duskstalker schrieb:
dazu muss sich nvidia erstmal auch in so eine sackgasse maneuvrieren.
Das kann schneller gehen, als man denkt. Auch nVidia bewegt sich aktuell mit einer eigentlich recht alten Architektur auf dem Parkett.
Im Gegensatz zu AMD haben sie sich aber zumindest getraut, auch mal stärker an der Architektur zu arbeiten. Wenn man sich aber mal entsprechende Unterlagen ansieht, fällt auf, dass selbst Volta ein Verwandter der Fermi-Architektur ist.
Ich hoffe aktuell inständig, dass der neue Chef-Ingenieur bei AMD nicht versucht durch revolutionäre Technik die Probleme der GCN zu lösen, sondern sich mal auch den vielen kleinen Problemen annimmt, oder wirklich was neues auf die Beine stellt.
NDschambar schrieb:
Vielleicht kurbelt man jetzt auch mal die Entwicklung wirklich neuer Produkte an, anstatt sich alten Wein in neuen Schläuchen vergolden zu lassen.
Frage ist eher, was da noch kommen kann. Es hat schon ein Grund, warum sich über fast alle Prozessor-Architekturen die Kernarchitekturen über die letzten Jahre angenähert haben und heute der Aufbau von fast allen CPUs doch recht ähnlich ist.
Seit es nun Apple mit ihren A-Prozessoren, AMD mit Ryzen oder Intel oder gar ARM. Die aktuellen revolutionären Architekturen wie VISC wiederum sind zwar Heilsversprechen, aber im Endeffekt wartet man da auch noch drauf, ob es wirklich klappt am Ende und vor allem auch so wie erwartet.
Intel könnte natürlich die IA32-Architektur massiv entschlaken und den 16Bit-Rotz über den Haufen werfen, aber die Frage ist, ob es passiert und dann auch wann.
BamLee2k schrieb:
Das ist doch fast egal. Die Leute kaufen ja trotzdem Intel. Kenne viele die auf Intel, wegen der Single Core Leistung, setzen.
Dabei brauchen sie es in der Regel nicht mal. Die IPC zwischen Syklake alias Kabylake alias CoffeeLake und nun Ryzen 2 unterscheidet sich nicht mehr so signifikant, als das es von Bedeutung wäre. Intel hat aktuell primör nur noch den Vorteil, dass sie höher Takten, aber das erkauft sich die CPU auch - sofern es um mehrere Kerne geht - durch übermäßigen Energiedurst.
Und selbst bei "neueren" Spielen wird der Abstand zwischen Intel und AMD geringer, da nun langsam auch die Optimierungen für AMD ankommen.
Palmdale schrieb:
Ich denk da muss man Endkunden und Business/OEM/Server strikt trennen. Der Kernkrieg bringt Gamern relativ wenig (würd aktuell den Peak bei 6 Kernen verorten), Anwendern hingegen je nach Software schon.
Für Gamer ist es aktuell aber auch relativ egal, ob sie zu Intel oder AMD greifen, Der Unterschied liegt im Mittel bei gleichem Takt bei ca. 5% und entspricht damit dem noch aktuellen Unterschied zwischen der IPC zwischen Zen+ und CoffeeLake und gehen wir über den Preis, ist es bei Spielen fast ein ausgeglichen.
Natürlich gibt es Spiele bei denen AMD auch mal deutlicher zurück hängt, aber bei diesen Spielen ist es fast schon egal, da die Framerate ohnehin so hoch ist, dass es unbedeutend ist - hier gehts um Spiele die teilweise über 5 Jahre alt sind.
Palmdale schrieb:
Leider ist im GPU Markt mehr als Gegenteiliges zu sehen, wo AMD mit Turing an der Wahrnehmungsgrenze kratzen könnte
Das haben sie im CPU Segment mit Bulldozer eigentlich auch schon. Die APUs haben zwar durchaus etwas Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnten, aber im Endeffekt war AMD auch bei den CPUs eigentlich von der Bildflöäche verschwunden.
stoneeh schrieb:
Das ist so ziemlich die einzige Argumentation und der einzige Gedankengang vieler Firmen - man hat halt immer Intel verbaut, also macht man es auch jetzt.
Kommt aber auch immer etwas auf den "Admin" an, der für die IT zuständig ist. Bei meinem kurzen Zwischenstopp an einer unabhängigen Landesanstalt, hätte ich alles haben können, sei es Dell, HP, Apple usw. Ich hätte nur sagen müssen, was ich will.
