Wahlprogramme stehen fest, wen wählt Ihr?

Wer bekommt Eure Stimme!

  • CDU CSU

    Stimmen: 69 20,9%
  • SPD

    Stimmen: 90 27,3%
  • FDP

    Stimmen: 42 12,7%
  • "Neue Linke"

    Stimmen: 57 17,3%
  • Grüne

    Stimmen: 23 7,0%
  • gar nicht

    Stimmen: 30 9,1%
  • Sonstige

    Stimmen: 19 5,8%

  • Umfrageteilnehmer
    330
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
daria schrieb:
Die soziale Sicherung muss abgebaut werden, sie ist schlichtweg zu teuer. Klar bedeutet das mehr Risiko aber so ist nunmal das Leben.

...damit sich das Leben in Deutschland zukünftig noch stärker an die US-amerikanischen Verhältnisse angleicht, für mehr Armut, Ghettoisierung, Kriminalität. Für ein besseres Deutschland. :freak:

daria schrieb:
In allen Threads, sei es IBM entlässt Mitarbeiter, Politik oder was auch immer, es wird immer gegen "die da oben" gestänkert. Das geht mir sowas von auf den Wecker. Wisst ihr was das ist? Das ist ganz einfach Neid. Ein ur-menschlicher Instinkt, der eine hat mehr und jetzt will ich auch was davon haben.

Du verwechselst Neid mit Unverständnis über ökonomisch nicht zwingend notwendige Entlassungen/Verlagerungen.

daria schrieb:
Aber anstatt sich jetzt reinzuhängen und eventuell den gleichen sozialen Aufstieg zu schaffen (Die meisten "Reichen" sind das keineswegs von Geburt an - Peter Hartz hat bei VW auch als Azubi angefangen) wird lieber gemeckert und versucht per Gesetz was daran zu drehen - was sowieso nie wirklich klappen wird. Aber mit dem Finger zeigen war ja schon immer einfacher als selber machen.

Diese Aussage steht im Gegensatz zu den von Dir geforderten Studiengebühren.

Zu Mr. George W. sag ich nix weiter, die US-Haushalte basieren doch fast ausschließlich auf Pump.


Und da Du so gern den Spiegel zitierst:

Klick


Edit:

Bushs "Wirtschaftsförderung" beschränkte sich auf Steuergeschenke für Topverdiener und AGs, im Gegenzug wurden Sozialleistungen gekürzt und die höchste Neuverschuldung in der Geschichte in Kauf genommen.

Und das erscheint Dir in Deinen Augen sozial und verantwortungsbewusst? Nach mir die Sintflut, gelle!?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo arenk,

es gibt viele Möglichkeiten, die Sozialsysteme zu finanzieren. Angefangen bei der Steuerverschwendung Jahr für Jahr, nachzulesen im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler, weiter über die Steuern, die durch große Firmen eingenommen würden. Ja, ich wäre eher für einen Spitzensteuersatz von ca 25 %, wenn der denn auch bezahlt würde. Warum muss bei einem knappen Haushalt immer nur bei den Schwächsten unserer Gesellschaft das Geld eingetrieben werden? Machst Du das auch so? Wenn Du Familie hast mit 2 Kindern, die Einnahmen sind niedriger geworden, wird dann am schwächsten Glied in der Familienkette gekürzt? Werden die Kinderzimmer abgeschafft, oder die Heizung in den Kinderzimmern ausgestellt? Wird für die Kinder kein frisches Obst und Gemüse mehr gekauft? Bekommen die nur noch Dosenfutter, was billiger ist? Während die Eltern sich aber weiterhin das dicke Steak leisten und die Markenzigarette?

Mit dem Denkzettel hast Du allerdings Recht. Ja, ich votiere gegen die etablierten Parteien. Ich glaube nicht, dass eine neue Linkspartei an die Regierung kommt. Die Gruppierungen, die die Macht haben, werden es über die Medien mit Meinungsmanipulation zu verhindern wissen, und die Masse Mensch wird doch wieder an die Lügen der Großen glauben. Die historische Chance, von der ich spreche, ist halt nur der Denkzettel. Mehr wird nicht drin sein. Also, keine Bange -

Wünsche ein sonniges Gemüt
Penzy
 
Zuletzt bearbeitet:
Immer wieder witzig, wieviele kommunistische/sozialistische Kleingeister sich in Computerforen rumtummeln. :D
Wer es bis jetzt immer noch nicht geblickt hat, dass der Sozialstaat in dem Ausmaße, wie er jetzt existiert, nicht mehr finanzierbar ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Das war vielleicht noch in den "Wirtschaftswunder"-Zeiten möglich. Es wird Zeit, dass dem Bürger mehr Eigenverantwortung in die Hände gelegt wird, dass also das, was jeder vernünftige Mensch sowieso schon macht (i.e. private Krankenversicherung, private Altersvorsorge), allgemeingültig und zur Selbstverständlichkeit wird. Daher bin ich ganz klar für eine radikale Kürzung der staatlichen Sozialausgaben.
Und klar, ab 2500 € gehört man also schon zu den Reichen? :freak: Das entspricht gerade mal dem deutschen Durchschnittsgehalt. Und auch wenn man "erst" ab 60.000 € Jahresgehalt die "Reichensteuer" ansetzt, dann kann man davon ausgehen, dass Deutschland recht schnell alle Leute mit einer brauchbaren Ausbildung los sein wird. Würd ich selbst ja auch so machen. Ich reiss mir schließlich nicht über 10 Jahre den Arsch für Topausbildung und Karriere auf, nur damit ich dem Staat noch mehr Steuern zahlen kann. :freak:
Und ja, Mobilität sollte mittlerweile eine Selbstverständlichkeit für jeden Menschen sein, der auch nur ein Minimum an Ambitionen im Beruf hat. Und wer keine Ambitionen hat, der soll sich bitte nicht beklagen.

