Standardsituationen der Technologiekritik

Bright0001

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Guten Tag liebe Leute,
heute möchte ich mit euch nicht nur über das oben genannte Thema sprechen, sondern auch auf einen Text verweisen, der es mmN schon ordentlich gut beleuchtet hat.

Konkret geht es um Kathrin Passigs „Standardsituationen der Technologiekritik“.

Um jetzt nicht in Deutsch-Aufsatz-Muster zu verfallen, fasse ich kurz zusammen;

Die Meinung einer größeren Menschen-Menge zu einem bestimmten technologischen Durchbruch ist teilweise vorherbestimmt und vorhersehbar, weil diese sich ständig wiederholt. Passig hat dabei die geläufigen Standardargumente aufgelistet, erörtert und mit Beispielen versehen.

  1. „Wofür soll das gut sein?“
  2. „Wer will denn sowas?“
  3. „Die Einzigen, die das Neue wollen, sind zweifelhafte oder privilegierte Minderheiten.“
  4. „Das ist eine Mode, die vielleicht wieder vorbeigeht.“
  5. „Durch die neue Technologie wird sich nichts ändern.“
    a. „Es ist ein Spielzeug ohne praktische Konsequenz.“
    b. „Damit lässt sich kein Geld verdienen.“
    c. (Gegen Kommunikations-Technologien) „Beteiligte haben sich nichts zu sagen.“
  6. „Es ist nicht gut genug.“
  7. „Schwächere als ich können damit nicht umgehen.“(Besonderes Augenmerk auf Frauen und Kinder)
  8. Etikettenfragen
  9. Hat die neue Technik mit Denken, Schreiben oder Lesen zu tun, dann verändert sie ganz sicher unsere Denk-, Schreib- und Lesetechniken zum Schlechteren.

Dabei wird keineswegs angenommen dass alle diese Argumente immer grundlegend falsch sind, sondern vielmehr häufig aus anderer Motivation entstehen als durch tatsächliche Mängel. Daher sollte man diese mit Bedacht lesen und mit Vorsicht selbst aussprechen, um keine Floskeln anderer zum X-ten Mal zu wiederholen.

Das eigentlich Bemerkenswerte am öffentlich geäußerten Missmut über das Neue aber ist, wie stark er vom Lebensalter und wie wenig vom Gegenstand der Kritik abhängt. Dieselben Menschen, die in den Neunzigern das Internet begrüßten, lehnen zehn Jahre später dessen Weiterentwicklungen mit eben jenen damals belächelten Argumenten ab. Es ist leicht, Technologien zu schätzen und zu nutzen, die einem mit 25 oder 30 Status- und Wissensvorsprünge verschaffen. Wenn es einige Jahre später die eigenen Pfründen sind, die gegen den Fortschritt verteidigt werden müssen, wird es schwieriger.

--

Das ist nur ein grober Überblick, und ich empfehle jedem ehrlich den ganzen Text zu lesen, alleine schon weil er ziemlich interessant und aufschlussreich für jeden, in besonderem Maße aber für technikaffine Menschen ist.

Doch so einleuchtend er für mich erscheint, und soweit er auch meine Zustimmung hat, soweit weiß ich nicht wie andere Boardies darüber denken. Man braucht sich nur eine X-Beliebige News zu ner neuen Technologie raus zu picken um all jene Argumente dort wiederzufinden. Handys, Tablets, Wearables, VR, Android/iOS im Auto, CB Pro, selbst Skylake-News sind im Forum mit diesen Argumenten durchzogen.

Nun liebe Leute, was haltet ihr davon? Gibt es diese Standardsituationen wirklich, sind diese vorhersehbar und sind sie tatsächlich durch schwindende Status-Erhöhungsfunktion zu erklären? Dies, und die Suggestion dass es eine definierte Reihenfolge der Argumente gibt sind nämlich meine beiden Punkte denen ich nicht voll zustimmen kann.

P.S.: Mir ist bewusst, dass dieses Unterforum eigentlich für Themen außerhalb von Hard- und Software verwendet werden soll, doch da dies klar ein menschliches, gesellschaftliches Verhalten ist, hielt ich PuG für angemessen.
 
