Deutschland auf dem Weg zum Überwachungsstaat?

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Fu Manchu schrieb:
Man muss aber zwischen Staat und den Unternehmen, die dich überwachen, unterscheiden - da ist ein Unterschied.

So ist es ... hat sich z.B. schon mal jemand die neuen Datenschutzrichtlinien des StudiVZ durchgelesen?
Ich zitiere mal:

Ich willige ein, dass bei einem von mir veranlassten Zugriff auf das
studiVZ-Netzwerk automatisch Informationen durch den von mir verwendeten
Internet-Browser übermittelt und dass diese durch studiVZ für eine Zeitdauer
von höchstens sechs Monaten in so genannten Protokolldateien (Server-Logfiles)
gespeichert werden.

Ich willige ein, dass studiVZ Bestandsdaten und/oder Nutzungsdaten von mir an
Dritte weitergibt, wenn und soweit die Übermittlung der Daten aufgrund
gesetzlicher Vorschriften und/oder infolge von Gerichtsentscheidungen zulässig
ist.

Jetzt kommt ihr wieder damit, dass am Anfang immer "ich willige ein" steht. Ja das ist so, doch wie viele tausend Nutzer lesen sich diese endlosen AGB und Datenschutztexte nicht so ausführlich durch?
Und wer weiß schon was im Hintergrund alles abläuft ... wenn deine Daten dann nämlich erst einmal an den dritten weiter gegeben sind, dann hast du jegliche Kontrollmöglichkeit verloren. Dann wandern sie in vierte, fünfte, ... Hände und du wunderst dich über Spam Mails und Werbeanrufe.

Und wieder:
Die Gefahr sind in meinen Augen nicht die staatlichen Behörden, die einer sehr strikten Kontrolle unterliegen und bei denen du jederzeit die Chance hast über ein Gericht dein Recht zu bekommen. Die Gefahr sind und bleiben die Datenerhebungen durch dubiose Wirtschaftsunternehmen.
 
Adam wer Angst hat das seine Daten weiter gegeben werden wird es sich durchlesen, andere denen ist total egal ist wie mir klicken einfach auf: Ich akzeptiere :D .
 
Heelix schrieb:
... andere denen ist total egal ist wie mir klicken einfach auf: Ich akzeptiere .

Das Problem liegt ja nicht im Augenblick des Klickens, sondern in der Zukunft. Evtl. wird sich jemand später bewusst was abläuft. Denn das man plötzlich über Nacht schlauer wird kann niemand verhindern.
 
Absoluter unfug ... sry wenn ich das so sage ist aber so :) . Es entsteht dir nunmal kein schaden und wieviele daten du letztlich angiebst ist dir selbst überlassen ;) . Ich nutze auch Payback Karten in dem Wissen das diese Daten verwendet werden um Profile zu erstellen, stört mich das ? Nein, sollen sie doch ihre Werbung durch die Profile optimieren :) . Du beklagst dich bestimmt auch das Banken oder auch Tankstellen Video überwacht werden du wirst ja gefilmt ! .

Zum Thema ... es sollte noch deutlich mehr Überwachung geben ... unser Land ist wohl noch das was am wenigsten "überwacht" wird, vergleichen mit anderen Industrienationen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Fullquote des direkten Vorposters entfernt)
Heelix schrieb:
Absoluter unfug ... sry wenn ich das so sage ist aber so :) . ... wieviele daten du letztlich angiebst ist dir selbst überlassen....

Unfug ist es nicht. Nur weil du selber evtl keine oder falsche Daten angiebst heißt das nicht das andere es auch tun. Evtl sucht jemand wirklich studienkollegen über so eine (oder andere) Seiten.
Außerdem werden ja nicht nur deine eingegebene Daten verwaltet, sondern auch dein Nutzerverhalten.

Und durch Querverweise mit anderen Datenbanken können ganz erstaunliche Schlüsse gezogen werden: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,523216,00.html

Von daher kann nicht von unfug gesprochen werden nur weil du und ich evtl vorsichtiger sind. Es reicht ja hier im Forum schon zu lesen wie Leute immer wieder auf Seiten reinfallen die Rechnungen ausstellen. Wir hier kennen uns aus und sind computeraffin., aber 99% der Leute dort draußen nutzen das Internet nicht so clever wie wir. Und auf diese Leute haben es die Firmen abgesehen.
Hier im Forum scheinen viele Leute von sich (ihren Kenntnissen und Erfahrungen) auf die Nicht-EDV-Leute zu schließen - das ist aber falsch und nennt man auch betriebsblind, wenn man nur noch seine Sichtweise sieht Es gibt aber viele. Was wäre wenn Banker/Ärzte/ usw von ihren Wissen und Erfahrungen auf andere Leute schließen würden? Würdest du dann ein Konto erföffnen?
Wir hier sind EDV-Götter im Vergleich zum Otto-Normalverbraucher dort draußen.

