@ MountWalker:
Zunächst einmal wirfst Du Begriffleichkeiten völlig durcheinander, Deine Aussagen werden dadurch noch unrichtiger, als sie es ohnehin schon sind:
Als (Neo-) Nazis sind heutige Anhänger der NS-Ideologie zu bezeichnen. Diese sind - zumindest offen - in der politischen Parteienlandschaft nicht zu finden (was nicht bedeuten soll, dass gewisse Parteien nicht Anhänger oder Mitglieder aus der Neonazi-Szene aufweisen).
Davon abzugrenzen sind ausländerfeindliche Personen. Diese haben zunächst einmal nichts mit (Neo-) Nazis zu tun (natürlich gibt es auch hier Personen, die beides sind).
Davon wiederum abzugrenzen sind Personen, die an sich keineswegs ausländerfeindlich sind, jedoch mit der Ausländerpolitik dieses Staates nicht konform gehen. Diese werden leider viel zu oft und zu Unrecht ins rechtsradikale Spektrum gerückt, was undemokratisch ist.
Aber das ist hier nicht das Kernthema, daher genug davon.
Der nächste Begriff, den Du völlig falsch verwendest, ist der des Wirtschaftsverbrechens. Solche sind von Unternehmungen oder ihren Organen begangene Wirtschaftsstraftaten (Kartellrecht usw.). Ich sprach hingegen von Eigentumsdelikten im Vergleich zu Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit.
Wie verharmlosend Du den Begriff des "Omataschenraubes" verwendest, zeigt, wie gering Du das Unrecht einer solchen Tat einschätzt, in der man die physisch bedingte Hilflosigkeit einer Person zum Zwecke eines Raubes oder Diebstahls ausnutzt. Auch wenn Deine Intention der Vergleich zwischen verschiedenen Straftaten war.
Zudem ist Dein Beispiel schlecht gewählt, denn das bloße Entwenden einer Handtasche wäre ein klassischer Diebstahl (-> Eigentumsdelikt), das Entwenden mittels Gewalteinsatz wäre ein Raub (gemischtes Delikt) und zu Guter letzt das Entwenden mittels Drohung mit Gewalt wäre die räuberische Erpressung (gemischtes Delikt).
Desweiteren hast Du entweder meine Argumentation nicht verstanden oder willst sie nicht verstehen: Sie zielt auf einen bestimmten Personenkreis ab, nämlich den, der Macht demonstrieren will mittels der Straftaten, der es aus Lust und Laune tut oder dem die Folgen seines Handelns egal ist. Und dieser Personenkreis ist weit größer, als man ahnt.
Auf diesen Personenkreis zielte das Argument des mangelnden Mitleids und der sich daraus ergebenden Folgen.
Darüber hinaus benutzt Du nun zum zweiten Mal die Wortwahl, man (oder ich) wolle den Personen das Menschsein absprechen. Das ist Polemik in ihrer reinsten Form. Niemand sprach davon, ihnen die Qualität des Menschseins abzusprechen.
Es geht einzig darum, die Gesellschaft vor Wiederholungstätern zu schützen; desweiteren die Opfer davor zu bewahren, selbst zum Täter zu werden:
Hättest Du Dich - wie ich es habe - eingehender mit Kriminalistik beschäftigt, wüsstest Du, dass die Straftaten
des von mir angesprochenen Personenkreises fast immer ein Muster ausweisen: Die Täter sehen sich nach wehrlosen Opfern um, d.h. nach Personen, von denen kein nennenswerter Widerstand zu erwarten ist.
Beschäftigt man sich nun mit Selbstjustiz-Straftaten solcher Opfer im Speziellen, wo lässt sich auch hier ein Muster erkennen: Nach dem Versagen der Justiz (in den Augen der Opfer) und der Erkenntnis, sich damit nicht abfinden zu können, haben diese Straftaten weit schwerere Folgen. Denn das zumeist körperlich unterlegene Opfer hat keine andere Wahl, als die körperliche Ungleichheit durch die Verwendung von Waffen auszugleichen.
So werden aus Opfern Täter.
