Bundestagswahl 2009

Was werdet ihr wählen

  • CDU/CSU

    Stimmen: 114 11,0%
  • SPD

    Stimmen: 98 9,5%
  • FDP

    Stimmen: 200 19,3%
  • Bündnis '90/Die Grünen

    Stimmen: 98 9,5%
  • Die Linke

    Stimmen: 114 11,0%
  • NPD

    Stimmen: 53 5,1%
  • andere

    Stimmen: 225 21,7%
  • Ich gehe nicht zur Wahl.

    Stimmen: 85 8,2%
  • Ich wähle absichtlich ungültig.

    Stimmen: 50 4,8%

  • Umfrageteilnehmer
    1.037
  • Umfrage geschlossen .
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
dominion1 schrieb:
...
Man muss wegkommen von der Vorstellung, dass irgendein stinkreicher "Bonze" den ganzen Tag in seiner Villa sitzt und sein Geld zählt, während er seine Mitarbeiter gnadenlos ausbeutet. Das ist schlichtweg nicht so.
...

Kann es sein das Deine Glaskugel ein wenig angelaufen ist? ;)

Verzeihung, aber wenn Du solche Sätze hier heraus haust, möchte ich Dich schon gerne fragen, ob Du überhaupt weißt, über welche ("stinkreichen") Leute Du hier sprichst. Bist Du Dir sicher, daß Du - wenigstens einigermaßen - die Besitz- und Machtstrukturen in diesem Land, in diesem "Deutschland" kennst?
Es ist nicht irgendein Stinkreicher, es sind einige Stinkreiche die mitsamt ihren Familien (ob Blutlinie, angeheiratet oder zugekauft ...) die Geschicke dieses Landes lenken. Nein - wahrscheinlich sitzen sie mitnichten Tag täglich in ihren Villen und zählen ihr Geld - eher sitzen sie in Schlössern und lassen zählen. Ihre Geschwister, ihre Kinder tummeln sich in den Vorständen ihrer zahllosen Unternehmen. Und ihre Macht und ihre Privilegien sichern sie, indem ihre Nichten und Neffen, ihre Schwäger und Kinder in der eigens für sie und ihresgleichen gegründeten Partei, der CDU/CSU, Land- und Bundestag überschwemmen.

Zu Deinem Bäcker-Beispiel: Es müssen nur die Bäcker teurer verkaufen, die nicht genügend Gewinn erzielen, um die höheren Lohnkosten zufriedenstellend zu stemmen. Die anderen haben lediglich ein Luxusproblem ...

Viele Grüße
 
Stefan_Sch schrieb:
Der "Markt" bestimmt schon lange nicht mehr, ob die Millionen für einen Banker legitim sind, dann bestimmt der Aufsichtsrat und der Banker selbst.

Aha. Der Banker bietet seine Leistung also nicht am Markt an, die Bank fragt also nicht nach Bankern nach? Wenn sich der Banker bei einer Bank vorstellt und eine Gehaltsforderung von 3.000.000 € p.a. angibt und der Aufsichtsrat der Ansicht ist, dass er ein solches Gehalt wert sein soll, hat das nichts mit dem marktwirtschaftlichen Prinzip von Angebot und Nachfrage zu tun?
Wenn andersherum die Bank 50.000 € p.a. bietet und der von der Bank bevorzugte Banker nicht akzeptiert, weil er meint, anderweitig mehr verdienen zu können - die Bank also mehr anbieten muss, um ihre Nachfrage (genau dieser Banker) decken zu können, dann gilt das losgelöst von besagtem marktwirtschaftlichen Prinzip?

Man kann über die horrenden Beträge dieser Banker und anderer Manager denken, wie man will, doch selbstverständlich entstehen auch diese Gehälter am Markt.


Stefan_Sch schrieb:
In diesem Kontext von Angebot und Nachfrage zu sprechen ist schon selten dämlich.

Dies ist ein Diskussionsthread, für den die PuG-Regeln gelten. Diese gelten auch für Dich. Darin heißt es u.a.:
Eine fruchtbare Diskussion kann es nur geben, wenn man sein Gegenüber respektiert und achtet. [...] Seitenhiebe, Provokationen, oder persönliche Anzüglichkeiten sind dabei genauso fehl am Platze, wie Beleidigungen anderer.[...]
Dein Stil scheint es zu sein, andere Boardies - direkt oder indirekt - als dämlich, ungebildet o.ä. darzustellen. Sehr schön sieht man das auch hier:
Stefan_Sch schrieb:
Informiere dich bitte zunächst über die Themen, bevor du hier den "Experten" raushängen lässt. Soviel Halb- und Unwissen liest man selten, wie du hier in deinen letzten Beiträgen von dir gegeben hast... :rolleyes:
Ich rate Dir dringend an, diese Formen von Beleidigungen zukünftig zu unterlassen.
 
SheepShaver schrieb:
Das sind keine Annahmen, sondern Marktgesetze. Ob es dir nun gefällt oder nicht, aber so funktioniert es nun mal. Du wirst hier nicht allen ernstes ein so fundamentales Gesetz wie das von Angebot und Nachfrage in Frage stellen wollen, oder? :freak: Konsequenterweise musst du also auch die Martkwirtschaft als Wirtschaftsordnung ablehnen.
Nach der Logik müsste man konsequenterweise alle Banken pleite gehen lassen, womit die komplette Wirtschaft mehr oder weniger auseinanderfliegt und Massenarbeitslosigkeit- und armut die Folgen wären. Das wäre dir aber wahrscheinlich lieber, bevor der böse Staat die Marktgesetze verletzt.

