will z.B. auch keine Grundsteuer zahlen oder Sickerschächte für‘s Regenwasser bauen - muß er trotzdem, weil es Gesetz ist. Ohne gesetzlichen Zwang geht es bei manchen Dingen eben nicht.
 
Wer bietet mehr ?
Telekom 120000
Deutsche Glasfaser 300000 ?

find ich ja toll .. es paßt theoretisch noch ..
Saarland quasi ne Mio Stadt - knapp 1 MIo Einwohner = 500000 Haushalte

https://presse.deutsche-glasfaser.de/pressreleases/saarland-wird-glasfaserland-3080732
Ergänzung ()

TempeltonPeck schrieb:
Mal abgesehen von dem Zeitpunkt 2030, kann jemand erklären wie man FTTH für alle Haushalte umsetzen will? Gerade in dicht bebauten Städten mit bestands Wohnblöcken. Da wird selbst FTTB schwierig bzw. sehr aufwendig.

Gerade in Städten und mit MFHs sind die Wege die man buddeln muß (von Haus zu Haus in der Straße) eher kurz, und ein Kabel mit mehreren Fasern je MFH reicht oft auch. Sprich die durch den Tiefbau dominierten Baukosten (z.B. 50€/m, bei 20m zum nächsten EFH also 1000€..) sind überschaubarer als in einer EFH Siedlung. Man kann mit relativ wenig Tiefbauaufwand viele Kunden errreichen. Natürlich kommt der inhouse Aufwand drauf, aber den kann man ja neuerdings (ein paar Jahre mit begrenzter Monatssumme) auf die Miete umlegen.

Bei der Telekom reicht durch die GPON Verlegung oft sogar eine einzelne Glasfasfer für einen Wohnblock (bis zu etwa 32 Wohneinheiten). Hat man mehrere Wohnblöcke als Gruppe stehen gibt's wohl 1 Faser je Wohnblock - und irgendwo geht das Kabel von der Straße mit z.B. 4..12 Fasern nur ins erste Haus rein.

Also versteh ich nicht so ganz wo du das Problem siehst ?

Gerade die Anbieter wie Vodaphone und Telekom die in den Städten unterwegs sind sind genau deswegen dort.

calNixo schrieb:
Wie weit verlegt so ein Anbieter eigentlich die Kabel? Bei uns hat die Telekom vor 5 Jahren mit Vectoring ausgebaut, also FTTC. Jetzt kommt die Deutsche Glasfaser mit FTTH-Anschlüssen. Ich vermute aber, dass die DG in weiten Teilen ihre eigenen Kabel über die der Telekom legt, sprich jeder sein komplett eigenes Netz aufbaut.

Ich wohne in einem Dorf mit ca. 800 EW. Unsere Gemeinde besteht aus ca. 10 solchen Dörfern und einem leicht größeren Hauptort. Ursprünglich gab es eine Hauptvermittlung der Telekom nur im Hauptort. DSL über Kupfer bei 6km Abstand: 200..300 kBit/s (kein Witz). FTTC wollte die Telekom über viele Jahre hinweg nicht ausbauen, bzw. nur gegen Backschisch, dann kam ein lokaler Versorger (+50% EWE). Eigenwirtschaftlicher Ausbau 50 MBit/s DSL und hat dazu naturgemäß in jedes Dorf (ca. 3..6km Abstand) eine Glasfaserleitung gezogen. Ein paar Jahre später hat jetzt DG auch wieder eigenwirtschaftlich ausgebaut - sie benutzen die Glasfaserortsleitungen des FTTC/DSL Anbieters tatsächlich nicht. Mag daran liegen das die falsch liegen - denn neben unserer Gemeinde wurde auch noch die Nachbargemeinde (ähnlich strukturiert wie unsere) ausgebaut. Hinter der liegt die Autobahn an der der Backbone entlangläuft. Also gibt's von unseren Dörfern jetzt wohl ne Glasfaserleitung zum Nachbarort von dort zum Backbone. Backbonenutzung (quer durch Deutschland, nur alle paar zig km gibt's einen Zugangspunkt) mietet die DG (von Anbietern wie Gasline oder Vodaphone), sie hat wohl keine eigenen. Den Rest (Ortszuleitungen und im Ort) vergräbt sie selber.

