Helios co. schrieb:
Sehr schön, jetzt nähern wir uns dem Ziel. Und was passiert wenn denn in einer angespannten sozialen Stimmung zugleich Waffen ins Spiel kommen? Siehe USA,[...]
In den USA ist die Kriminalitätsrate auch regional deutlich verschieden, das Justizsystem
ist Schrott und es gibt auch dort eine Tendenz zur verminderten Kriminalität.
Zu den "
amerikanischen Verhältnissen hast du noch nicht Stellung bezogen. In Anbetracht der hier ebenso tendenziell sinkenden Verbrechensraten ist das eh nur ein "was wäre wenn"- Spiel, das auch mehr auf gefühlter Panik als auf wirklichen Zahlen basiert.
Helios co. schrieb:
Und daher frage ich nochmals: Nenne mir bitte einen einzigen Fall in dem die legal bewaffneten Bürger einen Diktator zur Hölle gejagt haben oder eine fremde Armee aufhalten konnten!
Darum geht es überhaupt nicht. Es geht darum, dass ein diktatorisches System irrationalerweise die Menschen kontrollieren will, seine Macht festigen und die politischen Feinde wehrlos haben möchte. Dabei ist es total egal, obs was bringen würde oder nicht.
Helios co. schrieb:
Reaktionismus - hatten wir schon. Gegenfrage: Wie viele Leute haben vor der Verschärfung ihre Waffen im Kleiderschrank aufbewahrt, teilweise geladen? Ich persönlich kenne da einige. Ob es jetzt besser geworden ist? Theoretisch schon, wenn doch jeder Waffenbesitzer ein Gesetzestreuer Brüger ist - das ist doch eure Premisse oder nicht?
Reaktionismus auf extreme Einzeltaten = dumm. In den 90er Jahren gabs wesentlich weniger Amokläufe in Schulen, bzw. ich kenn nur einen einzigen,
wo ein Jugendlicher getötet hat.
Trotz den Verschärfungen und neuen Regelungen und
Generalverdacht aller Sportschützen
Und statistisch gesehen sind Sportschützen rechtstreuer, das ist Fakt.
Helios co. schrieb:
Ist das so? Hier wurde schon mehrmals gesagt, dass selbst Schreckschusspistolen eine Gefahr fürs Leben darstellen. [...Fußball und Eishockey als Beispiele...]. Und selbst dann musst du als potenzieller Mörder erst einmal versuchen den Puk wirlich an den Kopf deines Opfers zu bringen. Sollen wir an dieser Stelle wirklich weitermachen und die Schusswaffe relativieren?
Warum sollte ich wem nen Puck an den Schädel hauen, wenn ich den Schläger verwenden kann, um jmd. den Schädel einzuschlagen? Egal, aber ich hab eigentlich deutlich genug geschrieben, dass Waffen ein Gefahrenpotential haben und daher bekommt die eben nicht jeder. Warum sollte man da überdramatisieren? Die PKS usw. sagt jedenfalls aus, dass legale Waffen kein Problem sind für die Kriminalitätsrate.
Helios co. schrieb:
Jede Waffe hat eine Funktion: Ein Loch in das Ziel zu ballern. Die einen können es besser die anderen weniger gut. Und selbst wenn wir hier eine gerechtfertigte Unterscheidung zwischen "Sportwaffen" und den "restlichen legalen Waffen" vornehmen: Geht es hier im Thread und dem Waffenrecht wirklich um Sportwaffen im Legalbesitz? Wir reden hier doch um legale Waffen die leicht einen Menschen ins Jenseits schicken können oder etwa nicht? Warum also diese ständige Relativierung? Ehrlich gesagt verstehe ich das nicht: Wir reden hier über WAFFEN! Und damit sind Gegenstände gemeint, die per se nur einen einzigen Zweck haben. Was ist denn daran ständig zu relativieren? Ich weiss, man kann auch mit Messern töten, man kann auch mit einem Stein töten, aber der Unterschied müsste doch langsam offensichtlich sein[...]Man kann mit vielem töten, aber die Schusswaffe ist in erster Linie dafür gemacht und die Gesellschaft sieht das auch![...]"Die Leute haben eine unbegründete Angst vor Waffen". Unbgeründet ist aber die Angst vor Waffen nie! Sie ist natürlich und sie ist Teil der menschlichen Psyche.