Es gibt eine Gruppe von Menschen die "Neues" erstmal grundsätzlich kritisch betrachten. Das liegt zum Teil an einem fehlenden Verständnis bzw. fehlender Motivation sich dieses Verständins anzueignen, aber auch an biologischen Gründen. Es ist für eine Spezies sinnvoll, dass es Gruppen gibt die "Neues" nicht versuchen und Gruppen die es versuchen um herauszufinden ob es etwas bringt oder nicht oder gar gefährlich ist. Damit wird sichergestellt, dass sich nur sinnvolle Sachen durchsetzen.

Zusätzlich kommt bei vielen technologischen Neuerungen hinzu, dass sie oftmals viel zu früh und mit unzureichenden Informationen vorgestellt werden. Bis sie dann wirklich zugänglich sind vergeht zuviel Zeit und sind dann gar nicht mehr interessant. Das führt dazu, dass sich viele einfach von Anfang an nicht mehr dafür interessieren. Warum man seine Desinteresse an einem Thema trotzdem äußern muss, muss allerdings ein Psychologe erklären :P (da schließ ich mich übrigens nicht aus)
 
Mit etwas Glück hat der Staat ein Einsehen und bietet in Zukunft Erwachsenenbildungsmaßnahmen an, in denen man hinderlich gewordenes Wissen – sagen wir: über Bibliotheken, Schreibmaschinen, Verlage oder das Fernsehen – ablegen kann.

Tolle Idee, Frau Passig. Staatliche Gehirnwäsche für Andersdenkende. Für den Fortschritt.
 
Gegenfrage: Ist der Mensch durch Technologie jemals geistig schlauer oder real körperlich leistungsfähiger geworden, wenn man von medizinischen Fortschritten einmal absieht? Ich behaupte: Nein.

Warum das Lebensalter eine Relevanz hat, kann man leicht erklären, schließlich ist unsere gesamte Gesellschaftstruktur darauf ausgelegt, dass die körperlich Schwächeren (= die Älteren) die meiste Macht (Geld + Einfluß) haben. Technologieverweigerung, die eigentlich Fortbildungsverweigerung ist, kann die Macht jedoch sehr schnell verringern, daher die Kritik.
 
Schrammler schrieb:
Gegenfrage: Ist der Mensch durch Technologie jemals geistig schlauer oder real körperlich leistungsfähiger geworden, wenn man von medizinischen Fortschritten einmal absieht? Ich behaupte: Nein.

Ja und Ja.

Geistig schlauer? Durch den Buchdruck (was eindeutig Technologie ermöglicht hat) kamen viele Menschen überhaupt erst in die Lage sich Wissen aneignen zu können. Das hatte enorme Auswirkungen auf so gut wie alles. Dadurch wurde auch die Landwirtschaft erheblich effizienter, da man wirkungsvolle Vorgehensweisen verbreiten konnte.

Real körperlich leistungsfähiger? (lustig Wort, keine Ahnung was du damit andeuten willst). Technologie ermöglicht es allerdings (abseits von Medikamenten) auch den Körper an seine Leistungsgrenzen zu bringen. Ich rede hier natürlich von Trainingsgeräten, aber auch von Messgeräten die wichtige Parameter wie Puls usw. messen können. Damit kann man viel einfacher seine Leistungsfähigkeit ausbauen.

Aber es gibt auch alltägliche Dinge welche, durch Technologie, unseren Körper weniger stark beansprucht und somit leistungsfähiger macht. Das fängt bei einem guten Schuhwerk an, geht über Kleidung (Temperaturregulation benöigt sehr viel Energie vom Körper), Sehhilfen oder Schutzvorrichtungen und hört bei einem guten Bett für die Erholung auf.
 
hallo7 schrieb:
Durch den Buchdruck (was eindeutig Technologie ermöglicht hat) kamen viele Menschen überhaupt erst in die Lage sich Wissen aneignen zu können.

