Waffengesetz

Gibt es wirklich einen objektiven Grund dafür?
Gibt es tatsächlich etwas vergleichbares, etwas, was dafür geschaffen wurde Menschen zu verletzen, aber als Sport- oder Unterhaltungsgerät missbraucht wird?

Selbst wenn es statistisch bei Gewaltverbrechen nicht signifikant wäre, wenn die legalen Waffen aus dem Verkehr gezogen würden, so wäre es dennoch ein richtiger Schritt.

Versteht mich nicht falsch, ich bin gegen Überregulierung, wie es sie viel zu sehr gibt, jeder sollte tun dürfen, was er möchte, solange andere dadurch nicht zu Schaden kommen können.
Ob sie sich die Lunge aus dem Hals kiffen oder die Birne wegsaufen, das ist ihre Sache, aber sobald jemand anfängt mit Waffen zu spielen, stellt er automatisch eine Bedrohung für andere Menschen dar.

Ich habe meine Sicht zu dieser Argumentation vor einigen Seiten in der Diskussion mit helios.co schon sehr ausführlich dargelegt, aber ich kann es auch gern nocheinmal sagen:

Was ist damit gewonnen, wenn alle legalen Waffen verboten sind? Die Chance auf (nüchtern formuliert) zwei bis drei Amokläufe pro Jahrzehnt sowie auf einige Suizide pro Jahr sinkt. Und was steht auf der anderen Seite einer solchen Entscheidung?

Ein aufgrund einer vagen Chance vorgenommener Eingriff in Eigentumsrechte (Waffen, vor allem die weitverbreiteten Jagdwaffen sind zum Teil durchaus von Wert, diese Werte werden den Eignern genommen) unbescholtener Bürger. Ebenso nimmt man ihnen ihr Recht auf den Besitz solcher Dinge rein aufgrund einer Vermutung, die auf der Hoffnung basiert, dass es danach besser wird. Dass aus dieser Hoffnung wahrscheinlich nichts wird, sieht man wunderbar an Großbritannien oder Südafrika. Die Gewalt bleibt gleich, auch wenn die legalen Waffen weg sind.

Daher halte ich von dieser Forderung nichts, denn sie kann keinen Nutzen generieren, nur Schaden. Wo wir auch schon bei den wegfallenden Abgaben sind als auch den ganzen Sekundärindustrien, die dann eingehen. Rein rechtlich gesehen halte ich die Abwägung vage Hoffnung gegen diese handfesten Nachteile für sehr einseitig und nicht sinnvoll.

Selbst wenn es statistisch bei Gewaltverbrechen nicht signifikant wäre, wenn die legalen Waffen aus dem Verkehr gezogen würden, so wäre es dennoch ein richtiger Schritt.

Wie gesagt, ein moralisches Statement des Gesetzgebers ohne wirkliche Wirksamkeit, aber mit umfassenden Nachteilen verbunden.

Ob sie sich die Lunge aus dem Hals kiffen oder die Birne wegsaufen, das ist ihre Sache, aber sobald jemand anfängt mit Waffen zu spielen, stellt er automatisch eine Bedrohung für andere Menschen dar.

Das ist nicht schlüssig. Bei den Waffen stellst du schon auf den Besitz als Übel ab, bei den ersteren Gruppen ist dir dieser, obwohl ebenso gefährlich (der Besitz an sich)(bspw. Passivrauch, besoffen Autofahren), gleichgültig. Eine Bedrohung stellt man nur dann dar, wenn man jemanden konkret bedroht oder im unmittelbarem Versuchsstadium dazu ist. Davor geht von jemandem, der legal eine Waffe besitzt, keine Gefahr aus. Das ist zwingend logisch. Deine pauschale Aussage halte ich daher für nicht richtig und undurchdacht (no offense).
 
Zuletzt bearbeitet:
Krafty schrieb:
Es bekommen aber GENUG Leute eine Waffe, die keine Waffe BRAUCHEN.


Dann wird das Waffengesetz umgangen oder sonst irgendwie manipoliert.