Gesetzte schön und gut, aber es sind immer noch Markt- und keine Naturgesetze. Und smacked2 schreibt auch nicht, dass er Angebot und Nachfrage in Frage stellt, sondern fordert lediglich Anpassungen. Scheiße abwischen im Altersheim, um das mal drastisch zu formulieren, ist halt an und für sich wenig lohnenswert, trotzdem hat die Arbeit gesellschaftlichen Nutzen, muss getan werden und sollte auch entsprechend entlohnt werden -- es kann sich nicht eben jeder eine private Pflegeversicherung leisten. Wenn das über den freien Markt nicht ansprechend geregelt wird, muss der Staat eben eingreifen. Und wer sowas für Kommunismus hält, sollte sich vielleicht doch nochmal näher mit der Thematik auseinandersetzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Andy:

Ich würde nicht sagen, dass eine Pleite aller Banken logische Konsequenz seines Statements ist.

Dein Vergleich mit den Altersheimen hinkt amS ein wenig: Du sagst, dass die Arbeit im Altersheim wenig lohnend sei: Tatsächlich gibt es jedoch eine beträchtliche Nachfrage nach dieser Dienstleistung; allerdings auch ein sehr breites Angebot an Arbeitskräften.

@ Jana Türlich:

Dein Beitrag war sarkastisch gemeint, nicht wahr? ;)

MfG,
Dominion.
 
dominion1 schrieb:
@ Andy:

Ich würde nicht sagen, dass eine Pleite aller Banken logische Konsequenz seines Statements ist.

Nicht zwangsweise, aber ich finds mitunter etwas weit hergeholt, was sie in andere Beiträge reininterpretiert. Nur weil smacked2 in Frage stellt, ob man sich allein auf Angebot und Nachfrage verlassen soll, heißt das noch lange nicht, dass er die Marktwirtschaft ablehnt oder ablehnen muss. Wenn man aber so Konsequent auf die Kräfte des Marktes setzt, muss man eben auch Banken pleite gehen lassen, ohne Rücksicht auf die Folgen.
 
|MELVIN| schrieb:
@RyoBerlin
Naja aber die Parteien unterhalb der 5%-Hürde repräsentieren einfach einen zu kleinen Teil der Bevölkerung als dass sie ernsthaft den Anspruch stellen könnten, mitzuregieren. Die FDP hingegen wird wahrscheinlich die drittstärkste Partei bei der Bundestagswahl werden mit deutlich über 10% der Stimmen.
Zuletzt war sie die 4. Stärkste.
Und wer den Anspruch stellt die kleineren Regieren zu lassen kann nicht zeitgleich ihnen die Möglichkeit wieder entziehen mangels Stimmen... Stimmen knnen sich ändern... es kann durchaus sein das bei der Bundestagswahl die Etablierten Parteien sehr weit zurück liegen vor den ehemals kleineren....

Aber eher Unwahrscheinlich.

Shader schrieb:
Die stärkste Kraft sind die Nichtwähler, die resignierten weil sie in unserem politischen Sysem (nicht an Demokratie) einen Stillstand sehen.
Wenn ich auf den Stimmzettel in Sachsen schaue kann ich diesem nur zu gern glauben, 9 Parteien sind auf dem Zettel. Damit ist dieses Bundesland in Deutschland Schlusslicht an Wählbarkeit.

Also ich wurde von einem Politiker aus Sachsen (Landesliste 6 glaub ich) angemailt und hab mich dadurch dann mit den Unterhalten. Macht nen guten Symphatischen Eindruck und ist Hilfsbereit gewesen.

Da hab ich mit Berliner Politikern schlechtere Erfahrungen gemacht... so zum Thema unwählbarkeit...
Allerdings ist es nur ein Mensch und nicht Repräsentativ für Parteiziele. Ich wähle aber eh nach Zielen der Parteien denn das ist as einzig Sinnvolle. Dummerweise Wissen viele aber eh nicht was sie wollen...

Das mit dem REsignieren da kenn ich auch einige... haben Jahrelang immer irgendwelche Links gerichtete Parteien gewählt aber nie kamen die ran über Jahrzehnte immer dieselben.. CDU,SPD und im Wechsel und zusammen zwischendurchmal etwas Grün da haben die dann resigniert und sich gesagt ist doch scheissegal was sie wählen es kommen eh immer dieselben ran.

Dieser Spruch hat sich inzwischen geändert und lautet "Ist doch egal wen ich wähle die sind eh alle gleich".


dominion1 schrieb:
Weil das Unternehmen seine Produkte oder Dienstleistungen verteuern muss.

Das würde bedeuten das sie aktuell keine Gewinne einfahren.... wenn aber Unternehmen ihrer Unternehmensspitze Millionengehälter zahlen kann ist das wohl kaum der Fall.

Ausserdem wenn die Menschen mehr Geld hätten dann könnten sie auch mehr ausgeben.

Irgendwie scheinen einige zu Glauben das es schon immer so war das die Arbeitende Gesellschaft für einen Hungerlohn gearbeitet hat.... Diese Spirale fing aber eher erst an als die Wirtschaft damit anfing ihren Job nicht mehr machen zu wollen... statt dem Bürger zu dienen und ihn zu versorgen nutzte sie ihn aus... das Gehalt wurde gekürzt, die Gewinne maximiert, gehälter der spitze angehoben...

Dadurch sank die Kaufkraft da die ganzen Normalverdiener immer weniger Geld hatten, das bedeutete für Unternehmen wiederum geringere Umsätze wodurch sie Gehälter weiter kürzten und Mitarbeiter entlassen haben.
Dadurch gab es wiederum weniger Umsätze weil die Kaufkraft weiter gesunken ist......

Es ist also ein selbst gemachtes Übel!


Wie gesagt, man muss sich nur mal das aktuellste Thema dazu anschauen und das heisst Schlecker.

Und zum Vergleich dann wieder Humanere Unternehmen wie Trigema.


Ausserdem... Arbeit die keiner Bezahlen will wird auch nicht benötigt....
Ich hab schonmal gesagt... Arbeit um jeden Preis ist der falsche Weg des Lebens und ruiniert das Leben... einige vergessen das der Sinn des Lebens nicht darin geht sich abzurackern für Sinnloses sondern eher im Gesellschaftlichen Miteinander, das man füreinander da ist, an die Zukunft denkt die eigenen Kinder etc.