kingpin42 schrieb:
Die DG pickt sich auch nur die Rosinen raus. Die wirklich unterversorgten Gebiete werden von denen nicht erschlossen.
Kann man nicht behaupten. Bei uns wollte die Telekom jedenfalls nie ausbauen, zumindest nicht ohne beträchtliche Förderung ("kein Bedarf"). Die 40% Quoten für den eigenwirtschaftlichen Ausbau waren weder für unseren FTTC Provider noch ein paar Jahre später für Deutsche Glasfaser ein Problem. Und im Gegensatz zur Telekom baute DG bislang weitgehend eigenwirtschaftlich aus. Erst in den letzten Jahren haben sie angefangen mit Förderung auch weiße Flecken zu bearbeiten. Und bei uns gab's lange Jahre gar nichts von der Telekom, dann maximal 50/10 MBit/s (praktisch 45M/3M) aber nicht von der Telekom ("keine Nachfrage, lohnt sich nicht"). Wie auch 100 Nachbardörfer. Typ. viele lange Jahre unterversorgte ländliche Gegend.

Die einzige Vorraussetzung die es für eigenwirtschaftlichen Ausbau wohl naturgemäß gibt ist wohl das die Dörfer die dann versorgt werden eine gewisse Mindestgröße haben (z.B. bei uns 800 EW) und das die Bebauung halbwegs kompakt ist. Soll heißen nach einem Haus kommt nicht erstmal 300m Wildnis sondern das nächste Grundstück. Also Bebauung ohne allzu riesigen Lückenanteil.

Zersiedelte Orte (Alle paar 100m mal ne Straße mit 10 Häusern oder so was - läßt sich halt nicht eigenwirtschaftlich ausbauen - da braucht's dann Förderung. Die dann leicht auch mal 10000€/Haushalt statt der eigenwirtschaftlichen Kosten von um die 1000€/HH (DG: 7 Mrd € für bis zu 6 Mio HH ..) betragen können. Das braucht natürlich Amortisationszeiten die bei einigen 10J liegen - ein langfristiges Finanzierungsmodell wie es z.B. zu Renten paßt. Zu denen hat der aktuelle Telekom Chef mal gesagt: Mehr als 5J Amortisationszeit ist nicht kompatibel zu unserem Geschäftsmodell.

Tatsächlich baut Telekom mit FTTH wohl eher Städte als Dörfer aus. Also dort wo auch Vodaphone unterwegs ist. Deutsche Glasfaser hat sich dagegen auf's Land spezialisiert. Und weil der weitgehend eigenwirtschaftliche Ausbau da gut funktioniert gibt's inzwischen mehrere Provider&Investoren Gespanne die der DG nacheifern (DG: 7 Mrd € Invest für bis zu 6 MIo Kunden; Telefonica&Allianz: 5 Mrd € für die nächsten Jahre. + UGG + .. mit etlichen weiteren Mrd € ).
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: Iwwazwersch
senf.dazu schrieb:
Ergänzung ()


Gerade in Städten und mit MFHs sind die Wege die man buddeln muß (von Haus zu Haus in der Straße) eher kurz, und ein Kabel mit mehreren Fasern je MFH reicht oft auch. Sprich die durch den Tiefbau dominierten Baukosten (z.B. 50€/m, bei 20m zum nächsten EFH also 1000€..) sind überschaubarer als in einer EFH Siedlung. Man kann mit relativ wenig Tiefbauaufwand viele Kunden errreichen. Natürlich kommt der inhouse Aufwand drauf, aber den kann man ja neuerdings (ein paar Jahre mit begrenzter Monatssumme) auf die Miete umlegen.

Bei der Telekom reicht durch die GPON Verlegung oft sogar eine einzelne Glasfasfer für einen Wohnblock (bis zu etwa 32 Wohneinheiten). Hat man mehrere Wohnblöcke als Gruppe stehen gibt's wohl 1 Faser je Wohnblock - und irgendwo geht das Kabel von der Straße mit z.B. 4..12 Fasern nur ins erste Haus rein.

Also versteh ich nicht so ganz wo du das Problem siehst ?

Weil ich vor meinem geistigen Auge sehe wie alle Straßen vor den Blöcken aufgerissen wird und dazu dann Links und rechts zu den Verteilern. Dazu die Verlegung in jede Wohneinheit. Das mag alles machbar und bezahlbar sein aber es kommt einen doch sehr aufwendig vor. Ganz zu schweigen der Stress für die Anwohner.
 