Heelix schrieb:
... in dem Wissen das diese Daten verwendet werden um Profile zu erstellen, stört mich das ? Nein, sollen sie doch ihre Werbung durch die Profile optimieren ....


Es bleibt ja nicht bei Werbung. Mit diesen Daten die dich betreffen wird gehandelt und wer weiß wer diese Daten noch in die Finger bekommt. Evtl. kauft der Staat in ein paar Jahren diese Daten selber ein um zu schauen was die Bürger so treiben? Und in Verbindung mit anderen DBs sieht es dann düster aus mit deiner Selbstbestimmung.

Dann warst du evtl in einem islamischen Land im Urlaub (z.B. Tunesien, Daten stammen vom Reiseveranstalter per Payback-Konto), hast Chemie- und Physikbücher gekauft (mit Payback), geselschaftkritische Bücher usw.

Wie gesagt, was heute ist mag harmlos sein mit netten Bonuspunkten und kleinen Gimmiks für den Einkäufer. Aber was die Zukunft bringt wissen wir nicht.

Heelix schrieb:
...unser Land ist wohl noch das was am wenigsten "überwacht" wird, vergleichen mit anderen Industrienationen.

Belege das bitte mal. Welche Länder und welche Überwachugnsformen?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Keiner sagt das ich falsche Angaben mache, aber z.b. Uni, Ehemalige Schule , Name reicht um deine "bekannten"suche abzudecken und diese Daten sind jetzt: In irgend einer Form von belang ? :X .

Zu deinem Link ... wenn ein DVD Verleih es nicht schaft für ausreichend Sicherheit zu sorgen wenn er solche Listen veröffentlich kann man diese bei weitem nicht für die Allgemeinheit ranziehen, vor allem nicht bei einer Überwachung durch den Staat wo es wohl eine deutlich höhere sicherheit geben gibt / würde oder ist schon eine gehackte Verbrecher datenbank aufgetaucht mit ihren Namen ?

Wieso ziehst du die fehler der Personen hinter dem Monitor heran um zu sagen das es unsicher ist ? Wenn ich meine EC Karte + Pin in der S-Bahn liegen lasse ist das auch unsicher und ganz ohne Datenbank "klau" .

Zum Payback: Ja ok ... lass sie damit Handeln .. Konsequenzen für mich ? Richtig, im moment absolut 0,nix . Ich wüsste auch nicht was ihnen meine Einkaufslisten und Zeiten so bringen könnten was mir schaden würde ( Ja natürlich betrachte ich den schadens fall ... positive folgen begrüße ich natürlich ) . Ich kann schlicht niemanden der nichts zu verbergen hat nicht verstehen der etwas gegen solche Allgemeine Profile hat ... es würde anders aussehen wenn es einen Lückenlosen ablaufplan über Tage / Monate / Jahre geben würde so Stasi like. Das gibt es aber nicht ... wobei ich sowas bei begründeten Verdachtsfellen für einzelne Personen natürlich begrüsse.

Mich würden solche Argumente hingegen schon interessieren, nur leider konnte ich noch keine in diesem Thread oder anderen mit dieser Thematik finden :-/ (Ausgeschlossen einiger Bemerkungen zur sicherheit, solche Datenbanken kann man auch betreiben ohne "Hackern" die möglichkeit zu geben über das Internet auf diese einfluss zu nehmen ;) ) .

mfg

mfg
 
Die letzten paar Beiträge zeigen doch was für eine Scheindiskussion hier überhaupt geführt wird. Auf der einen Seite wird hier gerne versucht die staatlichen Maßnahmen zu überdramatisieren, auf der anderen Seite werden die Maßnahmen von Firmen massiv herunter gespielt.

Dabei gibt es tausende Beispiele in denen Datenmissbrauch durch Wirtschaftsunternehmen dazu geführt hat, dass Menschen zu Schaden kommen. Es gibt sogar schon genügende bekannte Fälle in denen z.B. wiederrechtlich ins Internet hochgeladene Fotos (bei denen der Abgelichtete nicht zugestimmt hat) durch diverse Foren schwirren und irgendwann dann beim Arbeitgeber der jeweiligen Person gelandet sind. Die Folge war eine Kündigung ...
Vor einiger Zeit gab es in der "Welt" mal einen Bericht über einen derartigen Fall in den USA.