Heutzutage ist es sogar so das immer mehr Menschen sagen das sie keine Kinder wollen weil die haben ja dann nichts was sie ihnen bieten könnten oder sie kümmern sich einfach nicht um ihre Kinder... entweder weil die Arbeit/da Geld wichtiger ist oder weil sie Psychisch resigniert haben.

Ausserdem gilt immer noch die allgemeine Vorstellung das einem nur die eigenen Kinder zu interessieren hätten nicht die der Mitmenschen... dabei erzieht die Gesellschaft ihren Nachwuchs und nicht nur die Eltern... da gibts seit ewigen Zeiten den Satz "Deine Kinder sind nicht deine Kinder".


Aber genauso wie es noch lange Zeit Menschen gibt die andere Menschen töten, schaden wollen, ausnutzen usw. werden es noch Menschen geben die gegen Soziale Gleichstellung sind, gegen Menschenrechte und gegen Humanere Verhältnisse. Die Erwerbsarbeit als wichtiger empfinden als Soziale Arbeiten an und in der Gesellschaft.

Für die es keine Arbet ist wenn Eltern ihre Kinder erziehen aber wenn fremde sie erziehen schon.


usw.... So ist das halt... aus diesem Grund kann man auch bei Wahlen nie alle zufrieden stellen....

Die Parteien vertreten immer bestimmte Interessengruppen vom Armen bis zum Superreichen. Vom Angsthasen bs zum Selbstbewussten. Vom streng gläubigen bis zum total ungläubigen.


Schlimm ist es nur wenn Parteien aus den falschen Beweggründen gewählt werden.

z.B. FDP für eine Sozialere Politik und verbesserung im Mittelstand.. absurd.
CDU für Humandere Politik mit sogenannten Christlichen werten... unsinn...Christliche werte gibt es nicht das sind Humane Werte die es allerorts gibt und die man bei der CDU eher nicht findet.
Linke um mehr Vollzeitarbeitsplätze für mehr Lohn zu schaffen... auch unsinn da gibt es eher mehr Soziale Sicherheit und mehr Teilzeitarbeitsplätze, dafür aber zu einem Sinnvollen Lohn.
usw usw usw....

Wenn ich im Fernsehen von Stars die massiv Geld verdienen schon höre das da viele FDP wählen (Wurden einige gefragt) bzw. per Briefwahl wählten dann ist schonmal ihre Entscheidung als Superverdienende logisch.
Wenn ich aber Zeitgleich so Gedanken höre wie letztens von der einen SChauspielerin von wegen die Piratenpartei könne doch mit der CDU zusammenarbeiten kann ich nur den Kopf schütteln...

Parteien sollen sich doch nicht ergänzen und durch ihre Unterschiedlichen Ansichten zusammenpassen das ist totaler Blödsinn sie können nur Regieren wenn sie dieselben Ansichten/Ziele verfolgen und die Piratenpartei ist eher das Gegenteil der CDU.
 
Stefan_Sch schrieb:
Der "Markt" bestimmt schon lange nicht mehr, ob die Millionen für einen Banker legitim sind, dann bestimmt der Aufsichtsrat und der Banker selbst.
Selbstverständlich bestimmt das der Markt. Sag mal, wo lebst du?


Andy schrieb:
Wenn das über den freien Markt nicht ansprechend geregelt wird, muss der Staat eben eingreifen. Und wer sowas für Kommunismus hält, sollte sich vielleicht doch nochmal näher mit der Thematik auseinandersetzen.
Über das Gehalt haben exakt ZWEI Parteien zu entscheiden: Arbeitgeber und Arbeitnehmer! Es ist geradezu abstrus, hier ein Einmischen des Staates zu fordern. Der Staat hat sich hier gefälligst rauszuhalten.
Und nein, ich halte das nicht für Kommunismus, sondern für realitätsfremde Wahnvorstellungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Um nochmal auf dominion1 kurz zurück zu kommen

....Tatsächlich gibt es jedoch eine beträchtliche Nachfrage nach dieser Dienstleistung; allerdings auch ein sehr breites Angebot an Arbeitskräften....

Also bei uns in der ländlichen Region hier werden Pflegekräfte händeringend gesucht.
Kommischerweise will keiner den Job machen, wird wohl an den Arbeitsbedingungen, der Bezahlung und der Pflegekasse liegen.
Mal so 1000€ extra abrechnen für Popo abwischen bei Edelkunden Johannes Heesters ist da nicht drin.

Meinetwegen kann ein Manager oder Banker viel verdienen, nur soll er für seine Fehlgriffe dafür auch haften, und genau das tun sie nicht. Und die Politik unterstützt sie dabei kräftig.
Ich möchte niemanden nennen, der Unterschied in der Parteienlandschaft ist winzig.
Zudem, weil sie das Unternehmen nicht selbst aufgebaut haben, fehlt ihnen einfach die Identität zur Firma.
Dafür bangen jetzt auf der Welt viele Unternehmer der x-ten Generation um ihre Existens.
 
Zitat Andy

Man muss die Einnahmen einer Vermögenssteuer ja nicht direkt in die Sozialkassen umleiten, man könnte bspw. damit auch die kalte Progression bekämpfen. Eine Steuer von 1% ab einem Vermögen von einer Millionen bringt 20-30 Mrd Euro in die Kasse.

Woher hast du diese Zahlen? Abgesehen davon, dass ich es ungerecht finde, dass versteuertes Einkommen nochmals versteuert wird. Das Vermögens - und Erbschaftssteuern in unseren Nachbarländern nach und nach abgebaut werden. Sind dir die genauen Mechanismen der Vermögenssteuer bekannt? Wie übertragenes Betriebsvermögen behandelt wird? Wie privat Vermögen behandelt wird?
Das eine Vermögenssteuer nicht immer den Bonzen Enkel trifft, der eh nicht weiß wohin mit seinem Gel, sondern, dass eine Vermögenssteuer Existenzgefährdent sein kann?

