So, jetz möchte ich auch mal meinen Senf dazugeben

Zuvor allerdings noch die Anmerkung, dass ich keine scharfen Waffen besitze und in der nächsten Zeit auch keine gekauft wird, weil kein Sportschütze.
kruemelgirl schrieb:
Wenn ein Sportschütze sein Bedürfniss nicht mehr durch regelmäßige Teilnahme an Wettkämpfen oder Training nachweisen kann, sollte auch die WBK weg sein.
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Ich bin der Ansicht, dass das strikte Festhalten an einem möglichst hart formuliertem Bedürfnisbegriff viel zu weit über das Ziel hinausschießt.
Das Bedürfnis sollte generell mit dem Schießen als erfüllt angesehen werden, ohne dass man hierbei nach bestimmten Disziplinen oder sonstwas die Erlaubnis auf weitere Faustfeuerwaffen beispielshalber gehen muss.
Sprich, wenn ich z.B. gern auf 25m Pistole schießen will, warum statt der 9mm nicht auch mal mit cal. 45 und .40 usw. und dann auch mal mit nem Revolver ebenso im cal. 45?
Dazu ggf. auch KK mit nicht immer nur dem gleichen Modell. Ich sehe nämlich keinen Unterschied im Gefahrenpotential, wenn ein Schütze das aktuell geringe Grundkontingent besitzt oder wenn mehr Waffen hinzukommen...
Dazu noch die 2/6-Regel, die mMn unsinnig ist, wenn man gerade am Anfang eher mehr kauft, dann "genug Modelle/Disziplinen" hat und ggf. später innerhalb von sechs Monaten drei tolle Gebraucht-Waffen-Angebote sieht und aber es nicht nutzen darf.
Mir is schon paarmal passiert, dass (hat nichts mit Waffen zu tun) ich ein geniales Angebot für nen genialen Preis gefunden hab und nichts is ärgerlicher, wenn man das dann - aus welchen Gründen auch immer - nicht wahrnehmen konnte (sofern natürlich das Geld dafür da ist).
Dazu möchte ich auch meinen, dass das Bedürfnis doch nicht wegfallen sollte, wenn man unregelmäßig trainiert oder auch mal (länger) pausiert. Ggf. könnte man doch den Munitionserwebsschein aussetzen, wenn dann wer beruhigt ist.
Fetter Fettsack schrieb:
Was ist damit gewonnen, wenn alle legalen Waffen verboten sind? Die Chance auf (nüchtern formuliert) zwei bis drei Amokläufe pro Jahrzehnt sowie auf einige Suizide pro Jahr sinkt. Und was steht auf der anderen Seite einer solchen Entscheidung?
Ich bezweifle sogar die Chance, dass Amokläufe ohne Zugang zu legalen Waffen verhindert werden können. Alleine die Tatsache, dass eine gewisse Planung, Vorbereitung usw. stattfindet, zeugt doch davon, dass es keine spontane Tat ist. Als es vor 1972 noch möglich war, einfach mal ne KK-Waffe im Otto-Katalog zu ordern, gab es auch schon einen Amoklauf in einer Schule, der mittels
Lanze und selbstgebautem Flammenwerfer stattgefunden hat. Sprich: Wer geistig so kaputt ist, der lässt sich auch nicht von Verboten abhalten, die nur den ehrlichen, gesetzestreuen Bürgern die Ausübung ihres Sportes erschweren.
Im Thread ist zudem die Diskussion im Gange gewesen, wobei Äxte und Messer als wesentlich ungefährlicher als Schusswaffen seien/sind für solche Taten.
Es gibt leider recht viele Beispiele, wo auch
damit hohe Opferzahlen erreicht wurden, alleine weil schwache/überaschte Opfer sich schlechter Verteidigen können...
Ich bin mir nicht sicher, ob man hier Opferzahlen und potentielle Opferzahlen aufwiegen/aufrechnen darf, da jede dieser Taten für sich schrecklich genug und somit jedes Opfer eines zu viel ist.
Da ich zudem bei Amokläufen immer an Selbstmorde und den
Werther-Effekt. Im selben Atemzug fällt mir da das
"Modell Österreich" ein, wodurch nur allein durch geändertes Verhalten der Presse die Suizidrate drastisch gefallen ist in der U-Bahn.
In diese Richtung geht auch der Vorschlag "
Das ist der Loser, der eure Kinder erschossen hat. Da is auch ein Video verlinkt...
Ich halte DAS für wesentlich wichtiger als einen Aktionismus der nichts bringt, aber von Panikmache begleitet ist.
So, nachdem ich den gesamten Thread durchgeackert habe, interpretiere ich mal in ne Aussage hinein, dass Waffen agressiv machen würden (den genauen Post weiß ich nicht mehr).
Diese Hypotese des Waffeneffekts gilt als
widerlegt.
Die dazu zitierte Themensammlung finde ich übrigens recht umfangreich und gut mit Quellen hinterlegt, weswegen ich quasi schon zweimal damit verlinkt habe.
Sehr interessant ist auch, dass das BKA erst auf Anfrage (danke Piraten!) endlich mal die
Bundeslagebilder von 2001-2010 rausgerückt hat.
Schön zu sehen ist, dass 2010 die Verbrechen mit Schusswaffen (v.a. illegale) stolze
0,2% aller Delikte ausmachen.
Im Jahre 2010 wurden 3.760 Fälle registriert, bei denen auf Personen oder Sachen geschossen wurde. Von diesen Delikten sind 42% z.B. Sachbeschädigung wie Schießen auf Verkehrsschilder und 25% (931 Fälle) waren schwere oder gefährliche Körperverletzung.
Bei Straftaten nach dem StGB waren 27 Fälle mit legalen Waffen dabei.
Laut BKA ist das Gefährdungspotential durch Waffenkriminalität als gering bewertet...
e:/
Was mir noch einfällt: Zum Waffenrecht gehören natürlich nicht nur Schusswaffen, sondern auch Messer usw.
Hier sind recht komische Regelungen am Werke, die recht undurchsichtig sind. Es sollte zwar klar sein, dass ein Butterfly oder Schlagring illegal ist, aber es kann auch schon mal dazu kommen, dass man als Frau
wegen einer Handtasche vor Gericht landet.
Zusätzlich ist es nicht mehr gestattet, ein
Einhandmesser als Gurtschneider im Auto griffbereit zu haben, da es ja spezielle Gurtschneider gibt und somit kein allgemein anerkannter Grund vorliegt. Wie auch immer.