Deutschland auf dem Weg zum Überwachungsstaat?

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Im Schalterbereich einer privaten Bank sind Videokameras installiert, wofür die meisten Menschen wohl Verständnis aufbringen werden, denke ich mal. Nun geschieht dort ein Mord, der von einer Kamera aufgezeichnet wird.

Was ist Deine Schlussfolgerung? Gehören die Kameras des privaten Unternehmens dort nicht hin, obwohl sie einen ganz offensichtlichen Zweck erfüllen? Oder darf der Staat trotz des Verbrechens nicht auf die Daten zugreifen? Ich meine, die Bank darf sehr wohl darüber entscheiden, ob sie Kameras in diesem sensiblen Bereich installiert. Sie dienen schließlich auch dem Schutz der eigenen Mitarbeiter - und das kann man wörtlich nehmen. Und aus Gründen der Verhältnismäßigkeit (meinetwegen Datenschutz versus Verbrechensbekämpfung) sollte sich die Polizei die für den Mord relevanten Video-Ausschnitte ansehen dürfen, finde ich.

Entscheidend ist dabei, dass die im Schalterbereich anfallenden Daten mit nichts und niemandem vernetzt werden. Es werden auch nicht alle Kunden (nachträglich) überwacht, etwa durch die Erstellung von Profilen. Die Daten werden zwar erhoben, aber nur im Notfall genutzt. Und dann ist die Nutzung meiner Meinung nach auch mehr als berechtigt.
 
Also ich persönlich hätte nichts gegen britische Verhältnisse, was die Videoüberwachung großer Städte angeht. Noch vor ein paar Jahren hätte ich nicht so gedacht. Aber ich wohne jetzt seit 3 Jahren in Berlin Wedding und ich muss sagen da gibt es so einige Ecken, in denen ich gerne bereit wäre ein Stück persönliche Freiheit aufzugeben und mich einfach sicherer zu fühlen.
 
@stokes83
Dir nützt es aber dann auch nix, wenn Du krankenhausreif oder gar schlimmer bist. Sicherheit fühlen und Sicherheit bekommen sind 2 paar Schuhe. Vorallem wenn man die Geschwindigkeit unserer Polizei und die Hilfsbereitschaft der Menschen so kennt. ^^

Kurz und gut. Verhindern können Kameras fast nichts, aber bei der Aufklärung im Nachhinein durchaus helfen.
Bleibt die Entscheidung der Verhältnismäßigkeit und wie kompromissbereit man ist.
 
Adam_Smith schrieb:
Ist da in dem Bericht nicht die Rede von Unternehmen? Was hat das mit dem Staat zu tun?

Der Staat sanktioniert sogar derartige Missstände so fern gegen Datenschutzrichtlinien und Persönlichkeitsrechte verstoßen wurde...

Denk doch mal selbst etwas nach anstatt nur zu lesen? Jeder intelligente Mensch sollte an dem Beispiel merken dass keine Sau den "Kontrolleur" kontrollieren kann. Das hat doch damals schon der aufgeflogene Fall in China gezeigt wo die sich an einem wild küssenden Paar aufgegeilt haben wie 10 Jährige Kinder. Was glaubst du wohl wie hoch die Schwarzzahl bei sowas ist?
Hast du dir den Artikel überhaupt komplett durchgelesen?
 
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Relict schrieb:
@stokes83
wenn man die Geschwindigkeit unserer Polizei und die Hilfsbereitschaft der Menschen so kennt. ^^

Die Hilfsbereitschaft der Menschen mag unterschiedlich ausgeprägt sein, pauschalisieren würde ich das aber nicht.
Was die Polizei angeht, da siehts schon anders aus, denn wer nur ansatzweise weiß wie deren Arbeit aussieht der weiß auch das die so schnell da sind wie es nur eben geht.
Mehr als arbeiten können eben auch Polizisten nicht und zu tun haben die weiß Gott genug, um nicht zu sagen sind permanent überlastet.

Verhindern können Kameras fast nichts, aber bei der Aufklärung im Nachhinein durchaus helfen.

Vielleicht wirken sie aber doch auf den Einen oder Anderen abschreckend.
 
