Ok dann streiche eine 0 von den 500 Mrd weg. Es wurde bereits Geld real ausgegeben und es sind nicht nur 5 Mrd staatseitig gewesen. Alleine schon im Vorfeld der sich anbahnenden Krise bei den Landesbanken.
Davon ab verbrennt man weitere Mrd. für nichtsnutzige oder nur höchst unzureichende Anreize, zb. Befreiung KFZ-Steuer, 100 EUR einmaliges Schulgeld
Aber hauptsache man hat was getan und kann es als weiteren Erfolg verbuchen. Ob es wirklich nutzt scheint dabei irrelevant.
JePe schrieb:
Und verglichen mit den Studienkosten in Uebersee sind die deutschen Gebuehren geradezu als symbolisch zu bezeichnen.
Toll, was man doch alles von Übersee in Sachen soziale Marktwirtschaft und Chancengleichheit/Bildung für alle lernen kann. Das dort die Beträge höher sind ist hier sicher für viele ein zufriedenstellender Trost und reicht als Rechtfertigung vollends.
JePe schrieb:
Als arm gilt in Deutschland, wer ueber weniger als sechzig Prozent des durchschnittlichen Einkommens verfuegen kann.
Es gibt genügend Kinder, deren Familien nur gerade so vom Lebensminimum "leben" können. Die wären froh, hätten sie selbst die 60% des durchschnittlichen Einkommens. Die Archen und Tafeln lassen grüßen.
Wer ist denn eher Leistungsträger der Gesellschaft? Mütter mit 2 Kindern und nem Minijob, oder Chefs von Pleitebanken? Hier erwarte ich einfach wesentlich mehr Unterstützung, als es bislang mit halbgaren Umsetzungen/Almosen der Fall ist. Gerade die Familien, die es wirklich nötig haben, haben doch hier am wenigsten davon, dank anderer hiermit kollidierender "sozialgerechter Gesetzgebung".
JePe schrieb:
Wer aus einem sozialversicherungspflichtigen Beschaeftigungsverhaeltnis ausscheidet, erhaelt ALG 1, nicht das sog. Hartz IV.
Da hast du recht. Die IV im Hartz ist wohl schon zu tief verankert. ^^ Trotz allen hängen diese (überwiegend Leiharbeiter) nun wieder auf der Straße.
JePe schrieb:
Welche "Hilfspakete" hat die deutsche Automobilindustrie erhalten ... ?
Meines Wissens bislang noch nichts (abgesehen von der KFZ-Steuer-Befreiung), aber glaubst Du wirklich noch ernsthaft, dass nun gerade unsere Autobauer leer ausgehen werden? Alleine die öffenltiche Debatte darüber lenkt von wesentlicheren Problemen ab.
Finanzierung Linke:
Lafontaine fordert sozialgerechte Einkommen, sowohl im unteren, als auch im oberen Bereich. (Solidarische Bürgerversicherung)
Weiteres zum Thema kann man zb. hier erfahren:
http://www.linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1250343238
Und die Zitate Lafontains, stehen bis auf das letzte Zitat (grenzwertig) aus meiner Sicht in keinem zwangsläufigen Widerspruch, zu seinen jetzigen Aussagen oder der Parteilinie. Hinein interpretieren und nur das sehen, was der Horizont erlaubt und man voruteilsbeladen sehen will, kann man da natürlich genügend.
Und zurecht geißelt er die heutigen Auswüchse durch die Privatisierungen, den Ausverkauf öffentlichen Vermögens und private Unternehmenszusammenschlüsse. -> Stellenabbau, Lohndumping, Abbau von Arbeitnehmerrechten
Man schaue sich nur mal die Auswirkungen des geplanten Börsengangens bei der Bahn an, oder der Post, oder durch die Hedge-Fonds oder die bestehenden Oligopole. Doch nicht so, um jeden Preis.
Wo und wann Lafontaine ein Vordenker für das Hartz-IV gewesen sein soll, was wir nun real haben, erschließt sich mir nicht. Der Schwache als sozialer Ballast, als Bedürftiger und Bittsteller der Starken ist nun mal nicht jedem sein Verständnis von sozialer Gerechtigkeit und Freiheit.
Aber auch das letzte Zitat bezog sich auf die damalige PDS. Die Linke sieht sich als gesamtdeutsche Vereinigung der politischen Linken, Lafontaine kam von WASG-Seiten dazu. Seit 1979 bezog Lafontaine Position gegen den NATO-Doppelbeschluss und forderte damals schon den Austritt Deutschlands aus der NATO im Falle der Raketenstationierung. (Schröder übrigens auch) '99 forderte er schon die Kontrolle der internationalen Finanzmärkte. Was rot-grün statt dessen umsetzte wissen wir ja. Natürlich trat er zu diesen Zeiten als Vorsitzender nach außen geschlossen mit seiner Partei auf.
Da er seiner Partei irgendwann überhaupt nicht mehr folgen konnte, ist er eben ausgetreten. So gesehen ist er politisch seiner Linie insgesamt doch recht treu geblieben.
Er stand noch nie rechts in der SPD, wie andere.
Und wie ich sagte, sicher liefert diese Person durchaus genug Zündstoff für Kritik und Debatten.
JePe schrieb:
Uebrigens scheidet er zum Jahresende aus dem Verwaltungsrat aus.
Zumindest konsequenter, als ursprünglich Verantwortliche für das Debakel nun gerade zur Sanierung und lückenlosen Offenlegung ihrer Unternehmen für teures Geld weiter zu beschäftigen.
Und wer alles im Verwaltungsrat der KfW Verantwortung trägt, ist hier nachzulesen.
http://www.heise.de/tp/blogs/foren/...ar-Lafontaine/forum-144232/msg-15585693/read/
Doch wie dem auch sei, weiß ich immer noch nicht, warum man statt dessen gerade CDU, SPD oder meinetwegen auch FDP 2009 wählen sollte?