Teilweise lag nicht einmal ein Missbrauch vor, es war einzig und allein die Nutzung der legalen Mittel die dazu führte, dass mittlerweile Milliarden von Datensätzen herum schwirren in denen das Kaufverhalten, die Essgewohnheiten, die am liebsten besuchten Seiten, ... personenbezogen gespeichert sind.

Dabei sind die Strafen bei Missbrauch für Firmen meistens Peanuts. Die Strafen beim Missbrauch staatlicher Überwachungsmittel hingegen sind meist sehr drakonisch.

Aber anstatt sich mal wirklich Gedanken darüber zu machen was unsere angebliche "Freiheit" im Internet eigentlich für folgen hat, wettert man gegen den bösen bösen Staat.

Wenn der Staat wirklich über die Leute die im Internet agieren alles wissen wollen würde, dann bräuchte er keine Online Durchsuchungen. Dann würde er wirklich einfach nur den Weg gehen den Fu Manchu schon beschrieb.

/edit:

Heelix schrieb:
es würde anders aussehen wenn es einen Lückenlosen ablaufplan über Tage / Monate / Jahre geben würde so Stasi like. Das gibt es aber nicht ... wobei ich sowas bei begründeten Verdachtsfellen für einzelne Personen natürlich begrüsse.

Gibt es noch nicht. Die technische Entwicklung geht allerdings schon lange viel weiter als du es vielleicht denken magst. Das Schlagwort ist RFID.

Wie schon mehrfach gesagt: Die Regierung hat sehr enge Handlungsgrenzen, ferner hat sie auch immer die Bürger im Nacken und ist zudem noch hochtransparent.
Was in irgendwelchen Datenzentrum eines Großkonzerns abläuft bleibt uns vollkommen verschlossen und obliegt nur sehr geringen Kontrollen...

Woher wohl die wirkliche Gefahr droht ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Adam_Smith schrieb:
Gibt es noch nicht. Die technische Entwicklung geht allerdings schon lange viel weiter als du es vielleicht denken magst. Das Schlagwort ist RFID.

Mhh .. auf einer Anti rfid seite einen Artikel zu verwenden wo zukünftige probleme übersteigert dargestellt werden ist ein wenig einseitig ? :) .

Und sollte es hier nicht um die Übunerwachwung durch den Staat gehen ? Handel mit Kundeninformation ist da doch ein klein wenig was anderes.

mfg
 
Du kannst RFIDs überall einbauen und ein Bewegungsprofil erstellen.
 
Benjamin_L schrieb:
Du kannst RFIDs überall einbauen und ein Bewegungsprofil erstellen.

RFID ist schlicht die Verwendung einer Technik die sich nunmal ergibt, es gibt Technisch so einige umsetzbare "mithör" möglichkeiten, nur weil die möglichkeit besteht muss es nicht gemacht werden ;) .

bzw.: Natürlich werden so einige möglichkeiten genutzt aber nicht in dem umfang wie kritiker es meinen *g .
 
Zuletzt bearbeitet:
Alles was entwickelt wird, wird auch eingesetzt werden...
Es ist nur eine Frage der Zeit.


Die Atombombe wurde nicht entwickelt, weil sie es konnten. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Eben so ist es.

Es wäre ein Trugschluss zu denken, dass einzig der Staat ein "Monopol" darauf hätte Überwachungsmethoden zu nutzen oder zu missbrauchen.

All die technischen Dinge über die wir hier auf den letzten Seiten diskutiert haben sind doch in der Wirtschaft schon längst entwickelt und im Einsatz, entweder legal, in einer Grauzone oder gar gänzlich im illegalen Bereich.

- Was ist denn Phishing?
- Was ist das Versenden von Würmern / Trojanern?
- Was ist die Erstellung von Kundendaten per Payback, ...?
- Was ist die Auswertung des Surfverhaltens von Internetusern?

All das wird heute schon tag täglich praktiziert und zwar nicht durch staatliche Behörden?

Und ich sag es nochmal:

Wer hier auf der einen Seite die staatlichen Ermittlungsmethoden überdramatisiert, dann aber versucht die Mittel die in der wirtschaft schon längst im Einsatz sind herunter zu spielen, der macht sich in höchstem Maße lächerlich!