Noch ein Wort zu Laffi:
in meinen Augen ein mieses Charakterschwein. Hat zunächst das Saarland runtergewirtschaftet, hat sich dann als Minister klammheimlich verpiselt und ist in der Versenkung verschwunden. Dann kommt er irgendwann aus seinem Loch gekrochen und gröhlt sozialistische Parolen, die vor Populismus nur so triefen, um im linken Lager auf billigen Stimmenfang zu gehen. Und das Erschütternde: er hat auch noch Erfolg mit seinem verlogenen Geschwätz.
 
Hallo Daria,

es ist schon ein dolles Dingen, was Du für Lösungen aus Amerika parat hast. Da ich nicht dort bin, kann ich leider nicht beurteilen, wie toll doch so alles geworden ist. Es gibt wohl keine Slums mehr und keine Ghettos, in denen sozial Schwache, an den Rand gedrängte dahin vegetieren. Nun, dann ist ja alles Bestens.

Hier für unser Land, in dem ich persönlich lebe, sehe ich das nicht so, dass man einfach hergehen kann, und den Menschen die Sozialverträge aufkündigt. Und das noch mit der Argumentation "Neid". Weißt Du überhaupt, von was Du da sprichtst? Es gibt hier nicht nur Menschen, die Millionär werden wollen. Es gibt hier Menschen, die einfach nur eine Arbeit haben wollen, ihr alltägliches Auskommen und eine Ausbildung für Ihre Kinder. Vom Ersparten und den ihnen zugesicherten versprochenen Renten, wofür sie über 40 Jahre lang gebuckelt haben, wollen sie in Ruhe ihren Lebensabend verbringen. Nicht mehr und nicht weniger.

Was haben denn die Arbeiter von Opel und Karstadt falsch gemacht, um zwei Beispiele zu nennen? Haben die auf einmal auf der faulen Haut gelegen? Haben sie nicht mehr ordentlich gearbeitet? Warum verlieren sie denn ihren Arbeitsplatz? Wegen Missmanagement. Und nichts anderes. Sie werden erpresst und unter Druck gesetzt, dass sie immer weniger Lust zum Arbeiten haben. Viele in diesen Firmen haben bereits innerlich gekündigt, weil sie den Druck nicht mehr aushalten können. Das nagt am Bruttosozialprodukt. Die Produktivität wird den Arbeitnehmern vollständig genommen. Das Deutsche Volk ist eines der fleißigsten Völker die es gibt. Das Volk des Wirtschaftswunders hat die Fehler nicht gemacht. Die Fehler sind von der Politik verbrochen worden. Jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist wird laut geschrieen, dass die Sozialsysteme nicht mehr finanzierbar sind. Die demographische Entwicklung ist seit Jahrzehnten bekannt. Das ist von der Politik einfach ignoriert worden. Natürlich gibt es andere Möglichkeiten der Finanzierung. Indem ich aber her gehe und die Schwächsten noch weiter melke, wird auch der Binnenmarkt nicht angekurbelt. Ein Staat darf in schlechten Zeiten nicht auf diese Art und Weise sparen, indem er den Schwächsten das bisschen "Nichts" auch noch nimmt.

Wie kannst Du behaupten, dass die WASG nichts bringt. Sie haben noch keine Chance bekommen. Denn sie sind NEU. Was ich aber behaupten kann ist, dass Helmut Kohl die Karre an die Wand gefahren hat. Er hat den Leuten im Osten blühende Landschaften versprochen. Ja, sie blühen dort, die Rapsfelder, aber das hatte er nicht gemeint. Du behauptest, dass man dann eben mal 400 km wegziehen muss für einen Job. Ja, das machen die Menschen im Osten. Die jungen Leute verlassen scharenweise die neuen Bundesländer. Dort gibt es bereits völlig überalterte Landstriche. Schulen werden geschlossen. Ganze Sozialgefüge, die nur durch JUNG und ALT gemeinsam funktionieren, sind bereits völlig zerstört. Ist es das, was Du meinst mit Wegziehen? Ist es das, was wir wollen? Das ist doch alles lächerlich.

Ich bin kein Hartz IV - Betroffener, aber ich habe nicht vergessen, nach links und nach rechts zu schauen. Ich sehe um mich herum immer mehr Kinder in Armut fallen. Kinder müssen in Suppenküchen essen. Und die sind selber Schuld? Die Kinder sind Schuld an der Bildungsmisere die hier in Deutschland herrscht? Wir haben früher in 8 Schuljahren mehr gelernt, als heute die Schüler in 12 Jahren. Woran liegt das denn? Sind die Kinder blöder geworden? Nein. Es ist das völlig vernachlässigte Bildungssystem, das vor die Wand gefahren worden ist. Das ist aber von den etablierten Parteien an die Wand gefahren worden.