Darum schreib ich ja auch "Waffen" und nicht "sonstige Sportgeräte". Aber wieso soll denn der Besitz von Schusswaffen verboten sein, der sich aus jahrhundertelanger Tradition ergeben hat, wo die Waffen sportlich genutzt werden?
Der Missbrauch dieser Waffen ist statistisch sowas von am Boden, kaum existent im Gegensatz zu vielen anderen und dennoch kreierst du eine Gefahr, die nicht da ist.
Ursprünglich war der Speer auch zum Töten gemacht, ebenso das Schwert, der Bogen, die Armbrust usw.
Wie stehst du zu diesen Sportarten?
Helios co. schrieb:
Aber soll die Alternative wirklich lauten, dass man keine Regelung der Lagerung braucht? Oder das man keine Kontrollen braucht? In Österreich gibt es Psychokontrollen in DE nicht. Warum nicht? Für mich ist das elementar! Man kann doch nicht einem Psycho eine legale Waffe in die Hand drücken nur weil man gklaubt, dass der Verein ihn unter Kontrolle hat.
Niemand drückt einem Psycho (definier bitte mal Psycho) ne geladene Waffe in die Hand. Hast du vor deinen Nachbarn Angst, den Leuten in deiner Umgebung oder warum sprichst du mündigen Bürgern alles ab, was einen sicheren Umgang mit Waffen anbelangt, wenn diese Interesse am Schießsport haben?
In Österreich ist das Waffenrecht beim Erwerb übrigens weit legaler. Geh mit 18 in den Laden, kauf 1kg* Schwarzpulver und ne Flinte (ohne Waffenbesitzkarte, weil glatter Lauf) oder ein Repetiergewehr und das wars.
Erlaubnispflichtig sind dort Kurzwaffen und halbautomatische Langwaffen, wenn man das mal so zusammenfassen kann.
Laut dem, was du schreibst, müssten die südlichen Nachbarn jetzt bei den nichtregistrierten Waffen (Flinten) eine Fülle von Missbräuchen haben.
Vllt kann ein Österreicher sich mal zu Wort melden, wie das mit der Überprüfung usw aussieht, bei welcher Kategorie die vorgenommen wird usw.
*Soweit ich das richtig in Erinnerung hab
Helios co. schrieb:
Ich habe doch auch gesagt, dass wir hier nicht über Sportwaffen reden sondern über legale Schusswaffen die wirklich problematisch sind: Kleinkaliber Waffen wie die allseits beliebte 9mm u.ä. Hatten wir aber auch schon.
[...]Aber was ist die Alternative um den Missbrauch zu begrenzen? Nichts tun? Yeah!
Zum einen: 9mm Pistole is Großkaliber, aber sowas von.
Zum anderen: Legale Schusswaffen werden für den Schießsport nunmal verwendet. Es gibt zwar auch hochgezüchtete Sportwaffen, aber ein Großteil wird mit Standard-Waffen geschossen, wobei du hierbei das Kriegswaffenkontrollgesetz beachten solltest: Keine Vollautomatischen Waffen ins Volk.
Wären die legalen erlaubnispflichtigen Waffen wirklich ein Problem, würde zumindest das BKA das so sehen, bzw. könnte man über ein anderes Gesetz nachdenken.
Aber weder sind legale Schusswaffen ein Problemfall, wie du suggerierst, noch könnte man durch eine Verschärfung was bewirken. Ein Totalverbot führt zwar zu keinen Missbräuchen legaler Waffen, aber bei Affekt- und oder Beziehungstaten spielt das keine Rolle.
Gegen Amokläufe und deren Nachahmer gibt es mMn ein viel besseres Mittel, wie ich aber schon sagte: Medial nicht glorifizieren! Nicht Schusswaffen als das ultimative Tatmittel hinstellen und nicht breit auslatschen.
Wie gesagt, das Modell Österreich bei Selbstmorden usw. hat schon bewiesen, dass es funktioniert. Im Übrigen sollte sich die Politik auch mal fragen, was genau die Täter dazu getrieben hat und nicht an Symptomen rumdoktern, die das Leid nur verlagern.