Mir macht es wirklich Angst zu sehen welche Datenfluten im Internet über das Nutzerverhalten gespeichert werden, mir macht es Angst zu sehen, dass bald in jeder Jeans ein RFID Chip ist, ...
Und dem ganzen wird kein Riegel vorgeschoben, denn wir dummen Kunden kaufen ja weiter (ist ja eh alles nur für unser Wohl :freak:).

Statt dessen lieber Stasi 2.0 rufen und unter scheinbarem Realitätsverlust etwas von Verfassungsbruch und Überwachungsstaat faseln.
Scheinbar auch eine Art Opiom fürs Volk und die Wirtschaft freut sich denn diese Fixierung auf die Pläne Schäubles bringt sie aus der Schusslinie.
 
und3r schrieb:
... aber darüber zu disktutieren wie dagegen vorzugehen ist macht niemand...

Es aber anzusperchen ohne es selber zu machen ... was wären denn deine Ansätze um dagegen vorzugehen? Wie würdest du die Diskussion in diese Richtung in Gang setzen?
 
Statt dessen lieber Stasi 2.0 rufen und unter scheinbarem Realitätsverlust etwas von Verfassungsbruch und Überwachungsstaat faseln.
Scheinbar auch eine Art Opiom fürs Volk und die Wirtschaft freut sich denn diese Fixierung auf die Pläne Schäubles bringt sie aus der Schusslinie.
Ich muss dir recht geben. Die Gefahren seitens profitorientierter Unternehmen ist sicherlich größer, als die Gefahr, die vom Staat ausgeht (zumind. seh ich das so). Aber trotzdem solltest du es dir nicht anmaßen die Bedenken der Bevölkerung mit solchen Sprüchen ins lächerliche zu ziehen. Ich denke, dass es leichter ist die Menschen mit Themen wie der VDS zu sensibilisieren, als ihnen was von RFID-Chips zu erzählen. Das sieht man schon daran, dass ich dauernd gefragt werde, warum ich nicht bei studivz etc. bin und ich ihnen allen die selben Sachen erzähle und keinen interessiert es wirklich.
 
http://youtube.com/watch?v=SUQsvAXabUM

Volker Pispers hat wieder eine Show darüber gemacht. Einfach herrlich:

tausende Raucher sterben jährlich für unsere Sicherheit, Stichwort zweckgebundene Steuern. Soviele Menschen kann Al-qaida gar nicht umbringen wie es unser Staat tut in dem er Raucher dafür hernimmt :D

Alkohol am Steuer, jährlich hunderte Tote - Paulaner ist erfolgreicher als Al-qaida :D

Sicherheit im Straßenverkehr: übermüdete LKW-Fahrer, dagegen gibt es keine harten Gesetze, da sind mehr Schläfer unterwegs als bei Al-qaida :D
 
Heute war zu lesen, dass der Innenminister von NRW, Burkhard Hirsch (FDP) zum 1.1.2008 eine eigene Verfassungsbeschwerde einlegen wird.
Die Petitionsliste der Aktion "Stoppt die Vorratsdatenspeicherung" ist weiterhin noch bis zum 24.12.2007 offen, so dass man sich da noch beteiligen könnte.
(Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,524610,00.html)

Ich hoffe doch, dass das BVerfG zu Gunsten der Kläger entscheiden wird, und dmait auch endlich ein Signal setzt um die schleichende Unterminierung unserer Grundrechte zu stoppen.
 
Und jetzt nocheinmal die Frage:

Welches Grundrecht wird durch die Vorratsdatenspeicherung in einem nicht angemessenen Maß beschnitten?
 
Das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung.

Die freie Selbstbestimmung bei der Entfaltung der Persönlichkeit werde gefährdet durch die Bedingungen der modernen Datenverarbeitung. Wer nicht wisse oder beeinflussen könne, welche Informationen bezüglich seines Verhaltens gespeichert und vorrätig gehalten werden, werde aus Vorsicht sein Verhalten anpassen (s.a. Panoptismus). Dies beeinträchtige nicht nur die individuelle Handlungsfreiheit sondern auch das Gemeinwohl, da ein freiheitlich demokratisches Gemeinwesen der selbstbestimmten Mitwirkung seiner Bürger bedürfe. „Mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung wären eine Gesellschaftsordnung und eine diese ermöglichende Rechtsordnung nicht vereinbar, in der Bürger nicht mehr wissen können, wer was wann und bei welcher Gelegenheit über sie weiß.“
 
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