Aber das weißt du sicher, da du dich mit der Materie ja auskennst.

Wenn ein Sportschütze sein Bedürfniss nicht mehr durch regelmäßige Teilnahme an Wettkämpfen oder Training nachweisen kann, sollte auch die WBK weg sein.

Und wieder sind wir beim Thema: Durchsetzten des aktuell bestehenden Waffengesetztes.............
 
Zuletzt bearbeitet:
Durchsetzen ist aber teuer und nur schwer möglich, ausserdem in den Median nicht gut zu vermarkten. Nen neues Gesetz hingegen klingt besser ;) Ob sich was ändert spielt eh keine Rolle solange die Wahlergebnisse passen :freak:

Klar, wenn was passiert is es nicht schön, nur es gibt eigentlich wichtigere Dinge, nur wie immer gehts um Macht und Geld. Nur was will man von nem Land erwarten das nicht mal Polizisten brauchbar an den Waffen ausbildet weils zu teuer ist und auch Soldaten dies brauchen würden stehen ohne Material da... nur da Gel dzu geben merkt niemand, nen neues Waffengesetz sorgt hingegen immer für Aufmerksamkeit...

Glaub da is Ironie dabei :D
 
Fetter Fettsack schrieb:
Was ist damit gewonnen, wenn alle legalen Waffen verboten sind? Die Chance auf (nüchtern formuliert) zwei bis drei Amokläufe pro Jahrzehnt sowie auf einige Suizide pro Jahr sinkt. Und was steht auf der anderen Seite einer solchen Entscheidung?

Die illegalen Waffen waren alle irgendwann mal legal oder nicht? Wüsste nicht dass eine Waffe illegal die Fabrik verlässt. Die legalen werden gestohlen usw. und werden so zu illegalen. Also, weniger legale, weniger illegale bzw. schwerer zu beschaffen.

BTW in Chicago gibt es dieses Jahr wegen Bandenkriegen bereits 5000 (ja, fünftausend!) Tote durch Schusswaffen.
 
s.0.s schrieb:
BTW in Chicago gibt es dieses Jahr wegen Bandenkriegen bereits 5000 (ja, fünftausend!) Tote durch Schusswaffen.

Blödsinn, es waren 5k seit 2001. Sonst hättest du über 600 Tote pro Monat, in Chicago herrscht kein Krieg.
 
@s.0.s.

Falsch, komplett sogar.

Die Waffenhersteller bedienen den Schwarzmarkt durch Strohmänner oder Regierungen auch durch die Hintertür, ist genauso wie bei den Pharmakonzernen wo die grossen Steroid Dealer direkt bei der Fabrik abholen können.

Oder man bedient sich bei den Waffenarsenalen der zusammengebrochenen Ostblockstaaten wie der UDSSR, am Beispiel England sieht man es am besten, denn die meisten Handfeuerwaffen die dort beschlagnahmt werden sind Makarovs die es vorher dort kaum gab.

Bei den westlichen Waffen ist es oft so dass bestellte Ware oft nicht ganz komplett bei der Armee oder Polizei ankommt und in einem Zwischenlager "verschwindet" oder Waffen die eigentlich vernichtet werden sollten, es nicht werden.
Die Korruption fängt dabei ganz oben an und nicht unten.

Legale Waffen werden kaum gestohlen.
 
Die illegalen Waffen waren alle irgendwann mal legal oder nicht? Wüsste nicht dass eine Waffe illegal die Fabrik verlässt. Die legalen werden gestohlen usw. und werden so zu illegalen. Also, weniger legale, weniger illegale bzw. schwerer zu beschaffen.

Der Großteil der legalen Waffen setzt sich aus Sport- und Jagdgewehren zusammen. Beides Gerätschaften, die sich vor allem für wenig Geübte so gut wie gar nicht für verbrecherische Zwecke einsetzen lassen (langsame Schussfolge, sehr sperrig, meist schwer, Ladevorgang meist nicht allzu schnell usw.). Der Rest wurde schon gesagt.
 