TempeltonPeck schrieb:
Weil ich vor meinem geistigen Auge sehe wie alle Straßen vor den Blöcken aufgerissen wird und dazu dann Links und rechts zu den Verteilern. Dazu die Verlegung in jede Wohneinheit. Das mag alles machbar und bezahlbar sein aber es kommt einen doch sehr aufwendig vor. Ganz zu schweigen der Stress für die Anwohner.
Also in unserem 800 Seelen Dorf, also vielleicht 400 Haushalte, meist EFH sah das folgendermaßen aus: Vor jedem Haus wurde mindestens an einer Stelle im Gehweg oder den Parkbuchten Pflaster aufgehoben und ein vielleicht 50cm tiefes, 1m langes und 50cm breites Loch aufgemacht. Gelegentlich auch mehr als das eine Loch je Haus.

Diese Löcher waren dann lang genug um eine Erdrakete ("pressluftangetriebener Erdverdängungshammer") eiuzusetzen, die sich dann zum nächsten Loch durchtickert. Danach wird die Erdrakete wieder an dem Preßluftkabel rausgezogen und das Leerrohr ins verbliebene Loch geschoben. Hausanschlüsse, dort wo die Kunden gebucht haben, gehen ähnlich mit Loch an die Hauswand - wenn man geschickt war kann man das Loch auf der Straße nochmal nutzen.

Nur an wenigen Stellen ist bei uns ein Bürgersteig mal von Hand komplett aufgegraben war - dann wenn da schon viele andere Leitungen drunter lagen. Die "verdrängt" der Hammer nämlich auch gern mal - ohne Rücksicht auf Verluste. Gab's in unserem Dorf auch - da hat DG ne Telekomleitung erwischt und zerlegt. Das war ein Loch das für die Reparatur ein wenig länger als die 1 Woche auf war ..

Die ganze Tiefbaumaßnahme war mit etwa 5 Teams a 4 Leute in 1 Woche durch. Danach waren alle Löcher wieder zu, Pflaster/Steine wieder fachmännisch verlegt. Die Leerrohre für die Hausanschlüsse aufgerollt an die Hauswand getaped. Die Hausbohrungen und internen Anschlüsse kamen deutlich später.

Auch die 5km Ortsleitung kam bei uns deutlich später, ein Feldhamster hatte Einspruch eingelegt. Mit Spülbohrung. Da fährt ein LKW & eine Ditchwitch an den Straßenrand und von dort wird in Abschnitten von 50..100m in einem Rutsch von Loch zu Loch gebohrt. 2 Mann Team, einer sitzt in der Ditchwitch, einer rennt mit dem Zielgerät in der Pampa rum. Beide passen auf das sie vom auf der Landstraße weiterlaufenden Verkehr nicht überfahren werden und ignorieren das gelegnetlich Gemaule. Und beim Rausziehen des Bohrgestänges gleich das Leerrohr mit eingezogen. Nach dem Schließen des Loches gucken die Leerrohrenden dann aus der Erde.

Verkehrsbehinderungen gab's bei uns nicht - was morgens aufgemacht wurde was abends wieder zu. Hat auch fast überall geklappt. Auch Unterquerungen der Straße wurden mit der Erdrakete gemacht - ohne den Straßenbelag anzufassen.

Denke mal das muß in der Stadt nicht zwingend anders aussehen. Und man braucht je MFH halt nur einen Anschluß. Telekom scheint allerdings lieber den Straßenbelag oder die Bordsteinkante zu fräsen - vielleicht ja inzwischen mit ihrer neuen Verlegemethode ohne Leerrohr dann auch den Gehweg/Vorgarten zum Haus ? Dürfte dann wohl auch bedeuten morgens Platten aufheben, abends wieder zu. Die gefrästen Schlitze werden wohl kaum sonderlich stören und vielleicht oft auch schnell wieder zu sein.

Also alles in allem durchaus ne Menge Arbeit - aber eine die sich "minimalinvasiv" erledigen läßt. Hören tut man das auch - ca. 1 Woche haben bei uns diese Erdraketen kontinuierlich vor sich hin getickert - und die Kompressoren waren natürlich auch zu hören.