Du prangerst hier an, das Eigeninitiative gefordert ist. Ja, das ist gut, so etwas. Das bisschen Eigeninitiative, was hier junge Leute versuchen aufzubringen, wird im Keim erstickt. Ein mir bekannter junger Mann, hat neben seiner Arbeit zwei Meistertitel erworben, wollte einen bestehenden Betrieb übernehmen. Man hat ihm soviel Bürokratiesteine in den Weg gelegt, dass er aufgeben wollte. Nach einem Jahr Laufen von Pontius bis Pilatus, von den Kosten ganz zu schweigen, hat er es dann endlich doch noch geschafft. Das ist deutsche Bürokratie. Nicht von der WASG, sondern von den etablierten Parteien hochgezüchtet.

Aber ich kann auch von mir erzählen. Es müssen nicht andere herhalten. Als junger Mensch habe ich mit noch nicht 19 Jahren meinen Partner durch Tod verloren und stand alleine mit einem Kind da. Ich gehöre zu der seltenen Spezies, die ein Jahr Sozialhilfe zurückgezahlt hat. Im Laufe meines Lebens habe ich drei Ausbildungen gemacht. Zuletzt war ich in einer großen Firma beschäftigt, deren Stammsitz in Amerika ist. Die Umsatzzahlen wurden von dort vorgegeben. WIE die erreicht wurden, interessiert dort überhaupt gar keinen. Hier wurde nur Druck verteilt. Druck, Druck und noch einmal Druck. 16 - 18 Stunden waren normal. Dafür hätte man gut und gerne noch jemanden einstellen können. Aber darum geht es ja gar nicht. Was interessiert denn in Amerika die Geschäftsleitung, wie die Menschen hier klar kommen? Absolut überhaupt gar nicht. Wenn ich nicht rechtzeitig das Handtuch geworfen hätte, wäre ich krank geworden. Viele andere um mich herum sind krank geworden. Ich habe mich durch Eigeninitiative selbständig gemacht. Ich habe mir überlegt, wenn ich nur die Hälfte der Kräfte einsetze, die ich für diese unmenschliche Firma eingesetzt habe, kann ich gut überleben. Und genau so ist es. Aber nicht jedermann hat das Potenzial, sich selbständig zu machen. Das muss man einfach akzeptieren. Ich persönlich kann mich nicht daran erfreuen, dass mein Umfeld "mit Leichen gepflastert" ist und da meine ich die Hartz IV - Leichen. Ja, ich drücke das hier drastisch aus, weil es noch viel drastischer kommen wird, als es schon ist. Der Sharholder Value ist das Mass aller Dinge geworden. Die Menschen interessieren nicht mehr. Das ist der Trend. Eine Gesellschaft, die nur noch durch Angst beherrscht wird. Du schönes tolles Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten - so unbegrenzte Möglichkeiten, dass der Präsident nur durch Wahlmanipulation an die Macht gelangt. Ist es das, was wir wollen? Ich jedenfalls nicht. Aber diese Entwicklung ist auch durch so einen Träumer wie mich nicht mehr aufzuhalten. Mobbing und Druck allerorten auf den Arbeitsstellen machen das Arbeitsleben zum Albtraum. Auch in Amerika laufen die Dinge nicht so toll wie Du darstellst. Da brauche ich mir nur die Dokumentationen von Michal Moore anzuschauen. Nein, dieser Mann wird in Amerika nicht geliebt. Weil er die Wahrheit sagt. Auch dort lagern die großen Firmen ihre Firmensitze in Billigländer aus, obwohl sie mit den Arbeitern gute Gewinne gemacht haben. Weil "die da oben" noch mehr wollen. Das ist die Realität. Hier bekommt ein Herr Schrempp höhere Jahresbezüge, wenn er mehrere Projekte in den Sand gesetzt hat. Was ist das für ein System, an dem man die Menschen nicht mehr teilhaben lässt? Die ganz Reichen bekommen für ihr Geld ohne Ende Zinsen. Für jeden Euro oder Dollar Zinsen hat aber irgendwo auf der Welt ein Mensch mit seinen Händen hart gearbeitet. Geld verdient nun einmal kein Geld. Es ist immer der Mensch. Aber das Zinssystem will ich hier nicht weiter beschreiben. Darüber kann man genug an anderer Stelle nachlesen.

Und Peter Hartz - ja, er hat als Auszubildender angefangen. Herzlichen Glückwunsch. Er hat es geschafft. Er hat es auch geschafft, jetzt zurückzutreten. Einige Herren hat man gerne das Bordell finanziert um sie auf ihre Seite zu ziehen. Das wird dann hier gleich als Anlass genommen um die gesamte Mitbestimmung in Frage zu stellen. Das ist genau so als wenn man sagen würde: Von 100 Unfällen mit Jugendlichen hatten 95 Calvin Klein-Unterwäsche an. Daher wird in Zukunft empfohlen, diese Unterwäsche nicht mehr zu tragen. Die ist Schuld an den Unfällen. - Noch einmal zu unserem lieben Herrn Hartz. Sein Modell sollte ja die Arbeitslosigkeit beseitigen. Zumindestens mal reduziert werden auf 2 Millionen. Und was ist draus geworden? Nichts ist draus geworden. Alle Steuer- und Investitionsgeschenke an die großen Firmen haben außer Arbeitsplatzabbau nichts gebracht. Was soll ich denn da noch von halten? Und jetzt soll der Kündigungschutz auch noch abgeschafft werden, der ursprünglich dafür gedacht war, dass der Schwächste im Arbeitssystem, der Arbeitnehmer, einen Schutz, eine kleine Sicherheit hat. Das soll Arbeitsplätze bringen? Keinen einzigen Arbeitsplatz bringt das. Das alles ist mehr als lächerlich.

