AW: Wo entsteht das Geld
Woods schrieb:
Wenn der Staat Steuern in einer wertlosen Währung erhebt, hat er auch nichts davon. Denn auch der Staat is darauf angewiesen, dass er für sein Geld Waren und Dienstleistungen kaufen kann.
Eine wertlose Währung gibt es mE nicht. Wenn ich als Staat Steuern in einer Währung verlange heißt das gleichzeitig, dass die Bürger das Geld eben haben MÜSSEN, um ihre Steuern zu zahlen. Also kann der Staat immer Waren und Dienstleistungen zumindest im Inland kaufen. Im Ausland wirds dann halt schwieriger, umso schwächer die Währung ist....klar.
Woods schrieb:
Wenn du jetzt staatlichen Zwang in Form von Gewalt ins Spiel bringst, dann könnte der Staat natürlich seine Bürger zwingen, ihm für Geld Dinge zu überlassen. Aber dann könnte er auch gleich auf das Geld verzichten und nur auf Gewalt als Mittel setzen.
Es reicht ja schon Gewaltandrohung. Darunter verstehe ich zB auch simple Strafgelder. Stell dir mal vor dein Nachbar verlangt von dir EUR 100 weil du zu schnell gefahren bist. Da würdest drüber lachen. Wenn er aber für die Polizei/Staat arbeitet, lachst du nicht mehr und zahlst....warum ist das wohl so?
Und klar kann er auch nur auf pure Gewalt setzen oder gleich alle niedermetzeln.....nur was bringt es! Ist doch viel schöner und angenehmer wenn alle für einen arbeiten und für das eigene Auskommen sorgen.
Woods schrieb:
Und es gibt auch dutzend Beispiele für die Abkehr vom Tauschhandel hin zu diversen Arten von Geld, ganz ohne Steuern oder einen anderweitig involvierten Staat.
Beispiel.
Dorfgemeinschaften deuten schon auf sowas wie eine Art Vorgänger-"Staat" hin. Die Dorfältesten, die über das "Steingeld" wachen ebenso. Müsste man mehr über die Abläufe wissen, ob das ganze ohne Zwang und Abgaben vonstatten ging. Bezweifle ich nämlich. Und wenn doch, würde ich die Steine nicht als Geld bezeichnen, sondern einfach als Tauschmittel, genauso wie hübsche Perlen, Schnitzereien, Nahrung oder sonstigem. Interessant wäre zu wissen, wie die Steine ins "System" kamen. Wurden die willkürlich verteilt, first come first serve etc.?
_killy_ schrieb:
@ Ronny
Steuern zahlt man auf Einkommen/Einnahmen - wenn man Geld nicht mehr als Bezahlungsmittel akzeptiert, was soll dann besteuert werden? Steuerhinterziehung/Schwarzarbeit ist doch heute auch ein Problem. Dort wird Einkommen nicht angezeigt und kann somit nicht besteuert werden ... ich sehe hier keine körperliche Gewalt seitens des Staates, der gegen Steuerhinterzieher/Schwarzarbeiter vorgeht. Natürlich muss der Staat dies ahnden. Ein nachgehen wird aber auch nur soweit akzeptiert, sofern der Großteil der Bevölkerung hinter dem Handeln des Staates steht.
Ich rede auch nicht unbedingt von körperlicher Gewalt. Siehe oben die Erklärung. Und natürlich geht der Staat gegen Steuerhinterziehung/Schwarzarbeit vor. Das geht hin bis zu Freiheitsstrafen. Jemanden der Freiheit berauben und ihn wegschließen zu können und das ganze auch noch völlig unbehelligt, ist für mich ziemlich machtvoll.
Und klar können sich die Bürger erheben um bessere Umstände zu erreichen. Völlig in Ordnung und richtig. Nur kommt man ja meist vom Regen in die Traufe und ein Staat/Regierung löst die andere ab. Das Geld bleibt meistens. Sieht dann nur anders aus und heißt anders.
_killy_ schrieb:
PS es wird die Dienstleistung der Vermittlung zwischen Sparer und Kreditnehmer mittels Zins / Gebühr bezahlt. Die Bereitstellung funktioniert doch nur, wenn auch Spareinlagen zur Verfügung stehen. Wo nix ist, kann nix verliehen werden.
Da sind wir dann wieder ganz am Anfang und die Frage lautet.....was ist zuerst da...die Spareinlage oder der Kredit. Ich behaupte der Kredit. Der Staat hat die Möglichkeit durch Kreditaufnahme (gesetzliche Geldschöpfung) quasi eine Erstausstattung an Geld durchzuführen. So geschehen 1948/49 in Deutschland. -> Wo nix ist, kann trotzdem Geld verliehen werden.