AW: Wo entsteht das Geld
Meinung B:
-> der Zinseszins schafft Geld
-> Staaten drucken Geld
-> Banken schaffen Geld indem sie Kredite an sich selbst vergeben können und so Einlagen generieren
=> begründet wurde hier mit "der Staat ist böse", "es ist so weil man es behauptet", "alle die es anders sehen sind doof"
Wurden Fragen gestellt, warum dann die Finanzkrise so eskaliert ist wenn die Banken doch selbst die Lösung in der Hand haben, wurden diese nicht beantwortet. Auch Fragen, warum Banken noch Kunden brauchen wenn sie ja auch ohne diese Geld drucken können blieben unbeantwortet.
Wo hat wer behauptet, dass Banken Kredite an sich selbst vergeben? Das ist falsch und kam nicht von mir. Konnte auch nirgends lesen auf den letzten Seiten, dass das irgendwo behauptet wurde.
Zins und Zinszins schaffen kein Geld…..sie setzen aber voraus das neues Geld geschaffen werden muss und ein ständiger Mangel an Geld herrscht. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.
Das der Staat böse ist, hast du geschrieben. Ich habe nur geschrieben, dass er der maßgeblich auschlaggebende Faktor ist, warum sowas wie Geld überhaupt existiert und das so gut wie möglich erklärt und begründet (Macht- und Gewaltausübungsmonopol -> Abgabenzwang -> gesetzliches Zahlungsmittel). Wenn du Gegenargumente hast, kannst du die ja bringen. Aber außer „ähm Vertrauen ist auch wichtig“ und ständiges Wiederholen von falschen Behauptungen, die bereits widerlegt wurden, kommt da ja nix.
Mir fehlt hier wirklich jedes Verständnis, wie man Fakten ignorieren kann und Fragen ausweicht.
Wenn du es doch so viel besser weißt als wir:
-> Warum haben die Banken/Staaten nicht in der Finanzkrise Geld gedruckt sondern mussten auf die Hilfe der EZB zurückgreifen?
Sehe ich auch so….es fehlt hier bei einigen massiv an Verständnis! Die Finanzkrise war hier überhaupt gar kein Thema. Es ging um Geldentstehung.
Die EZB hat Staatsanleihen der bankrotten Südstaaten aufgekauft, weil die Banken (und privaten Anleger) diese nicht mehr kaufen wollten oder nur zu sehr hohen Zinsbedingungen. Das ist eigentlich strengstens verboten, weil es im Prinzip genau dasselbe ist, als wenn der Staat selber Geld druckt. Deshalb wurde ja auch dieser ESM Apparat erschaffen, der quasi sowas wie eine staatliche EU-Bank ist. Und diese Bank kann jetzt in aller Ruhe (weil legal….haha) Staatsanleihen von notleidenden Staaten kaufen, wenn es sein muss und der private Finanzmarkt meint ein Staat ist bankrott. Theoretisch müsste der Staat ja pleite gehen….weil das eigentlich so vorgesehen ist in unserem kapitalistischen System. Aber unsere Berufspolitiker sehen das anders und in deren Welt darf niemand bankrott gehen, schon gar kein Staat oder eine Bank. Dafür nimmt man dann gerne nochmal neue Milliarden Kredite auf, die natürlich der gemeine Steuerzahler irgendwann mal zurückzahlen muss. Aber dann sind die verantwortlichen Damen und Herren, wie immer, ja schon alle in Pension und lassen es sich weiterhin gut gehen auf Steuerzahlerkosten.
Die Rekapitalisierung von notleidenden Banken geht einzig und allein auf die Kappe der Staaten selbst und nicht auf die EZB. Die hatte damit überhaupt nichts zu tun. Sie hat höchstens die Kriterien für die Liquiditätsbeschaffung der Banken massiv heruntergesetzt. Wo früher nur erstklassige Wertpapiere eingereicht werden durften, können die Banken jetzt teilweise sogar simple Hypothekenbriefe gegen Bargeld tauschen.
Um es kurz zu machen……die Finanzkrise wird nicht von der EZB bezahlt, sondern von den Staaten und seinen Steuerzahlern selbst, vorranging natürlich Deutschland als größte Wirtschafts/Finanznation in der EU. Auch die bereits gekauften Staatsanleihen der EZB……was glaubst du denn wer für die Summen aufkommt, im Falle des Falles, das diese Staatsanleihen nicht bedient werden können von den Pleitestaaten aus dem Süden? Die EZB ist ja nicht irgendeine höhere Macht, die über unendliche Geldreserven verfügt. Wenn diese Staatsanleihen platzen, stehen die nationalen Zentralbanken und damit wieder die einzelnen EU-Staaten in der Pflicht.
-> Warum benötigen Banken Kunden, wenn sie ja auch ohne diese Geld drucken können?
Im gesamten Thread blieben diese Fragen bisher unbeantwortet ... also klär uns auf!
Eine Bank kann kein Geld drucken und schon gar nicht für sich selbst. Einen Kunden brauch sie also. Sie kann aber durch Vergabe eines Kredits (an den Kunden!) und Gutschrift desselbigen, neues Zahlungsmittel erschaffen. Dafür benötigt es erstmal gar kein Bargeld, weil heutzutage kann man ja auch schon elektronische Überweisungen tätigen!
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Falls Bargeld benötigt ist, kann die Bank bei der EZB Wertpapiere (Schuldtitel) einreichen und bekommt dafür Bargeld in Höhe des Werts des eingereichten Schuldtitels. Dieses Bargeld (kann auch anderes Bargeld sein) muss vor Ablauf des Schuldtitels wieder zurück zur EZB (plus Leitzins). Die EZB hat hier kein Geld geschaffen. Sie wandelt hier nur bereits vorhanden Schuldtitel/Wertpapiere in Bargeld um (falls benötigt).
Und zu Beginn eines Staates/Währung, gibt es quasi eine Erstausstattung an „gesetzlichem Zahlungsmittel“. Sozusagen die allererste Staatsanleihe. Und ja…..da lässt der Staat ungedeckt eine bestimmte Summe von der Zentralbank drucken. Zumindest ist dies so hier in Deutschland geschehen zur Währungsreform 1948. Dieser erste Kredit wurde im Jahr 2005/2006 von der Bundesregierung getilgt und war ca. 50 Jahre lang als „Ausgleichsforderung“ bei der Deutschen Bundesbank verbucht. Kannst du gerne nachrecherchieren.
Ich hoffe, ich bin den Fragen nicht zu sehr ausgewichen, habe zu viele Fakten ignoriert oder dich zu sehr befremdet in deiner heilen Welt des Vertrauens und der gottgegebenen Spareinlagen.