Du hast in Deinen Ausführungen sicherlich Recht damit, dass hier nichts mehr zu machen ist. Aber gleichzeitig kann man nicht vorausschauend sagen, dass die WASG nichts bringt, wo es die etablierten Parteien waren, die das alles verzapft haben. Es ist einfach nur die Chance, mit einer größeren Mehrheit seinen Unmut auszudrücken mit der einen Stimme, die man hat. Es gibt vielleicht noch viel bessere kleine Parteien, die sich gebildet haben. Aber die haben keine Chance. Durch den Zusammenschluss der PDS und der WASG haben diese Parteien eine gewisse Presse um auch bekannt zu werden. Wenn auch die Presse nicht immer gut ist. Also nutze ich die Chance, denn wir haben sowieso keine. ;-). Alles ist bereits durch die mächtigen Reichen unterwandert. Es wird manipuliert und gehirngewaschen. Die breite Masse fällt sowieso wieder drauf 'rein. Ich werde mir auf jeden Fall diesen kleine Schimmer am Horizont nicht nehmen lassen und was NEUES wählen. Schon lange habe ich auf die Chance des Protestes gewartet, was nichts mit Rechtsradikal zu tun hat. Und die ist nun jetzt gegeben. Wenn wir sowieso nichts machen können, muss wenigstens der Denkzettel her. Das ist das Wenigste, was die etablierten Parteien verdient haben.

Weiterhin wünsche ich hier allen ein sonniges Gemüt
Penzy
 
Zuletzt bearbeitet:
@ SheepShaver

Ab 2500€ monatlichem Nettoeinkommen betrachte ich die Person als "besserverdienend".
Ich weiss wirklich nicht wo Du Deine Zahlen her hast. Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass 2500€ der Durchschnittslohn sein sollen.

SheepShaver schrieb:
Ich reiss mir schließlich nicht über 10 Jahre den Arsch für Topausbildung und Karriere auf, nur damit ich dem Staat noch mehr Steuern zahlen kann.

Und da wären wir schon beim Problem. Mangelnde soziale Solidarität und fehlendes Verantwortungsbewusstsein. Nicht nur in den Köpfen von Top-Managern, sondern auch in der Masse des breiten Volkes. :rolleyes:
 
SheepShaver schrieb:
Immer wieder witzig, wieviele kommunistische/sozialistische Kleingeister sich in Computerforen rumtummeln. :D

Zwischen "sozialem Denken" und "sozialer Verantwortung" auf der einen und Kommunismus auf der anderen ist IMHO noch ein himmelweiter Unterschied. Schutz der Schwachen heißt nicht, die Reichen zu enteignen.

Wer es bis jetzt immer noch nicht geblickt hat, dass der Sozialstaat in dem Ausmaße, wie er jetzt existiert, nicht mehr finanzierbar ist, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Da immer so gerne mit anderen Staaten verglichen wird: einmal quer über die Ostsee rüber liegt ein Staat, dessen soziales System noch umfangreicher als unseres ist. Und trotzdem funktioniert. Dort ziehen aber auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer an einem Strang.

Und klar, ab 2500 € gehört man also schon zu den Reichen?

Wer sagt denn das? Oder meinst Du netto?

Und auch wenn man "erst" ab 60.000 € Jahresgehalt die "Reichensteuer" ansetzt

Das halte ich auch für etwas niedrig. Ich kann aber nicht sagen, welche Zahlen dieser Berechnung zu Grunde liegen.

Würd ich selbst ja auch so machen. Ich reiss mir schließlich nicht über 10 Jahre den Arsch für Topausbildung und Karriere auf, nur damit ich dem Staat noch mehr Steuern zahlen kann. :freak:

Wer hat Dir denn die Ausbildung ermöglicht?

@penzy:

Respekt für den Post!

Gruß
Morgoth
 
Morgoth, die 2500€ (monatl. Nettoeinkommen pro Kopf) hatte ich irgendwo in diesem Thread mal in den Raum geworfen, als es darum ging "Reiche" zu besteuern (wobei ich von einer einseitigen "Reichensteuer" wirklich nicht viel halte). Ich wollte einfach nur deutlich machen, dass auch diese Bevölkerungsschicht etwas (mehr) zum Sozialsstaat beitragen kann/sollte. Jetzt bitte nicht an diesen 2500€ aufhängen, es war nur meine subjektive Einschätzung. (ehrlich gesagt kenne ich persönlich vielleicht 1 oder 2 Personen die mehr als 2500 netto haben. Aber ich bin ja auch aus'm Osten. ;) :()
Daher kann ich auch nicht glauben, dass es das Durchschnittseinkommen sein soll.
 
-NachtschatteN- schrieb:
@ SheepShaver

Ab 2500€ monatlichem Nettoeinkommen betrachte ich die Person als "besserverdienend".
Ich weiss wirklich nicht wo Du Deine Zahlen her hast. Doch ich kann mir nicht vorstellen, dass 2500€ der Durchschnittslohn sein sollen.
Sorry, ich dachte es ginge um den Bruttolohn. :D

Morgoth schrieb:
Da immer so gerne mit anderen Staaten verglichen wird: einmal quer über die Ostsee rüber liegt ein Staat, dessen soziales System noch umfangreicher als unseres ist. Und trotzdem funktioniert. Dort ziehen aber auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer an einem Strang.
Ich nehme an, Du redest von Schweden. Jo, toller Staat, wo es sogar Steuersätze über 100%(!) gibt. :freak:
 
-NachtschatteN- schrieb:
Morgoth, die 2500€ (monatl. Nettoeinkommen pro Kopf) hatte ich irgendwo in diesem Thread mal in den Raum geworfen, als es darum ging "Reiche" zu besteuern (wobei ich von einer einseitigen "Reichensteuer" wirklich nicht viel halte).