@killray, hast Recht. Sry, hab den Artikel nur überflogen.

Naja wenn die Korruption ganz oben Anfängt weiss man warum die Gesetze so sind wie sie sind. Verbrechen in diesem Ausmass wären wohl garnicht möglich wenn unsere "Führungselite" nicht mit drinstecken würde.
 
Ein gänzlich unbewaffnetes Volk wäre ein zu leichte Beute für totalitäre Regierungsformen, ein zu stark bewaffnetes Volk schlachtet sich selbst ab.

Ein "gesundes" Maß muss gefunden werden und ich denke das in den Kern-EU-Ländern ein vglw. gutes Maß herrscht.

Übrigens sterben jährlich xfach mehr Menschen an vermeintlich harmlosen Dingen. Bspw. ist der Preis der Mobilität tausende von Verletzten und Toten. Der Preis des leicht bekömmlichen Entertainments sind Millionen Hirntote.

Schlecht wird es wenn viele Hirntote viele billige Handfeuerwaffen in die Hand bekommen, dann nennt man das USA. Aber die paar Sportflinten in Deutschland...
 
Meiner Vorstellung nach sollten es für keinen Menschen möglich sein, eine Feuerwaffe zu besitzen. Weder für sportliche noch berufliche Aktivitäten oder Vereine. Selbst Jäger sollten ihre Waffe immer vor und nach dem Dienst bei einer staatlichen Stelle kontrolliert holen bzw. abgeben, was sich auch auf Sportler übertragen lässt.

Für mich gibt es einfach keine Argumente, die einen Waffenbesitz rechtfertigen.
 
Ein gänzlich unbewaffnetes Volk wäre ein zu leichte Beute für totalitäre Regierungsformen, ein zu stark bewaffnetes Volk schlachtet sich selbst ab.

Nenn mir bitte einen einzigen Fall, wo das bis jetzt notwendig war oder besser gesagt wo das auch geklappt hat, dass sich das "Volk" gegen eine "Machtergreifung" mit den Handfeurwaffen erfolgreich zur Wehr setzen konnte.
 
Meiner Vorstellung nach sollten es für keinen Menschen möglich sein, eine Feuerwaffe zu besitzen. Weder für sportliche noch berufliche Aktivitäten oder Vereine. Selbst Jäger sollten ihre Waffe immer vor und nach dem Dienst bei einer staatlichen Stelle kontrolliert holen bzw. abgeben, was sich auch auf Sportler übertragen lässt.

Für mich gibt es einfach keine Argumente, die einen Waffenbesitz rechtfertigen.

Warum sollen gerade Gruppen, die mWn am wenigsten etwas für Tötungen mit Schusswaffen können, sanktioniert werden?

Weiters - das Beispiel wurde im Threadverlauf zwar schon oft gebracht, aber egal -, wie erklärst du dir, dass in bestimmten Staaten trotz eines umfassenden Waffenverbotes (England, Südafrika) die Toten durch Schusswaffen gleich blieben?

Das ist in meinen Augen ein recht starkes Indiz dafür, dass solche umfassenden Verbote schlicht sinn- und wirkungslos sind.
 
Helios co. schrieb:
Nenn mir bitte einen einzigen Fall, wo das bis jetzt notwendig war oder besser gesagt wo das auch geklappt hat, dass sich das "Volk" gegen eine "Machtergreifung" mit den Handfeurwaffen erfolgreich zur Wehr setzen konnte.

Die Unabhängigkeitserklärung der USA. Das ist auch der Grund, warum die Amis auf ihre Waffenerlaubnis derart bestehen (oder zumindest eines der starken Argumente dafür ist). Der Bürgerkrieg und das Verbot der Sklavenhaltung konnte auch nur durch bewaffnete Bürger im Norden gewonnen werden.