Hier mal was ich zur Vermögenssteuer auf die schnelle gefunden habe:

Die Wiedereinführung der Vermögensteuer, die seit 1997 nicht mehr erhoben wird, gilt vor allem bei den SPD-Linken als wichtiges Symbolthema für mehr soziale Gerechtigkeit. Zuletzt flossen den Bundesländern immerhin 4,6 Milliarden Euro zu.

http://www.welt.de/welt_print/article2465797/SPD-Linke-bringt-Vermoegensteuer-auf-die-Agenda.html

Nochmal, woher hast du die Zahlen zur Vermögenssteuer? Wurde bei der Berechnung berücksichtigt, dass Erblasser oder Erbe ihren Wohnsitz kurzerhand in s Ausland (Bsp. Österreich - da gibts keine Vermögenssteuer) verlegen um der Besteuerung zu entgehen?


Hier mal die Zahlen zur Reichensteuer:

Wenn der erhöhte Spitzensteuersatz von 45 Prozent schon ab 125 000 Euro gezahlt werden müsste, würde dies nur knapp 500 Mio. Euro an Mehreinnahmen bringen


http://www.handelsblatt.com/politik...eichensteuer-bringt-staat-nur-wenig;2196687;2

Ungefähr das was es kostet, die kalte Progression zu beseitigen. Oder man investiert das Geld in die Bildung, Grundlagenforschung oder in andere Dinge, die sich vielleicht kurzfristig nicht rentieren, langfristig aber den Standort Deutschland sichern.

Also wofür jetzt? Du machst es dir schon ein bischen einfach. Deine Vorschläge (Vermögenssteuer) bringen keine Impulse für Wachstum. Klar Bildung und Forschung hört sich toll an, aber die kalte Progression damit auch noch irgendwie gegenfinanzieren??
Steuern sind nicht Einnahme gebunden, sie können also für alles und nichts verwendet werden; dass damit die kalte Progression bekämpft wird ist, mit verlaub, extrem naiv.
Die kalte Progression sollte im Zuge einer umfassenden Steuerreform abgeschafft werden.

Eine Erhöhung von Hartz4 bringt vielleicht nicht unbedingt Arbeitsplätze,

Und hast du jetzt auch mal nachgerechnet was eine Erhöhung der Hartz4 Sätze kostet?

http://hartz-iv-blog.de/2007/09/22/hartz-iv-ein-massenphaenomen-in-deutschland/

7,3 Millionen Menschen mal 100 € / Monat mal 12 = 8,8 € Milliarden im Jahr

Und keinerlei Anreize für Wachstum und Arbeit geschaffen. Schwierig.


Zusätzlich halte ich es für ratsam, massiv in die Förderung und Fortbildung von Arbeitslosen zu investieren, damit diese schnell wieder Fuß fassen können, und zwar in Branchen die gebraucht werden.

Stimme ich zu, auch, dass es hier Handlungsbedarf gibt.

Was an einer Börsenumsatzsteuer im Rahmen von 0,1 bis 0,5 % so schlimm sein soll, versteh ich ehrlich gesagt nicht. Würde man das Geld dafür in die Realwirtschaft investieren (Konjunkturprogramme zur Unterstützung des Mittelstands, Senkung der Lohnnebenkosten, MwSt, whatever), könnten positiven Effekte in diesen Bereichen die negativen Wirkungen im Wertpapierhandel ausgleichen.

Umverteilung, Bürokratie, Steuern Einnahmen sind ungebunden, können für alles verwendet werden, meistens klemmt es in den Sozialkassen, da wirds dann reingepumpt.
Lieber die Sozialen Sicherungssysteme endlich mal reformieren, von mir aus Gesamtversicherung, wo Arbeitnehmer und Arbeitgeber einzahlen müssen, hauptsache das System rechnet sich irgendwann mal wieder. Wenn ich sehe was die Politik da schon alles an Steuern und Abgaben (die wir zahlen) reingepumpt hat, dann wird mir schlecht.

Zudem werden Spekulationen unattraktiver, was langfristige Anlagen fördert und den Märkten Stabilität bringt.

Wie soll diese Börsenumsatzssteuer genau ausgelegt sein, damit sie die von dir gewünschten Effekte hervorbringt?

Und ja, es gibt auch viele Contra-Argumente bei dem Thema

In der Tat.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ der Witwenmacher:

Was Deine Forderung nach einer Haftung von Managern anbelangt, so würde ich Dir im Grunde vollkommen zustimmen. Auch ich finde es unglaublich, dass jemand, der ein Unternehmen gegen die Wand fährt oder ihm massiv schadet, noch mit Millionenabfindungen nach Hause geht.

Dieses Problem ist jedoch nicht politischer Natur, sondern liegt an dem konkreten Vertragswerk, welches als Grundlage dient. Es wäre zB auch bei den üblichen Zeitarbeitsverträgen für Manager überhaupt kein Problem, darin aufzunehmen, dass im Falle des Misserfolges lediglich ein Anspruch auf Grundsicherung im Sinne einer auf Hartz4 basierten monatlichen Zahlung bis Vertragsende bestünde.
Politisch kann man gegen diese Verträge jedoch nicht viel ausrichten, denn das Vertragswerk unterfällt der Privatautonomie, die ihr Fundament in Art. 2 Grundgesetz hat. Hier ist ein Umdenken der Unternehmen und Aufsichtsräte selbst gefordert, zumal solche Vertragsklauseln klar im eigenen Interesse der besagten Unternehmen sein dürften.

Was Bonuszahlungen anbelangt, so halte ich die Forderung der CDU für richtig, für diese Zahlungen die Wartezeit zu erhöhen, um sicherzustellen, dass das besagte mit der Bonuszahlung honorierte Konzept auch tatsächlich Früchte trägt.