Achso, daher, scheine ich überlesen zu haben.

Jo, toller Staat, wo es sogar Steuersätze über 100%(!) gibt.

Und wieder die obligatorische Frage: Quelle?

Und wenn schon: wenn ich meine Steuern durch staatliche Leistungen (Gesundheits-, Altersvorsorge, Arbeitslosenunterstützung) zurück erhalte, dann sind doch hohe Steuern auch kein Problem.

Es gibt nicht nur den einzelnen, sondern ein ganze Gesellschaft. Sozialabbau zerstört die Gesellschaft, führt zu Konflikten, im schlimmsten Fall sogar zu (Bürger-) Krieg.

Gruß
Morgoth
 
Morgoth schrieb:
Und wieder die obligatorische Frage: Quelle?
Das war früher tatsächlich mal so, als Schweden in einer vergleichbaren Situation war wie Deutschland und für eine gewisse Zeit in hohen Steuern das Mittel der Wahl gesehen hat. ;) Das war aber nicht der durchschnittliche Steuersatz, sondern der Spitzensteuersatz. :D

Irgendwann haben sich die Schweden aber auch mit dem Laffer-Phänomen beschäftigen müssen und erkannt, dass höhere Steuern auch kontraproduktiv sein können. Ab einer gewissen Schmerzgrenze führen höhere Steuersätze zu niedrigeren Steuereinnahmen insgesamt. Aktuell liegt der Spitzensteuersatz in Schweden irgendwo in der Größenordnung von 55%, afaik.

Viele Grüße, Tiguar
 
Zuletzt bearbeitet:
@ SheepShaver,

wenn ich deinen Text so lese, denke ich bei mir:

Lieber ein kommunistischer/sozialistischer Kleingeist sein, als ein neoliberaler Großkotz, der imo jegliche Verhältnismäßigkeit vermissen läßt...

@ all,

aufgrund wessen Verantwortung sich der Standard der Sozialsysteme in D zum Negativen verändert hat und welche Folgen damit verbunden sind, ist hier von Morgoth, Penzy und einigen anderen bereits dezidiert vorgetragen worden - ihr schreibt mir aus der Seele :daumen:.

Nach wie vor vermisse ich allerdings eine plausible Erklärung derjenigen, die das Konzept der neuen Linken für nicht finanzierbar halten...

Wie wäre es denn, wenn unsere "Volksvertreter" sich endlich mal auf ihre eigentliche Funktion besännen, ihre Lobbyaktivitäten in den Hintergrund stellten und neben den bereits ins Auge gefaßten Streichungen der Eigenheimzulage und der Nachtarbeitszuschläge, die ohnehin wieder eine einseitige Schwächung der unteren Schicht bedeuteten, den gesamten Pott der Subventionen angehen würden?

Je nach Berechnungsgrundlage stünden damit 60-150 Mrd. € zur Verfügung - das sollte doch wohl ausreichen!

Und profitieren würde, siehe andere europäische Länder, jeder, weil sowohl auf Arbeitnehmer- als auch auf Arbeitgeberseite die Abgaben verringert werden könnten. Und weil, so das Credo der (Neo)liberalen, weniger Abgaben das Investitionsklima fördern würde, entstünden dadurch vielleicht sogar mehr Arbeitsplätze.

So lange hier aber der Grundsatz gilt: Wer viel verdient, kann viel absetzen, ist es imo wenig verwunderlich, dass die gut Betuchten immer nähriger werden und die sozial Schwachen sich weiter dem Abgrund nähern.

Ach ja, Stichwort "Eigenverantwortung" - ganz tolle Sache das. Nur frage ich mich, wie soll "der kleine Mann", der täglich ums Überleben zu kämpfen hat, die finanziellen Mittel dafür aufbringen?
Es ist halt nicht jedem vergönnt, steuerlich absetzbar in z.B. Filmfonds zu investieren. In diesem steuerlich begünstigten Bermudadreieck werden immerhin jährlich 1,5-2 Mrd. € versenkt! Und wer profitiert davon? Mitnichten die deutsche Filmindustrie, sondern zu 80% subventionieren die, die nichts abzusetzen haben und brav ihre Steuern abführen (müssen), damit Holywoodproduktionen und somit auch indirekt die 20-Millionengagen der dort eingesetzten Schauspieler - ich krieg' die Krätze...

Und ja, auch ich werde ungeachtet der aktuellen Personaldebatte, die sich ohnehin auf Lafontaine zuspitzt - berechtigt oder nicht, sei hier dahingestellt - die neue Linke wählen. Eine Parteienlandschaft im Bundestag, ohne potente Vertretung der sozialistischen Linken möchte ich mir einfach nicht vorstellen...

Meine bisherige politische Heimat, die (S)PD, hat sich inzwischen auf eine Schröder-Partei reduzieren lassen und ist für mich als sozialverantwortlich denkender Mensch einfach nicht mehr von CDU/FDP etc. unterscheidbar - da ändert auch die imo berechtigte aber halbherzige geführte Heuschreckendebatte nichts mehr dran.
 
Zuletzt bearbeitet:
Morgoth schrieb:
Und wieder die obligatorische Frage: Quelle?
Prominentestes Beispiel: Astrid Lindgren hatte einen Steuersatz von 105%.