@Relict
Die Aufklärungsrate wäre trotzdem definitv größer, sprich es werden mehr Gewaltverbrecher verknackt und das dürfte sich auch rumsprechen und abschreckend wirken. Ich würde mich auf jeden Fall sehr viel sicherer fühlen. Und wie man sich gleich in seiner persönlichen Freiheit verletzt fühlen kann blos weil öffentliche Plätze/Straßen per Video überwacht werden ist mir sowieso schleierhaft. In der Ubahn stört es doch auch keinen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also bitte Relict ... wie soll man denn so diskutieren? Ein bisschen weniger plakative Aussagen und ein bisschen mehr Weitsicht wäre durchaus angemessen.
Argumente wie eine höheres Maß an Überwachung und eine daraus resultierende höhere Aufklärungsquote präventiv gegen Kriminalität wirken kann gab es doch schon zuhauf. Statt immer wieder die selben Phrasen zu dreschen wäre es doch mal interessant auf diese Argumente einzugehen ...

@Muscular Beaver

Denk doch mal selbst etwas nach anstatt nur zu lesen? Jeder intelligente Mensch sollte an dem Beispiel merken dass keine Sau den "Kontrolleur" kontrollieren kann.

Hääää?
Die Telekom fungierte nicht als Kontrolleur ...
Die Kontrolle für staatliche Ermittlungsorgane sind die Gerichte welche dem Gesetz verpflichtet und von sämtlichen anderen Institutionen unabhängig sind.

Deutschland ist nicht China. Vergleiche verbieten sind von vorn herein.
 
Adam_Smith schrieb:
Hääää?
Die Telekom fungierte nicht als Kontrolleur ...
Die Kontrolle für staatliche Ermittlungsorgane sind die Gerichte welche dem Gesetz verpflichtet und von sämtlichen anderen Institutionen unabhängig sind.

Deutschland ist nicht China. Vergleiche verbieten sind von vorn herein.

"Kontrolleur". Mir ist kein besseres Wort eingefallen. Du weisst genau was ich damit meine. Der der vor der Kamera sitzt, der Zugriff zu den Daten hat, usw usw. Lies dir den Artikel doch mal durch... wozu hab ich den denn gepostet? wtf...
Deutschland ist nicht China, das stimmt, aber auch in China sind es Menschen wie hier die ihre Neugier befriedigen wollen. Manche missbrauchen nunmal sowas, und da ist es scheiss egal ob in China, Deutschland, Uganda oder sonstwo. Wenn sie dann dafür auch noch Geld bekommen um mal ein paar Daten durchsickern zu lassen, oder sonstwelche Vorteile, dadurch bekommen, ist das nur umso reizender.
 
Zuletzt bearbeitet:
@OMaOle
Das unsere Polizei unterbesetzt und knapp gehalten wird und folglich nicht überall sofort sein kann oder per Streife alles flächendeckend abdeckt, habe ich ja nicht bestritten.
Ich habe nur die aktuellen Folgen aufgezeigt, die nun mal Tatsache sind.

@stokes83
Abschreckung hat noch nie was verhindert. Außerdem kenne ichs aus Erfahrung. In meiner Stadt sind auch Überfalle nicht unbekannt.
Da werden bspw. früh um 6:00 einzelne Fußgänger zur Arbeit überfallen, zusammengeschlagen und ausgeraubt, egal ob Mann oder Frau. Mitunter aus einem Auto raus. Oder sie werden in einen Hauseingang hereingezogen. Mafiöse Zustände halt.

Achso wenn überall Kameras wären kann man ein Bewegungsprofil von jedem erstellen, das würde mich sehr stören. Ich möchte auch mal annähernd unbeobachtet sein und nicht ständig sicher aufgezeichnet. Ohne Ausweg.

@Adam_Smith
Mehr Weitsicht wäre zuerst mal die Polizei personen- und budgetmäßgig aufstocken, dann sich um weiteren "Firlefanz" wie Kameras an jeder Ecke kümmern.
Da wäre mehr geholfen. Eins nach dem anderen. Die bisherigen Ermittlungsmethoden sind jahrelang bewährt, gut und zielführend. Nur zu dumm, wenn sie aus angesprochenen Gründen nicht ausreichend umsetzbar sind.
Da hilft dann erstrecht auch kein Kamerawahn mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei ist die Installation von Kameras an Kriminalitätsschwerpunkten doch ein sehr guter Weg um die Kosten bei den Ermittlungs- und Sicherheitsorganen zu senken. Um einen einzelnen Platz permanent zu überwachen benötigst du zwei Beamte die im 4 Schicht Verfahren arbeiten. Macht mindestens 8 Beamte (eher 9-10, da man Urlaubs- und Krankheitszeiten mit einbeziehen muss). Mit Nacht- und Schichtzulage kommst du pro Beamten schnell auf Kosten von 70.000 €/Jahr

Macht also mehr als 600.000€ pro Jahr für die Überwachung eines einzigen Ortes.