Im zweiten Weltkrieg hätten die Nazis noch viel mehr Menschen (vor allem in Osteuropa) getötet, wenn sich die Bürger gar nicht zu wehr hätten setzen können. Weil das Militär der ganzen überfallenen Staaten wurde in Nullkommanichts überrollt, nur die ganzen Dorf- und Stadtguerillias aus normalen Bürgern haben sich sehr lange halten können, haben Untergrundbewegungen gegründet und damit dafür gesorgt, dass tausende flüchten konnten. Ohne Waffen - Keine Chance.

Ich persönlich finde, entweder sollte auch der Bürger in gewissem Maße(!) bewaffnet sein ODER man sollte alle Waffen vernichten und die Produktion verbieten. Aber da letzteres gerade zu naiv utopisch ist, bin ich für ersteres.

Und wie schon gesagt, Sportgewehre sind nur für einen Bruchteil des Bruchteils der erschossenen Menschen verantwortlich, selbst wenn man die Amokläufe mit in die Statistik rechnet.

Und die Menschen die von illegalen Waffen erschossen werden, wären halt nicht erschossen, sondern erstochen oder erschlagen worden.

Der Ansatz bei einem Verbot von Privatwaffen ist der Falsche. Die Menschen sollten eher wieder Moral und Hirn entwickeln und je mehr Moral und Hirn da ist, desto weniger notwendig ist ein solches Verbot.
 
Hättest du dazu Quellen?

Deine Aussage zum Krieg im Osten ist definitiv falsch. Beispielsweise waren die russischen Partisanen in erster Linie Soldaten, die beispielsweise Kesseln entflohen waren und dabei ihre teilweise auch schweren Waffen mitnehmen konnten. Die serbischen Partisanen hatten ihre Waffen wiederum von den Alliertren/Soviets bekommen. Darunter waren auch Paks und leichte Ari.

Was den Unabhängigkeitskrieg in den USA anbetrifft kann ich nur wenig sagen, aber auch hier will ich mal behaupten, dass die Masse der Soldaten und Milizen Armeewaffen hatten die mit sehr großer Sicherheit nicht gerade in jeedm Haushalt zu finden waren.

Mit den Bärentötern hat in beiden Kriegen fast niemand gekämpft und einfache Pistolen waren ebenfalls in beiden Kriegen leider sehr sinnlos. Einem Pz4f2 waren die Pistolen der Zeit recht wurscht.
 
Nun, soweit ich mich zu erinnern meine, haben vor allem bestimmte Einheiten der Südstaaten ihre Jagdwaffen eingesetzt, da diese im Gegensatz zu den Armeegewehren gezogene Läufe hatten und somit präziser waren.
 
@ Fetter Fettsack

Diese Gewehre mit gezogenen Läufen hatten natürlich den Nachteil, dass sie dank Blei und Schießpulverresten fabellhaft schnell "verschlammten", also durch die Ablagerungen immer enger wurden. Das Laden dauerte von Anfang an weitaus länger, weil die Kugel -- die ja passgenau sein musste -- oft mit einem Hämmerchen hineingeklopft und dann mit dem Ladestock hineingerammt wurde.

Zeitgenossen redeten spöttisch von der "Apotheke eines Jägers", weil er verschiedene Größen mit sich führte -- je verschlammter der Lauf, desto kleiner die Kugel. ;)

Gezogene Läufe hatten also den Vorteil der besseren Reichweite und größeren Genauigkeit, verdreckten aber viel schneller, mussten dann aufwendig gereinigt werden und hatte eine geringere Schussfolge. Für den Kampf in der Linie damit sinnlos, ideal für "verlorene Haufen" und Plänkler, die gezielt Feinde ausschalten sollten.
 
Das ist allerdings auch ein wahres Wort. :)
 
@DDM_Reaper20

Damit habe ich heute auch noch zu kämpfen :-) Deshalb gilt es: Vor jedem Schuß Zwischenwischen...............


Dafür war damals natürlich kaum Zeit, die Kugel wurde ja quasi in den Lauf geprügelt. Das ist wohl sicher nicht sehr hilfreich für die Treffgenauigkeit.
 

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