Übrigens: An unserer Straße gibt's 24 Häuser, also wurde in der Straße ein Leerrohrbündel von 25 Rohren verlegt. Bei Anschluß des Hauses wird dieses Hauptkabel aufgeschnitten, das Leerrohr mit der richtigen Farbe rausgesucht, durchgeschnitten und mit einem Leerrohr zum Haus mit einer Muffe verlängert. So das man hinterher ein Glasfaserkabel bis zum Haus schieben kann. Das andere Ende des 25er Bündels, aus dem dann die bis zu 24 Glasfaserkabel (je z.B. 4 Fasern) ankommen landet dann in einem Kästle am Straßenrand, wo es auf ein anders Glasfaserkabel umgespleißt wird: je eine Faser von den 24 Häusern auf ein gemeinsames Kabel mit z.B. 96 Adern. Viele dieser 96er Kabel landen dann in der Technikgarage (POP) der DG und die Fasern werden dort einzeln auf Glasfasersteckverbinder gelegt - für jeden Haushalt ein eigener. Bei Telekom dürften diese Kästchen am Straßenrand dann ggf. einen (passiven) optischen Splitter enthalten und statt 24 Fasern zum POP gibt's dann nur eine zum CO. Da mit der Menge der Fasern auch der Raum für die Technik kleiner wird - werden das aber vermutlich weniger oder kleinere "Garagen" sein. Bei uns steht ein so ein Teil je Dorf. Mal ne ganze "Garage", mal ne Halbe.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: TempeltonPeck und Iwwazwersch
senf.dazu schrieb:
Telekom scheint allerdings lieber den Straßenbelag oder die Bordsteinkante zu fräsen - vielleicht ja inzwischen mit ihrer neuen Verlegemethode ohne Leerrohr dann auch den Gehweg/Vorgarten zum Haus ? Dürfte dann wohl auch bedeuten morgens Platten aufheben, abends wieder zu. Die gefrästen Schlitze werden wohl kaum sonderlich stören und vielleicht oft auch schnell wieder zu sein.

Hier ein Video der Telekom dazu
 
Iwwazwersch schrieb:

Hier ein Video der Telekom dazu
Schönes Video - aber mal wieder bleibt unklar wie denn nun die Abzweige von den "Kabelverbünden" gemacht werden. Ein erstmal grundsätzliches Problem bei der Frästechnik: in dem dünnen Schlitz kann man erstmal keine Kabelmuffen oder ähnliche Abzweigtechnik unterbringen. Da müßte man das Loch dann vor jedem Haus doch wieder vergrößern.

Letztlich ist z.B. bei uns auch eher 2m Vorgarten zwischen Straße und Haus. Wenn man die neuen Kabelverbünde z.B. für 7 Häuser (wie im Video angedeutet) aufteilt - wie geht's ab da weiter - mit Spleiß ? Doch wieder mit Erdrakete und mit oder ohne Leerrohr bis zum Haus ?

Der gefräste Anschluß bis zum Straßenrand war ja zu sehen - aber wird da dann ein kompletter Kabelverbund a 7 Kabel eingelegt oder wird der an der Stelle (wie?) aufgeteilt ?

Würd ja jetzt fast vermuten das man irgendwie ein einzelnes kurzes Kabelstück der 7 Kabel eines Verbundes irgendwie unbeschädigt rausoperieren kann (Mantel aufschlitzen, abschneiden, rausziehen ?) und dann in dem gefrästen Abzweiger zum Straßenrand in den Schlitz legen kann - die restlichen 6 gehen weiter auf der Straße. Am Fahrbahnrand vor jedem Haus wär dann aber Spleißen auf das Kabel zum Haus fällig. Inklusiver "herkömmlicher" Verlegung (ohne Fräsen) dieses Abschnitts.

Und last but not least - es kann nur einen geben .. der zweite kann nur weiter weg vom Straßenrand fräsen sonst fräßt er ja die Telekom Leitungen/Abzweiger zum Straßenrand durch. Zum Straßenrand fräsen geht dann aber auch nicht mehr zu fräsen .. Wird schon seinen Grund haben warum die Telekom "fast" in Straßenmitte fräst ;) Dumm ist auch wenn beidseits der Straße Häuser stehen. Dann ist's mit der einfachen Fräserei allzeit vorbei ..
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: up.whatever
Zurück
Oben