Nun installierst du eine Kamera, vernetzt diese mit einer Zentrale, liegst vielleicht bei 100.000€ an einmaligen Kosten und hast eine 24/7 Überwachung dieses Ortes.

Sollte es an diesem Ort zu einer Straftat kommen, so kann ein Beamter die Bänder sichten und auf Basis der Daten eine Ermittlung einleiten.

Mit einem Bruchteil der Kosten und des Personalaufwandes hast du also einen Nutzen der weiterhin recht hoch bleibt.

Relict schrieb:
Da wäre mehr geholfen. Eins nach dem anderen. Die bisherigen Ermittlungsmethoden sind jahrelang bewährt, gut und zielführend. Nur zu dumm, wenn sie aus angesprochenen Gründen nicht ausreichend umsetzbar sind.
Da hilft dann erstrecht auch kein Kamerawahn mehr.

Das ist Unsinn. Steigende Kriminalitätsraten haben weitaus mehr Gründe als eine Rationalisierung bei der Polizei. Da spielen weitaus mehr Faktoren zusammen!

Was sind denn deiner Meinung nach die Methoden die Kameraüberwachungen früher ersetzt haben? Und die bisherigen Ermittlungsmethoden? Welche wären das?

Jemand in dunklen Klamotten sticht dir in einer Seitengasse in den Rücken und verschwindet mit der Tatwaffe und deinem Geld. Würde mich interessieren welche Ermittlungsmethoden man denn damals eingesetzt hat für die heute kein Personal mehr da ist ...

Relict schrieb:
Abschreckung hat noch nie was verhindert.

Hast du Belege für diese Aussage?
Ich trete mal einfach den Gegenbeweis an.
http://steiermark.orf.at/stories/278369/
reicht ja eigentlich ein Beweis um diese Aussage auszuhebeln.
 
Zuletzt bearbeitet:
Adam_Smith schrieb:
Das ist Unsinn. Steigende Kriminalitätsraten haben weitaus mehr Gründe als eine Rationalisierung bei der Polizei. Da spielen weitaus mehr Faktoren zusammen!
Aber die Kameraüberwachung löst sie leider nicht automatisch und verhindert sie schon garnicht!
Es ist Käse, dass sich ein professioneller Krimineller, wie es in mafiösen Strukturen üblich ist, von Kameras abschrecken lässt. Nein, der stellt sich drauf ein.
Vielleicht nen Kiddy oder nen Anfänger kann man damit noch verschrecken. Aber die sind gerade nicht des Übels größtes.

Adam_Smith schrieb:
Mit einem Bruchteil der Kosten und des Personalaufwandes hast du also einen Nutzen der weiterhin recht hoch bleibt.
Dreht sich eigentlich alles nur noch um Kosten, Sicherheit nur eine Frage der Kosten?
Der Preis ist jedenfalls sehr hoch, genauso wie das Risiko des Missbrauchs.
Sollen die Verantwortlichen ihren A... mal drehen und zeigen wozu sie bezahlt werden, entspechende Mittel bereitstellen, statt einzusparen und zu kürzen.
SO einfach - nur über "Masse" gehen - kann man sichs nicht machen.

Adam_Smith schrieb:
Was sind denn deiner Meinung nach die Methoden die Kameraüberwachungen früher ersetzt haben? Und die bisherigen Ermittlungsmethoden? Welche wären das?
Jemand in dunklen Klamotten sticht dir in einer Seitengasse in den Rücken und verschwindet mit der Tatwaffe und deinem Geld.
Wie wärs mit ganz herkömmlicher (wohl inzwischen out?) kriminalpolizeilicher Ermittlungsarbeit und Spurensuche?
Davon abgesehen habe ich persönlich wie gesagt auch von einer Kamera-Totalüberwachung und späteren Aufklärung nichts mehr, wenn ich abgestochen wurde. Dann bin ich tot.
Nichts hats verhindert. Weil keiner rechtzeitig kam.

