Elterngeld abschaffen?

Martyn schrieb:
Ich kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen das da soviele Leute davon profitieren würden.

Und aufgrund deines fehlenden Vorstellungsvermögens soll also keine Anpassung erfolgen. Das Maximum von 1.800 Euro wurde 2007 beschlossen und seit dem nicht mehr angepasst. Alleine durch die Inflation ist so einiges an Kaufkraft verloren gegangen.

Martyn schrieb:
Das Elterngeld wird ja am Nettoverdienst und nicht am Bruttoeinkommen bemessen, und mehr als 1.800€ Elterngeld zu bekommen wenn es nicht gedeckelt wäre müsste man ja zuvor grob gerechnet mehr als 2.770€ Nettoverdienst haben oder eben mehr als ca. 4.423€ Bruttoverdienst entspricht.

Junge Leute die mit so 28 / 29 ihr erstes Kind bekommen verdienen in dem Alter doch eh noch nicht soviel Geld, selbst wenn es beide Akademiker sind.

Mal als Beispiel, die Tariftabelle der Pflegekräfte (klick) stellvertretend für die Arbeiter. Bei Akademiker liegen die Gehälter typischerweise höher.
Also nein, es ist durchaus möglich mehr als 4.400 Euro Brutto im Monat zu verdienen - auch wenn man erst 28/29 Jahre alt ist. Man verdient es meinetwegen nicht sofort mit 22 Jahren <- deshalb fehlt es eher an Erspartem.

Martyn schrieb:
Und wenn sie mit vielleicht so 34 / 35 ihr drittes Kind bekommen, und schon ein 6jähriges und 3jähriges Kind haben können doch eh nicht mehr beide Partner Vollzeit arbeiten und können volglich auch kaum mehr auf ein so hohes Einkommen kommen.

Falsch. Meist schafft es nicht der Partner auf ein so hohes Einkommen, welcher beim ersten Kind entsprechend Elternzeit genommen hat und wahrscheinlich dann Teilzeit arbeitet. Aber der andere Partner in Vollzeit ist dann durchaus in der Lage dieses Einkommen zu erzielen.
Wenn die Pflegearbeit zwischen Männer und Frauen besser aufgeteilt werden soll, dann muss das Elterngeld steigen. Sonst bricht das Familieneinkommen total weg. (Frau in Teilzeit, Mann mit max 1.800 Euro)

Martyn schrieb:
Klar gibt es etliche Leute mehr als 4.423€ Brutto bzw. 2.770€ Netto verdienen, aber die sind dann von wenigen Ausnahmen abgesehen altersmässig 45+. Und in dem Alter können ja Frauen nicht mehr schwanger werden.

Wie du siehst, sind es nicht wirklich "Ausnahmen". Das Durchschnittseinkommen bei Vollzeit lag 2023 bei 4.480 Euro Brutto. (klick)

Martyn schrieb:
Und wenn jetzt z.B. ein 53 jähriger Architekt mit so 7.100€ Brutto / 4.122€ Netto eine 28 jährige Einzelhandelskauffrau mit so 2.765€ Brutto / 1.897€ Netto schwängert wird wohl kaum der Vater in Elternzeit gehen wollen.

Genau darin liegt das Problem. Damit werden Frauen schlechter gestellt. Weil das Familieneinkommen einfach nachher nicht mehr ausreichen würde.
Wir brauchen uns über Gleichberechtigung, Quoten & Co. nicht unterhalten, wenn wir einfache Zusammenhänge und Realitäten verweigern.

Martyn schrieb:
Ich glaub die Erhöhung der Geburtenziffer in Deutschland hat garnicht soviel mit dem Elterngeld zu tun, sondern eher damit das erstens der Niedriglohnsektor immer mehr ausufert und etliche Familien lieber noch ein drittes Kind bekommen als zum Mindestlohn oder knapp darüber wieder arbeiten zu gehen.

Quelle?

Martyn schrieb:
Und zum anderen auch an der Migrationspolitik und der Zuwanderung aus islamischen Ländern.

Da fehlt mir jetzt wirklich die Fantasie, wie Migration aus islamischen Länder die Geburten in Deutschland beeinflussen soll.

Martyn schrieb:
Die gleiche Augenwischerei sind der Lobgesang auf die Geburtenziffern von Frankreich und Schweden gegenüber Ländern wie Italien und Polen.

Ich denke unter den Französinnen und Schwedinnen ist in Wirklichkeit die Geburtenziffer auch nicht höher als bei Italenerinnen und Polinnen.

Thema des Threads bezieht sich ja auch auf das Elterngeld in Deutschland. Was wie wo anders geregelt wird, ist an der Stelle wenig hilfreich. Meist sind die Systeme und die restlichen Rahmenbedingungen dann doch sehr unterschiedlich.