Morgoth schrieb:
Und wenn schon: wenn ich meine Steuern durch staatliche Leistungen (Gesundheits-, Altersvorsorge, Arbeitslosenunterstützung) zurück erhalte, dann sind doch hohe Steuern auch kein Problem.
Und genau da liegt der Knackpunkt. Denkst Du etwa im Ernst, dass Du vom Staat irgendwann einmal auch nur einen Cent Rente sehen wirst? Die Berufstätigen von heute zahlen die Renten von heute. Kein Problem zur Zeit. Aber in 40-50 Jahren wird es so viele Alte in Relation zu den Berufstätigen geben (Du weisst schon, demographischer Wandel bla bla), dass da nicht viel mit Rente sein wird. Daraus folgt: man kümmert sich in eigener Regie um die Altersvorsorge.
Gleiches gilt für die Gesundheitsvorsorge.
Ich habe nichts dagegen, dass die arbeitende Gesellschaft die Arbeitslosen unterstützt, aber dann bitte jeder in gleichem Maße. Mit einer Reichensteuer verscheucht man nur noch mehr Leute.
 
Warum halten hier einige nichts von der sogenannten Reichensteuer? Wieso sollen sie mit Samthandschuhen angepackt werden? Weil sie dann verprellt werden und wegziehen? Hinfort - kann ich da nur sagen. Reisende soll man nicht aufhalten. Den kleinen Bürger kann man ruhig bis aufs Hemd ausziehen, der muss ja hier bleiben. Aber auch das macht er nicht mehr so brav. Auch hier gibt es mittlerweile Menschen, die sich in Holland oder Spanien niederlassen, und das auch auf Nimmerwiedersehen. Weil sie hier die Faxen dicke haben von dem ewigen Reiche-Kräutchen-rühr-mich-nicht-an. Der Reiche muss mittlerweile seine Besitztümer einzäunen und 'ne Wachmannschaft beauftragen, damit der Pöbel ihm nichts wegnimmt. Ich habe überhaupt nichts davon, wenn es meinem Nachbarn schlecht geht. Ich kann mich daran erfreuen, wenn jeder hier im Lande nach seinen Möglichkeiten zurecht kommt.

Eigentum verpflichtet, heißt ein mehr als alter Satz. Ein jeder trage zum Gemeinwohl bei nach seinen Möglichkeiten.

Vor Jahren habe ich in der Finanzdienstleistungsbranche gearbeitet. Wieviele der Reichen waren da am Taktieren und von hier nach da am Anlegen, dass kurz vor Jahresschluss noch mal eben 3 1/2 Millionen DM vor der Steuer "weggedrückt" werden mussten. Die Angst, das angehäufte Geld zu verlieren, und damit nicht noch einmal 8 - 10 % Zinsen "zu machen" hat den Damen und Herren schlaflose Nächte bereitet. Und sicher musste die Anlage sein. Also möglichst überhaupt kein Risiko. Was soll der ganze Mumpitz? Das bisschen Sicherheit, was der kleine Arbeiter hatte, das wird ihm auf Kosten dieser Taktierer völlig genommen. Das ist modernes Raubrittertum.

Also - her mit der Reichensteuer. Sie werden nicht alle gehen. Glaubt es mir.

Wie immer ein sonniges Gemüt für alle
Penzy
 
Hallo Penzy @all

"Hier für unser Land, in dem ich persönlich lebe, sehe ich das nicht so, dass man einfach hergehen kann, und den Menschen die Sozialverträge aufkündigt. Und das noch mit der Argumentation "Neid". Weißt Du überhaupt, von was Du da sprichtst? Es gibt hier nicht nur Menschen, die Millionär werden wollen. Es gibt hier Menschen, die einfach nur eine Arbeit haben wollen, ihr alltägliches Auskommen und eine Ausbildung für Ihre Kinder. Vom Ersparten und den ihnen zugesicherten versprochenen Renten, wofür sie über 40 Jahre lang gebuckelt haben, wollen sie in Ruhe ihren Lebensabend verbringen. Nicht mehr und nicht weniger.

Was haben denn die Arbeiter von Opel und Karstadt falsch gemacht, um zwei Beispiele zu nennen? Haben die auf einmal auf der faulen Haut gelegen? Haben sie nicht mehr ordentlich gearbeitet? Warum verlieren sie denn ihren Arbeitsplatz? Wegen Missmanagement. Und nichts anderes. Sie werden erpresst und unter Druck gesetzt, dass sie immer weniger Lust zum Arbeiten haben."

Vielleicht auch wg. Missmanagement. Aber auch weil unsere Lohnkosten zu hoch sind. Gerade die veröffentlichenten Meldungen der letzten Tage rund um Infineon haben da am Beispiel vor allem eines exemplarisch gezeigt: Niemand dort weiss wirklich, wie es weiter gehen soll, welche Entscheidung die richtige wäre: Speichersparte abspalten oder nicht.

Und es ist recht und billig zu sagen (wie Du es tust): Es wollen nicht alle Chef sein, oder global orientierte Manager. Sondern bloß ihren Job tun. Anständig bezahlt sein. Gerecht entlohnt. Mit einem kleinen Lob gelegentlich. Und Anerkennung für 25 oder 40 Jahre zuverlässige Arbeit bei ihrem Arbeitgeber. Statt verar...e. Du hast recht: Genau die gibt es. Und genau die haben das eigentlich alle verdient. Und bekommen es nicht. Eine Schweinerei.