Präventiv besser Wachschutz und Streife verstärken. Manchen Städte bieten auch an Haltestellen "Taxi-Service" zu später Stunde.
Alles eine Frage des Willens und der Organisation.
Ich habe nichts gegen Kameras an Parkplätzen, in Verkehrsmitteln und an sehr stark frequentierten Plätzen wie Flughäfen und Bahnhöfen.
Aber nicht pauschal an jeder Kreuzung und Seitenstrasse, nicht flächendeckend und nicht zentral, Verfolgungswahn. So extrovertiert bin ich dann doch nicht.


Zu Deinem Link:
Weniger Alkounfälle durch mehr Kontrollen

WAS beweist der? Das mehr Kontrollen notwendig sind. Habe ich dem widersprochen?
Ja Kontrollen von Menschen/ Polizisten. Kameras sind bislang noch nicht soweit. ^^ Daher nix Abschreckung!


Hier noch ein Blog zum Thema:
Videoüberwachung am Beispiel Londons
 
Zuletzt bearbeitet:
Langsam wird es müßig ...

Du sagtest:

Relict schrieb:
Abschreckung hat noch nie was verhindert.

Nun auf einmal:

Relict schrieb:
WAS beweist der? Das mehr Kontrollen notwendig sind. Habe ich dem widersprochen?
Ja Kontrollen von Menschen/ Polizisten. Kameras sind bislang noch nicht soweit. ^^ Daher nix Abschreckung!

Ich führte die Quelle um deine Aussage, welche schlichtweg falsch ist, zu widerlegen. Abschreckung kann eben doch Kriminelle Handlungen verhindern. Das ist ein Faktum. Wenn die Aufklärungsquote hoch und die Strafen hart sind, dann steigt die Hemmschwelle für eine Straftat massiv. Ganz einfache, logische Schlussfolgerung, die durch den von mir angebrachten Link belegt wird.

Nun geht es einzig und allein um die Frage, ob ich durch Kameras an sinnvollen Orten die Aufklärungsqoute erhöhen kann oder eben nicht.
Dazu können wir nun einen Schritt weiter gehen:

Relict schrieb:
Wie wärs mit ganz herkömmlicher (wohl inzwischen out?) kriminalpolizeilicher Ermittlungsarbeit und Spurensuche?

So manches Mal gibt es eben keine Spuren die einen Rückschluss auf den Zeugen zulassen. Nehmen wir z.B. den Fall von prügelnden Jugendlichen in U-Bahnen. Keine Zeugen (außer dem Opfer welches in zweifelsfall nach der Tat komatös oder gar tot ist) und kaum verwertbare Spuren (DNS und Fingerabdrücke nutzen nur etwas wenn die Täter bereits wegen einer vorhergehenden Straftat erkennungsdienstlich behandelt wurden).
Die Täter sind also nur schwer, vielleicht sogar gar nicht zu ermitteln.

Eine Abschreckung ist damit dann auch nicht gegeben und die Täter wiederholen vllt. sogar irgendwann dieses Tatmuster, da sie ja vorher auch nicht erwischt wurden.

Nun kommt die Videoüberwachung ins Spiel. Nach den Tätern kann mit Hilfe der Bilder öffentlich gefahndet werden und mit Glück melden sich Menschen die die Täter erkennen. Nun können die übrigen Spuren (Fingerabdrücke und DNS) mit den Tätern abgeglichen werden.

Auf einmal ist die Abschreckung da und die Täter werden sich es (wenn sie dann irgendwann aus dem Knast kommen) im Idealfall doppelt überlegen bevor sie nochmals ein derartiges Verbrechen begehen.

Durch die öffentliche Darstellung des schnellen Ermittlungserfolgs wird natürlich zudem die Hemmschwelle allen Menschen herauf gesetzt.

Alternativ könnte man natürlich:

Relict schrieb:
Präventiv besser Wachschutz und Streife verstärken.

Ich rechnete bereits vor, was die durchgehende Überwachung eines einzigen Ortes im Jahr kosten kann. Es geht, auch bei der Sicherheit, eben doch ums Geld, denn wir alle müssen für die Kosten aufkommen.
Ich kann dich mittlerweile gut genug einschätzen um mir folgende Einschätzung zu erlauben:

Wenn die Steuern massiv erhöht werden und an jeder Ecke ein Polizist steht, dann bist du der erste der laut aufschreit.

Also muss man einen Mittelweg finden um den unterschiedlichen Interessen der Bürger möglichst gut gerecht werden zu können.