Richtig, aber ist dadurch die Intelligenz des durchschnittlichen Menschen gewachsen? Eher nicht, sie wird nur anders eingesetzt. Beispiel: Als Steinzeitjäger war bestimmtes Wissen über Technik und Natur unumgänglich, Wissen das verloren gegangen ist. Dafür können wir heute Autos fahren und wissen i.d.R. wie man einen Computer bedient.

hallo7 schrieb:
Ich rede hier natürlich von Trainingsgeräten, aber auch von Messgeräten die wichtige Parameter wie Puls usw. messen können. Damit kann man viel einfacher seine Leistungsfähigkeit ausbauen.

Grob gesagt: Es ist nicht möglich, weil es eine Grenze gibt. Du brauchst auch keine Trainingsgeräte/Messgeräte. Das eine gibt unsere Umwelt vor (welche Muskeln sollten gestärkt werden, für welchen Zweck- ergibt sich aus der Beanspruchung), auf die Messgeräte kann man verzichten, wenn man Körpersignale hört, haben sich viele auch schon abgewöhnt.


hallo7 schrieb:
Das fängt bei einem guten Schuhwerk an, geht über Kleidung (Temperaturregulation benötigt sehr viel Energie vom Körper), Sehhilfen oder Schutzvorrichtungen und hört bei einem guten Bett für die Erholung auf.

Das macht dich alles nicht leistungsfähiger, du kannst auch barfuß sehr schnell laufen, wenn du dich daran gewöhnt hast. Viele Fußprobleme würden sich vermeiden lassen wenn man auf Schuhwerk häufiger verzichtet. Warum tragen wir Schuhe? Weil wir Straßen bauen, Wege schottern und ein Problem mit Glasscherben haben.

Moderne Kleidung muss auch nicht besser sein als Fell und Leder, Sehhilfen haben wir heute oftmals unserem Lebensstil zuzuschreiben, Schutz kann man wirklich als Fortschritt sehen (vgl. Medizin), wenn er denn wirklich Sinn macht. Den Knieschoner braucht man auf einer Wiese oder auf dem Waldboden nicht, solange Steine nicht allgegenwärtig sind. Betten sind ein lustiges Fortschrittsthema, schon früh mit Stroh ausgebaut, schlief man hierzulande jahrhundertelang im Sitzen um weniger zu frieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
hallo7 schrieb:
Aber es gibt auch alltägliche Dinge welche, durch Technologie, unseren Körper weniger stark beansprucht und somit leistungsfähiger macht. Das fängt bei einem guten Schuhwerk an, geht über Kleidung (Temperaturregulation benöigt sehr viel Energie vom Körper), Sehhilfen oder Schutzvorrichtungen und hört bei einem guten Bett für die Erholung auf.

Mal sind Schuhe modern, die dich unterstützten. Momentan sind Nike Free und so barfuß-Schlappen modern.
Ich weiß nur eins: Wer eine Matratze braucht, der möge nach "anti Kartell Matratze" googlen. Ernsthaft. Tut es einfach.
 
Schrammler schrieb:
Gegenfrage: Ist der Mensch durch Technologie jemals geistig schlauer oder real körperlich leistungsfähiger geworden[...]?
Schrammler schrieb:
Richtig, aber ist dadurch die Intelligenz des durchschnittlichen Menschen gewachsen? Eher nicht, sie wird nur anders eingesetzt.
Selbstverständlich. Wenn man sich mal einzelne Menschen anschauen möchte, dann kann man gut an Kindern erkennen welches Potential sie im Vergleich zu früher haben. Alleine mit Realschul-Mathe könnte ein 16-Jähriger heute den besten Mathematiker des alten Ägyptens deklassieren. Man mag argumentieren, dass dies Wissen sei(!=Intelligenz), doch natürlich hängt der Wissensgewinn, abstraktes Denken und Anwendung gelernter Methoden mit der Intelligenzentwicklung eines Kindes zusammen.

Außerdem die Frage warum wir die Fortschritte überhaupt an Einzelpersonen messen. Sinn und Zweck jedes Fortschrittes ist doch die Gesellschaft bzw. Menschheit an sich voran zu bringen, warum können wir dann auch nicht die Gesamtheit der Intelligenz und des Wissens betrachten? Die Unis sind voll mit fähigen Leuten und die Welt platzt vor Wissen und neuen Erkenntnissen, alleine das Internet!