@ RyoBerlin:

Ausserdem... Arbeit die keiner Bezahlen will wird auch nicht benötigt....

Du möchtest also damit sagen, dass Unternehmen, die aufgrund eines sehr harten Wettbewerbs nur niedrige Löhne zahlen können, besser dichtgemacht werden sollen.

Nun denn, dann ganz kurz eine Erläuterung, was die konkrete Folge sein wird:
Wir hätten, wenn Du all diese Unternehmen schließt, von einem Tag auf den anderen ~ 4 - 5 Mio. Arbeitslose mehr. Anstelle von 4 Mio. hätten wir ~ 8 - 9 Mio. Arbeitslose.

Nehmen wir einmal an, im Durchschnitt erhielte ein Aufstocker ca. 300 € zusätzlich vom Staat. Wird er Arbeitslos, kannst Du im Schnitt 500 € Mehrkosten dazurechnen, die der Staat zu tragen hätte. Nehmen wir anhand der obigen Zahlen an, es beträfe 4 Mio Aufstocker, für die der Staat für jeden einzelnen 500 € monatlich mehr auszugeben hätte.
Dann kommst Du zu folgender Rechnung: 500 € Mehrkosten * 4 Mio Betroffene * 12 Monate (um die jährlichen Kosten zu ermitteln) = 24.000.000.000 €.
Wer bitteschön soll das bezahlen? Jetzt sag mir bitte nicht, dass Du ernsthaft glaubst, diese Summe von irgendwelchen Reichen erhalten zu können. Wenn Du zudem noch Hartz4 erhöhen möchtest, steigt der Betrag natürlich noch exorbitant. Und dieser Betrag gibt bereits das Minimum der zu erwartenden Kosten wider.
Folge: Die soziale Ungerechtigkeit würde dadurch nicht abnehmen, sondern massiv zunehmen. Diese Arbeitslosen müssten mit dramatischen Einschnitten rechnen, jeder einzelne von ihnen würde längst nicht mehr den Betrag erhalten können, der heute gezahlt wird. Was das konkret heißt? Arbeitslose verlieren ihr Recht auf eine eigene Wohung, es würden riesige Arbeitslosen-WGs entstehen. Der Staat müsste festlegen, wieviel und was ein Arbeitsloser am Tag zu essen und zu trinken erhält, ja sogar wieviel Shampoo er im Monat verbrauchen darf.
Das ist menschenunwürdig. Doch bei 8 Mio Arbeitslosen gäbe es keine andere Wahl.

Ich kann Deine Intention sehr gut verstehen, Du versuchst, gegen bestehende Ungerechtigkeiten anzukämpfen. Du solltest Dir jedoch Gedanken um die konkreten Folgen Deiner Forderungen machen.
Es hilft nicht, sich hinzustellen und mehr Geld zu fordern. Du musst ein Finanzierungskonzept in allen Einzelheiten und mit allen möglichen Folgen durchdenken.


@ Jana Türlich:

Wenn das nicht sarkastisch gemeint war, dann hast Du meinen Beitrag, auf den Du erwidert hast, wohl nicht richtig gelesen.
Wir haben ~ 80 Mio Menschen hier im Lande. Hast Du eine Ahnung, wie gering der Anteil der Superreichen ist? Von dieser Zielgruppe kannst Du die benötigten Gelder nie und nimmer bekommen.
Und zum Bäckerbeispiel: Deine Einschätzung ist falsch. Es könnte gerade gar kein Bäcker mehr Gewinn erzielen. Es würden sich unter Umständen noch ein paar riesige Großbäckereien halten können, die - ja, genau - ihre Angestellten ausbeuten.
Das soll das Ziel sein?

MfG,
Dominion.
 
dominion1 schrieb:
Vorrangig brauchen wir keine Hartz4-Erhöhung, sondern eine deutliche Verbesserung der Perspektiven, wieder in die Erwerbstätigkeit zu kommen.
(...)

Nur, damit mich niemand falsch versteht: Ich kann die Lage von Arbeitslosen sehr gut verstehen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Doch diesen Arbeitslosen hilft es deutlich mehr, wenn sie wieder in Erwerbstätigkeit kommen, anstatt 10, 20 oder 30 € im Monat mehr zur Verfügung zu haben. Die Erwerbstätigkeit wirkt sich nicht nur besser auf den Geldbeutel besagter Menschen aus, sie steigert auch deren Selbstwertgefühl und führt somit zu höherer Lebensqualität.

MfG,
Dominion.

Hallo Dominion.

Das kann ich so nur zum Teil bestätigen. Als ebenfalls H4-Betroffener (und dieses über 4 Jahre) kann ich von dem System ein Liedchen singen. Es hilft wirklich nichts, die Bezüge um 2,57€ zu erheben, da das Geld so oder so vorne und hinten fehlt. Dann ist eine Rechnung nicht zu 50%, sondern eben zu 51,2% bezahlt. Macht das einen Unterschied bei den Mahngebühren? Nein. Es ändert rein garnichts.

Ich für mich habe die ersten beiden Jahre abgewartet, in wie weit die damals neue Gesetzgebung auf mich positive Effekte ausüben wird. Es kamen auch Jobangebote. Sicher.Als Pizzafahrer, für nach außen hin als eine getarnte Hilfsarbeit auf dem Bau, die sich letztlich in Innenausbauarbeiten äußerte, dann wieder ein Fahrerjob mit eigenem PKW ohne Entschädigung und all so ein Kram, der letztlich wiederum rein garnichts an der Situtaion als solches geändert hat (Rechnung eben doch nur zu 51,2% bezahlt, um beim Beispiel zu bleiben).