Eine Parallele existiert übrigens auch zu Morden, die von Frauen in einer ganz bestimmten Situation begangen werden. Hierzu folgendes kurzes Fallbeispiel:
Frau Y ist ihrem Mann X hörig. Ihr Leben besteht aus Unterdrückung, Drohungen und dem ständigen Ausgesetztsein gewalttätiger Übergriffe auf sie. Für den Fall, dass sie ihn verlassen würde, erklärt X ihr, dass er sie überall finden werde, und dann könne sie "erst recht was erleben". Irgendwann kann sie die Erniedrigungen, die ständige Angstsituation und die Gewalt nicht nicht mehr ertragen. Sie ersticht ihn im Schlaf oder vergiftet ihn durch heimliche Beigabe von Substanzen in Nahrung oder Getränken.
Strafrechtliche Folge: Mord § 211 StGB (Heimtücke erfüllt; alternativ "Giftmord" erfüllt).
(Daher plädiere ich auch für eine Änderung des § 211 StGB.)
Was ich mit dem Beispiel aber deutlich machen möchte ist, dass sich Opfer in vielen Fällen nur durch das Begehen schwererer Straftaten zur Wehr setzen können. Hätte sich Frau Y im o.g. Fall auf unsere Justiz verlassen, so müsste sie, wenn der Mann X nicht dutzendmal einschlägig vorbestraft wäre, damit rechnen müssen, dass er eine Bewährungsstrafe erhält, als auf freiem Fuße bleibt.
Übrigens ist eine Identitätsänderung (Änderung des Namens, Nichtauftauchen bei den Meldebehörden) nur sehr schwer zu bekommen, zum anderen finde ich es auch unzumutbar, wenn Frau Y in diesem Falle ihre vertraute Umgebung verlassen muss, sich dauerhaft vom Freundeskreis / Verwandten trennen muss, in eine fremde Stadt (oder Land) ziehen und sich dort eine neue Existenz aufbauen muss, zumal all das keine Garantie beinhaltet, nicht aufgefunden zu werden. Und dies nur, weil der Täter weiterhin in Freiheit leben darf.
Wenn Du den o.g. Fall nun als wirklichkeitsfern bezeichnen möchtest oder fragst, wie oft denn sowas vorkäme, so weise ich darauf hin, dass Du durchaus eine Parallele zu viel geringeren Straftaten ziehen kannst, so etwa ein Opfer heranziehen kannst, das gegen gewalttätige Täter Anzeige erstattet hat und mit einer permanenten Bedrohungssituation leben muss. Das Rotlichtmilieu arbeitet gerne mit solchen Methoden, um Frauen zur Prostitution zu zwingen, usw. usw.
Wie gesagt, ich sauge mir das alles nicht aus den Fingern. Wenn Du meine Ausführungen für übertrieben oder Horror-Scenarien hältst, gehe in eine Uni und suche Dir einschlägige wissenschaftliche Werke zur Kriminalistik heraus.
So, abschließend: Die CDU ist keineswegs an bloßem Wegsperren interessiert. Warum sollte sie? Dort sitzen keine Vollideoten, die nicht weiter denken können als "aus-den-Augen-aus-dem-Sinn". Bitte werde jetzt nicht wieder polemisch und behaupte "doch, genau so ist es". Die CDU verfolgt selbige Interessen, wie ich sie hier darzustellen versucht habe: Den Schutz der Gesellschaft vor Intensivtätern und anderen als gefährlich einzustufenden Tätern.
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Zum Schluss wiederhole ich nochmal meine Bitte aus dem letzten Post:
Um die Diskussion in diesem Thread sowohl auf ein sachlicheres Niveau sowie auch auf die Kerndiskussion zur Bundestagswahl 2009 zurückzuführen,
möchte ich alle User bitten, sich einmal mit den sachlichen Argumenten zum Thema Mindestlohn, Sozialsysteme, usw., die ich im Post # 1799 dargestellt habe, auseinanderzusetzen.
Diese könnt Ihr, wenn Ihr anderer Auffassung seid, argumentativ angreifen; wenn Ihr derselben Auffassung seid bestätigen und ergänzen.
MfG,
Dominion.
EDIT: @ Wiggum:
Ich meinte damit natürlich rechts
radikalen Partei, nicht Parteien wie CDU oder dergleichen.
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