Die Tatsache dass wir heute Möglichkeiten haben grenzenlos über ein Thema zu diskutieren ist doch schon ein Akt kreativen Schaffens, der Reflektion eigener Standpunkte und der sozialen Kommunikation. Allein die Möglichkeit eines intelligenten Austausches birgt schon das Potential weiteres Wissensgewinns und neuer Erkenntnisse.

Schrammler schrieb:
Warum das Lebensalter eine Relevanz hat, kann man leicht erklären, schließlich ist unsere gesamte Gesellschaftstruktur darauf ausgelegt, dass die körperlich Schwächeren (= die Älteren) die meiste Macht (Geld + Einfluß) haben. Technologieverweigerung, die eigentlich Fortbildungsverweigerung ist, kann die Macht jedoch sehr schnell verringern, daher die Kritik.
Das ist aber auch etwas zu plakativ, besonders da es selten die Reichen und Mächtigen sind, die diese Kritik äußern. Die jucken neue Technologien nur in dem Sinne, wie man damit Geld verdienen kann.

Schrammler schrieb:
Grob gesagt: Es ist nicht möglich, weil es eine Grenze gibt. Du brauchst auch keine Trainingsgeräte/Messgeräte. Das eine gibt unsere Umwelt vor (welche Muskeln sollten gestärkt werden, für welchen Zweck- ergibt sich aus der Beanspruchung), auf die Messgeräte kann man verzichten, wenn man Körpersignale hört, haben sich viele auch schon abgewöhnt.
Wer auf Körpersignale hört, der kommt aus Essen/Schlafen/Vögeln/Essen/.../ nie wieder raus. Es zieht an was Freude macht, und stößt ab was Leistung und Aufwand erfordert. Daher ist es eine Grundsätzlichkeit dass man sich überwinden muss (und damit die Signale) um etwas zu erreichen oder schlicht gesund zu leben.
Sport kann ja tatsächlich das Leben verlängern und mehr Freude rein bringen, technische Optimierung dieses Prozesses ist daher als Erfolg, und nicht als Fehler zu verbuchen.

Schrammler schrieb:
Das macht dich alles nicht leistungsfähiger, du kannst auch barfuß sehr schnell laufen, wenn du dich daran gewöhnt hast. Viele Fußprobleme würden sich vermeiden lassen wenn man auf Schuhwerk häufiger verzichtet. Warum tragen wir Schuhe? Weil wir Straßen bauen, Wege schottern und ein Problem mit Glasscherben haben.
Na Leute barfuß durch den Wald sprinten möchte ich sehen. Da kann man sich auch mit Schuhen leicht was Einknicken, Barfuß geht der Spaß erst richtig los.

Außerdem gibt es Hinweise darauf dass der Mensch schon vor 40.000 Jahren anfing Schuhe zu tragen. Tat er dies auch wegen Teerboden und Glasscherben? :evillol:
 
Bright0001 schrieb:
Na Leute barfuß durch den Wald sprinten möchte ich sehen. Da kann man sich auch mit Schuhen leicht was Einknicken, Barfuß geht der Spaß erst richtig los.
Das kann man aber auch auf die Stützfunktion modernen Schuhwerks zurückführen ... die der Körpereigenen Muskulatur letztlich arbeit abnimmt (das ist gut), durch die so entstandene Minderbelastung dieser Muskeln jedoch auch zu deren "Verkümmerung" beiträgt (das ist schlecht, zumindest von Standpunkt Barfußlaufen). Letztlich ist die Stützmuskulatur eines 24/7 Schuhträgers nicht in der Lage, das Körpergewicht in schwererem Gelände zu stabilisieren, sobald die Technologie diese nicht mehr unterstützt.

Es gibt halt doch immer 2 Seiten der Medallie. Wenn Technologie Körperfunktionen übernimmt bzw. unterstützt, verkümmern diese auf Dauer und sind dadurch letztlich auf die Techonologische Unterstützung angewiesen.