Aber: Die Gobaliserung findet statt - ob wir wollen oder nicht. Und wir sind Teil davon. Durch Techniknutzung sogar (mit) treibenden Kärfte.

Und ich denke an das Beispiel 5000 für 5000. 5000 Arbeitsplätze zu je 5000 DM brutto bei VW.

Über den national deutschen Tellerand hinaus gesehen ist es doch wohl so, dass inzwischen überall auf der Welt für +/- 250 bis 800,- Euro/Monat Leute arbeiten, welche (anähernd) genau so qualifiziert sind, wie die genannten bei VW:

Was sagen wir eigentlich denen, wenn die uns zu recht vorwerfen, dass wir sie und ihre viel schlechteren Arbeitsbedingungen ausblenden? Dass völlig klar ist, das in dem Beispiel die genannten deutschen VW-Arbeiter (relativ) überhöhte Bezüge haben (noch!), auf Kosten der Arbeiterklasse in anderen Ländern. Das kann keiner leugnen, keiner wegdiskutieren.

Und jeder Politiker lügt, der behauptet, er könnte an der Tatsache an sich was ändern ("Die wollen bloß gewählt werden" - oder: "dies Volk will die Wahrheit gar nicht hören oder kennen, sondern von oben billig weiter versorgt sein"?). Und jeder Politiker lügt, der behauptet, er könne an der Tatsache was ändern: Zumal durch einseitiges Handeln bei uns. Globale Gewerkschaften müssen her, globale Sozialstandards usw. müssen das Thema von Politik und Aussenpolitik werden.

Und auch davor haben viele Verantwortliche, die sich auskennen, womöglich Angst: Was sagen wir "denen im Ausland", von deren (schleichender und klammheimlicher bis offenkundiger) Ausbeutung wir jahrzehntelang (mit) gelebt haben, die unsereren Sozialstandard mit finanzierten, denn nun ob unserer neuen, tollen Absichten: Danke, dass ihr uns verzeiht, dass ihr überseht, dass ihr zu Hungerlöhnen unsere verlängte Werkbank wart so lange?

Ganz einfach: diejenigen, "die ganz einfach nur ihre Arbeit machen wollen", und dafür zum Ausgleich gerechten Lohn für gerechte Arbeit von gerechten Chefs erwarten, die werden ganz sicher mehr als alle anderen Opfer der Globaliserung sein. Weil es Chefs mit Antworten nicht per sé und für die ganze Gesellschaft gibt. Sondern eher nur Ausnahmen in Ausnahmebranchen.

Es hilft nichts: Globaliserung heißt, dass Arbeitnehmer mit gleicher Qualifikation und gleichem Einsatz demnächst überall auf der Welt das gleiche verdienen werden (... annähernd wird das wohl der Fall sein, in vielen Branchen über alle Kontinente - und zwar wenn das gelingt(!), weil man aktiv daran mitwirkt: Sonst hat Kapitalismus andere Ziele, klar. "erst hier die Leute aussaugen, dann da..." - oder umgekehrt.)

Und der Arbeitnehmer in Deutschland mit 2000,- euro Brutto wird sich auf 900,- Euro verschlechtern. Und die Chinesen sich auf 900,- Euro verbessern. Und auch wir können als Arbeitnehmer weitgehend ohne Rente auskommen, wenn es die anderen auch müssen: Wohnwagen auf Mallorca, hier alles verkauft, dort statt Rente Kleinjob am Strassenrand: Wenn der Rest der Welt das kann und muss, zwecks maximaler Kapitalverwertung in den globalen AG's und GMbH's - warum sollten wir das dann nicht können? (- "und auf wessen Kosten"?)

Von alleine tut sich also lange nix für die Arbeitnehmer - weil es sich nicht nur um böse Kapitalisten handelt, die in der Globaliserung an einen anderen Standort gehen. Gier ist sicherlich viel im Spiel. Aber auch Sorge ums Unternehmen. Und ist ein Unternehmer nicht der, der was unternimmt, der sich bietende Chancen nutzt? Da kann ich keinen schelten, wenn er in Siebenbürgen deutschsprachige Leute einstellt für 400,- Euro pro Monat, wenn die das gleiche leisten, wie die deutschen Kollegen hier ehemals für das 5-fache - und die Siebenbürger dankbar sind für den Job und die Entfaltungsmöglichkeit. (...was hier immer so gerne übersehen wird.)


Es gibt keine leichte Antwort. Eine wäre: Qualifizierung. Immer so viel besser sein, als andere, so dass das Mehr an Geld gerechtfertigt ist. Aber für ein Volk als Ganzes geht das nicht. Also muss und wird es Globalisierungsverlierer geben: aber das ist weder Schuld der deutschen Politik noch der Arbeitgeber.

Was übersehen wird, ist doch wohl, dass jedem deutschen Globalisierungsverlierer mehrere Globaliserungsgewinner auf der Welt gegenüberstehen, von Portugal bis China, usw.. Und dass Deutschland nach WKII auch ein solcher erster Globalisierungsgewinner war, z.B. via Käfer aus Wolfsburg nach USA - niedriger Kosten hier sei Dank. Und sehr wohl auf Kosten der US-amerikanischen Arbeiter, die weniger GM und Ford-Autos herstellten, weniger Schichten fuhren, von uns unter Preisdruck gesetzt waren.