Relict schrieb:
Hier noch ein Blog zum Thema:
Videoüberwachung am Beispiel Londons

Danke für den Link, steht dort doch:

Das „City Outskirts“-System beobachtete 68% des Zielgebietes, das ein Wohngebiet, ein Krankenhaus und ein Industriegebiet umfasst. Die Rate der Diebstähle sank um 42% und die der Autodiebstähle um 55%. Das unter dem Namen „Operation Hawkeye“ (s.o.) eingeführte System, das Parkplätze überwacht drückte die Autodiebstahlrate um 73%. Interessant ist jedoch, dass die insgesamt 646 Kameras 95-100% der Parkplätze abdeckten und trotzdem noch Autos geklaut wurden.

Eine massive Senkung der Kriminalität die da an den genannten Orten zu verzeichnen ist. Niemand erwartet, dass die Kriminalitätsrate durch eine Kameraüberwachung auf Null gedrückt wird. Das behauptet auch keiner. Doch eine signifikante Verringerung der Straftaten ist nun einmal ein Erfolg, egal wie man es dreht und wendet.

Ob man deswegen nun eine komplette Stadt mit Kameras versehen muss, steht auf einem anderen Blatt. Auch ich bin sehr für Augenmaß bei der Installation von Kameras zur Überwachung. Doch ich sehe auch, dass dieses Augenmaß in Deutschland in jeder Stadt die ich kenne vorhanden ist.

Ich frage mich also worüber du dich aufregst, wenn du doch selbst sagst:

Relict schrieb:
Ich habe nichts gegen Kameras an Parkplätzen, in Verkehrsmitteln und an sehr stark frequentierten Plätzen wie Flughäfen und Bahnhöfen.
Aber nicht pauschal an jeder Kreuzung und Seitenstrasse, nicht flächendeckend und nicht zentral, Verfolgungswahn. So extrovertiert bin ich dann doch nicht.

Ich wäre froh, wenn du mit deiner Argumentation diesem Grundsatz auch gerecht werden würdest und nicht mit plakativen Aussagen die der Eingangs zitierten die ganze Diskussion müssig und schwer gängig machen würdest.
 
Mit Dir allerdings auch.
Adam_Smith schrieb:
Abschreckung kann eben doch Kriminelle Handlungen verhindern.
Kann, muss aber nicht. Sieht man auch gut beim Thema Todesstrafe. Andersherum sinkt die Hemmschwelle bei Personen, die nichts mehr zu verlieren haben.

Aber meine Aussage bezog sich garnicht auf härtere Gesetze oder personelle Kontrollen, sondern auf den Kontext Kameraüberwachung, Datenüberwachung, also auf Automatisierung und Datensammlung.
Du versuchst wiedermal in Deiner bekannten Art und Weise anhand herausgerissenener und künstlich hochgepuschter Teilsätze den ganzen Post ins Lächerliche und dümmliche zu ziehen, in (D)eine andere Richtung zu lenken, bewusst oder unbewusst lass ich da offen.
Ich kann Dich nämlich inzwischen auch ganz gut einschätzen.

Es werden trotz installierter Kamera immernoch Bankautomaten sogar gleich aus der Wand rausgerissen und nachwievor manipuliert. Man muß schon sehr naiv sein, sich da offen abfilmen zu lassen.
Wen man womöglich verstärkter abschreckt sind folglich Kleinkriminelle, Ladendiebe, Autoklauer-Anfänger, Sachbeschädiger usw. In der Regel Ersttäter.
Ja klingt oberflächlich betrachtet erstmal gut, aber wir geben damit auch sehr viel auf. Vorallem das ganze Volk steht wieder mal unter Generalverdacht.

Ausserdem haben wir schon länger Kameras in Verkehrsmitteln und auch teilweise in Ladengeschäften, Öffentlichen Einrichtungen und Parkplätzen.
Aber nicht flächendeckend und schon garnicht zentral. Auch warnt ein gestzl. vorgeschriebenenes Hinweisschild vor Kameraüberwachung.
Wäre es flächendeckend, hätte man garkeine Möglichkeit mehr, sich dem zu entziehen. Das ist für mich nichts anders als ein Eingriff in meine Grundrechte.

