Silencium schrieb:
Unter Jobs wäre Apple entweder Vorreiter gewesen oder sich entsprechend Zeit gelassen, bis sie etwas wirklich Gutes veröffentlichen können!
Siri ist damals noch unter Jobs entstanden, der folgende Stillstand sicherlich Cook zuzuschreiben…
Aber ansonsten ist es schwer die Zeit unter Jobs mit der unter Cook zu vergleichen, Jobs erlebte nur die Frühzeit der Smartphone-Revolution - iPhone -> AppStore -> iPad & Retina-Display.
(Das iPad nenne ich hier mit, da seine Existenz untrennbar mit dem iPhone verbunden ist)
Und dann war er auch schon tot…
Aber Apple hatte beim iPhone einen Vorsprung von anderthalb Jahren, Android kam erst deutlich später mit dem Google G1 und die erste ernstzunehmende Konkurrenz dann Anfang 2010 mit dem HTC Desire und dem Galaxy S.
Es war keine echte Bedrohung für Apple bis zu dem Moment, nichts worauf Apple reagieren musste - mal abgesehen von der Existenz von Android (und dem Galaxy S als iPhone 3G-Klon) ansich, worauf Jobs mit seinem "thermonuclear war" reagierte.
Seitdem ist der Markt größer geworden, die Konkurrenz wurde stärker und veränderte sich, von Windows Mobile als Konkurrent und Androiden die das iPhone eher nachahmen, zu Konkurrenten die auch mal die Richtung vorgeben oder zumindest eigene Aspekte brachten, auf die Apple dann erstmals reagieren musste.
Wie beispielsweise das größere iPhone 6 als Reaktion auf die größeren Androidgeräte.
Und eigentlich hat Apple das - nun unter Cook - gut gemacht. Trends denen man folgen musste folgte man, in anderen Bereichen zog man sein eigenes Ding durch und legte der Konkurrenz vor.
Und nun gibt es eben seit "wenigen" Jahren diese neue Form von KI, die sowohl große Änderungen bei der Hardware als auch enorme Anstrengungen bei der Software benötigt.
Hardwareänderungen, da Apple nach Möglichkeit alles lokal auf dem Gerät laufen lassen will. Das hat Vorteile bei der Privatsphäre, aber auch den ganz einfachen Benefit, dass Apple dann einen Grund hat neue/starke Hardware zu verkaufen.
Softwareänderungen, da es ganz unabhängig von der reinen Entwicklung der KI-Modelle dann auch noch einen enormen Aufwand bedeutet diese zu trainieren, besonders die Frage wo man Trainingsdaten überhaupt herbekommt. Denn Apple versucht eigentlich als "good guy" zu agieren und eben nicht einfach mal einen riesigen Datenkorpus eher so semi-legal auszuwerten, wie es OpenAI und Meta machen, sondern nur mit möglichst sauber lizenzierten Daten.
D.h. Apple hatte hier auch einfach zwei Herausforderungen die die Konkurrenz so erstmal nicht hatte - die lassen ihre Modelle teils einfach in der Cloud laufen und wo die Trainingsdaten herkommen ist ihnen egal.
Aber: Obwohl die Dinger teilweise halluzinieren/bullshitten wie blöde, hat die Industrie entschieden, dass das der "neue heiße Scheiß" ist und wer keine KI hat ist offiziell abgehängt!
(Wie damals bei den Netbooks - Apple reagierte stattdessen mit dem völlig anderen iPad, anstelle eines MacBook-Netbooks - und Amazon Alexa, die imho immer überbewertet war, aber als unbedingt nachzuahmen galt, wollte man nicht den Anschluss an den Markt verpassen)
Worauf ich hinaus will: Steve Jobs hatte - zumindest in der Zeit der Smartphones, davor mit dem iMac, iPod, Intel-Macs usw. sah es natürlich nochmal ganz anders aus - ganz andere Bedingungen und wesentlich schwächere Konkurrenz. Einfach zu sagen, dass Jobs das mit Apple Intelligence besser gemacht hätte ist deshalb schwierig, wir können es einfach nicht wissen.
Wäre er noch hier, kann ich mir gut vorstellen, dass er sich wie OpenAI und Meta weniger um die Quelle der Trainingsdaten (aus externen Quellen! keine Daten von Nutzern!) scheren würde als Cook.
Aber die Qualität der Sprachmodelle ist noch weit von dem entfernt was Jobs als releasebares Produkt ansehen würde, auch bei der Konkurrenz.
Dann wären die Beschwerden halt nicht, dass Apple Intelligence schlecht ist, sondern dass Apple keine Konkurrenz zu ChatGPT hat.
Und auch diese Beschwerden konnten sehr laut werden, siehe die Situation mit den Netbooks.
Du selbst sagst ja, Jobs hätte AI entweder früher oder später und dann besser veröffentlicht.
Und das sind zwei Seiten der Medaille, die sich schwer unter einen Hut bringen lassen, denn früher war AI nicht gut (und ist es auch bei der Konkurrenz heute noch nicht, wenn man nicht nur "nette Texte" sondern "korrekte Texte" will) und wäre es später geworden hätte es auch Kritik gegeben.