AW: Wo entsteht das Geld
Ich finde, dass Denkmodelle von Theoretikern, die schon mit unrealistischen Realitäts- und Verhaltensannahmen als Bestandsaufnahme beginnen, keine sinnvollen Zukunftsmodelle sein können. Wer schon nicht in der Lage ist die vorhandene Realität zu erkennen und in realistischen Verhaltensmustern/-beispielen abzubilden, dessen Zukunftsideen werden auch der Lebenswahrheit nicht gewachsen sein.
Wer nicht auf den kleinen aber feinen Unterschied von Zinsen (lineares Wachstum) zu Zinseszinsen (exponentielles Wachstum) achtet, der wird weiterhin die Fachbegriffe wild durcheinander würfeln und falsche Schlussfolgerungen ableiten. Im Bereich der Finanzwirtschaft/Ökonomie sollten Zahlenbeispiele kein Problem darstellen. Ein Chemiker z. Bsp. würde seine Thesen in einem reinen Textvortrag ohne Formeln wohl auch nur schwer darstellen können.
Ihr seid der Meinung, am besten man würden Zinsen bei der Geldausleihe abschaffen. Das der Zins neben dem Inflationsausgleich auch den Anteil Risikoprämie für teilweisen oder ganzen Rückzahlungsausfall, sowie die Komponente Konsumverzicht für die Dauer der Ausleihe beinhaltet, wird offensichtlich ausgeblendet/ignoriert.
Warum sollte der Kapitalhalter dann sein Geld zinslos ausleihen?
Du Andiac, hast vielleicht unter Nichtvorstellung der Annahme des möglichen Zahlungsausfalles einem Freund Dein Geld zinslos ausgeliehen (Prämie Freundschaftserhalt und gutes Sozialgewissen). Würdest Du das zukünftig auch an Fremde machen (Griechenland, Irland, Portugal, ALGII'ler) ?
Und wie verhältst Du Dich im Falle eines Zahlungsausfalles?
Wenn Niemand dem Staat (Staatsanleihen) oder den Firmen (Firmenanleihen) Geld leiht, wie finanziert sich dann der Staat und die Wirtschaft zukünftig? Eine sich aufdrängende logische Frage, wie ich finde (Thema: „über seine Verhältnisse leben“), die Ihr bislang gar nicht beantwortet.
Ohne Geldausleihe keine Güterproduktion!
Verfolgt man Eure geäußerten Thesen weiter, wäre es das Beste, man würde die bösen Kapitalhalter dazu zwingen, ihr Kapital zinslos an den Staat und die Wirtschaft zu geben, damit diese damit sinnvoll wirtschaften und verteilen können! Was ist das für ein Anti-Anreizsystem unternehmerisch tätig zu werden?
Ältere werden sich noch gut erinnern – der gesamte sozialistische Ostblock hatte dieses System und
sich selber, empirisch nachweisbar, abgewirtschaftet. Heute noch in Cuba und Nordkorea gut live mit zu erleben (ich empfehle Euch einen Bildungsurlaub dort). Auch in diesen Wirtschaftsystemen wurde/wird Kapital benötigt und zur Verfügung gestellt.
Wenn man das Geld den bösen Kapitalhaltern nicht zinslos entlocken oder zwangsrekrutieren will/kann, dann könnte man es sich notfalls eben selber machen (wie DDR & Co.), um nicht die bösen Kapitalhalter mit Zinsen weiter zu bevorteilen, womit wir bei der Frage des Threaderstellers wären „Wo entsteht das Geld?“.
Ich konnte Euren vielen einzelnen Wortbeiträgen hierzu ja bislang keine konkrete Antwort entnehmen und meine Nachfrage wurde ignoriert.
Aus dem nichts geschaffenes Geld, würde allerdings zwangsweise die Inflation viel stärker erhöhen, als bereits im Umlauf/zurückgehaltenes/geparktes Geld – keine erstrebenswerte Sache – oder? (der Unterschied ist, ob nur die Zinsen neu geschaffen werden oder das gesamte benötigte Kapital neu, diesmal aber ohne Zinsen).
Ach ich vergaß, Ihr habt uns ja „ein paar teilweise sehr große Probleme veranschaulicht“.
Wünsche noch einen schönen Tag!