Adam_Smith schrieb:
Auf einmal ist die Abschreckung da und die Täter werden sich es (wenn sie dann irgendwann aus dem Knast kommen) im Idealfall doppelt überlegen bevor sie nochmals ein derartiges Verbrechen begehen.
Ja klar, da kommen sie ja gerade bei uns erst gar nicht so schnell rein, aber dafür recht schnell wieder raus, vorallem die Kleinkriminellen. Der Rest hat Ausgang. ^^
Die meisten holt ihr altes Umfeld wieder ein und sie werden rückfällig. Das hat ganz andere Ursachen, als fehlende Kameras.

An die Hintermänner kommt man kaum. Da helfen auch keine Kameras. Die organisierte Kriminalität wird sich darauf einstellen Aktion <-> Reaktion. Tut sie ja jetzt schon, wo Kameras installiert sind.
Freiwilliges oder unfreiwilliges "Kanonenfutter" findet sich zudem immer.
Adam_Smith schrieb:
Ob man deswegen nun eine komplette Stadt mit Kameras versehen muss, steht auf einem anderen Blatt.
Ja, aber genau über dieses Blatt sprach ich nunmal. Mir ging es mir hier im Thread um einige Stimmen der flächendeckenden Überwachung, pro und kontra.
Im Link wurden doch nun jede Menge Pro- und Kontraargumente für die Kameraüberwachung gebracht. Auch Risiken und Nebenwirkungen.

Und na klar würde es mir auch nicht passen, wenn hinter jedem Bürger ein IM oder Polizist stehen würde. Da habe ich ja bereits meine Erfahrungen. Man überlegt sich jedes Wort, traut keinem und kommt sich vor wie auf dem Präsentierteller.

Genauso würde es mir nicht passen, wenn mein PC still und heimlich durchforstet würde. Mir passt auch nicht das aktuelle Telemediengesetz.
Vieles geht mir nunmal zuweit und widerspricht meiner Auffassung.

Doch wie auch immer. Fakt ist, die Polizei ist nunmal unterbesetzt. Dieser Zustand sollte zuerst mal abgeschafft werden, bevor man über weitergehende Möglichkeiten nachdenkt.
Ist es denn normal, dass die Polizei in manchen Stadtgebieten mangels Kapazitäten schon Einsatzprioritäten je nach Dringlichkeit und Schwere setzen muß?

Wir machen doch immer wieder - nicht nur in diesem Gebiet - die gleichen Fehler:. Schauen zu unseren Nachbarn, picken uns einzelne Sachen heraus und fügen sie unausgegoren unserem System hinzu.

Kameraüberwachung/ Datensammlungen/ Datenverknüpfungen. Das alles ist politischer und auf einem Auge blinder Aktionismus, um Scheinsicherheit zu suggerieren.
Die Gewaltbereitschaft und Skrupellosigkeit hat trotz neuartiger Möglichkeiten und Ermittlungsmethoden kontinuierlich zugenommen.


PS:
Ich will einfach kein London II und auch kein "1980". Wer das verherrlicht, kann ja dort hinziehen. China wär auch ne Adresse.
 
@ relict

Videoüberwachend an belebten öffentlichen Plätzen und in U - Bahn Stationen wirkt abschreckend. Der von dir gepostete Link bestätigt einen deutlichen Rückgang der Kriminalität an diesen Orten (London).

Deiner restlichen Argumentation kann ich irgendwie nicht folgen.

Ich möchte weder von nem Kleinkiminellen, noch von einem aus der "Organisierten Kriminalität" überfallen werden. Gegen beides kann eine solche Überwachung schützen.

Ich denke ürigens, dass man trotz Videoüberwachung die Ursachen von (organisierter) Kriminalität bekämpfen sollte. Du versuchst aus den beiden Positionen (künstlich) einen Wiederspruch herzustellen.
 
@Relict:

Das Thema lautet "Deutschland auf dem Weg zum Überwachungsstaat?".
Wir sprechen hier also nicht von irgendwelchen anderen Europäischen Nationen oder gar von fiktiven Szenarien die das Resultat bloßer Vermutungen sind. Denn Verweise darauf können bestenfalls als Argument dienen.

Es ist aber nun mal so, dass Kameraüberwachung in Deutschland eben vornehmlich an den stellen statt findet an denen selbst du es für sinnvoll hältst. Von konkreten Plänen zur Umsetzung einer flächendeckenden Kamera Überwachung in Deutschland habe ich noch nichts gehört. Ich meine hier mehr als nur die Hirngespinste irgendwelcher einzelner Politiker (denn diese Repräsentieren nicht "den Staat" sondern sind bestenfalls ein Teil dessen).