Wir sollten uns somit darauf beschränken, wie wir das Elterngeld in Deutschland attraktiver machen können. Nicht, was in anderen Ländern los ist und auch nicht, was Migration damit zu tun hat. Sonst bitte gerne vernünftige, sachliche Argumente mit entsprechenden Quellen aufführen. Damit es kein Stammtisch wird, ne?
 
h00bi schrieb:
Ich tippe ebenfalls auf Nein, er geht ja lieber 11 Stunden lang arbeiten, damit er am freien Folgetag Snowboarden kann.
Dem Kollegen zu antworten ist eh sinnbefreit.
Bei dem was da geschrieben wird hockt ein 14-16-jähriger am Bildschirm und trollt hier nur rum. Das sind teils so absurde Annahmen, dass kann kein Erwachsener sein der arbeiten geht oder gar Kinder hat. Wir hatten hier ja immer wieder so "User", aber der Kollege ist schon geil.

Wenn ich als 28/29-jähriger Akademiker nicht auf 4200€ Brutto komme, dann habe ich irgendwas falsch gemacht oder irgendwas exotisches studiert.
 
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_killy_ schrieb:
Wie du siehst, sind es nicht wirklich "Ausnahmen". Das Durchschnittseinkommen bei Vollzeit lag 2023 bei 4.480 Euro Brutto. (klick)
Das Durchschnittseinkommen ist generell nicht braucbar, weil es von einzelnen Spitzeneinkommen weit hochgezogen wird.

Wenn dann ist das Medianeinkommen intressanter und das liegt laut ( https://www.finanz.de/gehalt/ ) bei 43.750€ p.a. als gerademal 3.646€

Wenn wir vom Elterngeld reden können wir aber nicht auf das generelle Medianeinkommen schauen, sondern müssten da eher die elterngeldrelevante Altersgruppe von sagen wir mal grob 25-39 Jahre anschauen.

Da hab ich leider keine Statistik, aber ich würde mal schätzen das vorallem die Altersgruppe 45-59 Jahre das höchste Medianeinkommen hat, ab 60 Jahre dürfte es vermutlich allmählich wieder leicht sinken.

Wenn wir davon ausgehen das die Altersgruppe 45-59 Jahre um mindestens 300€ drüber liegt dann muss die Altersgruppe 25-39 Jahre wenn man die Bevölkerungspyramide ( https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/index.html#!y=2025 ) um mindestens 325€ drunter liegen.

Dann komme ich auf ca. 3.321€ Medianeinkommen was dann Netto ca. 2.198€ wären.

_killy_ schrieb:
Genau darin liegt das Problem. Damit werden Frauen schlechter gestellt. Weil das Familieneinkommen einfach nachher nicht mehr ausreichen würde.

Man könnte meinetwegen nicht nur das Einkommen des Elternteils der daheim bleibt sondern das Einkommen beider Eltern als Grundlage nehmen egal wer wielange daheim bleibt.

Aber natürlich wäre es auch dann weiterhin immer noch attraktiver das der Elterteil mit dem niedrigsten Einkommen daheim bleibt.
 
@Martyn

Das Problem bei deiner Quelle für das Median-Einkommen ist aber, dass die Basis eine Umfrage ist. Auch steht dort nicht genau aufgeschlüsselt, ob sie wirklich nur Vollzeitjobs betrachtet haben. Das Ø-Brutto bei deiner Quelle liegt auch deutlich niedriger.

Aber ich darf dir gerne sagen, mit 28/29 Jahren hat man als Akademiker ein höheres Einkommen. Gleiches gilt für die Arbeiter, die dann auch schon ihren Meisterbrief gemacht haben.

Aber was wäre jetzt so schlimm daran, wenn wir das Elterngeld bis zur Beitragsbemessungsgrenze der RV berechnen würden? Es würden deutlich mehr Menschen davon profitieren und ob sie wirklich den Spitzenverdienst haben oder nicht - man hätte wenigstens mal eine vernünftige - greifbare - Berechnungsbasis. Aktuell ist der Satz ja sehr willkürlich gewählt.
 
Grundsätzlich wäre ich da nichtmal unbedingt dagegen.

Aber wenn man eben anderseits sieht wie knapp das Geld beim Staat ist, egal ob im Bundeshaushalt oder bei den Kommunen, und sie stark bei den Schwächsten (Plan: Bürgergeld -> Neue Grundsicherung) die Daumenschrauben angezogen werden sollen, würde ich es einach unangemessen finden den Leuten die eh schon privilegiert sind noch mehr reinzubuttern.
 
@Martyn

Sorry, aber Bürgergeldempfänger sind privilegiert. Ohne irgendwelches zutun bekommen sie alles bezahlt und haben keine Arbeitspflicht noch die Verpflichtung jemals eingezahlt zu haben.

Aktuell bekommen da deutlich mehr Menschen Bürgergeld und leider nicht nur die Menschen, die tatsächlich bedürftig sind.

Arbeit ist kein Privileg, jeder kann arbeiten wenn er will.
 
_killy_ schrieb:
Aktuell bekommen da deutlich mehr Menschen Bürgergeld und leider nicht nur die Menschen, die tatsächlich bedürftig sind.
Woher nimmst du diese Info?

_killy_ schrieb:
jeder kann arbeiten wenn er will.
Das stimmt schlicht nicht. Das ist einfach ideologisches Gelaber.
 
