Shui schrieb:
und hier bewundern wir eine Uhr, deren Nutzen sich mir nicht erschließt
4nanai schrieb:
Das Problem der inhärenten Ungenauigkeit bei GPS sind ja keine ungenauen Uhren,
LeahpaR schrieb:
Im Weltall vergeht die Zeit schneller als auf der Erde. Damit z.B. GPS richtig gemessen/berechnet werden kann, muss der Zeitunterschied so genau wie möglich berücksichtigt werden.
Um das mal ein bisschen zu sortieren und zusammen zu bringen:
Die Positionsbestimmung über GPS funktioniert grob gesagt so, dass jeder einzelne Satellit permanent seine aktuelle Position mit Zeitstempel aussendet. Der Empfänger auf der Erde kann dann aus der Zeitdifferenz zwischen Senden und Empfang seine Distanz zum Sender errechnen und mit Hilfe mehrerer empfangener Sender seine Position triangulieren.
Natürlich muss der Satellit dafür möglichst präzise seine Position kennen bzw. Umlaufbahn halten können.
Das Thema Zeiterfassung ist aber hier von ganz kritischer Bedeutung, denn es gibt hier gleich mehrere Probleme:
Einerseits müssen relativistische Korrekturen (sowohl spezielle wie auch allg. Relativitätstheorie) am Zeitsignal der Satelliten vorgenommen werden, sonst hätte man schon nach wenigen Sekunden eine Ortsabweichung im Bereich um 1m (wenn die Satellitenuhr entsprechend um wenige ns falsch ginge).
Andererseits kann man daran schon erahnen, wie perfekt die Uhren in Satelliten laufen müssen - jede für sich alleine und alle zusammen in einem möglichst engen Abweichungskorridor - damit das System überhaupt funktioniert und das auch möglichst lange. Man will ja nicht alle Nase lang Satelliten austauschen müssen, weil die Borduhr zu viel vor- oder nachgeht. Und mit "viel" sind hier eben wie gesagt Nanosekunden gemeint, um die auch nach mehreren Jahren Betriebsdauer nicht abgewichen werden darf.
Bisher greift man da meines Wissens nach üblicherweise auf Atomuhren zurück, die sich über eine Frequenz im Cäsium-Spektrum tunen (vereinfacht gesagt soll der Taktgeber der Uhr Atome zu einer ganz bestimmten Schwingung anregen und wird von einer Regelelektronik auf diese Frequenz eingenordet). Das ist schon nicht schlecht, geht aber besser und muss auch für gewisse Anwendungen (z.B. autonomes Fahren), bei denen es darauf ankommt, ob die durchschnittliche Abweichung z.B. eher 1cm oder eher 10cm beträgt, besser sein.
Und darum geht's hier: ein für manche Anwendungen kritisches Bauteil wird auf die nächste Stufe gehoben und ermöglicht damit eine deutliche Verbesserung bzw. neue Einsatzmöglichkeiten.
Das ist eine absolute Hightech-Erfindung von globaler Bedeutung, aber eben nicht so fancy wie irgendwas-mit-KI-einself.