Also welche Zustände in Deutschland prangerst du, im Bezug auf die Kamera Überwachung, konkret an?

Relict schrieb:
Ich habe nichts gegen Kameras an Parkplätzen, in Verkehrsmitteln und an sehr stark frequentierten Plätzen wie Flughäfen und Bahnhöfen.

Denn genau das ist doch heut zu Tage in Deutschland der Status Quo.

Du wirfst mir folgendes vor:

Relict schrieb:
Du versuchst wiedermal in Deiner bekannten Art und Weise anhand herausgerissenener und künstlich hochgepuschter Teilsätze den ganzen Post ins Lächerliche und dümmliche zu ziehen

Und widersprichst dir selbst immer wieder durch Aussagen wie die welche ich weiter oben zitierte und dieser:

Relict schrieb:
Kameraüberwachung/ Datensammlungen/ Datenverknüpfungen. Das alles ist politischer und auf einem Auge blinder Aktionismus, um Scheinsicherheit zu suggerieren.

Was denn nun?! Ist Kameraüberwachung blinder Aktionismus, oder macht sie etwa doch Sinn?

Relict schrieb:
Aber meine Aussage bezog sich garnicht auf härtere Gesetze oder personelle Kontrollen, sondern auf den Kontext Kameraüberwachung, Datenüberwachung, also auf Automatisierung und Datensammlung.

Was soll denn das bedeuten?

Wenn der Ermittlungserfolg durch "klassische Polizeiarbeit" herbei geführt wurde, dann ist er also geeignet Abschreckend zu wirken.

Wenn er allerdings mit Hilfe der Auswertung der Daten einer Videokamera herbei geführt wurde, dann ist dieser Erfolg nicht geeignet abschreckend zu wirken?!

Langsam finde ich das ganze mehr als lächerlich!

Kameraüberwachung, Vorratsdatenspeicherung, ... sind alles Methoden die dem einen einzigen Zweck dienen: Die Polizisten sollen mehr Möglichkeiten bekommen um nach einer Gesetzesüberschreitung den Täter zu ermitteln und ihm die Tat nachzuweisen.

Die Abschreckung kommt durch den Ermittlungserfolg zu Stande.
 
@DugDanger
Ich versuche keine Widerspruch herzustellen, sondern beziehe mich auf die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes von Kameraüberwachung.
In London ging zwar die (Klein-) Kriminalität zurück, aber mit welchen Kanonen? 1000e Kameras, überall. Die Terroristen hatte es trotzallem nicht abgeschreckt und auch nichts vereitelt/ verhindert.

@Adam_Smith
Wir haben auf den letzen Seiten speziell über Kameraüberwachung diskutiert, vielleicht reden wir ja aneinander vorbei?
Ich prange diesbezüglich noch gar keine Zustände an, ich warne davor, falls einige Vorhaben umgesetzt werden sollten.
Und es hat leider zugenommen. Der Einzelhandel rüstet ja auch diesbezüglich verstärkt auf. Ich halte es nur noch für eine Frage der Zeit, oder bis was passiert und dann haben wir den "Spass" auch hier, unwiderruflich.

Adam_Smith schrieb:
Wenn der Ermittlungserfolg durch "klassische Polizeiarbeit" herbei geführt wurde, dann ist er also geeignet Abschreckend zu wirken.
Wenn er allerdings mit Hilfe der Auswertung der Daten einer Videokamera herbei geführt wurde, dann ist dieser Erfolg nicht geeignet abschreckend zu wirken?!

Wenn Polizei und Wachschutz live vor Ort oder im kurzem Umkreis sind, wirkt sich das direkt sofort abschreckend und direkt auch helfend aus.
Kameras leisten dies nicht. Siehe London. Bei paar kleinen Fischen kann das klappen, aber nicht bei größeren, schon garnicht wenn sie nichts zu verlieren haben. Doch sie werden sich spätestens das nächste mal entsprechend darauf einstellen.

Währenddessen würden dann auch hierzulande alle Bürger auf Schritt und Tritt verfolgt, aufgezeichnet, ausgewertet und zentral gesammelt. Was wiederum Begehrlichkeiten weckt. Was vorhanden ist, wird auch genutzt!