Meist liegt es also nicht mal an der Firma selbst, sondern an den IT-Verantwortlichen.
bensen schrieb:
Genau, gab im Serverbereich gar keinen Fortschritt bei Intel, deswegen ist die Konkurrenz auch so riesig gewesen...
Wenn wir fair sind, muss man sagen, dass die IA32 für den Serverbereich bis zur der 64Bit-Initative von AMD, absolut keine Bedeutung hatte und Intel mit der IA64 nicht gerade erfolgreich war. Erst durch AMD und deren Vorpreschen mit der AMD64/x64 hat sich dieser Markt für Intel überhaupt erst geöffnet.
Und die dominierende Position hat Intel sich auch erst erobern können, als AMD Bulldozer für sämmtliche Prozessoren bis auf APUs hat fallen lassen. Gerade im Serverbereich waren Bulldozer-Opterons durchaus konkurrenzfähig zu SandyBridge-Xeons - entsprechend konnte sich AMD da auch anfangs noch halten.
Seit SandyBridge gibt es aber eigentlich keine wirklich größeren Änderung an der Core-Architektur alias P6-Architektur, die Mitte der 90er mit dem Pentium Pro ihr Debüt feierte. Nehalem brachte den integrierten Speicher-Controller und SandyBridge den MirkoOPs-Cache. Die erste drastische Änderung gab es nun mit SkyLake-X mit dem vervierfachten L2-Cache, der jedoch zum Teil "extern" gelöst wurde (Nicht direkt im Kern integriert) und dem Mesh-Interconnect.
In der Regel hat Intel - ebenso wie AMD als sie mit den Opterrons auf dem Markt kamen Mitte der 00er-Jahre davon profitiert, dass sehr viel Software alleine aus Testgründen für x86er mit entwickelt wurde, da nicht jeder Lust hatte Datenbanken und Co auf einem externen Server zur Entwicklung auszulagern.
Sparc ist seit der ÜBernahme von Sun durch Oracle quasi tot und PowerPC hatte auch seine Probleme. Intel musste ehrlich gesagt auch nicht wirklich viel in diesem Bereich machen und in dem Bereich in dem sie was machen mussten ... na da haben sie keinen wirklichen Marktanteil. nVidia beherrscht den HPC-Markt fast vollständig alleine dank CUDA. XeonPhi war eine Randerscheinung und verschwindet nun.
Wattwanderer schrieb:
Ansonsten dürften die Serverkäufer sehr konservativ sein. Sie wollen ein Gerät das fünf Jahre durchläuft. Bei Intel weiss man, dass das geht. AMD muss es noch beweisen.
AMD hat mit den Opterons Mitte der 00er bewiesen, dass ihre CPUs für solch einen Betrieb zuverlässig genug sind. Nur haben sie die Opteron-Serie zusammen mit der FX-Serie nach der Piledriver-Ausbaustufe zu Grabe getragen. Das war 2012. Seit dem haben sie an Zen gearbeitet und haben den Markt nicht bedient.
AMD hat Intel mit den Opterons - wenn man es bildlich ausdrücken möchte - an der Nase durch den Ring geführt. Nicht nur, dass AMD plötzlich im Leichtgewicht-Ring mit Xeons gewagt hat, nein AMD hat sich auch mit den Schwergewichten IA64, PowerPC und UltraSparc angelegt und Intel dazu gezwungen Xeons in direkte Konkurrenz zum hauseigenen Itanium zu setzten. AMD schaffte es so innerhalb von 3 Jahren von einem unbedeutenden Etwas zu einem respektablen Marktanteil bei x86-Serverprozessoren von über 20% und hat gleichzeitig an den Marktanteilen von PowerPC, IA64 und PowerSparc geknabbert und das beste: 2008 hat es zusammen mit den IBM-Cell-Prozessoren sogar dafür gereicht, dass AMD im ersten PetaFlop/s-Rechner gewerkelt hat. Und dass zu einer Zeit, als Xeons auf der Liste noch nicht die absolute Vorherrschaft hatten.
SKu schrieb:
Ich würde ja AMD kaufen, allerdings besitzt Ryzen keine extremen Hochleistungskerne wie Intel.
Ehrlich gemeinte Frage: Wird es nicht langsam peinlich, immer den selben Quatsch zu schreiben und damit sich zum Gespött der Community zu machen?