So, fragt man sich, wie kann denn jemand so doof sein, mit dem eigenem PKW Fahrerjobs anzunehmen...Das ist schlichtweg mit der Sanktionspolitik zu erklären. Weigert man sich, drohen sofort 30% Leistungskürzung und man fügt sich, weil man einfach ganz einfach nicht anders kann (zum Glück ging meine Kupplung dann irgendwann kaputt und ich habe den mit übrigens nur 4€/h entlohnten Job dann hinschmeißen "dürfen"). Sicher, man darf einen Widerspruch einreichen - doch hackt einer Krähe der anderen kein Auge aus (Widerspruchsstelle und Jobagenturen unterstehen beide demselben Landkreis....btw)

In der weiteren Zeit kamen ebenfalls nur äußerst gering entlohnte Beschäftigungen. Klar, man kann sagen, immer noch besser als zu Hause rumhängen, aber wenn man merkt, dass sich rein garnichts an der Situation ändert, Rechnungen trotzdem nicht bezahlt werden können bspw, geht auch die Motivation doch recht schnell in den Keller. Soviel dazu, daß Erwerbstätigkeit das Selbstwertgefühl stärkt oder man sich insgesamt besser fühlt - das Gegenteil ist der Fall.

Ich habe daraufhin die Selbstständigkeit angestrebt und bestreite mein Leben seit nunmehr 1,5 Jahren aus "eigener" Kraft, seit knapp 8 Wochen auch ohne irgendwelche Hilfen vom Staat, obwohl mir aufgrund der Einnahmeseite ganz bestimmt H4 zustehen würde. In dieser Zeit ist dann folgendes aufgetreten: Alles über 100€ wurde mit 80% "besteuert". Sagen wir Verdienst von 300€. 100€ frei....200 zu 80% ergibt 40€ weiterer Freibetrag. Von 300€ blieben also 140€ übrig. Ich habe diese Werte, heisst die Einnahmeseite, stets korrekt dem Amt gegenüber angegeben. Leider änderte sich -als Dank?- auch nichts an der Sanktionspolitik. Mit Hilfe diverser Eingliederungsvereinbarungen wurde dann Unmögliches von mir abverlangt. So wurde bestimmt, den Stundenlohn anzuheben, worauf ich mich weigerte, um den kleinen, im Aufbau befindlichem Kundenstamm weiter aufbauen zu können bzw. bestehende Vertragsverhältnisse nicht zu gefährden und längerfristig vom Amt loskommen zu koennen. Die Folge meiner Weigerung war eine Leistungskürzung. Sozusagen der Dank dafür, daß man sich in anderer Leute Gärten die Knochen kaputtmacht, und nicht wie viele andere zu Hause weiter abhängt und die einzige Sorge die Finanzierung des nächsten Bieres darstellt. Schon wieder wird Leistung nicht entsprechend anerkannt, schon wieder ist man letztlich der Dumme, sobald man als H4-Bezieher irgendetwas macht.

Kurzum: Das Problem, so wie ich es erleben durfte, ist weniger die Höhe des H4-Bezuges, sondern vielmehr, wie man mit gewillten Menschen umgeht seitens des Amtes. Es wird zu sehr über einen Kamm geschert und weniger differenziert. Beispielsweise wäre bei mir eine Förderung (hier haben wir dann endlich den Begriff) ganz sicher angebracht gewesen. So durfte ich Weiterbildungen aus eigener Tasche bezahlen, um weiterhin den Betrieb am Laufen bzw neue Kunden dazuzugewinnen. Meiner Erfahrung nach wird mit H4 nur gefordert, aber nicht gefördert. Das ist das Problem. Es demotiviert zu ungemein, und nur die ausgsprochen guten Kundenbeziehungen meinerseits hält (hielt) den Betrieb auch weiterhin aufrecht - sonst stünde ich wirklich auch knapp davor zu sagen: Ist man denn blöde, sich sowas hier anzutun? Bleib ich auch aufm Sofa sitzen und kriege endlich vollen H4-Bezug ohne irgendwelche Einnahme-Überschußrechnungen, Leistungssanktionen und ähnlichem.

Es stimmt also , das sich das Selbstwertgefühl bessert - jedoch war das nicht Arbeit des Amtes. Denn wirklich gut geht es mir nur ab dem zeitpunkt, zu dm das Amt mir nichts mehr zu sagen hatte (und die Bestimmungen aren wirklich heftig für ein privatwirtschaftlich geführtes Unternehmen). Fordern, fordern, fordern, aber zu keinem Zeitpunkt Fördern.

Um die Sache auf den Punkt zu bringen: Die Jobagenturen müssen meiner Meinung nach umdenken, differenzieren, Druck ausüben auf neue "Rundschreiben" der Landkreise, damit die gewillten H4-Bezieher auch eine faire (!) Chance erhalten. Menschen zu 3-4€ in Lohn und Brot zu bringen, nur weil sie der Statistik bereinigt erscheinen, ist doch keine Lösung.

Als Nichtbetroffener mag das alles immer einfach aussehen. Ach, da geht man zum Amt und kriegt dann für lau sein Geld. So ist es aber nicht. Die mentale Belastung ist nicht ohne und ohne Job geht es einem ja doch schon irgendwie etwas schlechter (abseits des Finanziellen). Arbeit bestimmt in Deutschland nicht nur die Grüße des Portemonnaies - sondern auch sozialle Stellung des Betroffenen. Hier sticht das Amt mehr in diese Wunde hinein, als sie denn zu verarzten oder auf das noch Funktionierende hinzuweisen und dieses auszubauen.

Traurig, aber wahr.