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_killy_ schrieb:
Aber ich darf dir gerne sagen, mit 28/29 Jahren hat man als Akademiker ein höheres Einkommen. Gleiches gilt für die Arbeiter, die dann auch schon ihren Meisterbrief gemacht haben.
Das ist doch elitäres Denken, die Mehrzahl der Leute hat eben keinen Meisterbrief und unter 30 auch als Akademiker noch kein so hohes Gehalt.
_killy_ schrieb:
Aber was wäre jetzt so schlimm daran, wenn wir das Elterngeld bis zur Beitragsbemessungsgrenze der RV berechnen würden?
Immense Kosten für Menschen, die diese Bezuschussung durch den Staat nicht nötig haben. Dann lieber den Satz für die unteren Einkommensschichten erhöhen.
_killy_ schrieb:
Sorry, aber Bürgergeldempfänger sind privilegiert
Damit hast Du Dich dann völlig disqualifiziert.
 
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In der DDR gab es das Recht und die Pflicht auf Arbeit. Menschen die arbeiten konnten, aber nicht arbeiten gingen waren asozial und dies wurde mit bis zu 2 Jahren Gefängnis bestraft. Es ist somit nicht alles schlecht in sozialistischen Staaten.
 
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Tja, gelebter Sozialismus halt. Hier sind doch sicher einige Wähler von den Linken unter den Usern. Ich bin in der DDR geboren und Chernobyl war da noch heile. Einiges von dem Gedankengut sitzt halt noch sehr fest.
 
_killy_ schrieb:
Arbeit ist kein Privileg, jeder kann arbeiten wenn er will.

Jein.

Einmal gibt es schon etliche Leute die zum Beispiel aufgrund von eingenen Erkrankungen, psychische Einschränkungen, Erziehungsverpflichtungen oder Pflegeaufgaben nicht oder kaum arbeiten können. Und das ist schon ein beachtlicher Teil.

Aber natürlich gibt es schon auch Leute die arbeiten könnten.

Aber das Problem ist das zwar alle von Fachkräftemangel reden und es in den letzten Jahren im Prinzip auch einfacher geworden wäre Jobs zu finden, aber die Bezahlung in Relation zu den Lebenhaltungskosten lohnt sich das immer weniger.

Selbst auch Fachkraft mit Mittlerer Reife oder sogar Fachabitur und 3jähriger Ausbildung oder Berufsfachschule ist es schwierig über 17 €/h zu kommen.

In den Jobs die für Bürgergeldempfänger in Frage kommen würden kann man wohl mit so 12,90...15,30 €/h:
Ob sich das lohnt hängt stark von Einzelfall ab.

Unter den Voraussetzungen: 1) Man könnte als Doppelverdiener-Paar zu zweit Vollzeit arbeiten sowie 2) beide Jobs sind problemlos fussläufig, mit dem Fahrrad oder Deutschland-Ticket erreichbar lohnt es sich natürlich schon und bringt schon deutlich mehr als Bürgergeld

Aber unter den Voraussetzugen: 1) Das man Alleinstehend oder Alleinerziehend ist und 2) man für den Job so 15-40km einfache Strecke mit dem Auto fahren müsste dann lohnt es sind selbst in Vollzeit nicht. Wenn man wegen eingenen Erkrankungen, psychische Einschränkungen, Erziehungsverpflichtungen oder Pflegeaufgaben nur Teilzeit arbeiten könnte noch weniger.

Klar gibt es den 100€ + 20% Selbstbehalt aber es gibt dann eben auch noch die Fahrtkosten und die Kosten für die Arbeitsverpflegung die das wieder zum Grossteil auffressen.

Der Grundschatz das jemand der arbeitet mehr haben soll als jemand der nicht arbeitet ist zwar noch gegeben, aber eben extrem minimalst.

Wenn bei 25 Wochenstunden effektiv so 60€ Taschengeld, bei 39 Wochenstunden effektiv so 105€ Taschengeld und selbst bei beachtlichen 45 Wochenstunden nur so 130€ Taschengeld verbleiben, ist das einfach nicht attraktiv genug.

Da kann man nicht erwarten das sich die Leute wirklich reinhängen und anstrengen. Sondern dann ist es klar das die Leute selbst wenn man sie "zwingt" nur Minimalseinsatz also ihre Anwesenheit zeigen, weil sie nur erscheinen damit sie keine Leistungssperre bekommen, aber es ihnen eigentlich ganz recht ist wenn sie noch in der Probezeit gefeuert werden.

Aber mal ehrlich, bei so wenig Geld kann man es ihnen wirklich nicht verübeln.
 
Schon alleine bei den Gedanken "ob sich Arbeit überhaupt lohnt oder man nicht weiterhin die Arbeiter auf den Taschen liegt", davon wird mir leider echt übel.

Wer arbeiten kann, soll arbeiten gehen, wenn nicht, sollte der Staat auch nix zahlen.
Kranke, Menschen mit Einschränkungen oder oder oder, meine ich nicht. Es gibt ausreichend gesunde, fitte Menschen, die Bürgergeld beziehen.

PS man muss sich halt hoch arbeiten, die Erwartungshaltung kann ja nicht sein, raus aus Bürgergeld him zum 100k Job
 
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