Ich habe das Gefühl, dass es in der Politik inzwischen so zugeht, wie am allgemeinen Konsummarkt.
Es zählt weniger der Inhalt, als die Präsentation, ein gewisses Prestige und eine starke "Fanbase".
Dies kann man sehr gut an Aussagen,wie denen von smacked2 erkennen (oder auch nicht, da er ja einen Smiley hinter seine Aussage gesetzt hat).
In den Köpfen der Leute ist immernoch das Bild der Parteien eingebrannt, welches Papa oder Mama ihnen vermittelt hat, bzw. wie es in den Medien propagiert wird.
CDU/CSU etwas rechts von der Mitte - Alles bleibt so wie es ist, weil es immer schon so war. Besitzstände werden gewahrt soweit möglich.
SPD etwas links von der Mitte - Macht alles ähnlich wie CDU/CSU mit leichten Vorteilen den Arbeitenden Massen gegenüber.
FDP verschrien als "Spaßpartei", beschützer des Großkapitals und Unternehmertums, welche durch Ausbeuten der Armen den Geldfluss zu den Reichen hin fördern.
Bündnis90/Grüne die friedlichen Ökospinner, die einen Hauch von punkigem Flowerpower in die Politik getragen haben.
Die Linke - So eine Art moderne Robin Hoods. Nehmt es den Reichen und gebt es den Armen.
Das katastrophale ist, dass genau auf diesem Niveau und diesen Wissensgrundlagen gewählt wird.
Ich interessiere mich sehr für mein politisches Umfeld, habe sogar schon bei diversen Sitzungen bei uns im Rathaus anwesend sein dürfen (inkl. der anschliessenden Diskussionsrunden im Lokal, wo dann wirklich Politik gemacht wird

).
So lange die desinteressierte Mehrheit an diesem starren Denkcorsett festhält, gibt es für die politische Zukunft deutschlands sowieso keine Rettung.
Ihr werdet es nicht glauben, aber es gibt etliche Menschen, mit denen ich diskutiert habe, die wirklich glauben, dass z.B. "die Linke" Geld aus dem nichts zaubern und damit den "Bedürftigen" geholfen werden kann. Oder nachwievor, dass die Grünen für Frieden und Umwelt stehen, trotz derer harten Wortbrüche und des vergangenen handelns entgegen innerster Grundsätze.
Solange also die Menschheit nicht begreift, wie Politik in der Praxis funktioniert, können sie nicht ermessen, was sie dann wählen, geschweige denn Wahlprogramme richtig einschätzen.
Nur durch wissen über die tägliche Praxis der Politik würde man auch sehr schnell begreifen, warum selbst die idealistische Parteien innerhalb kurzer Zeit von Machtgeilheit, Geldgier und Profilneurosen infiltriert wird.
Es sind die wenigen Charaktere mit wie es in dem Forum immer so schön heisst "Eiern in der Hose", die die Politik für mich am Leben halten. Revoluzzer, die plötzlich mit einer Bierdeckelsteuerreform hohe Wellen schlagen, die auch gegen die Eigene Partei Wettern, die dem Fraktionszwang eben nicht erliegen.
Ich bin gespannt, wo das alles hinführen soll....