So, und um meinetwegen wieder etwas zum generellen Thema zurück zu kommen, auch Datensammlungen und Datenverknüpfung birgen die gleichen Risken, wie Kameraüberwachung. Sie sind nur subtiler.
Adam_Smith schrieb:
Langsam finde ich das ganze mehr als lächerlich!
Kameraüberwachung, Vorratsdatenspeicherung, ... sind alles Methoden die dem einen einzigen Zweck dienen: Die Polizisten sollen mehr Möglichkeiten bekommen um nach einer Gesetzesüberschreitung den Täter zu ermitteln und ihm die Tat nachzuweisen.
Wenn Du die kontinuierliche Aufweichung von Grundrechten lächerlich findest und die Kompetenzausweitung diverser staatlicher Organe darüber stellst, nungut.
 
Zuletzt bearbeitet:
den[N]is schrieb:
http://www.tagesschau.de/inland/melderegister2.html

Ich frage mich im Ernst ob wir irgendwas aus unserer Vergangenheit gelernt haben. :(

Wie man an diesem Thread gut sieht gibt es immer noch Leute die fanatisch mehr Kontrolle verteidigen, deswegen kann man das mit einem klarem Nein beantworten.

Erst letztens hat ein hohes Tier aus Russland (Ex-Soviet) gesagt dass Europa im Moment auf eine Art Sovietunion zusteuert. Er hat sogar appeliert dass sie aus der Vergangenheit der Sovietunion lernen sollten und nicht den gleichen Fehler machen sollen.

Das wird noch was... normalerweise lernt man wirklich aus Geschichte, dafür ist sie da. Aber so manche Leute sind einfach zu ignorant.
 
Oh den Schuh des Fanatismus lasse ich mir aber nicht aufdrücken.

Aber vielleicht könntet ihr ja beschreiben was gegen ein zentrales Melderegister spricht?

Und vor allem in wie fern uns die Vergangenheit zeigen soll, dass ein zentrales Melderegister etwas schlechtes sei.

All dies wird nämlich in den paar halbgaren Sätzen die beigetragen wurden nicht so ganz klar.

/edit:

Die Tatsache, dass es in Deutschland durchaus möglich ist Sozialleistungen doppelt abzukassieren indem man sich einfach in zwei Städten meldet ist übrigens nur ein Beispiel welches sich als Argument für eine Zentralisierung des Melderegisters nutzen lässt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vor allem auch vor dem Hintergrund der erst vor kurzer Zeit durch die Presse schwirrenden Meldung:
http://www.tecchannel.de/sicherheit/news/1763706/

Die Politik scheint sich wie die Menscheit im Zeitalter der Industrialisierung nicht an Gesetzmäßigkeiten erinnern zu können/wollen.
Damals hat man sichere, "unsinkbare" Schiffe versprochen und jetzt verspricht man uns bombensichere Zentralregister, die gleichzeitig noch zur Verbrechensbekämpfung beitragen sollen. Große Gebilde (Jumbo- Jets, Öltanker) hinterlassen bei einer Katastrophe auch immer ein Höchstmass an Zerstörung und Tod.

Der GAU wird eintreten. Das ist seit jeher IMMER mit großen, politischen Molochs passiert. Das ist das einzige, was wirklich sicher ist. Irgendwann wird die Überwachungstechnik und die Vernetzung von Datenbanken flächendeckend GEGEN das Volk eingesetzt.
Gerade das Thema natürliche Ressourcen (ist ja wieder aktuell), hat in der Vergangenheit auch schon friedlichste Völker dazu bewegt, kriegerische Handlungen zu vollziehen, in denen bekannte, unangenehme Zeitgenossen gleich noch miteleminiert wurden.

Bis jetzt ist noch jede Institution/Behörde/staatliche Einrichtung in angeblichen Krisenzeiten zu Kriegszwecken gegen das eigene Volk verwandt worden.

Wehe uns, wenn uns die Politik noch weiter korrumpiert und einlullt. Irgendwann ist es dann nämlich zu spät, auf sein Recht auf Individualität, freie Meinungsäußerung und Entfaltung zu pochen, wenn man als gut vernetzter Systemgegner automatisiert erkannt, ausgesondert und verfolgt wird.

Die Entwicklung ist ein Segen in Friedenszeiten, in denen demokratische Parteien das Sagen haben, aber ein großer Fluch, wenn die Falschen an die Macht kommen.
Wie schnell das gehen kann, hat man ja schon mehrfach in der Vergangenheit gesehen.
Deshalb würde ich dieses Risiko nicht freiwillig eingehen wollen.
 
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