Du wirfst nur ein paar Sachen durcheinander. Beispiel "Geldabheben". Natürlich entspricht die Summe aller Münzen und Scheine nicht der Summe der Sichteinlagen. Dies hat aber nichts mit der Verfügbarkeit/Wertigkeit des Geldes zu tun, sondern vielmehr damit, dass nunmal viele Transaktionen nicht mehr bar abgewickelt werden. (sondern Lastschrift, EC, Kreditkarte etc.) Die jeweiligen Zentralbanken überwachen den Geldverkehr und schauen wie viel wirklich an Münzgeld und Scheine Verfügbar sein müssen. (der gedruckte Wert entspricht ja nicht dem Herstellungswert/Materialwert) (deshalb ja auch die Unterscheidung in die verschiedenen Geldmengen M1 bis M3)
Weiterhin müssen die Banken seit der Krise und mit Einführung von Basel III ein genau solchen Szenario - kurzfristige Geldabhebung - auch testen und den Zentralbanken melden. Da darf ich dich also beruhigen, dass an diesem Punkt gearbeitet wurde.
Bzgl. Dienstleistungen -> hab ich geschrieben, da du nur die Waren und den Wertverlust von Waren bei Lagerung angesprochen hast. In dem ein oder anderen "Youtube erklärt dir die Finanzwelt Video" werden gerne Dienstleistungen außen vor gelassen. So klingt dann die Dienstleistung der Geldleihe gleich viel unseriöser wenn man dies mit dem Milch-Bauern vergleicht ...
Interessant ist doch, welche Währungen durch die Steigerung der Geldmenge der Wirtschaft und der Bevölkerung schaden und welche Währungen trotz Geldmengensteigerung keine negativen Auswirkungen auf die Bevölkerung haben.
Übrigens ist es eine Mär zu glauben, die Banken wären Illiquide. In Europa sind es die Mittelmeerstaaten, welche die EZB indirekt zwingen, die Geldmenge hoch zu halten. Diese haben immer gerne versucht über Inflation ihre Schuldenberge abzubauen. Aktuell schaffen es diese Staaten einfach auch nicht, sich vernünftig zu reformieren. Lieber soll Deutschland da für Schulden einstehen, Hartz IV für alle Europäher zahlen usw. Der Reformwille unserer Nachbarn ist leider nicht sehr hoch.
Über den Liquiditätsüberschuss & dem niedrigen Leitzins soll versucht werden die Wirtschaft anzukurbeln. Nur brauchen Unternehmen nicht nur günstige Fremdmittel, sie brauchen auch Ideen, Produkte, Personal & andere Rahmdaten um produzieren zu können. Hier fehlt die Einsicht, nur Geld zur Verfügung zu stellen, bringt noch lange kein Wirtschaftswachstum. Wir haben ein Leitzins von 0,15% und Liquidität im Überfluss - schaust du aber nach Frankreich, Spanien, Italien oder Griechenland bleibt der Nach-Finanzkrise-Boom aus.
PS nicht den Zinseszins nicht alzu persönlich nehmen ... alle paar Monate springt ein neu angemeldeter User hier rein und hinterlässt ein Beitrag, dass dieser doch Teufelszeug wäre. Islamische Geldsystem wäre ja viel besser ... ohne zu wissen, dass auch dort Gebühren genommen werden. Und da du "das Geld arbeitet in Form von Zinsen" geschrieben hast, wollte ich dieser Argumentation gleich mal den Wind aus den Segeln nehmen.