Andererseits setzt Technologie allerdings auch Ressourcen frei, die ohne sie anderswo gebunden wären. So hat die Schrift den Merkaufwand bei Handelstransaktionen vermindert und Betrug erschwert, der Buchdruck fungierte als Wissens-Multiplikator, die fortwährende modernisiserung der transportmittel und Kommunikationswege hat das Leben schneller und unkomplizierter gemacht, es gleichzeitig aber auch verkompliziert. Manchmal werden freigewordene Ressourcen eben durch das zur Nutzung der dazu notwendigen Technologie benötigte operatinale Wissen gleich wieder belegt. Der tatsächliche gesamtgesellschaftliche Nutzen solcher Technologie ist dann definitiv fraglich.

Bright0001 schrieb:
Außerdem gibt es Hinweise darauf dass der Mensch schon vor 40.000 Jahren anfing Schuhe zu tragen. Tat er dies auch wegen Teerboden und Glasscherben? :evillol:
Da ging es wahrscheinlich eher um spitze Steine oder beißendes, stechendes und z.T giftiges Viehzeugs oder Nesselbewehrte Pflanzen ... oder einfach um kalte Füße - soweit ich das auf dem Schirm habe, war da Eiszeit ... Diese Schuhe hatten sehr wahrschenlich eine reine Schutzfunktion und waren kaum auf Bequemlichkeit ausgelegt.

Zu den "Standardsituationen".
Punkt 1. "Wozu soll das gut sein":
Ich halte das für eine berechtigte Frage, die sich jeder stellen sollte, bevor er eine neue technologie annimmt. Was gewinnne ich durch diese Technologie? Und was könnte ich mit ihr besser, als ich es ohne sie kann?
Wenn diese Fragen NICHT positiv beantwortet werden können, wozu soll die Technologie dann gut sein ... dafür, dass sich die Entwickler nicht umsonst die Mühe gegeben haben, gebe ich nur ungern Geld aus. Denn egal ob ich etwas gut gebrauchen kann, oder es nicht nutze ... Geld kostet Technologie immer, vor allem wenn sie ganz neu ist.
 
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Da die Schuh-Geschichte eh OT ist, belasse ichs mal dabei.
DerOlf schrieb:
Punkt 1. "Wozu soll das gut sein":
Ich halte das für eine berechtigte Frage, die sich jeder stellen sollte, bevor er eine neue technologie annimmt. Was gewinnne ich durch diese Technologie? Und was könnte ich mit ihr besser, als ich es ohne sie kann?
"What the hell is it good for?" (Argument eins), mit dem der IBM-Ingenieur Robert Lloyd 1968 den Mikroprozessor willkommen hieß.
Ich finde das ist schon ein gutes Beispiel. Denn auch wenn der Nutzen nicht offensichtlich ist, so heißt es nicht dass es keinen gibt. Vor allem weil die Voraussetzung dass die Technologie besser sein muss als etwas schon existierendes oder funktionierendes ja eigentlich auch Argument 6 ist.

Zudem basiert technologischer Fortschritt teilweise ja eben auch darauf, dass man sich nicht die Frage stellt warum, sondern warum nicht. Handys haben Full-HD auf wenige Zollgrößen möglich gemacht. Aber wozu soll das gut sein, ab HD-Ready erkennt man doch eh keinen Unterschied! Und jetzt meldet sich VR und nutzt genau diese Technik um Bilder vor den Augen zu zeigen, wo es extrem hohe DPI Werte braucht.
 
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Das Robert Lloyd Zitat ist aber auch schön aus dem Zusammenhang gerissen ... IBM war damals am Markt für Großrechner tätig. Die Entscheidung NICHT in die Microprozessoren-Schiene einzuschwenken war daher eine Entscheidung gegen den (für ein Unternehmen sehr teuren und riskanten) Einstieg in ein völlig neues Marktsegment.
Das war also eher ein modifiziertes Argument 5b, "damit lässt sich für IBM in seiner momentanen Struktur kein Geld machen" - und daher, "wozu soll das (eine branchenfremde Erfindung) gut sein"
Was hingegen klar war, sind die Kosten, die die Entwicklung der Microprozessoren-Technologie mit sich bringen würde ... stellt man das rein finanziell gegen mögliche Einnahmen (von deren tatsächlicher Höhe damals niemand sicher etwas sagen konnte), dann ist klar, dass ein scheitern dieser Technologie unter Umständen das Ende für IBM hätte bedeuten können.