PS: Für mich gehts wie gehabt weiter. Manchen Monat zwar kaum etwas zu Futtern, aber ich weiss eines, ich geh nicht mehr hin zum Amt - das war das Erniedrigendste, was mir jemals untergekommen ist - mit dementsprechenden Folgen für mein persönliches Wohlbefinden (Stichworte: Demotivation, restriktionsgebeutelt, und ein Gefühl des völligen Ausgeliefertseins). Ob das Sinn und Zweck der Jobagenturen ist, nuja...oder eines Sozialstaates? Soviel von mir. Vielleicht kann sich jemand reinversetzen, in wie weit die Vorkommnisse Auswirkungen auf meine Denkweise hatten oder aber wie die "Politik" der Jobagenturen ankommt beim Hilfsbedürftigem. Man muss ja aufpassen, was man sagt, aber sobald man irgendetwas offiziell macht für das Amt, fangen die Probleme an. (Die Konsequenzen kann man sich dann selber herleiten). Aus heutiger Sicht und als Resümee der Zeit der Leistungsbezüge hat sich meine Ehrlichkeit nund die nachweisbare Leistungsbereitschaft dem Amt gegenüber NICHT bezahlt gemacht. Das Geld hätte man lieber als "genommen, wie gegeben" abhandeln sollen....und nebenher vollen H4-Bezug weiterbekommen. Stattdessen Sanktionen, Stundenlohnforderungen über die EGV (der man sich NICHT verweigern kann) und ähnliches.

Grüße.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Jana Türlich

Die Krupps gibt es nicht mehr

Welches DAX Notierte Unternehmen ist denn noch in Familien Besitz in Deutschland ?

Deine Vorstellung sind 30 Jahre alt

Die Welt sieht mittlerweile anders aus, da kaufen sich Russen, Chinesen, Inder, Araber, Investment Fonds usw in diese Firmen ein, und bestimmen mit.

Und denen ist die Deutsche Soziale Marktwirtschaft völlig egal und Steuern zahlen die in Deutschland auch nicht

Deshalb wird das Linke Dumm-Gebabbel auch nichts bringen
 
dominion1 schrieb:
...
Zu Gerhard Schröders Zeiten hatten wir 5.000.000 Arbeitslose. Derzeit sind es knapp 4.000.000. Das bedeutet, rund 1.000.000 Menschen gehen nun wieder einer Erwerbstätigkeit nach. ....
Hast du immernoch nicht gelernt,dass die tollen "Praktika in einer Toy Factory" (Arbeitslose machen Hilfsarbeiten für lau, weil Unternehmen das als "Bildungsmaßnahme" deklarieren dürfen) keine Erwerbstätigkeit sind? Auch 1-Euro-Jobs sind keine Erwerbstätigkeit.
 
dominion1 schrieb:
Das ist schlichtweg nicht wahr.

Zu Gerhard Schröders Zeiten hatten wir 5.000.000 Arbeitslose. Derzeit sind es knapp 4.000.000. Das bedeutet, rund 1.000.000 Menschen gehen nun wieder einer Erwerbstätigkeit nach.

Bedenke dabei das über den Jahren die Erfassungsregeln sich geändert haben.
Z.B. Erwerbstätige über 50 wurden angestachelt in die Frührente zu gehen.
Mitterweile werden generell die fähigen Erwerbstätigen die aber keinen Arbeitsplatz haben kurz vor dem Rentneralter stehen nicht in die Zahlen eingerechnet.
Lässt man die Schönrechnerei (Qualifikationsmaßnahmen, 1€ Jobs, Praktika, Aushilfe ...) beiseite haben wir auch heute mehr als 5 Mil. Arbeitslose.
 
Lässt man die Schönrechnerei (Qualifikationsmaßnahmen, 1€ Jobs, Praktika, Aushilfe ...) beiseite haben wir auch heute mehr als 5 Mil. Arbeitslose.

und wir können sicher sein, dass sich die Zahlen noch um einiges erhöhen werden, egal wer dann die Regierung bildet.
 
Ach, da ist ja wieder unser "Möchtegernaktienmarktexperte". :D

dominion1 schrieb:
Aha. Der Banker bietet seine Leistung also nicht am Markt an, die Bank fragt also nicht nach Bankern nach? Wenn sich der Banker bei einer Bank vorstellt und eine Gehaltsforderung von 3.000.000 € p.a. angibt und der Aufsichtsrat der Ansicht ist, dass er ein solches Gehalt wert sein soll, hat das nichts mit dem marktwirtschaftlichen Prinzip von Angebot und Nachfrage zu tun?

Wenn andersherum die Bank 50.000 € p.a. bietet und der von der Bank bevorzugte Banker nicht akzeptiert, weil er meint, anderweitig mehr verdienen zu können - die Bank also mehr anbieten muss, um ihre Nachfrage (genau dieser Banker) decken zu können, dann gilt das losgelöst von besagtem marktwirtschaftlichen Prinzip?

Nein, das hat natürlich mit dem Marktgleichgewicht überhaupt nichts zu tun. Die Korrelation von Angebot und Nachfrage zur Preisbildung basiert auf einem freien und unverzerrten Markt, in dem sich Leistung unmittelbar auf das Gehalt niederschlägt.

Zu dieser Preisbildung gehört natürlich nicht, dass ehemalige Vorstände nun in den Aufsichtsräten sitzen und sich untereinander das Geld zuschieben.

Erst Akteur, dann Kontrolleur

Oft findet der Rollenwechsel gleich auf höchster Ebene statt: Ex-Vorstandschefs werden Vorsitzende des Aufsichtsrats. Die Böckler-Studie weist aus, dass 2004 bereits jeder fünfte (19,7 Prozent) der obersten Kontrolleure vorher selbst das Unternehmen geleitet hatte, 2001 noch nicht mal jeder zehnte (8,2 Prozent). "Eine solche Erbfolge-Regelung verhindert geradezu eine kritische Überprüfung der Unternehmens-Aktivitäten. Welcher Aufsichtsratsvorsitzende lässt sich gern bescheinigen, dass sich seine einstigen Entscheidungen wenige Jahre später als Fehler herausstellen?", kommentiert Köstler.

Kritik an dem neuen Trend kommt nicht nur von der Corporate-Governance-Kommission. Das Gremium unter Leitung von ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme hat 2002 im Auftrag der Bundesregierung den Kodex für gute Unternehmensführung ("Deutscher Corporate-Governance-Kodex") vorgelegt. Sein erklärtes Ziel: "Das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Aktiengesellschaften fördern". So heißt es in der Präambel.