In Kanda kennt man das so ganz und gar nicht. Die haben das schon längst gelernt, verinnerlicht, was wir - unserer Rückständigkeit sei Dank - noch vor uns haben:

Globalisierung heißt, dass z.B. in Kanada heute schon teils genau die gleichen Löhne gezahlt werden wie in China (oder Kaufkraft-ähnlich im Vergleich):

Ich war vor zwei Wochen noch in Toronto/Chinatown. Dort fielen mir folgende Preise auf:

Herrenhaarschnitt 4,- kan. Dollar
Damenhaarschnitt 6,- kan. Dollar (4,- Euro)
Waschen/Schneiden/Legen 12,- kan. Dollar (8,- Euro)
Färben 15,- kan. Dollar

Was die wohl halten vom deutschen Modell 5000 für 5000 für (durchaus qualifizierte) angelernte Montagearbeiten am Band? Oder 325,- Euro/Monat (490,- kan. Dollar) für Frisösen-Lehrlinge im zweiten Lehrjahr?

Das aber genau unser Problem mit (eines von vielen): Wir wollen die gar nicht fragen. Und der globale Kapitalismus fragt eh nicht - sondern wirkt. Zu deren Vorteil - und unserem Nachteil. Und nun sage weiter, das wäre ungerecht.

Und immer noch wählt jeder am besten, was ihm persönlich am meisten nutzt. Völlig legitim sich so zu verhalten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Morgoth schrieb:
Woher weißt Du denn, dass es nicht finanzierbar ist? Hast Du die Totale-Durchblicks-Brille auf?

Mehr lese und höre ich von den Gegnern nämlich nicht: "nicht finanzierbar". Ohne Begründung, ohne Aufstellung der Kosten.


Ich habe weiter oben ausführlichst erklärt, warum ich der Meinung bin, dass die Finanzierung der Linken-Projekte zusammenbricht...
 
Moin perfekt,

ich kenne ja Deinen Stil und bin ihn etwas gewöhnt, aber wäre es Dir u. U. möglich, Deinen Post nochmals so zu bearbeiten, dass man sieht was Zitat von penzy und was Text von Dir ist?

perfekt!57 schrieb:
Und der Arbeitnehmer in deutschland mit 2000,- euro brutto mit sich auf 900,- euro verschelchtern. und die Chensen sich auf 900 euro verbesser. Und auch wir könen als Arbeitnehmer ohne rente auskommen, wenn es auch die anderen müssen: Wohnwagen auf mallorca, hier alles verkauft, duort statt rente Kleinjob am strassenrand: wen der rest der Welt das kann und muss, zwecks maximaler Kapitalverwertung in den globalen AG's und GMbH's - warum sollten wir das dann nicht könen - und auf wessen Kosten?

Wunderschön beschrieben, was die Menschen dann erwartet? Wollen wir das? Wollen wir uns im hohen Alter auf Malle an die Straße stellen und billige Souvenirs Original made in Turkmenistan verkaufen?

Ist das noch Leben im Sinne unseres Grundgesetzes?

Globalisierung ist nicht schlecht. Sie bietet Chancen. Aber dürfen dabei die Menschen außer acht gelassen werden? Gibt es in den Billiglohnländern Menschenrechte nach unseren Standards? Müssen wir die vielleicht abschaffen, wenn wir uns denen anpassen wollen?

Ein weiteres Thema ist der Umweltschutz? Es wird mir wohl keiner widersprechen, dass wir den brauchen. Wie ist es um den in den Billiglohnländern bestellt? Müssen wir den vielleicht auch begraben?*

Edit @arenk:

in welchem Deiner inzwischen 4 Posts in diesem Thread? Ich habe keine Aufstellung von kosten und Einnahmen gesehen...

Gruß
Morgoth

*Nur das es erwähnt wurde: ich bin gegen den Atomausstieg, solange es keine gleichwertige Alternative gibt. Solarenergie ist bisher keine.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Daria
Du führst das Beispiel USA an . Diese Beispiel hinkt aber ein wenig meiner Auffassung nach : Sicherlich ist es so , das die USA wirtschaftlich auf dem Weg nach oben sind . Ist es aber nicht auch so , das die Staatsverschuldung auf dem höchsten Stand seit langem befindet und dassich dies irgendwann rächen wird ?
 
überarbeitung jetzt soweit fertig. hatte aus versehen das zitat 2x oder 3x drin. sorry.

Die Globaliserung fragt nicht nach unserem Grundgesetz ("Warum auch?"). Auch das ist unser Problem. "Erst kommt das Fressen - dann kommt die Moral", hat wohl Bert Brecht gedichtet in den 20ger Jahren. Man sollte das nicht ganz aus den Augen verlieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Morgoth schrieb:
Edit @arenk:

in welchem Deiner inzwischen 4 Posts in diesem Thread? Ich habe keine Aufstellung von kosten und Einnahmen gesehen...


Dir wird wohl genau so klar wie mir sein, dass ich hier nicht in 15 Minuten einen Bundeshaushalt schreiben kann. Zum Einen habe ich dafür keinerlei Zahlen - Dank der spärlichen Veröffentlichung - und zum Anderen kann ich wohl kaum die Aufgabe des Bundesfinanzministeriums übernehmen. Und eine Gegenüberstellung von einem Teil des Haushaltes macht keinen Sinn, da diese Werte dann nur noch verfälscht wären...

Eine Gegenüberstellung der Zahlen ist mir absolut unmöglich, das weißt du auch. Vielmehr ist es lächerlich von dir, so etwas zu fordern...

In einem meiner Posts steht aber die Theorie, welche meiner Meinung nach Praxis werden wird. Ich hoffe, dass diese dir auch ohne exakte Zahlen weiterhelfen kann...
 
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