Auch wenn ich nicht angesprochen wurde, aber das muss man einfach mal korrigieren.
Brotkruemel schrieb:
Selbstverständlich läuft WP7 absolut flüssig, das System an sich benötigt überhaupt nicht mehr Leistungsressourcen. Allerdings wird bei iOS und Android die vorhandene Leistung auch nicht für die Ausreizung des Systems benötigt, sondern um hardwareintensive Apps flüssig benutzen zu können.
Wenn ich einen Motor mit 100PS in ein Auto verbaue, der im Leerlauf bereits 20PS seiner Leistung verliert, rechtfertige ich einen 120PS Motor, um auf die nötige Leistung wieder zu kommen?
Außerdem was für hardware intensive Apps? Mir fallen da spontan nur Emulatoren ein, die irgendwie für eine signifikante Menge der Nutzer interessant sein dürften. Bitte komm jetzt nicht mit 1080p recording, da dort kein wirklicher Zugewinn existiert, wenn das Material am Ende stärker komprimiert wird als ein 720p Video.
Mach bitte nicht den Fehler und überseh die Vergangenheit:
Android ist jetzt dort, wo z.B. id software nach quake 2 stand. Sie haben erkannt, dass Software-Rendering selbst durch immer bessere Hardware nicht mit dem konkurrenzfähig ist, was man mit GPU erreichen kann. Das hat Android jedoch erst erkannt, nachdem JIT und andere Optimierungen nach 2.2 nicht das gewünschte Ergebnis erzielten. Und genau dort fing es mit der Mehrkern-Geschichte an. Es ist quasi das Eingeständnis, dass man nicht mehr Software optimieren möchte, sondern lieber mehr CPU-Leistung ausliefert.
Das ist dann in der Analogie etwa so, als würde id auf intel warten, dass die bessere CPUs veröffentlichen. Hat id das getan? Nein, sie haben sich an Nvidia gehalten und CPU zunehmend ignoriert.
Es ist schwer in Worte zu fassen, aber:
Die Hardware-Leistung der top-notch Androiden ist nicht dazu da, um anspruchsvolle Anwendungen zu ermöglichen, sondern um ursprüngliche Schwächen auszugleichen.
iOS ist z.B. seit jeher als flüssiges OS bekannt, trotzdem hat das 4S einen A5 mit DualCore verbaut. Nicht weil iOS 5 diese Leistung benötigt, sondern um die vielen Apps bzw. Spiele flüssig wiedergeben zu können. Bei Android das Gleiche.
Ersteinmal ist Android nicht seit jeher als flüssiges OS bekannt und zum zweiten setzt du falsche Prioritäten:
Mit dem Zuwachs des Software-Anspruchs (der in meinen Augen zwischen 3gs und 4 größer war als zwischen 4 und 4s), hat man nicht nur CPU, sondern vermerkt auch GPU aufgebohrt. Das sieht man besonders gut am iPad. Gerade in der Disziplin Spiele sind Mehrkerner nicht automatisch besser. Dafür benötigen Spiele zunehmend mehr Grafikleistung.
Und wenn Microsoft WP7 gerade mit Xbox Live vermarktet und auch vermehrt mobile Spiele auf ihr System anlocken will, dann muss die Hardware für aktuelle Spiele auch ausgelegt sein.
Gerade für Spiele ist WP7 genial (und steht aufgrund des iOS Vorsprungs was Gaming auf mobile Devices (ohne Handhelds) auf Platz 2):
Du hast als Entwickler eine standatisierte Plattform und kriegst ein Framework an die Hand, was sowohl relativ leicht zu erlernen ist, als auch dir bereits in den meisten Zügen bekannt ist. Damit lassen sich Titel ohne Probleme erstellen, die der Geräteklasse entsprechen (vorwiegend schnelle 2d-Titel) und, sofern man es möchte, auch Titel die weniger Sinn in der Geräteklasse machen (aufwändige 3d-Titel).
Viele Leute wollen potente Smartphones, weil sie auch hardwareintensive Anwendungen benutzen wollen.
Das halte ich für Unsinn. Es sind eher wenige als viele. Viele Leute fallen hingegen gerne auf den "immer mehr"-Trick in der Werbung herein, ohne zu überlegen, ob das ganze auch sinnvoll ist. Das ganze technische Geschwafel mag interessant für geeks sein, bei den meisten Endverbrauchern kommt nur die Vorstellung an, dass ein Mehrkernprozessor immer besser sein muss.
Insofern ist die Forderung nach schnellerer Hardware und besserer Displayauflösung völlig berechtigt.
Zur Sinnhaftigkeit der Auflösung wurde bereits genug erläutert. Die Forderung nach schnellerer Hardware ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Grenzen des Machbaren auf der jetzigen Plattform erreicht sind. Genau wie bei Konsolen ist das aber erst nachdem der Unterschied zur führenden Plattform so groß geworden ist, dass man vergleichbare Software überhaupt nicht mehr erstellen kann.