Externe Experten bleiben außen vor

Auch Martin Höpner, Wissenschaftler am Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, weist auf das Problem hin: Im Zuge der Hinwendung zum Investmentbanking ziehen sich die deutschen Großbanken aus den Aufsichtsräten von Industrieunternehmen zurück. Dabei würden "die frei gewordenen Vorsitze nicht etwa von externen Experten übernommen (...), sondern von ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Unternehmen, die eigentlich überwacht werden sollen". Unter Experten gelte es als Konsens, dass dies das Gegenteil von unabhängiger Kontrolle sei.

Auf EU-Ebene wird derzeit unter anderem unter dem Stichwort "Unabhängigkeit" eine fünfjährige Karenzzeit für den Übergang sämtlicher Vorstände in das Kontrollgremium desselben Unternehmens empfohlen. In Deutschland hat sich die Cromme-Kommission nun damit zu befassen. Bislang heißt es im Corporate-Governance-Kodex lediglich: "Eine unabhängige Beratung und Überwachung des Vorstands durch den Aufsichtsrat wird auch dadurch ermöglicht, dass dem Aufsichtsrat nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören sollen (.)."

Ex-Manager gefährden wirksame Aufsicht

Besonders kritisch stellt sich die Situation bei Unternehmen dar, in denen mehr als ein ehemaliges Vorstandsmitglied im Aufsichtsrat sitzt. Die Zahl solcher Aktiengesellschaften ist in den vergangenen vier Jahren von 3,0 auf 8,5 Prozent überproportional stark angestiegen, ergab die Böckler-Studie. "Ausgesprochen alarmierend", beurteilt Köstler diese Entwicklung. Damit werde der eigentliche Auftrag des Aufsichtsrats, die Entscheidungen jetziger und früherer Unternehmensführer wirksam zu kontrollieren, nahezu unmöglich gemacht.

http://www.boeckler-boxen.de/5192.htm

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Von der Tatsache das über 80 % der Top-Manager aus den Kreisen der Eliten stammen, also hier praktisch Vetternwirtschaft vom Allerfeinsten vonstatten geht, will ich hier einmal nicht sprechen. :rolleyes:

Ach was solls, ich spreche das auch an. :D

Topmanager - Die Rekrutierung einer Elite

Nach wie vor sind die Bosse der Großunternehmen die unbekannteste aller Eliten. Welchen Eigenschaften verdanken sie ihren Aufstieg? Diese Studie gibt klare Antworten: Die deutschen Topmanagerstammen ganz überwiegend aus den oberen Klassen und Schichten und können zu vier Fünfteln einen Hochschulabschluß vorweisen. Ausschlaggebend für ihre Karriere ist aber weniger der formale Bildungsabschluß als vielmehr persönliche Eigenschaften wie Souveränität, Allgemeinbildung oder unternehmerisches Denken -also der herkunftsspezifische Habitus der Kandidaten. Der Autor trägt mit seinen Ergebnissen, die er sowohl statistischem Material als auch qualitativen Intensivbefragungen verdankt, zu einer erheblichen Relativierung der derzeit gängigen Individualisierungs- und Pluralisierungstheorien bei.

http://www.amazon.de/Topmanager-Die-Rekrutierung-einer-Elite/dp/3593355132


dominion1 schrieb:
Dein Stil scheint es zu sein, andere Boardies - direkt oder indirekt - als dämlich, ungebildet o.ä. darzustellen. Sehr schön sieht man das auch hier:

Wie bitte? Ich habe niemanden als dämlich bezeichnet. Zu dir sagte ich, du hättest keine Ahnung und das habe ich auch belegt - du hast von dem Aktienmarkt absolut keinen blasen Schimmer!

dominion1 schrieb:
Ich rate Dir dringend an, diese Formen von Beleidigungen zukünftig zu unterlassen.

Dir Unwissenheit nachzuweisen ist also eine Form der Beleidigung. Eine sehr interessante Weltanschauung, die du da vertrittst. :lol:

Ich muss dich allerdings enttäuschen. Ich werde weiterhin gegen dich und deine unsinnigen respektive kaum erträglichen Beiträge mit Quellen und Argumenten quer schießen!

SheepShaver schrieb:
Selbstverständlich bestimmt das der Markt. Sag mal, wo lebst du?

Du darfst dir auch gleich den Text oben durchlesen! Außerdem verweise ich auf den Artikel Marktgleichgewicht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Marktgleichgewicht

Damit du weißt, was das tatsächlich bedeutet. Ich zitiere hier nur kurz einen wesentlichen Satz.

Diese Voraussetzung ist nicht streng erfüllbar, weswegen es den Gleichgewichtspreis in der Realität selten gibt. In einem vollkommenen Markt, das heißt einem Markt mit vielen kleinen rational handelnden Anbietern und Abnehmern, von denen keiner den Marktpreis nach eigenem Ermessen beeinflussen kann, stellt sich ein Gleichgewichtspreis ein.
 
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Am meisten nerven die ganzen Steuerschlupflöcher , die Prominente benutzen wie z.B. Michael Schumacher , der versteuert halt seine Einnahmen im Ausland

http://www.humanistische-aktion.de/steuern.htm

Michael Schumacher ist nur ein Beispiel von vielen. Die Kohle in Deutschland abkassieren und im Ausland versteuern, aber sich dann feiern lassen , wenn er mal 50.000 € spendet.
 
Zu Michael Schumacher muss man noch eine absurde Sache bedenken: Das Land, in welchem er wohnt um Steuern zu sparen, verlangt von seinen eigenen Bürgern, Steuern und Abgaben zusammengerechnet, nicht weniger als Deutschland. Nur Ausländer wie Michael Schumacher dürfen dort so billig leben und nur solange sie Ausländer sind. Für Schweizer ist das schweizerische System deutlich "linker", als Deutschland - staatliche Einheitskrankenkasse mit Beitragspflicht für alle schweizer Bürger ohne Beitragsbemessungsgrenze uvm..
 
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