Damit lag er am ende zwar falsch, aber diese Entscheidung war eher eine unternehmerische und hatte nicht besonders viel mit Technologiekritik zu tun.
Eine ähnliche Fehlentscheidung hat auch der Vorstand von "Anker" getroffen (damals führend in der Herstellung von Registrierkassen) ... kurz später hatte ihnen Nixdorf die Marktführerschaft abgelaufen, aber einige Zeit war auch für die nicht klar, ob sich der Umstieg lohnen würde, oder ob sie damit ihr Unternehmen schrotten.

Als Technologiekritik würde ich eine unternehmerische Entscheidung nicht unbedingt verstehen ... da geht es um Risikobereitschaft, und wenn die nicht da ist, dann baut ein Motoradhersteller auch keine Autos.

Aber es ist extrem einfach, 50 Jahre später eine Entscheidung als "dumm" oder "falsch" zu bezeichnen, aber das greift zu kurz, denn aus den damals gesehenen Risiken sind mittlerweile Sicherheiten geworden, die jeder Unternehmer gerne genutzt hätte.
Hätte Robert Lloyd in die Zukunft sehen können (Christallkugel-Style), dann wäre sein Urteil wahrscheinlich gewesen "Yeah, endlich PC's, Smartphones und echte Taschenrechner", denn er hätte gewusst, welche Unsummen an Geld man damit machen kann.
Zurück blicken ist immer einfacher ... denn die Story ist schon gelaufen.
 
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Dazu fällt mir ein: immer geht es um die materiellen Freiheitsgrade individueller Selbstverwirklichung.
Die sind durch die Nutzung der Naturgesetze grenzenlos erweiterbar, ohne sie uns damit gegenseitig
einzuschränken oder in Abrede zu stellen.
High tech wird Menschheitsparadies unseres Solarsystems.
Danach sehen wir weiter ;-)
Krepieren wird abgestellt werden, so schwer es Vielen noch in die Birne geht.
Immer daran denken: es gibt keine Grenze.
Dann läßt sich sehr erbaulich darüber nachdenken, was wir so alles vor uns haben.

Die Wasserstoffbombe heute in Nordkorea zeigt den Irrwahn der Spezies, vermeintliche
Vorteilsnehmereinflussbereiche herzustellen und dazu Andere möglichst zu vernichten.
War auch in Kuba des dortigen Castroclan-Milliardärsregimes so.
Den lifestyle der Verlöhnerungsterroristen generalisieren ist die beste Medizin dagegen.
Arbeiterpartei und so, igitt, NS wars auch.
Das Elend: überall lassen sich dazu Verlöhnerte einschirren.
Bekommen wir den Schrott los, geht es hervorragend voran.
Anderen Zivilisationen konnten diese Gossenkriecherneigungen erspart worden sein.

zdf "hallo deutschland mondän" - den lifestyle leben ;-)
Habsburg is bissl groß, also Habsluxusvilla. Imperiales Leben ist erspriesslich, wenn man nicht kriecht.
Robotik kriecht in alle Ecken und erledigt Gossenschrott. Sie kann unendlich viel mehr, als wir erst ahnen.
"Ich habe das Geld und sie die Jugend" sagt ein alter Lustmolch, ne, sondern: wir leben ewig göttergleich.
Dort wars eine Wohltätigkeitsveranstaltung gegen AIDS, das längst auch zellular eliminierbar wäre.
Ui, 57 ältere Herren standen als Hofräte dabei, um sich zu überzeugen, dass das Kind, das jetzt
entsteht, ein wirklich kaiserliches ist ;-)

"Menschen sind zu allem fähig", erklärt der EU-Parlamentspräsident.
Genau deswegen muss die Verarbeitnehmerung weg.
 
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